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(PO) EHC - Krefeld Pinguine 4:2

Nach einer harten Serie gegen die Hannover Scorpions stand mit Krefeld nun der zweite Gast der diesjährigen Play-offs relativ spät fest. Erst im fünften Spiel konnte der Halbfinalkontrahent der Grizzlies zwischen dem amtierenden Meister und den Pinguinen ermittelt werden, die sich in dieser Serie als enorm starker Mitbewerber um die DEL-Meisterschaft präsentierten. Entsprechend gewarnt und motiviert ging das Team von der Aller folglich an den Start zu diesem ersten, vielleicht richtungsweisenden Kräftemessen. 

1.Drittel
Kurz und bündig: Das Team von Pavel Gross erwischte einen absoluten Traumstart.
Die Gäste aus Krefeld hatten sich mit den ersten Angriffswellen der Grizzlies etwas überfordert gezeigt und mussten, obwohl mit der frischeren Spielpraxis ausgestattet, offenbar erst die Müdigkeit aus den Beinen spielen. Eine Strafzeit und zwei Tore gegen die Pinguine später, war dann offenbar auch der letzte Gast hellwach und im Halbfinale angekommen, denn die Partie sollte ab da ihr Gesicht Stück für Stück verändern.
Doch zunächst jubelten nur die Fans in orange, denn schon in der 6.Minute nutzte ihr Team das erste Überzahlspiel der Begegnung zum 1:0 durch Norm Milley. Im Anschluss an einen Alavaara-Kracher hatte der Wolfsburger Stürmer den Rebound volley aus der Luft genommen und hinter Langkow in die Maschen gesetzt.
Die Grizzlies hatten sich kaum über dieses frühe Glück beruhigt, da schlug es auch schon wieder hinter Krefelds Keeper ein: Erneut Milley verwertete einen Rebound seiner Reihe zum 2:0 – gerade einmal eine gute Minute später...
Das hätte wohl so weiter gehen können, doch Wolfsburg brachte sich keine zwei Zeigerumdrehungen nach dem Doppelschlag durch eine unnötige Strafzeit selbst aus dem Takt und die Gäste früher als nötig ins Spiel. Nun bekam Krefeld deutlich sichtbar Boden unter die Füße und spielte sich seinerseits in einen wahren Angriffsrausch. Nach einer noch recht glimpflich ablaufenden Überzahl, schalteten die Gäste noch einmal deutlich einen Gang hoch und waren in den folgenden Minuten dem Anschluss mehr als nur nahe.
Doch die Grizzlies, allen voran Jochen Reimer, zeigten sensationelle Abwehraktionen und verhinderten bis zur ersten Pause jeden Torerfolg der Pinguine.
Besonders spektakulär rettete Ken Magowan für seinen geschlagenen Keeper, als er einen Puck im Liegen von der Linie kickte – wenig später machte es ihm sein Torhüter mit der Kelle nach und kratzte im Umdrehen den eintrudelnden Puck im letzten Moment von der Linie. Wer zu diesem Moment – egal ob orange oder gelb gekleidet – keinen Puls von 150 hatte, dürfte wohl einen Zettel am Zeh tragen.
An dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll auch die in der 14.Minute verhängte zweite Strafe gegen das Heimteam. Die wegen einer eher beiläufigen Bewegung verhängte Strafe wegen „Haltens“ zeigte mehr als deutlich, dass neben dem Gast auch die Schiedsrichter offenbar noch etwas Zeit zum Eingewöhnen brauchten.
 


