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EHC - Iserlohn Roosters 1:0

Im dritten Heimduell in Folge mit einem Gast aus dem Tabellenkeller konnten die Grizzlies gegen Iserlohn nun auch einmal ein Sieg landen...aber erneut keine überzeugende Vorstellung gegen ein spielerisch und läuferisch limitiertes Team abliefern.
Zumindest gelang es dem Team von Pavel Gross der Festtagskulisse von rund 3200 Zuschauern eine Wiederholung des allseits bekannten Overtime- und Penaltydramas zu ersparen und die Tabellenspitze gegen den Verfolger aus Düsseldorf zu verteidigen.

 
1.Drittel
Das Beste zuerst. Wie so oft dominierte der EHC vor heimischer Kulisse das Auftaktdrittel und zeigte den Fans seine Schokoladenseite.
Nach einer Schreckssekunde (Fehlpass Bina und Konter durch Wolf) gleich in der Anfangsminute der Begegnung, eroberte der Gastgeber die größeren Spielanteile und zeigte auch in Überzahl ansehnliche Aktionen. Die vielen vergebenen Möglichkeiten der letzten beiden Heimspielbegegnungen wiederholten sich allerdings erneut – Wolfsburg konnte lediglich einmal die Scheibe hinter dem sicher agierenden Legace im Tor der Roosters unterbringen.
John Laliberte war es vorbehalten, das genaue Zuspiel seines Centers in zum 1:0 in die Maschen zu hämmern und die Halle zu Beginn der 17.Minute zum ersten Mal in Feierlaune zu versetzen. Leider blieb es auch das vorerst letzte Mal...
In Unterzahl ging es für die Grizzlies zum ersten Mal in die Kabine.


2.Drittel
Nach überstandener Unterzahl konnte der EHC noch einmal das Ruder für wenige Minuten an sich reißen, dann aber – begünstigt durch eine weitere Strafe gegen die Hausherren – rissen die Gäste das Spielgeschehen fast vollständig an sich.
Chance um Chance erarbeiteten sich die zuletzt so gebeutelten Roosters, blieben jedoch die Hochkaräter schuldig, die es braucht, um gegen die beste Defensive der Liga Zählbares zu produzieren.
Die Grizzlies hingegen spielten in eigener Halle eher wie ein Gästeteam und blieben vor allem durch Konter und im Powerplay gefährlich. Besonders in den zahlreichen Reboundsituationen vor Legace fehlte Wolfsburg allerdings sowohl das nötige Glück als auch das entsprechende Nachrücken im Slot, um den vielleicht vorentscheidenden Nadelstich zum zweiten Treffer zu setzen.
So ging es, nach einem insgesamt eher zäh wirkenden Mittelabschnitt, mit unverändert knappen Spielstand zum zweiten Mal in die Unterbrechung.

   
3.Drittel
Wer jetzt glaubte, dass Wolfsburg noch einmal einen Gang zulegen würde, der sah sich getäuscht. Gegen etwas erschöpft wirkende Gastgeber versuchten die Sauerländer letztlich alles, was in ihrer Macht stand, um sich das benötigte Erfolgserlebnis unter ihrem neuen Coach zu verschaffen. Doch den Männern von Doug Mason sollte dies nicht vergönnt sein: Wolfsburgs Defensive, allen voran der überragende Daniar Dshunussow, hielt stand und rettete die knappste aller Führungen über die Zeit.
Vor allem Dshunussows Monstersave gegen den bei Wolfsburger Überzahl enteilten Adrian Veideman versetzte die Fans in Verzückung und stürzte die Gäste gleichsam in schiere Verzweiflung.
Am Ende konnte der EHC – äußerst glücklich - die vollen drei Punkte verbuchen und endlich auch ein zweites Mal mit seinen Fans jubeln.
 

Mein subjektiver Eindruck:
Angesichts der für Wolfsburger Verhältnisse stattlichen Kulisse war der Spielverlauf doppelt schade. Einerseits scheint sich so etwas wie Müdigkeit im Team der Grizzlies breit zu machen, andererseits hat man die Möglichkeit zur Werbung ein wenig vertan. Defensiv war die Vorstellung der Grizzlies natürlich wieder mehr als gut, doch auf lange Sicht passieren in einem schnellen Sport wie Eishockey zu viele Fehler, als dass man sich nur aufs Verhindern von Toren verlegen könnte.
Offensiv wird die Mannschaft einfach nicht ihren Möglichkeiten gerecht, wieder überzeugt nur eine Reihe vor dem Tor des Gegners.
Trotzdem bleibt viel Erfreuliches, denn dank des Spielausfalls in Düsseldorf gehen die Grizzlies nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte als Spitzenreiter der DEL ins neue Jahr!

Tor
Daniar rettet die Punkte. Nicht im Alleingang, aber mit ein paar wirklich sehenswerten Aktionen, die den geneigten Fan auf eine Vertragsverlängerung geradezu hinfiebern lassen müssten!
Fangquote, Gegentorschnitt und Gewinnquote des Wolfsburger Goalies sind über jeden Zweifel erhaben. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass Daniar noch mehr kann...

Verteidigung
Gute Leistung der Defensivabteilung. Die Handvoll Unkonzentriertheiten der Abwehr bügelte ihr überragender Schlussmann letztlich souverän aus.
Bina mit dem Auftaktschocker, Schmidt mit einem Bock im Mitteldrittel, Fischer in Überzahl deplaziert, sonst fast fehlerlos wie ihre Mitspieler. 

Sturm
Die Haskins-Reihe rockt weiter das Haus, strahlt weiterhin mächtig Torgefahr über den gewitzten Laliberte und den kampfstarken Hoggan aus.
Leider taucht Kenny momentan etwas ab und Hospelt fehlt häufig das nötige Glück in seinen Aktionen. Dadurch kann Milley nicht annährend so glänzen, wie es seine momentane Form erlauben würde!
Darüber hinaus funktioniert die Kombination zwischen Ulmer und seinen beiden schnellen Nebenleuten leider nur bedingt. Natürlich profitieren Furchner und Morczinietz von seiner Spielübersicht, doch bremst der etwas langsamere Spielmacher seine beiden Flügel häufig etwas aus.
Wer weiß, wenn Strakhov wieder da ist könnte diese kleine aber feine Ergänzung vielleicht die nächste Reihe auf einen Höhenflug schicken...vielleicht sind es aber auch einmal zwei Reihen auf einmal – wär doch mal was! mb