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EHC - DEG Metro Stars 4:1

Nach der Deutschlandcup-Pause meldete sich der EHC mit erneuten personellen Veränderungen bei seinen Fans zurück. Während Kai Hospelt nach einem fantastischen Turnier (1.Platz + 3 Tore) zum Team zurückkehrte, fiel mit Jason Ulmer neben Strakhov ein weiterer Center bei den Wolfsburgern verletzungsbedingt aus. Christopher Fischer meldete sich zurück im aktiven Dienst, während der vor wenigen Tagen verpflichtete Christopher Schmidt wegen Trainingsrückstands noch nicht für die Grizzlies aufs Eis gehen konnte.
Um es vorwegzunehmen: Pavel Gross gelang aus diesen „Zutaten“ letztlich eine Mischung, die dem Publikum nach einer gewissen Anlaufphase durchaus zu schmecken wusste! Weniger schmackhaft wirkte der verspätete Einlauf der Grizzlies, die ohne jegliche Zeremonie einfach das Eis betraten, da die Kabinenansprache wohl etwas länger ausgefallen war...


1.Drittel
Der Beginn hingegen erinnerte zunächst stark an die Leiden der Wochen vor dem Deutschlandcup. Den Anfangsdruck der Hausherren beantworteten die Gäste, wie so viele vor ihnen, mit Fouls aus der Kategorie „überfordert“ und gestatteten den Grizzlies somit die ersten Überzahlspiele.
Das Ergebnis dieser drei Powerplaysituationen in den ersten 10 Minuten der Partie war dann auch wieder einmal mehr als frustrierend: Trotz guter Chancen, vor allem für die neu formierte erste Reihe, in der Magowan für Laliberte stürmte, wollte kein Treffer gelingen. Wolfsburgs drittes Überzahlspiel (8.Min) währte allerdings auch nur wenige Sekunden, denn dann setzte der in Wolfsburg ausgesprochen „beliebte“ Referee Stephan Bauer zu seiner ersten seltsamen Entscheidung an. Kai Hospelt musste, unter lautstarkem Protest des EHC-Anhangs und seinerseits, wegen Hakens vom Eis. Weder Hospelts Aktion, noch die Spielsituation (5 gegen 3 für WOB!) ließen die Entscheidung besonders glücklich aussehen – es ging zunächst mit 4-3, dann 4-4 und schließlich mit einem kurzen Powerplay der Gäste weiter.
Wolfsburg arbeitete weiter an einem spielerischen Übergewicht...und bekam mitten in die entstehende Dominanz die kalte Dusche des 0:1 durch Evan Kaufmann (13.). Der Stürmer der DEG hatte ein wunderbar herausgearbeitetes Zuspiel von Connor James unbedrängt in die lange Ecke versenken können, so dass der Frust auf Seiten der Gastgeber erdrückende Ausmaße anzunehmen drohte.
Doch Wolfsburgs 1.Reihe um Deutschlandcup-Held Hospelt reagierte wütend, nahm enorme Geschwindigkeit auf und glich gut eine Minute nach der schmeichelhaften Führung der Gäste zum 1:1 aus! Hospelt persönlich war es, der einen Schuss vom gut aufgelegten Sloan unhaltbar ins Tor der Düsseldorfer ablenkte und damit den Spielstand wieder etwas gerechter gestaltete.
Einige Chancen später ging es mit diesem Unentschieden zum ersten Mal in die Kabinen. Noch wirkte der Spielverlauf leider allzu bekannt...


2.Drittel
Zum Auftakt versuchte der EHC das Geschehen mit massivem Druck gleich an sich zu reißen, doch Aubin glänzte sowohl gegen Fischer als auch gegen Hospelt.
Dann genehmigte sich HSR Bauer erst einmal den nächsten Kopfschüttler, als Rob Collins nach einer geradezu lachhaften Entscheidung wegen „Beinstellens“ vom Eis geschickt wurde – eine Strafe gegen den angeblich gefoulten Wolfsburger wegen „unsportlichem Verhalten“ wäre wohl angebrachter gewesen, was Collins dem betreffenden Gegenspieler auf dem Weg zur Strafbank auch in aller Deutlichkeit zu verstehen gab...
Ein eher lachhaftes Überzahlspiel der Grizzlies folgte, so als ob man dieses Geschenk dann doch schamhaft ablehnen wollte.
Doch die Grizzlies zeigten im Anschluss ein wahrhaft bärenstarkes Mitteldrittel und setzten den Metro Stars in der Folgezeit mächtig zu. Und siehe da: Endlich zahlte sich die harte Arbeit aus. Die zwei Dauerwühler Furchner und Magowan arbeiteten den Puck letztlich beeindruckend über die Linie (31.) und ließen die Eisarena nach dem ausgefallenen Einlauf zum ersten Mal richtig in Schwung kommen.
Nur wenig später ging ein sichtbar frustrierter Kreutzer den Wolfsburger Haskins nach Abpfiff mit Faustschlägen an, so dass er prompt zwei Minuten länger auf die Strafbank durfte als sein sich lediglich wehrender Kontrahent.
Und dann klappte es auch endlich mit einem Tor in Überzahl...wenn auch nicht wirklich herausgespielt. John Laliberte setzte zu einem Diagonallauf durch das Abwehrdrittel der Gäste an, versetzte auch noch Aubin im Tor der DEG und netzte zum 3:1 ein (32.Min). Endlich konnte eine Undiszipliniertheit eines Gästeteams einmal wieder bestraft werden!
Die Metro Stars zeigten sich jetzt völlig von der Rolle, leisteten sich gleich das nächste Frustfoul und gerieten sofort wieder unter Druck. Einzig eine weitere seltsame Entscheidung des Hauptschiedsrichters bewahrte die Gäste aus Düsseldorf vor einer Vorentscheidung. Als Jeff Hoggan, nachdem er nachgestochert hatte, wegen Stockschlags in die Kühlbox musste, wunderte sich vermutlich nicht nur das gastgebende Team. Die folgende Boxeinlage war nämlich seitens des Referee komplett ungeahndet geblieben.
Erst gegen Ende des Drittels konnte die DEG dann endlich wieder so etwas wie ein Aufbäumen zeigen, das über die bis dahin zur Schau getragene Härte hinausging.
Doch der stark agierende Jochen Reimer im Tor der Grizzlies blieb gleich zweimal Sieger gegen seinen Bruder und war auch ansonsten nicht mehr zu überwinden. 


