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EHC - Krefeld Pinguine 5:3

Es war sicherlich nicht zum Zungeschnalzen was das Wolfsburger Team und die Gäste aus Krefeld am Freitagabend da aufs Eis zauberten, aber manchmal ist das Ergebnis einfach das Wichtigste...
Nach zuletzt eher mageren Vorstellungen in Sachen Torausbeute fiel zumindest die „Jubelfrequenz“ der gestrigen Partie wesentlich höher aus als in den Begegnungen gegen die beiden Topteams aus Berlin und Mannheim.

1.Drittel
Engagiert, aber ungewohnt nervös, begannen die Grizzlies ihr Heimspiel gegen das Überraschungsteam aus der Seidenstadt.
Der mittlerweile bekannte Sturmlauf der ersten Minuten drohte zunächst auch exakt das Ergebnis hervorzubringen, das er schon so oft produziert hatte...doch diesmal lief das Ganze etwas anders!
Nachdem mit Charlie Stephens bereits in der ersten Minute ein Pinguin auf die Strafbank gewandert war, hatte der EHC im ersten Powerplay nur wenige Chancen verzeichnen können. Die beste vergab Traynor, der den Puck im Slot stehend nicht über die Linie stochern konnte.
Im Anschluss an diese Auftaktüberzahl entwickelte sich eine zerfahrene, von Fehlern geprägte Partie mit einem Chancenplus auf Seiten der Gastgeber. Dass es dann sogar ein ertragreicher erster Spielabschnitt wurde, dafür sorgte letztlich mit Armin Wurm einmal mehr ein eher aufs Defensive spezialisierter Grizzly.
In der 8.Minute hatte Wolfsburgs Jüngster von der Blauen einfach einmal knallhart draufgehalten – und siehe da: Der Puck schlug, unhaltbar abgefälscht, im Winkel des Gästegehäuses zum 1:0 ein!
Da auch weiterhin keines der beiden Teams die Partie unter Kontrolle bringen konnte, boten sich auf beiden Seiten, nun fast gleichmäßig verteilt, gute Einschussmöglichkeiten.
Als der insgesamt sehr ungestüm auftretende Trepanier schließlich auf der Gästestrafbank Platz nehmen musste, gelang den Grizzlies schließlich sogar ein weiteres Erfolgserlebnis im ersten Spielabschnitt.
Magowan schaltete vor dem Gästetor am schnellsten und lupfte den Rebound eines Furchner-Schusses mit der Rückhand über die Linie (16.Min). Ganze 13 Sekunden Powerplay waren da gespielt...
Mit einem 2:0 Vorsprung ging es für die Grizzlies, relativ entspannt, in die erste Pause.

2.Drittel
Und etwas zu entspannt ging’s dann weiter.
Setzten die Gastgeber die Pinguine zu Beginn dieses Drittels, von einer frühen Überzahl begünstigt, mit einer angenehmen Leichtigkeit unter Druck, so verlor der Auftritt der Grizzlies zusehends an Biss.
Die Gäste hingegen erhöhten die Schlagzahl merklich und nutzten ihr zweites Überzahlspiel zur Mitte des Drittels zum 2:1 (30.Min) durch den überragenden Daniel Pietta. Den Abpraller von der Hintertorbande hatte der Krefelder Angreifer seelenruhig über die Torlinie führen können und damit den durchaus verdienten Anschlusstreffer für die Pinguine verbuchen können.
Wiederum Pietta war es, der einen verpatzten Wechsel der Grizzlies nicht einmal zwei Minuten später zum 2:2 Ausgleich verwerten konnte. Robbie Bina verpasste den Anschluss an den enteilenden Krefelder, der eiskalt in den Winkel einnetzte.
Nicht nur das Wolfsburger Publikum, auch Grizzlytrainer Gross reagierte sichtlich genervt angesichts der Nachlässigkeiten seines Teams und nahm, im Anschluss an eine weitere Kontergelegenheit der Gäste, eine dringend notwendige Auszeit.
Der Zeitpunkt schien gut gewählt, denn der EHC trat in der Folgezeit wieder kontrollierter und engagierter auf.
Dass es in der 36.Minute sogar zur erneuten Führung reichte, war allerdings in erster Linie der feinen Einzelleistung von Kai Hospelt zu verdanken, der in Überzahl den Puck sehenswert am liegenden Goalie der Pinguine vorbeibugsierte und am Pfosten zum 3:2 hineindrücken konnte.
Nun zeichnete sich ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden Teams ab...doch es sollte nicht dazu kommen.
Pascal Trepanier erwies seinen Farben rund zwei Minuten nach dem Rückstand einen absoluten Bärendienst und katapultierte sich nach einem grob unsportlichen Check gegen den Kopf von Armin Wurm selber aus der Partie: Matchstrafe gegen den Routinier in Diensten der Krefelder und fünf Minuten Überzahl für die Grizzlies!
Was dann Ende dieses Drittels und zu Beginn des Schlussabschnitts in Sachen Überzahlspiel von den Gastgebern angeboten wurde, fiel allerdings etwas aus dem bis dahin positiven Rahmen: Ein bis zwei wirklich gefährliche Gelegenheiten passten so gar nicht zu dem bis dahin so effektiven Auftreten der Grizzlies bei numerischer Überlegenheit – es blieb spannend.

