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EHC - T. Sabo Ice Tigers 5:3

Nachdem die Leistungskurve der Grizzlies in der Partie in Hannover schon wieder deutlich nach oben gezeigt hatte, gastierte mit Nürnberg nun ein Gegner in der Eisarena, der dem EHC bisher zu liegen schien.
Die mit rund 2000 Zuschauern nur dünn besetzten Ränge (in der VW-Arena fand zeitgleich der Abstiegskampf des millionenschweren VfL statt) sollten eine weitere Steigerung im Spiel der Gastgeber zu sehen bekommen, die endlich wieder als Fingerzeig in Richtung Play-offs zu deuten war.

 
1.Drittel
Die neu formierten Reihen hinter der unveränderten Top-Reihe der Gastgeber brauchten, ebenso wie die umgestellten Verteidigerpaare, einige Minuten, um in die Partie zu finden. Mitten in die etwas holprig wirkenden Bemühungen des EHC gelang dann den Gästen auch die überraschende 0:1 Führung (4.). Brad Leeb hatte den Puck aus Halbdistanz um seinen Gegenspieler herum ins Tor der Grizzlies schlenzen können – Torhüter Dshunussow hingegen schloss den Winkel im langen Eck leider nicht komplett.
Die kurze Phase der Enttäuschung auf Seiten des EHC nutzte Nürnberg umgehend, um das Heft in die Hand zu nehmen und auf den zweiten Treffer zu drängen.
Doch es sollte anders kommen. Das Team von Pavel Gross berappelte sich zügig, drehte wenige Minuten später den Spieß komplett um und legte seinerseits entsprechend stürmisch los.
Alavaaras 1:1 in der 8.Minute folgte eine Drangphase der Grizzlies, in der auch die entsprechenden Strafen auf Seiten der Gäste nicht lange auf sich warten ließen.
Dass dabei der durchaus gerechtfertigten Strafe gegen Wilm (11.) in der selben Minute eine eher fragwürdige Entscheidung gegen seinen Mannschaftskollegen T.J. Kemp folgte, konnte Wolfsburg dabei natürlich nur recht sein.
Der EHC nutzte in der sich ergebenden doppelten Überzahl seine Möglichkeiten endlich einmal wieder so konsequent, wie noch in der ersten Saisonhälfte und legte gleich zweimal vor:
2:1 durch Norm Milley, der nach angetäuschtem Alavaara-Schuss dessen Pass gefühlvoll in die Maschen ablenken kann.
3:1 durch John Laliberte, der nur 27 Sekunden später einen Hammer von Jan-Axel per Rebound versenken kann.
Die Gäste reagierten wütend, die Intensität nahm zu. Doch außer einem erhöhten Strafaufkommen sollte sich nichts Zählbares mehr ergeben. Lediglich während einer weiteren Überzahl für Wolfsburg (die restlichen Strafen wurden gleichzeitig verteilt) konnte sich erneut Alavaara in Szene setzen.  

2.Drittel
Jetzt war es auf beiden Seiten Play-off Hockey, wie es das Eishockeypublikum liebt: Hart, laufintensiv und mit viel Zug zum Tor!
Beide Teams erspielten sich zahlreiche Chance, wobei Wolfsburg sich in seinen Bemühungen im gegnerischen Slot einfach konsequenter zeigte und mit einem Treffer im dritten Anlauf die Partie zu entscheiden schien. Strakhov hatte die gescheiterten Versuche seiner Kollegen Sulkovsky und Dahlman schließlich zum 4:1 (29.) vollendet und die Halle in frühzeitige Siegeseuphorie versetzt. Doch kaum saß Armin Wurm wenige Sekunden später für Wolfsburg auf der Strafbank, schon stand es nur noch 4:2, denn für die Gäste hatte Dusan Frosch den eigenen Nachschuss in den Maschen versenken können.
Die Grizzlies zeigten sich in der Folgezeit kaum beeindruckt, kamen zu weiteren guten Chancen...doch fielen ein wenig in alte uneffektive Gewohnheiten zurück.
Als kurz vor dem Pausenpfiff Nürnbergs Goalie dann einen Puck zwischen seine Beine abtropfen ließ und sich leicht desorientiert auf den Hosenboden setzte, blockierte schließlich ein Ice Tiger die Scheibe mit seiner Hand im Schritt von Ehelechner. Eine nicht nur leicht homoerotische, sondern auch strafwürdige Szene, die allerdings ungeahndet blieb.

