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EHC - Augsburger Panther 4:0

Rund 3450 Zuschauer, darunter viele junge „Nachwuchsfans“, wollten dem Hauptrundenabschluss gegen den Vizemeister der Vorsaison beiwohnen. Hatte der Gast aus Augsburg in der letzten Spielzeit die Titelträume der Grizzlies im Halbfinale jäh beendet, so waren es diesmal die Panther, deren Ambitionen frühzeitig an der Realität zerbrochen waren.
Der Gast aus Bayern war, wie eigentlich jede Saison, mit kleinem Etat und dem Ziel „Erreichen der Play-offs“ an den Start gegangen, musste dieses Vorhaben aber schon weit vor Saisonende als Tabellenletzter zu den Akten legen.
Entsprechend locker ging es dann auch zu Beginn zur Sache...

1.Drittel
Deutlich motiviert und mit viel Tempo startete das Team von Pavel Gross in die Partie. Eben jener hatte kurz vor Anpfiff noch die Auszeichnung zum besten Trainer der aktuellen DEL-Saison von der Fachzeitschrift „Eishockeynews“ entgegen genommen und musste sich nach wenigen Minuten allerdings verwundert die Augen reiben: Einer völlig abstrusen Entscheidung wegen „Stockschlags“ gegen Sulkovsky ließ das HSR-Duo eine korrekte Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis folgen!
Wolfsburg sah sich somit ab Anfang der 4.Spielminute 1,5 Minuten in doppelter Unterzahl gegen das statistisch beste Überzahlspiel der Liga. Doch außer einem Pfostentreffer brachten die Gäste lediglich 2 Schüsse auf oder dicht neben das Gehäuse der Grizzlies zustande und lehnten das Geschenk der Referees mehr oder weniger dankend ab.
Es folgte eine der intensiveren, wenn nicht die einzig intensive Phase der Partie. Beide Teams zeigten noch einmal, wie es aussehen könnte, wenn es noch um etwas gehen würde – mit dem besseren Ende für den EHC, der in Person von Christoph Höhenleitner den 1:0 Führungstreffer (8.Min) erzielen konnte. Nachdem der Wolfsburger Stürmer diesen ersten Nadelstich gegen die mäßig motivierten Gäste gesetzt hatte, schaltete zunächst beide Teams in eine Art „Sommermodus“, dann fing der Gastgeber an zu tricksen. Höhepunkt stellte dabei das 2:0 durch Ken Magowan dar, der hinter dem von Leo Conti gehüteten Gehäuse der Gäste seine Gegenspieler geradezu provokant vernaschte. Der Wolfsburger Torjäger zog bei seinem Treffer um das Gehäuse der Panther herum an einem Gegenspieler vorbei und legte sich den Puck vor, indem er das Tor seitlich als Bande benutzte. Bevor sein Gegenspieler die Beine sortiert hatte, schlug es – nach einer schnellen Drehung - auch schon im Augsburger Netz ein.
Einer weiteren Druckphase der Grizzlies folgte der entspannte Ausklang in Richtung erste Unterbrechung.
 
 
2.Drittel
Da sich Gästestürmer Flache schlauerweise mit dem Abpfiff des ersten Drittels ein Frustfoul geleistet hatte, begann der Mittelabschnitt mit Wolfsburger Überzahl.
Nach 54 Sekunden durfte er dann auch gleich wieder mitspielen, denn die Grizzlies hatten sich durch Jan-Axel Alavaara erneut in die Torschützenliste dieser Begegnung eingetragen. Dem 3:0 des Hauptrundenersten folgten weitere Frustbekundungen der Gäste, die in diesem Drittel jede Menge Stockfouls zum Besten gaben. Zweimal 2+10 wegen Check gegen den Kopf- und Nackenbereich, einmal Stockschlag und einmal Stockcheck war am Ende die wenig rühmliche Bilanz der genervt agierenden Bayern. Dass keine weiteren Tore fielen war letztlich der ebenfalls nun nachlässiger gestalteten Spielweise der Grizzlies geschuldet, die darüber hinaus wohl auch ein wenig auf ihre Gesundheit achteten...
Den größten Schreckmoment jagten sich die Grizzlies kurioserweise dann aber selber ein: Alavaara hatte zur Mitte des Drittels seinen im Slot kreuzenden Kollegen Magowan mit einem viel zu hoch geratenen Schlagschuss am Oberkörper in Nähe des Kopfes erwischt: Den Wolfsburger Fans stockte für die Dauer einer endlos scheinenden Minute der Atem! Doch der vom Ligakrösus abgeworbene Torjäger der Grizzlies berappelte sich schließlich und konnte nach kurzer Pause die Partie zuende spielen. 

