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EHC - Hamburg Freezers 5:3

Es geht voran - wenn auch in kleinen Schritten. Nach einem rasanten Auftakt gerieten die gastgebenden Wolfsburger wieder einmal in Rückstand und mussten den Freezers aus Hamburg einen harten Kampf bis in die Schlussminute liefern. Mannschaft und Fans wurden letztlich mit einem erfreulichen und wirklich stimmungsvollen Ausgang belohnt, der das Team auf einem weitestgehend guten Weg zeigte.

1. Drittel
Der Turboauftakt bleibt das Markenzeichen der Grizzlies. Leider auch der Zusatz „fruchtlos“, denn die Chancen im Minutentakt blieben einmal mehr allesamt ungenutzt.
Auch ein Powerplay konnte in der 4. und 5. Minute nicht den gewünschten Erfolg bringen, vielmehr ging der Gast aus dem Norden zwei Minuten später durch einen Treffer von Brett Engelhardt mit 0:1 in Führung. Hamburg hatte einen kurzen Moment der Ordnungslosigkeit auf Seiten der Gastgeber eiskalt genutzt, um den aus Augsburg abgeworbenen Kanadier an der blauen Linie in Position zu bringen und den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen.
Genervt erhöht Wolfsburg den Druck, konnte aus seinen drei Überzahlspielen und einer klaren Überlegenheit aber lediglich den Ausgleich durch Sebastian Furchner für sich verbuchen (13.Min). Immerhin wirkte das Powerplay der Grizzlies, bis auf die mehr oder weniger vorhandenen Schüsse von der blauen Linie, recht durchdacht und meist sehr gefährlich. Dass die etwas ruppigere Gangart der Freezers durch diesen einen Gegentreffer eher milde bestraft wurde, lies zunächst aber nichts Gutes ahnen...

2.Drittel
...und diese Ahnung wurde auch erst einmal bestätigt!
Wie aus dem Nichts kurvte bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff Alex Barte quer hinter die blaue Linie der Grizzlies und schloss diesen Konter mit einem Handgelenksschuss gegen die Bewegung des Goalies ab – quasi um den Wolfsburger Abwehrspieler vor sich herum.
Das 1:2, welches praktisch ohne größeren Aufwand gefallen war, sollte Wirkung zeigen. Der Spielfluss des EHC geriet nun deutlich sichtbar ins Stottern und wurde durch zwei aufeinander folgende Strafzeiten (24. – 28. Minute) zusätzlich gestört. Zwar überstanden die Grizzlies die beiden (fragwürdigen) Strafzeiten, doch in einem anschließenden Überzahlspiel kassierten sie die absolute Höchststrafe im Eishockey: Den Shorthander zum 1:3 – erneut durch den überragend aufspielenden Barta (31.), erneut per Handgelenksschuss am Gegenspieler vorbei.
Doch statt den Kopf verzweifelt in den Sand zu stecken, kamen die Gastgeber jetzt endlich wieder aus den Startlöchern und legten die eine oder andere Schippe drauf. Hamburg reagierte prompt mit regelwidrigen Rettungsaktionen und fand sich innerhalb kürzester Zeit in doppelter Unterzahl auf dem Eis wieder. Zum Glück gelang es in dieser Phase Ken Magowan seinen Torriecher wiederzufinden, und so stand der Wolfsburger Torjäger goldrichtig, um eine traumhafte Kombination bei 5 gegen 3 mühelos zum Anschlusstreffer abzuschließen.
Richtig rund lief der Motor der Grizzlies zwar noch nicht (Thema: Chancenverwertung), aber man durfte auch in die zweite Pause nicht völlig hoffnungslos gegangen sein. 

