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EHC - Kölner Haie 2:3 n.P.

Nach dem Höhenflug folgt, wie so oft im Leben, die Ernüchterung. Dem rauschenden Eishockeyfest gegen den Rivalen aus Hannover ließen die Grizzlies eine reichlich bescheidene Partie gegen das Kellerkind vom Rhein folgen.
Gekrönt wurde die streckenweise etwas blutarme Vorstellung der Gastgeber vom allseits gefürchteten Penaltyschießen, das den sattsam bekannten Ausgang fand...

 
1.Drittel
Vom Anpfiff weg übernahm der EHC die Kontrolle in der heimischen Eisarena. Trotz einiger vorzeigbarer Angriffe bzw. Soli der Wolfsburger Asse wurde recht schnell deutlich, dass irgendetwas fehlte: Der letzte Biss und der unbändige Siegeswille der letzten Partien!
So wirkte das eine oder andere Abspiel vor dem Tor der Kölner, wo eigentlich ein Schuss gefragt gewesen wäre, auch reichlich pomadig und geradezu überheblich.
Der EHC trat den Gästen aus der Domstadt mit einer gefühlten „Wir schaffen das schon – so, oder so...“ Einstellung gegenüber, die nichts gutes verheißen sollte.
Zahlreiche mehr oder weniger überzeugende, aber allesamt fruchtlose Situationen im Slot der Gäste später war es dann auch soweit:
Christoph Ullmann nutzte auf der anderen Seite des Eises ein gelungenes Anspiel von Gogulla zur überraschenden 0:1 Führung für die Haie (11.Min), wobei der Puck obendrein recht glücklich den Weg durch Dshunussows Schoner fand.
Die Grizzlies wirkten, freundlich ausgedrückt, deutlich irritiert und gerieten wenig später nicht nur in Unterzahl, sondern auch fast durch einen identischen Spielzug wie beim ersten Treffer in noch höheren Rückstand.
Ein eigenes Powerplay blieb, bis auf eine hochkarätige Chance durch Jeff Hoggan, wiederum ohne Effekt, so dass die Grizzlies – auf den Rängen wie auf dem Eis – reichlich angesäuert in die erste Pause gingen.


2.Drittel
Trainer Gross schien die richtigen Worte in der Kabine gefunden zu haben, denn die Grizzlies schalteten jetzt endlich auf bedingungslosen Angriff um. Was zunächst noch von guten Aktionen der Gäste unterbrochen wurde, schien sich dann endgültig zur Alleinunterhaltung durch die Hausherren zu entwickeln. Doch ein zweifach abgefälschtes Duseltor durch Thorsten Ankert (25.) führte den Spielverlauf endgültig ad absurdum und brachte die destruktiv auftretende Kölner Mannschaft in eine ausgesprochen komfortable Position.
Hätte Hauptschiedsrichter Bauer wenig später nicht endlich eine regelwidrige Aktion der läuferisch unterlegenen Haie geahndet, wer weiß welch sonderliche Blüten dieses Spiel noch hervorgebracht hätte. So aber gelang es Kai Hospelt, knapp zwei Minuten nach der unverdienten 0:2 Führung der Gäste, diese Führung um ein Tor auf 1:2 zu reduzieren.
Doch der hineingearbeitete Treffer sollte keine Wende im Glück der Grizzlies bedeuten. Weder im Abschluss vor dem von Danny aus den Birken gehüteten Tor, noch in der Strafwürdigung der Rettungsversuche der Haie sollte sich etwas zum Positiven verändern.
Angriffswelle auf Angriffswelle des EHC rollte auf den Goalie der Gäste zu – ohne Ergebnis!
Im Gegenteil: Kurz vor der Pause hätte Ex-Grizzly Ivan Ciernik seinen alten Arbeitgeber per Konter fast die nächste Gelegenheit zum Kopfschütteln gegeben. Glücklicherweise blieb es beim knappen Wolfsburger Rückstand; zum Kopfschütteln gab es trotzdem genügend Anlass.
  

