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EHC - ERC Ingolstadt 3:4 n.P.

„Gut, dass die Deutschlandcup-Pause da ist!“
Das dürften sich nicht nur vereinzelte Zeugen des erneut blockiert wirkenden Auftritts der Grizzlies gedacht haben. Mit knapp 1900 Zuschauern bewegte sich die Anzahl derer nach den letzten drei Niederlagen allerdings auch im äußerst überschaubaren Rahmen.
Obwohl die anwesenden Fans immer wieder versuchten das Team aus seiner seltsamen Pechsträhne zu pushen, blieb am Ende wieder ein bitterer Beigeschmack zurück...die fünfte Niederlage im Penaltyschießen hinterließ reichlich Kopfschütteln auf den Rängen und auf dem Eis.


1.Drittel
Der Start der Grizzlies wusste durchaus zu gefallen und wie so oft brachte der Angriffswirbel des EHC den Gast frühzeitig auf die Strafbank.
Was Wolfsburg allerdings in Überzahl ablieferte, – und es gab reichlich Gelegenheit dazu im ersten Spielabschnitt – das war zum wiederholten Male einfach nur frustrierend. Selbst bei doppelter Überzahl wollte den Gastgebern einfach kein Treffer gelingen. Lediglich im Anschluss an die vierte Powerplaysituation der Grizzlies konnte Angreifer Kai Hospelt das längst überfällige 1:0 markieren, so dass Wolfsburg mit einer knappen Führung in die erste Pause gehen konnte. Von ein oder zwei brenzligen Situationen abgesehen hatte das Angriffsspiel der Ingolstädter bis dahin nicht stattgefunden, defensiv wusste der Gast jedoch zu überzeugen und störte so die Bemühungen des EHC immer wieder erfolgreich. Trotzdem hatte Gästekeeper Gordon 18 weitere Schüsse auf sein Gehäuse zu parieren, wobei die Qualität der Versuche eher mäßig war.


2.Drittel
Wie so oft im deutschen Eishockey, folgte einem Drittel mit vielen Strafen gegen nur eines der Teams der Ausgleich des Strafzeitenkontos im Verlaufe der Partie. Hauptschiedsrichter Aumüller wollte wohl nicht viel Zeit verschwenden, pfiff nun jede irreguläre Berührung der Gastgeber sofort ab und begann umgehend mit den Ausgleichsaktivitäten. Nun war viermal in Folge Überzahlspiel für die Panther angesagt. Die machten es eigentlich kaum besser als die Hausherren und wussten im Spielaufbau nicht wirklich zu überzeugen – doch einen Unterschied gab es: Sie trafen ins Tor und das gleich zweimal! Zunächst schoss Ficenec seinen Mannschaftskameraden Schütz geradezu an (28.Min), dann verwandelte er persönlich noch VOR der blauen Linie mit einem knallharten und äußerst platzierten Schuss zum 1:2 (31.Min).
Die Grizzlies waren nun völlig von der Rolle, kamen kaum noch in die Zweikämpfe und rund zwei Minuten nach der Gästeführung platzte Pavel Gross dann endgültig der Hals. In einer von ihm genommenen Auszeit wütete der Wolfsburger Headcoach geradezu auf der Bank, schmiss schließlich sogar seine Taktiktafel durch die Gegend. Alles unter dem Jubel der Fans, die im Anschluss mit frischem Mut ihr Team lautstark nach vorne peitschten. Und siehe da: Tyler Haskins Ausgleich weitere zwei Minuten später war dann auch ein reiner Willensakt, den der Neuzugang der Grizzlies nach Umrundung des Gästetors mit einem sehenswerten Schuss in den Giebel krönte.
Der Druck des EHC nahm spürbar überhand, das Momentum war deutlich gekippt. Doch wieder ließen die Grizzlies beste Gelegenheiten aus oder scheiterten am bestens aufgelegten Ian Gordon im Tor der Ingolstädter. Als der Puck dann schließlich doch noch von Magowan und Milley über die Linie hätte gedrückt werden können, pfiff der HSR völlig unverständlicherweise wegen Torraumabseits ab – ein weiterer Punkt auf der sich seit mehreren Spielen füllenden Pechliste der Gastgeber.


3.Drittel
Was folgte war ein Drittel, das an Absurdität kaum zu überbieten war.
Der EHC drängte nun wieder auf die Führung, bekam erneut drei Möglichkeiten, die Partie in Überzahl für sich zu entscheiden – und scheiterte.
Satte 20 Schüsse hatten die Grizzlies am Ende des Drittels auf das Gehäuse der Panther abgegeben und waren absolut erfolglos geblieben. Die Gäste hingegen hatten erneut den Papst in der Tasche und konnte zu allem Überfluss sogar mit 2:3 in Führung gehen (52.), als das „Schüsschen“ von Bruno St.Jacques zweifach abgefälscht seinen Weg in den Kasten der Gastgeber gefunden hatte. Sagenhafte 4 Schüsse hatten die Panther in diesem Drittel letztlich vorzuweisen, von denen die drei verbliebenen allerdings nicht annähernd mit so viel Dusel gesegnet waren.
So konnte das Team von Pavel Gross doch noch zur Schlussoffensive blasen und sich in der letzten Spielminute ohne Goalie versuchen.
Und Fortuna hatte ein Einsehen: Der Druck der Gastgeber wuchs derart, dass es zwölf Sekunden vor dem Abpfiff Ulmer und Milley doch noch gelang den Puck in einer Gemeinschaftsproduktion über die Linie zu arbeiten. Der Jubel in der Eisarena war entsprechend groß! Etwas erleichtert und mit frischem Mut ging es nun in die Verlängerung. 

