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EHC - Kölner Haie 7:2

Nachdem der Saisonauftakt mit einer Niederlage gegen Hannover eher quälend holprig ausgefallen war, setzten die Grizzlies im zweiten Spiel das wichtige Ausrufezeichen in Sachen Punktejagd.
Den rund 1900 Zuschauern wurde streckenweise beste Unterhaltung geboten, wofür sich die Fans wiederum bei ihrem Team mit reichlich Unterstützung und einem ausgelassenen Abschluss des ersten erfolgreichen Abends der Saison revanchierten.
In Köln hingegen dürfte nach dem von Gästeseite Gezeigtem ein gewisser Bill Stewart schweren Zeiten entgegen gehen.

1. Drittel
Wie schon im Auftaktspiel vor einer Woche starteten die Grizzlies mit viel Schwung, zum Glück aber weniger übermotiviert, in die Begegnung. Während Köln durch Konter zu ersten Chancen kam, deckten die Grizzlies die Gäste vom Rhein mit reichlich und wesentlich gefährlicheren Schüssen ein.
Besonders in diesen ersten Minuten, in denen beide Mannschaften je eine Strafzeit kassierten, sorgte Neuzugang Jeff Hoggan für gute Laune auf der heimischen Tribüne. Immer wieder zog der Wolfsburger Stürmer, der den gesperrten Laliberte in der ersten Reihe vertrat, direkt vor das von Adam Dennis gehütete Tor und brachte die Kölner Hintermannschaft in helle Aufruhr.
Ein Torerfolg wollte sich allerdings bis Mitte des Drittels nicht einstellen – viel schlimmer:
Die nun etwas unglücklich agierenden HSR Lenhart und Schütz zeigten sich gleich zweimal wenig gastgeberfreundlich und trugen somit zum 0:1 Überzahltreffer der Haie durch Johan Akerman (9.Min) ihr Scherflein bei. Zunächst wanderte Christopher Fischer nach einem Antippen in den Rücken seines Gegners wegen „Bandencheck“ vom Eis, im folgenden Powerplay übersahen die Referees – aus kürzester  Distanz – ein Foul gegen den verteidigenden Magowan. Der Puckverlust führte direkt im Anschluss zum zu diesem Zeitpunkt unverdienten Führungstreffer der Gäste und zu einem gellen Pfeifkonzert der zurecht empörten Heimfans.
Doch das Team von Pavel Gross zeigte eine beeindruckende Reaktion und beantwortete den Treffer schon 2,5 Minuten später mit einem Powerplaytor ihrerseits. Milley hatte Ulmers Abpraller locker zum 1:1 Ausgleich eingeschoben und offenbarte dabei eklatante Stellungsfehler in der Kölner Unterzahlformation.
Als Wolfsburg in der 19.Spielminute auch noch das 2:1 gelang, nahm der Abend dann auch endlich die von den Grizzlies erwünschte, aber auch vorbildlich erkämpfte, Entwicklung. Der seit der Vorbereitung wie entfesselt aufspielende Höhenleitner zeigte sich beim Sturm durch die Mitte bestens auf das Zuspiel von Tyler Haskins eingestellt und legte den feinen Pass des Neugrizzlys maßgerecht hinter Dennis ins Gästegehäuse.
Mit dieser absolut verdienten Führung ging es dann auch zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Die ersten 10 Minuten des Mittelabschnitts deutete Köln noch einmal an, zu was dieses Team vielleicht in der Lage wäre...um dann gnadenlos abgeschossen zu werden.
Während sich die Chancen zunächst noch auf beiden Seiten das Gleichgewicht hielten und auch Dshunussow die eine oder andere hervorragende Aktion aufbieten musste, verlagerte sich im Anschluss das (torgefährliche) Geschehen fast vollständig in Richtung Haietor.
Dem schön herausgespielten 3:1 von Andrej Strakhov (34.) folgte schon wenig später (36.) das zweite Überzahltor der Grizzlies, diesmal durch Jan-Axel Alavaara, der mit einem gezielten Schlagschuss zum 4:1 einnetzen konnte.
Dass die Konzentration auf Seiten des Wolfsburger Teams im Anschluss an diesen Treffer in den Keller ging, nutzte wiederum postwendend Ryan Ramsey, dessen 4:2 eine Minute später nicht nur viel zu einfach wirkte, sondern die mittlerweile einseitige Partie unnötig offen hielt.

