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EHC - Adler Mannheim 1:2 n.P.

Zwei Tage vor dem ersten Auswärtsspiel der Saison (ebenfalls bei den Adlern) trafen die Grizzlies auf den Ligenkrösus aus der Kurpfalz.
Das mit Topstars nur so gespickte Ensemble aus dem Hause SAP zeigte den Grizzlies zum ersten Mal in dieser Saison, dass es da offenbar noch Teams in der DEL gibt, die den Wolfsburgern läuferisch überlegen sind.
In einem technisch, taktisch und läuferisch hochklassigen Spiel retteten die Gastgeber am Ende doch noch einen Punkt und zeigten erneut eine unheimlich beherzte und geduldige Vorstellung.

1. Drittel
 Ganz entgegen den bisherigen Erfahrungen, gelang es den Grizzlies diesmal ihren Anfangsschwung in etwas Zählbares zu verwandeln.
Bereits in der ersten Minute und dazu noch im ersten Powerplay der Begegnung konnte der schön freigespielte Alavaara zum viel umjubelten 1:0 per Schlagschuss einnetzen. Der Abend schien einen erfreulichen Verlauf zu nehmen.
Auch in der Folgezeit rannten die Gastgeber dem Goalie der Adler förmlich die Bude ein, konnten aber – und hier wurde es schon etwas gewohnter – trotz bester Gelegenheiten den gut aufgelegten Brathwaite kein weiteres Mal überwinden.
Als gegen Ende des Drittels dann der Gast aus Mannheim mehr und mehr die Kontrolle über das Geschehen auf dem Eis übernahm, fiel auch prompt der Ausgleich. Nathan Robinson (15.Min) hatte die zweite Überzahl der Adler genutzt, um einem Wolfsburger Verteidiger und obendrein dem Wolfsburger Goalie den Puck durch die Beine zu schieben: Insgesamt eine nicht wirklich glückliche Situation aus Sicht der Grizzlies. Angesichts des folgenden Sturmlaufs der Gäste allerdings ein verdienter Zwischenstand, mit dem es nach dem ersten Drittel auch in die Pause ging.

2.Drittel
Die Adler zeigten nun ihre ganze schlittschuhläuferische Klasse und diktierten das Spielgeschehen im Mitteldrittel über weite Strecken. Wolfsburg blieb durch Konter gefährlich, konnte aber nur wenige wirklich klare Chancen herausspielen, da Mannheim stets geschlossen und blitzschnell ins eigene Drittel zurückkehrte.
Dank einiger sehenswerter Saves an beiden Enden der Spielfläche, blieb es auch nach diesem Drittel beim Stand vom 1:1 – ein Ergebnis, das den Wolfsburgern mittlerweile durchaus ein wenig zu schmeicheln wusste.

3.Drittel
Der verbissene Fight ging unvermindert weiter.
Während dem Gast, nach überstandener Strafzeit zum Auftakt, die erste Hälfte des Schlussabschnitts gehörte, kamen die Grizzlies in den zweiten 10 Minuten endlich wieder richtig in Schwung. Doch egal, was der EHC versuchte: Der Starkeeper der Adler war und blieb an diesem Abend für die Gastgeber eine unüberwindliche Hürde.
Da es ihm Daniar Dshunussow auf Wolfsburger Seite mit stetig besser werdenden Aktionen gleich tat, ging auch dieses Drittel letztlich unentschieden aus und das Spiel in die Verlängerung.

Verlängerung
Angesichts des für beide Mannschaften bereits erreichten Punktgewinns gingen beide Teams nun etwas offener zu Werke – allerdings wiederum ohne etwas Zählbares verbuchen zu können.