  
3.Drittel
Nun war der Druck endgültig aus der Partie gewichen und das Spiel dümpelte mehr oder weniger seinem Ende entgegen. Die Heimfans feierten den Spitzenplatz in der diesjährigen Hauptrunde, die Heimmannschaft vergab noch die eine oder andere Torchance (teilweise sogar recht spektakulär vor leerem Gehäuse) und die Gäste wollten nur noch nach Hause bzw. in den Urlaub. Nach weiteren 20 Spielminuten und dem 4:0 durch David Sulkovsky (57.) war dann auch jeder am Ziel seiner Wünsche. Die Grizzlies konnten mit ihren Fans den erfolgreichen Verlauf der Hauptrunde feiern und die Panther konnten endlich zurück in ihren Mannschaftsbus.

Mein subjektiver Eindruck:
Man bekam, was man in einem derart bedeutungslosen Spiel erwarten durfte. Einen standesgemäß sich aus der Hauptrunde verabschiedenden Tabellenführer und einen durchaus frustrierten Tabellenletzten, der das Ganze nur schnell und ohne größere Blamage hinter sich bringen wollte. Mit ein bisschen mehr Scheibenglück hätte sich diese entspannte Vorstellung des EHC sogar unter diesen Umständen noch zu einem saisonabschließenden Debakel für die Gäste aus Augsburg auswachsen können.
Einzig wirklich positive Erkenntnis dieser Begegnung war das Ausbleiben weiterer (gravierender) Verletzungen im Kader der Grizzlies. Magowans Abschuss und eine Szene um Andy Morczinietz, der kurzfristig im Liegen hinter der Bande behandelt werden musste, ausgeschlossen.
Mit den potentiellen Viertelfinal-Gegnern Köln, München und Nürnberg kann ich, abschließend bemerkt, sehr gut leben. Alle drei sollten uns nach der Pre-Playoff Pause den Einstieg in selbige nicht zu schwer machen, so dass wir uns bereits im Viertelfinale auf schöne und spannende Spiele freuen können – natürlich mit dem besseren Ende für die Grizzlies ;)


Tor
Reimer mit shut-out und tadelloser Leistung. Die Qualität der auf ihn abgegebenen Schüsse war allerdings, bis auf eine Handvoll Ausnahmen, auch eher mäßig. Die Auszeichnung zum besten Goalie der Saison hätte er sich, meiner bescheidenen Meinung nach, durchaus mit Dshuni teilen können. Aber, getreu dem Motto zur neuen Saison: Es kann nur einen geben!
Einen Play-off Auftakt mit Dshunussow im Tor würde ich nichtsdestotrotz sehr begrüßen. Die Zukunft fängt schließlich schon heute an...

Verteidigung
Fischer und Alavaara in guter Verfassung und bei drei Treffern auf dem Eis – unseren Treffern, natürlich. Wobei Alavaaras „Genauigkeit“ von der blauen Linie uns an diesem Tag fast einen unserer Besten gekostet hätte!
Bina und Traynor solide und kaum in Bedrängnis – das könnte, von mir aus, auch in den wesentlich intensiveren Play-off Spielen so bleiben. Allein der Glaube fehlt mir da diesbezüglich.
Wurm überzeugte an der Seite unseres stark auftretenden Kapitäns erneut, Schmidt und Martinovic durften weder in der Verteidigung noch im Sturm ran.


Sturm
Die drei eingesetzten Reihen machten durchweg einen ordentlichen Job. Positive Überraschung war für mich dabei die Reihe um Jason Ulmer, der an allen vier Toren beteiligt war. Seine Nebenleute Sulkovsky und Höhenleitner steuerten zwei Tore bei, während Wolfsburgs Dauerbrenner auf der Centerposition auch mit den Kollegen Magowan und Morczinietz erfolgreich war, als deren Center Hospelt bereits oder noch auf der Bank weilte. Ein Treffer im Powerplay krönte aus seiner Sicht diesen erfolgreichen Abend schließlich.
Insgesamt rissen die übrigen Reihen zwar keine Bäume aus, blieben aber unter den gegebenen Umständen im grünen Bereich. Einzig Furchner und Dahlman, die offenbar in der Gesamtschau der letzten Spiele beim Trainer in Ungnade gefallen waren, mussten über die komplette Spieldauer ihren Kollegen von der Bank aus zuschauen. Better luck next time!

Insgesamt betrachtet, kann ich nach dieser außergewöhnlichen und sehr erfreulichen Hauptrunde nur sagen:

PLAY-OFFS WIR KOMMEN! JETZT GEHT DIE SAISON ERST RICHTIG LOS!

mb