Verlängerung
Die Grizzlies blieben am Drücker, erspielten sich über ein gefühltes Dutzend gute Gelegenheiten, doch der Puck wollte nicht ins Tor der Gäste. Selbst mit etlichen Nachschüssen, sogar in Baseballmanier an den Pfosten des leeren Gehäuses, wollte kein weiterer Treffer gelingen, so dass nun die Wolfsburger „Spezialdisziplin“ drohte.

Penaltyschießen
Schon während der Verlängerung hatte sich Dshunussow für den etwas unaufmerksam wirkenden Reimer auf der Bank warmgemacht, um den Fluch des Penaltyschießens endlich zu brechen. Nach den ersten beiden Schützen schien auch alles bestens zu laufen: Ulmer hatte für Wolfsburg getroffen, die beiden Ingolstädter Versuche hatte Dshuni eindrucksvoll entschärft. Leider konnte neben Magowan nun auch Hospelt seinen Versuch nicht an Gordon vorbeibringen, so dass Fical noch einmal für die Gäste antreten durfte...und knapp verwandelte. Dshunussow hatte die Beine schnell geschlossen, trotzdem schlitterte der Puck noch durch die Schoner über die Linie. Weiter ging’s mit dem bekannten Ausgang. Ulmer verwandelte im zweiten Anlauf nicht noch einmal, Motzko machte per Schuss in den Winkel den Zusatzpunkt für Ingolstadt klar.
Auch im fünften Anlauf also kein Erfolgserlebnis im shoot-out für die Grizzlies...


Mein subjektiver Eindruck:
Diese Mischung aus Pech und mangelndem Spielfluss ist nur schwer zu ertragen – für Spieler und Zuschauer. Ich bin weit davon entfernt, irgendwem einen Vorwurf zu machen, denn das taktische Konzept von Pavel Gross ist gut erkennbar und die Mannschaft kämpfte eigentlich fast immer um einen möglichen Punktgewinn...allem Frust zum Trotz!
Die Pause hätte allerdings gerne schon ein bis zwei Wochen früher kommen können, denn so einige im Team wirken auf mich körperlich und mental platt. Dass selbst diese Kandidaten versuchen, alles aus sich heraus zu holen, spricht hingegen deutlich für das Team!
Der Weckruf im Mittelabschnitt zeigte darüber hinaus bemerkenswerten Effekt – gut gewählter Zeitpunkt für eine Auszeit und offenbar sehr überzeugende Ansprache des Chefs. Dem Publikum gefiel das hör- und spürbar ebenfalls!

Tor
Reimer mit einer leider sehr durchschnittlichen Leistung. Beim zweiten und dritten Gegentreffer trifft ihn zwar keine große Schuld, aber wir hätten wenigstens einen Monstersave gebraucht, um dieses Spiel für uns zu entscheiden. Keine Katastrophe, aber eine Chance für Daniar, der im Penaltyschießen eine gute Figur machte...leider ebenfalls ohne Glück im entscheidenden Moment.

Verteidigung
Gute Leistung, trotz drei Gegentreffern. Gegentreffer Nr.2 ging auf die nicht mitarbeitenden Stürmer (unbehinderter Schuss aus der neutralen Zone), Gegentreffer Nr.3 ist als Duseltreffer nicht zu verteidigen.
Auch Bina mit einer akzeptablen Vorstellung...es besteht noch Hoffnung.
Angesichts der Belastung durch die vielen Ausfälle ist Kritik in diesem Mannschaftsteil sowieso nur sehr vorsichtig zu genießen.

Sturm
Die Umstellungen sind Kappes.
Wenn etwas länger funktioniert hat, dann wird es das auch irgendwann wieder. Es sei denn die Umstände haben sich geändert: Das sehe ich hier, trotz des Ausfalls von Strakhov, nicht! Was will man machen, wenn die Umstellungen teilweise fruchten? So weiterspielen lassen, bis wieder nichts mehr geht, dann wieder einige Spiele neue oder alte Zusammenstellungen proben? Als Auflockerung einer vermurksten Partie in Ordnung, als Lösung für generelle Abschlussschwäche meist untauglich. Dafür spielt das Team in großen Teilen auch einfach schon zu lange zusammen!
Irgendwie hat man momentan, vor allem im Powerplay, die Scheiße am Schläger. Vor allem Jeff Hoggan wirkt nach seiner Verletzungspause völlig außer Form und ist nicht nur schlaff im Abschluss, sondern auch in seiner Laufleistung sichtbar hintendran. Hoffentlich bekommt das Trainergespann den Neuzugang wieder auf Kurs, denn momentan schaden uns seine hilflosen Fouls mehr, als dass uns seine Anwesenheit nützt!
Alles in allem: Die Pause kommt mehr als gelegen – bis dann, also. mb


 

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