3.Drittel
Jetzt wurde es richtig heiß auf der Spielfläche. Wolfsburg verstolperte zwar weiterhin einen Teil seiner Chancen oder scheiterte am gut aufgelegten Lamothe im Freezers-Tor, doch irgendwie war ein sich aufbauender Spannungsbogen im Spiel und auf den Rängen zu spüren. Als in der 50. Minute Kai Hospelt dann doch der hart erarbeitete 3:3 Ausgleich gelang, platzte die Euphorie geradezu auf den Rängen heraus. Die Grizzlies auf dem Eis nahmen es hingegen als Initialzündung, um konzentriert, aber sichtlich konsequenter, am zweiten Heimsieg zu basteln.
Die größte Gelegenheit zur erstmaligen Führung ließ Christoph Höhenleitner, typisch für diese Partie, allerdings im Alleingang aus. Doch die Grizzlies kratzte das jetzt nicht wirklich: Angepeitscht von ihren Fans nahmen sie den Gast aus Hamburg unter Dauerfeuer und in der 55. Spielminute war es dann endlich soweit – der EHC war wieder da!
Das 4:3 durch Sebastian Furchner, der aus spitzem Winkel den Keeper der Freezers trotzdem überwinden konnte, hat im Nachhinein vermutlich so manchem Fan eine heisere Stimme, aber auch ein unterschwelliges Dauergrinsen für den kommenden Samstag beschert.
Magowans 5:3 per empty-net goal sorgte in der Schlussminute schließlich für die Erleichterung bringende Gewissheit, dass der unermüdliche Kampf der Grizzlies belohnt werden sollte.
Lediglich Andy Morczinietz war zu diesem Zeitpunkt schon in der Kabine, da er nach einem Pucktreffer im Gesicht blutend zur Erstversorgung gebracht werden musste. Doch auch in diesem Fall fand der Abend ein schönes Ende, denn dem Wolfsburger Stürmer hatte das Ganze wohl lediglich eine blutende Lippe beschert – der in der letzten Saison gebrochene Kiefer blieb zum Glück in einem Stück.   


Mein subjektiver Eindruck:
Auch wenn der „Mittelteil“ dieser Partie den Verbesserungsbedarf dieser Mannschaft deutlich zu Tage brachte, die Moral und die läuferische Demonstration des letzten Drittels machen mir wirklich Hoffnung auf eine gelungene Saison.
Es kann in den kommenden Wochen eigentlich nur darum gehen, diese Durchhänger nach Rückschlägen bzw. gegen destruktive Gegner in den Griff zu kriegen. Da fehlen natürlich auch ein wenig die Auswärtsspiele, in denen man auch mal einfach nur reagieren und kontern darf. Ich bin gespannt wie das Team sich in dieser Situation anstellen wird. Zumindest das erste Auswärtsspiel kann man ja auf Eurosport genauestens unter die Lupe nehmen! 

Tor
Schwierig zu beurteilen. Die drei Tore fielen allesamt durch sehr platzierte Schüsse...trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass wir zumindest ein Tor weniger kassiert hätten. Diese Großtaten holte Dshuni dann im Schlussabschnitt allerdings nach, so dass der Siegeszug der Grizzlies nicht doch noch ein jähes Ende fand. Insgesamt sicherlich noch eine gute Leistung, doch MUSS Daniar seine Leistung bei seinen nächsten Einsätzen früher im Spiel auf das Niveau seiner letzten Drittel bringen, um sich langfristig durchsetzen zu können. So bleibt es wohl zunächst beim ständigen Wechsel der beiden Wolfsburger Goalies.

Verteidigung
Momentan der Knackpunkt in unserem Team. Die Gegentore fielen allesamt aus Konfusion oder durch ungünstige Laufwege bei Kontern des Gegners. Das sind weniger individuelle Defizite, sondern eher taktische Undiszipliniertheiten. Es muss einfach bombenfest drinsitzen, wann sich wer wo aufhält – wobei: Alex Barta war auch einfach bockstark. Seine beiden Treffer zu verhindern wäre wohl auch mit besserer Organisation sehr schwer geworden.
Positiv herausheben möchte ich hier eigentlich nur Paul Traynor, der momentan die meiste Übersicht gepaart mit der nötigen Härte an den Tag legt.
Insgesamt gehe ich aber von einer weiteren Steigerung in diesem Mannschaftsteil in den nächsten Wochen aus.

Sturm
Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die zuletzt von mir als einzige direkt kritisierten Spieler entscheiden die Partie zu unseren Gunsten. Kenny und Sebastian, je mit zwei Toren, landeten mit ihren gezeigten Leistungen sogar noch vor dem wiederum starken Milley und dem unermüdlich rackernden Höhenleitner.
Auch erwähnenswert: Tyler Haskins setzte seine gute Arbeit vor dem Torhüter fort und nimmt somit ein wenig die Last von Kenny, der in der Vergangenheit häufig der einzige Dauergast im gegnerischen Slot war. Weiter so!
Insgesamt kamen unsere Sturmreihen nach der starken Anfangsphase  allerdings lange nicht in Fahrt und erst nach dem 1:3 wirkte dieser Mannschaftsteil wieder richtig lebendig.
Da Hoggan in der ersten Reihe nicht wirklich überragend wirkt, dürfte Laliberte in Mannheim wohl auf seinen Platz zurückkehren. Eine vorübergehende Zurückstufung hätte ich der Riesendummheit, ehrlich gesagt, nicht schädlich gefunden... mb

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