3.Drittel
Zum Glück für den gastgebenden EHC konnte Armin Wurm nach einer Behandlungspause in der Kabine wieder ins Spielgeschehen eingreifen.
Nachdem Tyler Haskins bereits in der Anfangsphase der Partie verletzt ausgeschieden war, konnte die Abwehr der Grizzlies somit weiterhin auf sechs Akteure zurückgreifen.
Weiter ging’s mit Chancen für beide Teams, wobei auf Seiten der Gäste vor allem Charlie Stephens und Daniel Pietta (Lattenkracher) immer wieder für Gefahr vor Dshunussow sorgten.
Neben dem vorentscheidenden 4:2 durch Paul Traynor (50.Min) – das Überzahlspiel wusste plötzlich wieder zu gefallen... – überzeugte vor allem das Unterzahlspiel der Grizzlies im Schlussabschnitt.
So war es auch nicht verwunderlich, dass in besagtem Unterzahlspiel Kenny Magowan mit einem Treffer vom Bully weg (52.Min) den Sack letztlich zuband und den ersten Sieg nach drei Niederlagen spruchreif machte.
Piettas Treffer zum 5:3 stellte anderthalb Minuten vor Schluss lediglich Ergebniskosmetik dar und trübte die Freude der Grizzlies nun in keiner Weise mehr.


Mein subjektiver Eindruck:
Wie Krefeld es mit 1-2 gefährlichen Reihen bis auf Platz 2 der Tabelle geschafft hat – es ist mir ein Rätsel.
Das war, nach den Haien, der schwächste Gegner, den wir bisher in der Eisarena bewundern durften und vermutlich kein Gradmesser für den aktuellen Leistungsstand unseres Teams. Besonders sauer ist mir die Arbeitseinstellung unseres Teams im zweiten Abschnitt aufgestoßen: Wenn man nach drei Spielen mit je einem erzielten Tor eine Zwei-Tore-Führung so abschenkt, dann muss man doch eine Tendenz zur Selbstbestrafung haben. Der Mittelabschnitt war, bis zur Auszeit jedenfalls, unter aller Kanone und ich möchte so etwas in dieser Saison, ehrlich gesagt, auch nicht mehr sehen.
Das mag jetzt nach einigen kämpferisch sehr überzeugenden Vorstellungen sehr hart klingen, aber wenn man solche Tendenzen nicht sofort knallhart unterbindet, können sich da die unerfreulichsten Entwicklungen ergeben.

Tor
Dshuni überzeugt erneut, diesmal sogar mit einer sehr guten Leistung!
Fehlerfrei und mit dem ein oder anderen außergewöhnlichen Save hielt der Goalie den Grizzlies stets den Rücken frei, so dass auch der seltsame Mittelabschnitt letztlich keinen Punktverlust bedeutete.
1A sozusagen...

Verteidigung
Traynor und Wurm mit Toren und überzeugenden Leistungen, Sloan mit einigen Stellungsfehlern, Fischer und Alavaara gewohnt überzeugend...nur Robbie Bina geht leider weiterhin so was von gar nicht!
Dem Wolfsburger Neuzugang gelingt momentan fast nichts: Im Powerplay ein Garant für verärgerte Minen im weiten Rund, im Aufbauspiel bestenfalls unauffällig, in der Defensive ein Unsicherheitsfaktor mit steigend negativer Tendenz. Beim 2:2 verpasste er zudem den Anschluss an den überragenden Pietta und konnte nicht einmal mehr unfair eingreifen. Insgesamt wäre das von ihm bisher Gezeigte nicht einmal für einen deutschen U25 Spieler akzeptabel und bei Martinovics Rückkehr droht ihm, meiner Meinung nach, die Rolle des siebten Verteidigers. Das werden Trainer und Manager, erfahrungsgemäß, natürlich anders sehen...hoffentlich dann auch zurecht.

Sturm
Nach Hoggans und Haskins Ausfall kommt uns hier die enorme Leistungsdichte im Kader zugute!
Neben dem zuletzt auftrumpfenden Höhenleitner gefallen auch Neuzugang Strakhov und Sulkovsky aus der nominell vierten Reihen mehr und mehr.
Ergänzt durch einen immer torgefährlicher werdenden Magowan reicht es mittlerweile zumindest zu einem Sieg gegen Krefeld. Gegen Topteams müssen allerdings wohl alle Stürmer an Bord sein, um entsprechende Torgefahr auszustrahlen.
Lediglich die Topreihe um Hospelt, der vor allem in Überzahl glänzte, gefiel mir insgesamt nicht wirklich. Da muss deutlich mehr Produktivität in den nächsten Begegnungen kommen!
Für die nächsten Spiele, vor allem gegen Aufsteiger München, bin ich in dieser Hinsicht allerdings durchaus hoffnungsfroh. Vielleicht kann unser EHC ja auswärts eine kleine Serie starten – trotz Personalsorgen. mb

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