3.Drittel
Weiter versuchte der Gastgeber aufzuholen, was er im ersten Spielabschnitt versäumt hatte.
Einer Strafe gegen Ryan Ramsey (47.) ließen die Grizzlies dann auch endlich den hochverdienten Ausgleich folgen. Laliberte hatte den Abpraller eines Alavaara Hammers nutzten können(48.), um den längst überfälligen Gleichstand zu besorgen...doch wieder folgte nichts!
Neben weiteren Toren für die überlegenen Wolfsburger folgte allerdings vor allem eine andere Sache nicht: Weitere, mehr als berechtigte, Strafzeiten gegen die immer verzweifelter um die verbliebenen Punkte kämpfenden Kölner. Den Kampfeswillen und die Entschlossenheit der Gäste in allen Ehren: Was die Haie in den verbliebenen 13 Minuten an kleinen und großen Unsportlichkeiten einstreuten war einfach nur ärgerlich. Vor allem, weil die gerechte Strafe in Form von weiteren Überzahlgelegenheiten ausblieb. Einzig, wenn es dem einen oder anderen Spieler des EHC zu bunt wurde und dieser das x-te Beinstellen, Stockschlagen oder den nächsten Check in den Rücken nicht mehr hinnehmen wollte, schickte der gewohnt schlecht pfeifende HSR Stephan Bauer beide Parteien zum Abkühlen auf die Strafbank. Einen Nutzen aus diesem Vorgehen zogen natürlich nur die Gäste...

Verlängerung
Mit der Gewissheit des bereits errungenen Punktes im Rücken, kehrte Köln endgültig ins Spielgeschehen zurück und so erspielten sich nun beide Seite die eine oder andere Möglichkeit das Spiel zu entscheiden. Auffälligster Akteur auf Seiten der Gäste war ab Mitte der Begegnung dabei Ivan Ciernik, der allerdings immer wieder im Wolfsburger Goalie seinen Meister fand.
Da beide Teams ihr Pulver offenbar verschossen hatten, ging es letztlich ins allseits beliebte Penaltyschießen.

Penaltyschießen
Juhu! Penaltyschießen, echt spitze...und so spannend! Zumindest, wenn keine der beiden Mannschaften Wolfsburg heißt.
Was die Grizzlies in dieser Disziplin abliefern, nimmt mittlerweile schon slapstickartige Züge an: Ulmer trifft nicht einmal das Tor, Laliberte bricht der Schläger und den dritten Penalty durfte Robbie Bina schießen – Verzweiflung, du hast einen Namen: Grizzly Adams.
So reichte den Gästen ein einziger Treffer durch Urquhart (den Namen habe ich mir nicht ausgedacht), um den Zusatzpunkt in Wolfsburg klarzumachen.
 
 


Mein subjektiver Eindruck:
Das war hoffentlich ein lehrreiches Erlebnis für unser Team, das sich im ersten Abschnitt mal so ganz vom eigenen Erfolg beschwingt die drei Punkte erlaufen wollte. Wenn ein Spiel nicht irgendwie wehtut, dann stehen die Erfolgchancen in dieser Liga bei NULL. Bei der Anzahl der zu absolvierenden Spiele sehe ich allerdings auch die Schwierigkeit sich stets hochmotiviert, auch gegen den Tabellen(vor)letzten, ins Gefecht zu stürzen.
Was das Penaltyschießen angeht, fordere ich, dass bei unseren Versuchen das Benny-Hill-Theme gespielt wird. Einfach nur, um dem Ganzen den angemessenen Rahmen zu geben oder aber den gegnerischen Torhüter zum Lachen zu bringen.

Tor
Dshuni bei beiden Gegentore weitestgehend machtlos. Ließ insgesamt aber etwas zu viel nach vorne prallen und hatte Probleme den einen oder anderen kontrollierbaren Schuss festzuhalten. Seine Paraden gegen Ciernik hingegen waren äußerst sehenswert und ebenso wichtig!


Verteidigung
Insgesamt mit einer ordentlichen Leistung. Sieht man von zwei fragwürdigen Situationen im ersten Drittel ab (eine führte zum 0:1), dann lieferte die Wolfsburger Defensive eine geschlossene und überzeugende Vorstellung ab.
Fischers Offensivdrang wusste zusätzlich zu gefallen, blieb aber – wie so vieles in diesem Spiel – unbelohnt.

Sturm
Mit einer viel zu überheblichen Darbietung im ersten Abschnitt brachte sich die zuletzt auf Hochtouren laufende Grizzlyoffensive fast komplett aus dem Takt.
Irgendjemanden herauszuheben macht einfach keinen Sinn...selbst der sonst stets herausragende Magowan wusste diesmal nicht zu überzeugen!

Schiedsrichter
Es wird Zeit den Wettanbieter von Herrn Bauer herauszufinden.
Die einzige alternative Erklärung für seine häufig wiederkehrenden, von extremer Sturheit geprägten Fehlentscheidungsspektakel ist die Bewerbung als nächster Profischiedsrichter der DEL. Da wäre er dann in passender Gesellschaft.
Wenn man sich dagegen einen Lars Brüggemann anschaut, der noch gar nicht allzu lange dabei ist – unglaubliche Leistungsabgründe tun sich da auf!
Bauer hingegen sollte besser früher als später endlich den Gang in die 2.Liga antreten. mb