3.Drittel
Wie im Mittelabschnitt versuchte Köln den Start des Drittels für sich zu nutzen, um ihrem Spiel neues Leben einzuhauchen. Diesen Ambitionen setzte der über weite Strecken der Partie unauffällige Magowan mit seinem 5:2 (45.Min) ein jähes Ende – die Vorentscheidung war, deutlich spür- und sichtbar, gefallen. Alleine die Art, wie es dem Wolfsburger Stürmer möglich gewesen war, den Puck von hinter dem Gehäuse vor jenes zu ziehen und den bemitleidenswerten Goalie der Gäste zu düpieren, sprach Bände über die Verfassung der Haie an diesem Abend.
Die Halle hingegen feierte längst in einem durch und durfte auch noch die Treffer Nr. 6 und 7 durch Norm Milley (52.) und erneut Alavaara im Powerplay (59.) bejubeln.
Den letzten Treffer der Grizzlies konnte Haie-Torhüter Dennis allerdings bereits von der Bank aus begutachten. Nach dem sechsten Treffer hatte Coach Stewart den Kanadier dorthin beordert und Nachwuchsgoalie Björn Linda zwischen die Pfosten gestellt. Nachdem auch dieser nicht ohne Gegentreffer geblieben war, durfte dann endlich der erste Saisonsieg gebührend gefeiert werden. Welle, Raupe, Rolle – das volle Programm zelebrierte Gross’ sichtlich erleichtertes Team mit seinem treuen Anhang und hatte letztlich Lust auf mehr gemacht...angesichts gleich zweier Heimspiele am kommenden Wochenende eine wichtige Erkenntnis.


Mein subjektiver Eindruck:

Pavel Gross liegt schon ganz richtig, wenn er die Defizite des Spiels in den Vordergrund rückt, anstatt die Errungenschaften zu preisen.
Auch in diesem Spiel folgte einer ersten Drangphase noch vieles an Stückwerk und gerade in der Abwehr zeigte sich sein Team nach wie vor zu anfällig. Ob dies am noch nicht verinnerlichten System oder an der Form einzelner Akteure liegt, wird sich in den kommenden Wochen dann wohl mehr und mehr herauskristallisieren...
Insgesamt war der Abend natürlich eine Riesengaudi, die allerdings durch einen eher schwachen und taktisch nicht wirklich brillant eingestellten Gegner begünstigt wurde.

Tor
Dshuni mit einigen wirklich sehenswerten Paraden, besonders mit der Fanghand sehr präsent.
Was mich, wie schon in der Vorbereitung, reichlich nervös macht, ist sein teilweise haarsträubendes Herausfahren nach vorne, das locker auch mal im Überspielt-werden enden kann. Überflüssig und mir kaum erklärlich wirkt das Ganze wie eine schlechte Angewohnheit, die man eher unbewusst macht. Videoanalyse und konsequente Trainingsrückmeldungen sollten das schnellstmöglich abstellen können – hoffentlich. Ansonsten topp!

Verteidigung
Dass Alavaara der einzige nennenswerte Blueliner im Wolfsburger Team ist, scheint sich noch nicht bis zum Kölner Trainerstab herumgesprochen zu haben. Gut für uns.
Der Schwede wirkte insgesamt deutlich verbessert zum Saisonauftakt und auch sein Partner Christopher Fischer zeigte aufsteigende Tendenz, ist aber noch nicht auf dem Niveau der Vorsaison.
Sloan zeigte ebenfalls aufsteigende Tendenz, leistete sich nur kleinere Unsicherheiten – wir wollen mal das Beste hoffen...
Traynor unauffällig und solide, was neben dem wenig überzeugenden Robbie Bina allerdings noch keine wirkliche Aussagekraft hat. Zwar präsentierte sich Wolfsburgs Defensivneuzugang bei weitem nicht so zappelig wie der streckenweise überfordert wirkende Armin Wurm, war aber im Powerplay in keiner Phase der Vorbereitung und des Saisonauftakts die erhoffte Verstärkung. Seine „Schüsse“ von der blauen Linie hatten meist das klassische „Lars Brüggemann – Rückpass/Schlenzer“ – Niveau. Also nichts, was man in der Eisarena seit jenen Tagen von der blauen Linie vermisst hätte! Defensiv bekleckerte sich Bina ebenfalls nicht mit Ruhm: Seine Verpflichtung bleibt mir, ebenso wie die Weiterverpflichtung von Sloan, ein Rätsel.
Es bleibt die Hoffnung, das Wolfsburgs Defensivverband in den kommenden Wochen noch tüchtig zulegt und dass mit Martinovic das Körperspiel möglichst bald in die Abwehr der Grizzlies zurückkehrt.

Sturm
Deutlich mehr Licht als Schatten. Entscheidend für eine erfolgreiche Saison wird aber die Leistung gegen defensiv besser organisierte Teams sein.
Während Hoggan sich diesmal nur im ersten Drittel mit Vollgas ins Rampenlicht spielte, beeindruckten Milley und vor allem Höhenleitner über die volle Distanz mit Laufbereitschaft und Cleverness. Auch das Zusammenspiel zwischen Haskins und Höhenleitner wusste ein positives Ausrufezeichen zu setzen. Generell deutete sich gestern eine Mannschaft mit vier starken Sturmreihen an, da mit Andrej Strakhov auch ein Akteur der 4.Reihe immer mehr zu überzeugen wusste und die Zahl der Optionen für Trainer Gross mittlerweile kaum zu überschauen scheint.
Während die übrigen Akteure weitestgehend ihre jeweiligen Aufgaben gut erfüllten, bleiben sowohl Furchner als auch Magowan noch zu unsichtbar auf dem Eis. Das schadet der Effektivität des durchaus gefälligen Jason Ulmer leider erheblich!
Insgesamt sind wir in diesem Mannschaftsteil aber auf einem scheinbar guten Weg, der nun gegen stärkere Teams gefestigt werden muss. mb

 

 

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