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EHC - DEG Metro Stars 7:1

Im Gipfeltreffen der DEL wollte der amtierende Spitzenreiter aus Wolfsburg seine Hauptrundenmeisterschaft endgültig in trockene Tücher bringen. Nach zuletzt immer wieder nicht konsequent zuende gespielten Partien, hatte Coach Gross sein Team gegen die DEG eindeutig auf Play-off Kampf eingeschworen – über 3000 heimische Fans wollten sehen, was genau das zu bedeuten hat.

1.Drittel
Zunächst gestaltete der EHC den Auftakt gewohnt engagiert und erspielte sich die ersten Chancen der Begegnung. Der Gast aus Düsseldorf benötigte allerdings ebenfalls nur wenig Anlaufzeit und begab sich umgehend auf Augenhöhe zum Ligenprimus von der Aller.
Als hilfreich erwies sich dabei die etwas einseitige Strafenverteilung des Schiedsrichtergespanns, das gleich zweimal Wolfsburger Spieler wegen hohen Stocks auf die Strafbank schickte, „Unregelmäßigkeiten“ auf Gästeseite hingehen bis ins letzte Drittel hinein (!) komplett ungesühnt ließ.
Im zweiten Powerplay der Gäste war es dann auch soweit: Das Überzahlspiel der Metro Stars feierte durch Patrick Reimers Treffer ins kurze Eck das etwas glückliche 0:1 (13.Min).
Die Antwort der Grizzlies ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem nach Videobeweis nicht gegebenen Morczinietz -Treffer, gelang Wolfsburgs Topreihe in Person von Tyler Haskins (17.) das verdiente 1:1. Wenige Augenblicke, nachdem der Gast fast den zweiten Treffer des Abends markiert hätte. Doch EHC-Verteidiger Wurm, der zuletzt vor heimischer Kulisse noch eine Denkpause bekommen hatte, glänzte mit einer sensationellen Rettungstat, als er den sich ergebenden Nachschuss brillant antizipierte und mit vollem Körpereinsatz (sozusagen im „Vorbeifliegen“) blockieren konnte.
Während die DEG weiterhin Druck über ihre erste Reihe, allen voran Patrick Reimer, ausübte, hielt Wolfsburgs erste Reihe ihrerseits die Verteidigung der Gäste in Atem.
Nutznießer des Powerhockeys der Wolfsburger Topreihe war, sehr zur Freude des Wolfsburger Anhangs, Verteidiger Chris Schmidt, der sich mit dem Tor zum 2:1 in der Schlussminute des Drittels den ersten Torerfolg der Saison gutschreiben konnte.
Vorbildlich freigespielt vollstreckte der nachgerückte Deutsch-Kanadier in Diensten der Grizzlies zur Pausenführung und verbreitete zusätzlichen Optimismus in der ohnehin gutgelaunten Eisarena.

2.Drittel
Doch die Stimmung sollte noch viel besser werden!
Wie ein Orkan fegte der EHC in diesem mitreißenden Drittel über den Gast aus Düsseldorf hinweg. Strafzeiten gingen, wie im Drittel zuvor, weiterhin ausschließlich an die dominante Mannschaft – doch die Grizzlies kratzte das kein bisschen!
Im Gegenteil: Nachdem die DEG in den ersten Minuten des Drittels noch einigermaßen für Chancengleichheit gesorgt hatte, kippte das Spiel ausgerechnet während der ersten Strafzeit gegen den Gastgeber. Der seit Wochen sehnlichst auf einen Torerfolg wartende Furchner war es, der in Unterzahl den entscheidenden Stich ins Herz der Gäste vollenden konnte. Sein 3:1 in der 25.Minute ließ den Tabellenzweiten in der Folgezeit völlig auseinanderbrechen, die Dominanz der Grizzlies stieg von Minute zu Minute.
Weitere Strafen gegen den EHC überstand dieser souverän, vereinzelte Konter der Gäste entschärfte Wolfsburgs Goalie mit sehenswerten Reflexen.
Dass das leidige Problem der Effizienz an diesem Abend so gar nicht mehr Gesprächsthema werden sollte, dafür sorgten der völlig freigespielte Andy Morczinietz (28.) und der sich erneut bis in den Torraum durchtankende Tyler Haskins (38.), die den Spielstand dem Spielverlauf letztlich anpassen konnten.
Als in der 39.Minute mit Blake Sloan wiederum ein Grizzlyakteur nach einer fragwürdigen Entscheidung auf die Strafbank musste, konterte der Gastgeber die nur als unfair zu titulierende Beurteilungslinie der Referees mit dem nächsten Unterzahlknaller durch Kai Hospelt, der den zweiten Shorthander der Grizzlies leider nur an den Pfosten setzten konnte.
Die Eisarena stand zu diesem Zeitpunkt längst Kopf und feierte ihr Team mit nicht enden wollenden Gesängen. 