Penaltyschießen
Eine, aus EHC-Sicht, eher beschämende Vorstellung beschloss schließlich diesen eigentlich hochklassigen Eishockeyabend.
Während mit Hospelt und Alavaara die Schützen der Grizzlies nicht nur erstaunlich gewählt, sondern auch an Harmlosigkeit der Ausführung kaum zu überbieten waren, enttäuschte der bis dahin überzeugende Dshunussow im Shoot-out völlig. Fast regungslos ließ der Wolfsburger Goalie die beiden Treffer durch Robinson und Plachta passieren – der Zusatzpunkt ging völlig zurecht nach Mannheim. Im Auftreten der drei EHC-Akteure war letztlich keinerlei Aggressivität, geschweige denn ein Funke von Frechheit, zu spüren gewesen, was den Abend dann doch recht ernüchternd ausklingen ließ.
 

Mein subjektiver Eindruck:
Mann, müssen die Jungs nach diesen 65 Spielminuten im Eimer gewesen sein!
Das würde auch die schon fast emotionslose Leistung im Penaltyschießen erklären. Wie sonst könnte man überhaupt in Versuchung geraten, den Mannheimer Supergoalie mit derart simpler Ausführung zu überwinden? Vor der kämpferischen Leistung des Teams gegen einen in fast allen Belangen überlegenen Gegner ziehe ich hingegen wirklich den Hut, aber: Ob das wirklich auch mal zu einem Sieg gegen ein starkes Team in dieser Saison reichen wird? Die nächsten beiden Spiele werden zumindest zeigen, ob da eine Entwicklung nach oben stattfindet. Wieder Mannheim und dann Berlin sind gute Gelegenheiten herauszufinden, ob das Team schon in einer Form ist, die so etwas erlaubt.
In diesem Aufeinandertreffen mit dem Mannheimer Starensemble war jedenfalls schon der eine Punkt ein echter Punktgewinn.

Tor
Dshuni mit unglücklicher Figur beim ersten Gegentreffer. Bot den Tunnel, sogar von der Tribüne mehr als deutlich zu sehen, geradezu an.
Danach ein guter Rückhalt für sein Team mit ansteigender Form im Laufe einer Begegnung. Wieder etwas verbessert, aber noch immer nicht auf dem Leistungsniveau, das unseren Trainer zu einer vorläufigen Entscheidung zwingen würde.

Verteidigung
Bina streckenweise leicht von der Rolle, weiß bisher überhaupt nicht zu überzeugen. Überzahlspiel bleibt weiterhin eine Alavaara - Domäne. Was machen wir eigentlich, wenn der zuverlässige Schwede in Diensten der Grizzlies mal verletzungsbedingt passen muss? Aufs Schießen von der Blauen verzichten? Macht unser Powerplay ja kaum berechenbar...
Wurm scheint, nach wie vor, Probleme mit der vielen Eiszeit zu haben und zeigt immer wieder zwischenzeitliche Ausfallerscheinungen. Bisher ging’s zum Glück fast immer gut und letztlich lernt er es wohl auch nicht anders...trotzdem fehlt es in der Verteidigung insgesamt an Tiefe und, mit Abstrichen, auch an Talent. Hoffentlich nur eine Momentaufnahme bzw. ein Irrtum meinerseits, aber sollte die Offensive einmal ihre Backchecking-Bemühungen etwas reduzieren...aua, aua.

Sturm
Gute Kombinationen in allen Reihen, lediglich die erste wollte nicht so recht gefallen. Mit der Rückkehr von Laliberte und der Neuformierung der Reihe um Haskins darf man gespannt sein, was der EHC offensiv mit vier wirklich außergewöhnlich gut besetzten Reihen in Mannheim und gegen Berlin auf das Eis zaubern wird!
Höhenleitner ist für mich bisher der große Gewinner der Vorbereitung. Schier unglaublich, wie aggressiv der Wolfsburger Stürmer das Eis der Arena umgräbt. Das könnte seine Saison werden!
Sulkovsky ebenfalls mit einer Energieleistung, die man einfach einmal lobend erwähnen MUSS! Vorbildlich!
Insgesamt fehlte hier lediglich die Effektivität, die sich bei normalem Saisonverlauf schon irgendwann einstellen wird... mb