 
3.Drittel
Auch im letzten Drittel ließen die Gäste keinen Zweifel darüber aufkommen, dass es für sie noch um sehr viel geht. Mit viel Engagement und hohem Tempo zeigten sie, dass von der direkten Play-off Qualifikation bis zum Herausfallen aus den Play-off Rängen für sie noch alles möglich ist und versuchten entsprechend noch einmal alles, um doch noch den einen oder anderen Punkt aus Wolfsburg mitzunehmen.
Dass daraus nichts wurde, verdankte der Gastgeber am Ende sowohl dem immer besser werdenden Dshunussow im Tor, als auch der stark aufspielenden Neuformation um Center Kai Hospelt.
Während Dshunussow einen Nürnberger Alleingang brillant entschärfte, wusste Neuzugang Dahlman weniger später erneut zu gefallen, als er für den nachrückenden Magowan zum spielentscheidenden 5:2 auflegen konnte (49.).
Dass es trotzdem nicht langweilig wurde, dafür sorgte oben beschriebene Einstellung der Gäste, die unverdrossen auch in der Schlussphase weiter auf eigene Treffer drängten.
Bitter für Nürnberg: Blanchards Treffer in der Schlussminute hätte durchaus mehr als nur Ergebniskosmetik sein können, doch gleich zwei weitere Tore wurden den Gästen von HSR Oswald nicht anerkannt. Zunächst hatte der Referee in der 53.Minute auf Torhüterbehinderung entschieden, im Anschluss an Blanchards 5:3 ein – zugegebenermaßen dreist offensichtliches – Schlittschuhtor nicht gegeben.
Gästecoach Brockmann geriet trotzdem ein ums andere Mal außer sich vor Wut, haderte schon seit dem Anfangsdrittel sichtlich mit den Entscheidungen des verantwortlichen Schiedsrichters.
Ebenfalls schwer genervt präsentierte sich letztlich Jeff Likens, der den sonst eher friedlichen John Laliberte als Boxkampfgegner auserkoren hatte.
Wie so oft in solchen Fällen, sahen im Anschluss beide Seiten ihren Akteur im Vorteil...
Den wichtigsten Vorteil hatte aber längst das Team der Grizzlies in Sack und Tüten: Stolze neuen Punkte Vorsprung auf die Verfolger aus Berlin und Düsseldorf, wobei die DEG allerdings auch noch zwei Spiele weniger als die beiden Kontrahenten absolviert hat.

Mein subjektiver Eindruck:
Nachdem das Team am Anfang sehr an die Partie gegen Ingolstadt erinnerte, trumpfte es nach dem unglücklichen Rückstand überzeugend auf.
Günstig natürlich, dass mit Nürnberg ein Gegner zu Gast war, der uns entsprechend zu liegen scheint. Nun noch Straubing und dann sollte man genügend Schwung aufgenommen haben, um auch einmal gegen nicht so beliebte Gegner wieder die Oberhand zu behalten. Auf Berlin, Ingolstadt und Mannheim trifft man allerdings erst wieder in den Play-offs, so dass die Spiele gegen die DEG und Krefeld als Gradmesser herhalten müssen.
Was soll’s: Bald geht es sowieso wieder bei Null los und dann sollte das Messer endlich wieder zwischen den Zähnen stecken, damit der große Wurf gelingen kann!

Tor
Dshuni mit einigen Unsicherheiten im Auftaktdrittel, dann zunehmend stabiler in seinen Aktionen. Abgesehen vom ersten Gegentor und einigen unkontrollierten Abprallern im ersten Drittel ohne große Probleme, aber mit deutlich Luft nach oben.

Verteidigung
Alavaara beginnt, wie zuletzt öfter gesehen, defensiv zu lasch und wirkt zunächst etwas unkonzentriert. Dann legt er, vor allem offensiv, los wie die Feuerwehr – weiter so! Im Verbund mit dem verbessert auftretenden Fischer wirkte die gesamte Abwehr wieder stabiler und souveräner, auch Bina und Traynor überzeugten in alter Kombination. Lediglich Armin Wurm machte an der Seite von Schmidt keine so gute Figur wie mit dem weiterhin fehlenden Sloan. Musste folglich nach dem 5:2 das Spiel von der Bank beobachten, was allerdings nur eine Momentaufnahme sein dürfte. Schmidt, gewohnt unauffällig, spielte mit Martinovic die Partie zuende.

Sturm
Während die erste Reihe schon wieder Ansätze der zuvor gezeigten Stärke offenbarte, schlugen die neuen Kombinationen – vor allem die Reihe um Kai Hospelt – gut ein. Besonders Dahlman machte eine ausgesprochen starke Partie und war nicht nur an zwei Treffern beteiligt, sondern glänzte durch sehr robuste und mit viel Übersicht vorgetragene Spielweise. Der stetig zu alter Form aufschließende Magowan an seiner Seite, machte endlich wieder tüchtig Alarm im gegnerischen Slot und wurde beim Treffer durch Laliberte auch prompt mit einigen Nettigkeiten seines frustrierten Gegenspielers belohnt. Wer soviel Hilflosigkeit auslöst, macht was richtig!
Hoggan diesmal nicht ganz so präsent, machte mit Furchner und Ulmer trotzdem einen guten Job. Aber auch die vierte Reihe machte viel Spaß und belohnte sich mit dem Treffer zum 4:1 für ihr hohes Arbeitspensum.
Der zuletzt sehr zweikampfschwach auftretende Andy Morczinietz bekam als 13.Stürmer diesmal allerdings nur wenig (oder keine) Eiszeit, fiel mir jedenfalls überhaupt nicht auf...
Insgesamt endlich wieder einmal eine nicht nur spielerisch überzeugende Leistung der Abteilung „Attacke“. mb

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