3.Drittel
„Gnade“ stand in diesem wichtigen Spiel offenbar nicht im Drehbuch: Der EHC setzte nach Wiederanpfiff sofort nach, erspielte sich weiter gute Einschussmöglichkeiten im Minutentakt und verwertete nach anderthalb Minuten auch gleich eine der ersten durch Kapitän Blake Sloan. Nach Videobeweis fand dessen 6:1 die Anerkennung der beiden leitenden Schiedsrichter Jablukov und Lenhart und Wolfsburgs zurückgekehrter Leader krönte somit sein gelungenes Comeback. 
Unter höhnischem Applaus und LaOla-Wellen verhängte besagtes Schiedsrichterduo dann in der 45.Minute die erste Strafe gegen das eindeutig unterlegene Team.
Als es in der 50.Spielminute sogar zu einer Wiederholung dieses sensationellen Umstands kam, nutzten die Grizzlies die Gelegenheit prompt zum 7:1. Bemerkenswert: Sogar der siebte Treffer, den der schön frei gespielte Magowan schließlich vollstreckt hatte, spiegelte den Spielverlauf absolut angemessen wieder. Die DEG war zu diesem Zeitpunkt komplett abgemeldet und tat sich sogar in Sachen Schadensbegrenzung äußerst schwer.
Von Sloans Check zum Ende des zweiten Drittels und der Vielzahl der Gegentreffer angestachelt, gingen auf Seiten der Gäste schließlich Andy Hedlund die Gäule durch. Zunächst stieg der Düsseldorfer Angreifer unfair in den Rücken von Toni Dahlman ein, dann antwortete er auf Magowans intensive „Nachfragen“ mit Faustschlägen und musste sich ein beeindruckendes Echo vom Wolfsburger Torjäger gefallen lassen. Für beide ging es mit einer  2+2+10 Strafe in die Kabinen. Hedlunds Auslöserfunktion wurde mit zusätzlichen 2 Strafminuten bedacht, so dass der EHC die Spielkontrolle locker halten konnte.
Auch wenn die Gäste gegen Ende der Begegnung noch einmal auf einen weiteren Treffer drängen durften, hatten die Grizzlies die gewünschte Einstellungsänderung vorbildlich umgesetzt. Folglich fielen die anschließenden Siegesfeierlichkeiten auf Eis und Rängen ausufernder als gewöhnlich aus – Euphorie, wohin man auch schaute!

Mein subjektiver Eindruck:
Was für ein geiles Spiel! Das zweite Drittel war eine einzige Party, gerade WEIL das Team eigentlich komplett verpfiffen wurde und einfach munter weiterspielte.
Mit dieser Einstellung sind die Grizzlies definitiv nicht zu stoppen. Was weiter fraglich bleibt ist, ob das Team von Pavel Gross nach der Preplayoff- Pause in den Rhythmus finden wird und ob dieser Biss gegen jedes Team zum Vorschein kommen kann. Mit Ingolstadt und Berlin sind immerhin gleich zwei Vereine noch im Rennen, gegen die Wolfsburg extrem schlecht bzw. unglücklich ausgesehen hat. Gegen Berlin sogar trotz guter Einstellung...

Tor
Dshuni zum wiederholten Male mit unsicherem Beginn, dann aber mit vielen gigantischen Aktionen. Ließ mit seinen tollen Reflexen keinen weiteren Nadelstich der Gäste zu, konnte aber auch fast immer auf die Aufräumarbeit seiner Vorderleute zählen.
Dshunis Beinarbeit ist und bleibt für mich, nebenbei bemerkt, einfach Weltklasse!

Verteidigung
Der Kapitän ist wieder an Bord. Blake Sloan strahlte bei seinem Comeback eine unglaubliche Präsenz und einen unglaublichen Willen aus. In dieser Form der absolute Leader und genau die Persönlichkeit, die in den letzten Partien vielleicht gefehlt hat.
Armin Wurm mit der Rettungsaktion der Saison; ansonsten passt er einfach neben Blake Sloan – ein weiterer positiver Effekt der Rückkehr des Kapitäns.
Traynor und Bina mit guten Vorstellungen, wobei Bina sich immer weiter stabilisiert präsentiert. Wenn der Gegner das Forechecking hin und wieder einstellt, kann der US-Amerikaner sogar seine Aufbauqualitäten zeigen...BITTE mehr davon!
Fischer und Schmidt wussten ebenfalls zu überzeugen. Dank der interessanten Strafenverteilung fiel das Fehlen des zuletzt immer wieder schwächelnden Alavaara nicht wirklich auf – ein Blueliner wurde selten benötigt... 

Sturm
Die erste Reihe bleibt eine echte Augenweide. Tyler Haskins ist weiter heftigst „on fire“ und transportiert einfach einen Geist, der den Rest mitreißt!
Aber auch die anderen Formationen lieferten einen überzeugenden Auftritt, wobei der für den verletzten Hoggan neben Ulmer und Furchner gerückte Morczinietz sich für weitere Einsätze empfehlen konnte. Da Andy zuletzt überzähliger 13.Stürmer war, kann der Wolfsburger die kommenden Partien bis zu Hoggans Rückkehr nutzen, um sich einen Platz in den vier Reihen zurückzuerobern. Da mit Strakhov ein weiterer Akteur (nach Pucktreffer) verletzt auszuscheiden droht, könnte die Frohnatur im Kader der Grizzlies sogar ohnehin bis zum Saisonende ohne Unterbrechung im Einsatz bleiben.
Ein herzlicher Glückwunsch geht zum Abschluss natürlich an Sebastian Furchner, der mit seinem Shorthander nicht nur diese wichtige Partie in die richtigen Bahnen lenken konnte, sondern auch seine zweimonatige Torflaute beenden konnte. Also, Furchi: Auf viele weitere wichtige Treffer in den kommenden Wochen! mb

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