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EHC - T. Sabo Ice Tigers 3:1

Mit den Ice Tigers aus Nürnberg sah sich der EHC, nach einigen Spielen gegen eher durchschnittliche Gegner, wieder einem der stärkeren Teams der DEL gegenüber.
Nach zuletzt sechs Siegen in Folge durfte man also gespannt sein, ob die Grizzlies sich auch gegen das auswärtsstärkste Team der Liga (nach Wolfsburg) behaupten können würden.
Und was soll man sagen – sie konnten!


1.Drittel

Der druckvolle Auftakt der Grizzlies, mittlerweile eine Art Markenzeichen der Wolfsburger, hatte auch diesmal die bekannten Folgen: Keine Tore, aber reichlich Strafzeiten gegen die verbissen um Kontrolle kämpfenden Gäste aus Nürnberg.
Allein bis zur Mitte des Drittels mussten die Tigers sich dreimal in Unterzahl ihrer Haut erwehren und machten dies auch recht überzeugend.
Während Wolfsburgs Sturm, allen voran Ken Magowan, die Franken weitestgehend unter Dauerstrom hielten, konnte kaum ein Abschlussversuch wirklich überzeugen. Zu harmlos und unplatziert versuchten sich die Grizzlies an Nürnbergs Schlussmann, der seinen Kasten tatsächlich bis zur ersten Pausensirene sauber halten konnte.
Besagte Pause kam, nicht das erste Mal in Wolfsburg, wegen beschädigtem Eis auch etwas früher als geplant: Hinter dem Gästetor war ein größeres Stück Eis herausgebrochen, so dass die letzten zwei Spielminuten des Drittels erst nach einer längeren Drittelpause nachgeholt werden konnten.


2.Drittel

Zunächst ging es also noch für 1:41 in die selbe Richtung wie zu Beginn und die Grizzlies blieben am Drücker.
Lustig: Das einzige Powerplay der Ice Tigers – bis dahin und auch bis zum Ende der Partie – fand ab der 20.Minute statt und gründete obendrein auf einer Fehlentscheidung des Schiedsrichterduos Aumüller und Yazdi. Der direkt neben der Situation positionierte Referee schüttelte den Kopf, der Kollege am anderen Ende der Spielfläche riss hingegen euphorisch den Arm in die Höhe - mangelnde Koordination nennt man so etwas wohl...
Doch auch in Unterzahl blieben die Hausherren die bestimmende Kraft, konnten einen 3 auf 1 Konter allerdings nicht zum Shorthander nutzen.
Kaum waren die Seiten dann aber getauscht, hieß es auch schon wieder Überzahl für Wolfsburg und endlich sollte es klappen: Ken Magowan drückte den Puck, wenn auch nur für kurze Zeit, aus dem Gewühl zum 1:0 über die Linie. Gewissheit brachte letztlich der Videobeweis, so dass die Heimfans nun endlich einen Grund zum Jubeln bekamen. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte die Kulisse bereits den ersten Torjubel geprobt, war allerdings durch den viel zu frühen Abpfiff des Hauptschiedsrichters wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.
Die bis dahin sehr hart und destruktiv agierenden Gäste konnten zunächst nicht wirklich reagieren und sahen sich weiteren wütenden Angriffen des EHC gegenüber.
Trotzdem folgte ein, aus Wolfsburger Sicht, negativer Bruch im Spiel. Fast mühelos konnte das Team vom Andreas Brockmann in der 28.Minute den Ausgleich durch Tim Schüle erzielen, der einen 3 auf 2 Konter nach gutem Querpass lässig in die leere Seite des Gehäuses drücken durfte. Dieser Gegentreffer, der sich bereits in der neutralen Zone abgezeichnet hatte, brachte die Grizzlies vorübergehend völlig aus dem Takt und die Gäste aus Nürnberg konnten tatsächlich das Kommando auf dem Eis übernehmen.
Es folgte eine vier bis fünf Minuten währende Nürnberger Druckphase, die zum Glück ohne weiteren Gegentreffer über die Bühne ging.
Danach kehrte Wolfsburg ins Spielgeschehen zurück, konnte aber wiederum nichts aus den sich bietenden Gelegenheiten machen. Unplatzierte Schüsse und schlampige letzte Pässe verhinderten somit einen angemessenen Spielstand zur zweiten Pause.