2.Drittel
Eine ausgeglichene Partie entfaltete sich nun vor den Augen der Zuschauer, die ab der 28.Spielminute erst wieder so richtig an Fahrt aufnehmen sollte. In einer 4 gegen 4 Situation nutzten beide Teams den Platz auf dem Eis, um mächtig aufs Gaspedal zu drücken und entsprechende Torszenen zu kreieren. Gerade als es den Eindruck machte, als ob Wolfsburg sich einen Vorteil erspielen könnte, schlug es im Kasten der Grizzlies zum ersten Mal ein. Wolfsburgs Alavaara hatte sich einen Fehler im Aufbauspiel erlaubt und Blank und Pietta den folgenden Konter eiskalt zum Anschluss genutzt (32.Min).
Der Gastgeber wirkte allerdings eher wütend, denn geschockt und zog die Zügel auf dem Eis weiter an – mit Erfolg! Fand ein Treffer von Sulkovsky zunächst noch keine Anerkennung (der Referee hatte zu früh abgepfiffen), so gelang im nächsten Powerplay die Wiederherstellung des alten Abstandes.
Dusan Milo auf Seiten der Gäste hatte sich nur noch per Foul zu helfen gewusst und musste in der 34.Minute tatenlos auf der Strafbank mitansehen, wie Jan-Axel Alavaara den Hammer auspackte und seinen Fehler aus der 32.Minute umgehend korrigierte. Das 3:1 hätte aber noch längst nicht der Schlusspunkt dieses Drittels aus Sicht der Gastgeber sein müssen. Vielmehr gaben die Gäste, bei denen nun alle Ordnung vorübergehend zum Teufel gejagt wurde, den Grizzlies mehr als eine Chance die Partie endgültig zu entscheiden. Trotz einer fast zweiminütigen Überzahl im Anschluss an besagtes 3:1 und einem zusätzlichen(!) Penaltyschuss wegen Werfen eines Gegenstands (Helm) nach dem Puck im eigenen Drittel gelang dem EHC tatsächlich kein weiterer Treffer!
Wer die Vorentscheidung so leichtfertig vergibt, der darf die Konsequenzen (zurecht) fürchten...
 

3.Drittel
...und diese Konsequenzen ließen auch nicht lange auf sich Warten.
Gleich mit der ersten Überzahlgelegenheit des Schlussabschnitts machten die Pinguine das Spiel wieder spannend. Akdags verdeckter Torschuss aus dem Rückraum (42.) schlug flach und gut platziert neben dem Pfosten des Grizzlygehäuses ein - und plötzlich ging das Wolfsburger Zittern los. Denn schon drei Minuten später kam es noch dicker für die bis dahin fest im Sattel sitzenden Hausherren: Das bis dahin mehr oder weniger nahvollziehbar leitende Schiedsrichtergespann, zu welchem auch Wolfsburgs „Liebling“ Stephan Bauer gehörte, entschied auf Matchstrafe gegen Sebastian Furchner, der hinter dem Gästetor mit Krefelds Milo zusammengerasselt war. Die unterstellte Verletzungsfolge hatten dabei die beiden Offiziellen genauso exklusiv beobachtet wie den angeblichen Check gegen Kopf- und Nackenbereich. Eine Situation, die man ebenso mit 2 Minuten wegen unkorrektem Körpereinsatz (charging), aber natürlich auch mit Spieldauer- oder Matchstrafe belegen konnte, glitt so ein wenig ins Absurde, da weder Verletzungsabsicht (Arme waren angelegt) noch die Verletzung selber (Milo war lediglich leicht benommen) nachzuvollziehen waren.
Doch jetzt schaltete der vorbildlich unterstützende Anhang der Grizzlies, wie zuvor das eigene Team, noch einen Gang höher und pushte das eigene Team – praktisch bis zum Schlusspfiff – erst durch die fünfminütige Unterzahl und anschließend durch die durchaus spannende zweite Hälfte dieses Schlussdrittels.
Und siehe da: Kaum war diese prekäre Situation überstanden, ging der Grizzly auch schon wieder zum Angriff über und der EHC hatte seinerseits mehr als einmal die Chance, das Spiel endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Doch mit Scott Langkow im Tor sollte dieses Unterfangen nicht mehr gelingen. Der Krefelder Goalie glänzte bis kurz vor Schluss mit den von ihm bereits aus früheren Begegnungen bekannten Reaktionen und erst als der Keeper der Pinguine seinen Kasten für einen sechsten Feldspieler geräumt hatte, konnte Ken Magowan mit dem Schuss ins leere Tor (60.) den Sack zubinden.
Der erste, so wichtige, Sieg der Serie war somit in die Volkswagenstadt geholt!