3.Drittel
Und wieder nahmen die Gäste sich durch ein überflüssiges Foul erst einmal selbst den Wind aus den Segeln. Erst als Rob Collins in der vierten Minute des Drittels von der Strafbank zurückkehrte, konnte Düsseldorf noch einmal die Aufholjagd proben.
Doch es blieb beim Versuch: Die Abwehr der Grizzlies zeigte sich äußerst stabil und auch Wolfsburgs Goalie hatte einen Sahnetag erwischt.
Mitten in die Angriffsbemühungen der DEG hinein setzte dann der alles überragende Hospelt den Schlusspunkt unter eine nun, aus Grizzlysicht, erfreuliche Rückkehr des EHC. Einen Konter über Magowan schloss der Wolfsburger Nationalspieler per Direktabnahme zum alles entscheidenden 4:1 ab (55.Min) – der Drops war gelutscht!
Begeistert feierten die rund 2300 Zuschauer im Anschluss an die Begegnung diesen Befreiungsschlag gegen die eigene Abschlussschwäche!



Mein subjektiver Eindruck:
Irgendwie haben der fehlende Einlauf und die großen Lücken in und vor dem Fanblock die Stimmung in den ersten 30 Minuten komplett gekillt. Das zähe, wenn auch hochklassige, Ringen auf dem Eis half da zunächst auch nicht viel weiter...aber dann!
Endlich wieder so etwas wie Effektivität zu sehen, begeisterte die Fans dann doch spürbar nach den zuletzt so unerklärlich frustrierenden Spielverläufen.
Wenn jetzt noch ein oder zwei Punkte in Berlin gelingen würden, wäre vielleicht ein neuer Trend geboren, der uns wieder ganz nach oben trägt. Die Personallage sollte sich in den kommenden zwei Wochen weiter entschärfen, so dass dem eigentlich nur das nötige Glück vor des Gegners Tor im Weg stehen sollte...

Tor
Reimer in fantastischer Form! Zeigte die von mir zuletzt geforderten Monstersaves und bewahrte das Team vor weiteren Nackenschlägen. Wäre man trotz Überlegenheit bei den Spielanteilen wieder gescheitert – nicht auszudenken!

Verteidigung
Gute bis sehr gute Vorstellung von allen Akteuren.
Blake Sloan wächst und wächst...und das in seinem Alter ;)
Fischer tat dem Abwehrverbund ausgesprochen gut, bereitete zudem das dritte Tor vor. Gut, dass er wieder da ist!
Alavaara fehlte leider ein wenig das Schussglück, arbeitet aber wie Traynor solide nach hinten.
Bina weiter mit zaghaft ansteigender Leistungskurve. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er irgendwie gehemmt spielt – Verletzung oder mangelndes Selbstbewusstsein? Beides sollte doch in diesem gut funktionierenden Team irgendwie zu beheben sein.

Sturm
Milley und Magowan neben einem Hospelt, der vor Selbstvertrauen geradezu platzt: Einfach nur GEIL anzuschauen!
Besonders erfreulich ist hierbei, dass Haskins und Hoggan auch mit dem versetzten Laliberte recht ordentlich zusammenspielten. Hoggan zeigte sich dabei läuferisch besser als zuletzt und Lalibertes Leistungskurve zeigte ebenfalls mehr als deutlich nach oben bzw. in Richtung Leistung aus der Vorsaison.
Auch die dritte Reihe (bestehend aus vier Spielern) machte einen ordentlichen Eindruck, blieb aber wie die zweite Reihe etwas zu harmlos vor dem gegnerischen Tor.
Insgesamt fehlte Jason Ulmer dem Team als zweiter Center recht spürbar, doch die Hockeygala der ersten Reihe machte dies mehr als wett. Ob es in Zukunft die beste Alternative sein wird, die drei (momentan) besten und effektivsten Stürmer in die erste Reihe zu stellen, wird allerdings noch herauszufinden sein und hängt wohl viel von der Entwicklung unsere beiden Neuzugänge ab.
Ein Auftritt, der wirklich Hoffnung gemacht hat! mb