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EHC - EHC München 5:1

Die Grizzlies sind einfach nicht zu stoppen!
Mit dem sechsten Sieg in Folge und einer fröhlichen Eishockeyparty in der Eisarena meldete sich das Team von Pavel Gross in heimischen Gefilden zurück.
Nach der erfolgreichen Auswärtstour der letzten zwei Wochen (4 Spiele – 4 Siege) holten sich die Spieler des EHC die verdienten Lorbeeren bei ihren Fans ab und machte mit dem Aufsteiger aus München auch vierzehn Tage später zum zweiten Mal kurzen Prozess.

1.Drittel
Der Auftakt der Begegnung hätte für die Gäste aus Bayern dabei nicht unglücklicher ausfallen können: Nach 15 Sekunden saß mit Julien schon der erste Münchner auf der Strafbank; schon in der zweiten Spielminute hieß es gar 5 gegen 3, da sich Verteidiger Lavallee nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge zum Duschen (sofern überhaupt notwendig) verabschieden durfte. Während viele in der Arena den sich mühsam aufrappelnden Traynor als Gefoulten ausgemacht hatte, war Jason Ulmer der eigentliche Leidtragende dieser Situation gewesen. Der Stürmer des EHC wurde kurzerhand im Gesicht geklammert und konnte zum Glück sofort weiter spielen.
Die folgenden fünf Minuten Überzahl nutzten die Gastgeber zwar nur zum 1:0 durch Paul Traynor (5.Min), der einen Bina Schuss unhaltbar abfälschen konnte, doch kaum waren die Strafen abgelaufen, ging’s erst richtig los!
Binnen 16 Sekunden entschieden die Grizzlies die Partie und ging durch Treffer von Sulkovsky, der einen Rebound nutzte, und Höhenleitner, der Gästekeeper Elwing eiskalt austanzte (beides 7.Min) mit 3:0 in Führung.
Die Gäste agierten in der Abwehr immer konfuser und zeigten sich mit Druck und Geschwindigkeit der Wolfsburger völlig überfordert.
Das 4:0 durch Morczinietz (16.Min) entschied die Partie noch vor Ablauf des ersten Spielabschnitts.
Die folgenden zwei Strafzeiten gegen Tyler Haskins überstanden die Gastgeber folglich ohne Schaden zu nehmen und die Stimmung auf den Rängen hätte nicht besser sein können.
Dass sich eine Strafzeitenkompensation durch den schwach leitenden HSR Sicorschi abzeichnete, kümmerte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemanden im weiten Rund...

2.Drittel
Wäre der Spielstand nicht so erfreulich gewesen, es hätte den Fans der Grizzlies wohl die Zornesröte ins Gesicht getrieben, was der Referee im Mittelabschnitt als Leistung abzuliefern geruhte. Der konsequenten Kompensationsroute des Hauptschiedsrichters wäre höchstwahrscheinlich nur mit einer Eistanzeinlage seitens des kompletten Gastgeberteams aus dem Weg zu gehen gewesen...vermutlich hätte der Referee dann aber 2-Minuten-Strafen wegen unsportlichem Verhalten verteilt.
Als Ende der 38.Spielminute und nach vier weiteren Strafzeiten gegen die Grizzlies die Bilanz einigermaßen ausgeglichen war, war für die Gäste trotzdem lediglich der Ehrentreffer durch Felix Petermann (29.) auf der Anzeige zu notieren – natürlich als Powerplaytreffer.
Wolfsburg schaltete bei 5 gegen 5 umgehend wieder einen Gang hoch und ging, oh Wunder, sogar in Überzahl in den letzten Spielabschnitt...