Mein subjektiver Eindruck:
Während Köln mit unserem Team doch hin und wieder etwas überfordert gewirkt hatte, so brauchte der Gast aus der Seidenstadt lediglich ein paar Minuten, um sich auf ein ähnliches Niveau wie unsere Grizzlies zu begeben. Doch diese Minuten reichten am Ende, um die Pinguine auf Distanz zu halten. Trotzdem gilt für die beiden Treffer aus der 6.+7. Minute: Anschauen, verfeinern und wiederholen! Wie schon in den Spielen gegen die Haie war das Verhalten im gegnerischen Slot spielentscheidend. Während Krefeld auf Konter und Überzahlspiel angewiesen scheint, könnte der EHC diese Serie durchaus bei 5 gegen 5 zu seinen Gunsten beeinflussen. Konsequentes Nachsetzen zum Rebound und ständige Unruhe am gegnerischen Torraum können ein Team, das bereits fünf harte Spiele hinter sich hat, mental enorm ermüden. Die sich ergebenden Chancen müssen dann natürlich entsprechend über die Linie gedrückt werden. Wenn man sich zu sehr auf die läuferischen Vorteile verlässt, sehe ich noch keine größere Gefahr für Krefeld die Serie über die Kondition zu verlieren. Trotzdem kann letztere in einem eventuellen fünften Spiel zu einem Faktor werden.
Insgesamt darf man sich wohl auf äußerst enge und harte Spiele freuen, in denen ein wenig Scheiben- und Schiedsrichterglück sicherlich nicht unerheblich sein werden.


Tor
Der Joker in Galaform. Unglaubliche Reflexe und eine durchgängig konzentrierte Vorstellung dürften einen seiner Karrierehöhepunkte, zumindest in Sachen Leistung, markiert haben. Einfach nur gigantisch! 

Verteidigung
Alavaara wieder mit einem dieser eher ungewohnten Aussetzer – packt dafür aber wieder den „boomstick“ aus!
Nebenbei nicht eine einzige Strafe gegen unsere Verteidiger! Das spricht dafür, dass man die Überzahlgelegenheiten der Pinguine durchaus auf ein Minimum senken können dürfte ohne das Risiko ein sicheres Tor nicht verhindern zu können.
Insgesamt macht mir gerade das Auftreten unserer Defensive viel Mut, dass wir auch in dieser Serie mehr als nur eine 50/50 Chance haben dürften.
Robbie Bina spielt nach wie vor klasse! Ich erwähne das bewusst immer wieder, da ich ihn auch lange genug kritisiert habe...
Wurm erstaunt mich ebenso weiterhin: Aus dem Nachwuchstalent wird fast zusehends ein abgeklärter DEL-Verteidiger – genial!

Sturm
Die erste Reihe rockt nach wie vor das Haus. Zusammen mit der, leider nun gesprengten, zweiten Reihe erzeugt das Team einen schier unglaublichen Druck auf das gegnerische Gehäuse. Aber auch der stets geradezu wütend agierende Höhenleitner und ein immer besser aufspielender Toni Dahlman unterstützen die öfter scorenden Kollegen vorbildlich. Sollte Hoggan doch noch zurückkehren, wird es langsam wirklich schwer zu entscheiden, wer dafür auf die Tribüne müsste...
Ein Kritikpunkt: Die Fouls unserer Stürmer trugen häufig das Prädikat „sinnfrei“, da meist ohne Not begangen. Da heißt es gegen einen starken Gegner wie Krefeld das Gleichgewicht zwischen Härte im Zweikampf und Disziplin neu zu finden.
Krefelds Überzahlspiel sollte, nach Möglichkeit, nicht zum Faktor werden.
Insgesamt bleibt aber auch die Effektivität bei eigenem 5 gegen 3 ausgesprochen ausbaufähig und hätte uns fast den Sieg gekostet. Auch wenn’s weh tut: Harte Arbeit im Slot, gegebenenfalls auch mal ein Treffer durch den eigenen Mann, sind nicht immer durch geniales Passspiel zu ersetzen. Schon gar nicht, wenn die eigenen Nerven zu sehr unter Strom stehen. mb

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