3.Drittel
Am Ende waren es die Gäste selber, die sich um den Lohn ihrer willensstarken Vorstellung brachten.
Nach zwei dummen Strafzeiten zum Auftakt des Schlussabschnitts sahen sich die Gäste einer doppelten Überzahl gegenüber...und überstanden sie letztlich nicht unbeschadet.
Der doch etwas langatmigen Spielgestaltung der ersten beiden Abschnitte geschuldet, wirkte Magowans zweiter Treffer zum 2:1 wie eine Befreiung auf das heimische Publikum, das in der Folgezeit das letzte Drittel fast vollständig durchfeierte.
Den (zweit)größten Schockmoment für Wolfsburg gab es allerdings auch noch zu überstehen: In der 48.Minute gelang den Gästen einer ihrer seltenen 2 auf 1 Konter und auch das Abspiel von Wilm auf den zuletzt so groß auftrumpfenden Chouinard sah schwer nach Ausgleichtreffer aus. Chouinard erwischte den Puck allerdings nur halb – den Zeitgewinn des schwächeren Schusses nutzte der bärenstarke Reimer, um die lange Ecke zu schließen. Durchatmen war angesagt, dann ging es weiter in die andere Richtung.
Letztlich musste aber doch wieder eine Überzahlsituation herhalten, um die Hausherren ein weiteres Mal jubeln zu lassen. Likens hatte es sich in der 54.Minute nach einer Tätlichkeit gerade auf der Strafbank bequem gemacht, da durfte er nach 9 Sekunden auch schon wieder mitspielen. Sehenswert, wie die Nürnberger Unterzahlformation wie auf Kommando die Mitte des Verteidigungsdrittels komplett leerte. Alavaara, seines Zeichens bester Powerplayschütze der Liga, wirkte für einen kleinen Augenblick geradezu irritiert, nahm das Geschenk dann aber mit einem wahren Kracher von der Blauen dankbar zum 3:1 an.
Der Drops war gelutscht, die Tiger erlegt. Zwar nahm der Gast am Ende noch Goalie Stefaniszin für einen sechsten Feldspieler vom Eis, doch auch hier waren die Hausherren dem vierten Treffer näher, als Nürnberg dem zweiten.
Die in der Wolfsburger DEL-Geschichte einmalige Siegesserie ging weiter!


Mein subjektiver Eindruck:
Gegen einen so konsequent und hart arbeitenden Gegner gingen schon mehr als nur ein paar Heimspiele in den letzten Jahren verloren. Umso erfreuter bin ich, wenn ein Grizzlyteam es schafft sowohl die Geduld zu bewahren, als auch den Gegner immer wieder so weit zu fordern, dass Strafzeiten die Folge sind.
Sieht man von der Qualität der Schüsse ab, so war das vermutlich eine der besten, wenn nicht die beste Vorstellung der Grizzlies in der noch jungen Saison!
Richtig Spaß hat ein Heimspiel gegen ein derart eingestelltes Brockmann-Team, auch in der Vergangenheit, trotzdem nur selten gemacht...

Tor
Reimer mit der nächsten makellosen Vorstellung. Allerdings wurde der Wolfsburger Goalie von den eher defensiv ausgelegten Gästen auch nur drei- oder viermal wirklich hart auf die Probe gestellt – wackelte in diesen Situationen allerdings auch nicht im Geringsten!

Verteidigung
Bombenvorstellung - vom Aussetzer beim Gegentreffer abgesehen. Dank der vielen Strafzeiten der Nürnberger natürlich auch nicht gerade im Dauerstress...
Martinovic mit einem absolut starken Comeback: Körperlich schon wieder erstaunlich präsent und sofort voll ins System integriert!
Falls Fischer demnächst zurückkehrt, könnte das für einen unserer Kontingentspieler sehr eng werden! Sloan und Wurm sind gut eingespielt; Gleiches gilt für Fischer und Alavaara. Traynor und  Bina hingegen können als Duo, zumindest mich, bisher nicht überzeugen...
Siebter Verteidiger zu sein ist sicherlich kein Beinbruch...wenn man keine Ausländerlizenz belegt! Und sobald Green ins Training einsteigt, wird die Luft für den überzähligen Ausländer noch einmal dünner!
 
Sturm
Kämpferisch und auch spielerisch weitestgehend okay.
Den großen Glanz lässt ein Team wie Nürnberg sowieso nicht zu und daher ging das Gezeigte, bis auf die teils lausigen Schussversuche (Milley, Furchner, Laliberte), absolut in Ordnung.
Besonders stark trat zum wiederholten Male Kenny auf, der die halbe Nürnberger Mannschaft hinter und vor deren Tor auf Trab hielt und sich folgerichtig die beiden Treffer mehr erkämpfte als erspielte. Enorm wichtig gegen Teams, die wenig klare Spielzüge zulassen!
Insgesamt bin ich, nach wie vor, von unserer Tiefe im Sturm absolut fasziniert. Wenn so Leute wie Hoggan und Laliberte auch noch anfangen zu treffen...WOW! mb

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