3.Drittel
...und nutzte diese Überzahl auch prompt zum fünften Treffer!
Denn diesem Spiel fehlte ja schließlich noch etwas: Der obligatorische Überzahlhammer von Jan-Axel Alavaara!
Wolfsburgs Blueliner drosch den Puck im zweiten Anlauf an Elwing vorbei in die Maschen und machte mit dem 5:1 gleich zum Auftakt des letzten Spielabschnitts alle Comeback-Hoffnungen der Gäste zunichte.
Beachtlich, wie das Münchner Team trotz des deprimierenden Spielverlaufs weiter kämpfte und seine Chancen suchte. Dass es zu keinem weiteren Treffer reichte, lag nicht zuletzt am starken Jochen Reimer, der auch im letzten Drittel mit guten Reflexen jedes weitere Erfolgerlebnis der Gäste verhinderte.
Doch das Spiel an sich war da längst zur Nebensache geworden – die Ränge feierten das Wolfsburger Team ausgelassen und Gänsehautstimmung war angesagt, als die Wechselgesänge mit der Haupttribüne aufkamen.
Trommler-Urgestein Andy hatte mit Teilen des Fanblocks eine kleine Polonaise zur Gegengraden gestartet und auch den Spielern klingelten wohl anschließend die Ohren auf dem Eis J


Mein subjektiver Eindruck:
Das Team scheint sich auf seiner Auswärtstournee gegen z.T. natürlich eher schwächere Gegner besser gefunden zu haben.
Neben dem zurückgekehrten Glück im Abschluss überzeugte mich vor allem die souveräne Abwehrarbeit unserer Mannschaft.
Wenn diese Leistung gegen Nürnberg wiederholt werden kann, darf man getrost von einer steilen Leistungsexplosion reden. Aber noch steht der Nachweis der neu gewonnenen Stärke gegen eines der Topteams (Hannover, Mannheim, Berlin, Nürnberg, eventuell auch die DEG) aus!

Tor
Reimer tadellos! Starke Reflexe, beim Gegentreffer machtlos.
Einfach nur genial, dass wir gleich zwei Topgoalies im Team haben!

Verteidigung
Sehr überzeugend. Ein deutliches Lob an dieser Stelle an das Duo Wurm und Sloan, die offenbar immer stärker werden. Der von mir oft kritisierte Sloan scheint in den letzten Partien in Topform gekommen zu sein und auch Wurm kommt mit der intensiveren Belastung sichtbar besser zurecht. Mit +9 (Wurm) und +8 (Sloan) können die beiden mittlerweile die besten Statistiken der gesamten Mannschaft vorweisen! Fischer schied leider frühzeitig verletzt aus, Alavaara und Traynor absolut solide, wobei unser Jan-Axel momentan eine echte Powerplay-Waffe ist!
Einzig Robbie Bina bleibt das Sorgenkind der Abwehr. Selbst gegen eine eher durchschnittliche Mannschaft wie München fiel der Wolfsburger Neuzugang mit unerklärlichen Puckverlusten und Unsicherheiten im Abwehrverhalten auf – die zwei Assists können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in dieser Verfassung gegen die Topteams der Liga ein Gefahrenherd fürs eigene Team bleibt.

Sturm
Sulkovsky, Höhenleitner, Strakhov und Morczinietz entscheiden die Partie zugunsten der Grizzlies – ohne das die nominell weiter vorne gesetzten Spieler enttäuscht hätten!
Hoggans frühes Comeback bescherte mir doch eher ein flaues Gefühl im Magen, doch der (Über)mut des Wolfsburger Stürmers wurde zum Glück nicht bestraft und so konnte er die Partie ohne neue Verletzung zuende bringen. Mit noch recht deutlichen Defiziten im Zweikampf kam der Rückkehrer trotzdem zu einigen Einschussgelegenheiten, wird aber wohl noch ein oder zwei Wochen brauchen, um an die Form der ersten Spiele anzuknüpfen.
Nach Lalibertes Rückkehr aus der Heimat, steht somit gegen Nürnberg vermutlich der gesamte Angriff zur Verfügung.

Fans
Danke an alle, die gestern diesen schönen Abend aktiv unterstützt haben und vor allem danke an Andy, der die Leute (mit Unterstützung) so gut aus der Reserve gelockt hat.
Da geht man doch mit einem dicken Grinsen in die neue Woche. mb