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Spielberichte 11/12

(PO) EHC - Straubing Tigers 1:3

  • Geschrieben von Martin
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Die Grizzlies hatten mit ihren Leistungen bis zum letzten Heimspiel der Saison vieles versprochen, konnten aber schon bei letzten Spiel der Hauptrunde nichts davon halten.
Was vor rund 800 mitgereisten Fans in Hannover seinen Anfang genommen hatte, (Verletzungspech und komplette Harmlosigkeit) hatte sich in den ersten beiden Partien des Viertelfinals leider fortgesetzt.
Dem unglücklichen 1:2 vor heimischer Kulisse folgte ein desaströser Auftritt in Straubing, der so ziemlich alles vermissen ließ, was ein erfolgreiches Play-off Team benötigt: Härte, Schnelligkeit, Struktur und Torgefährlichkeit…alles Fehlanzeige.
So kam es im dritten Spiel der Serie nun zur vermeintlichen Vorentscheidung, die der EHC natürlich unter allen Umständen für sich entscheiden wollte – auch wenn diese Umstände nicht die besten waren…

1.Drittel
Ohne den zusätzlich ausgefallenen Nathan Paetsch, dafür wieder mit John Laliberte im Kader traten die Gastgeber zum zweiten Mal in der Eisarena gegen das Überraschungsteam aus Straubing an.
Wie schon im ersten Aufeinandertreffen ließen die Grizzlies sich nicht zweimal bitten und versuchten den Gast gleich zu Beginn an die Wand zu spielen, was lediglich zu einer optischen Überlegenheit führt. Zählbares gab es für Wolfsburg, wie so oft in dieser Serie, nicht zu vermelden. Angriffswelle auf Angriffswelle rollte auf das von Barry Brust gehütete Gehäuse, doch nicht einer der zahlreichen Versuche wollte sich über die Linie mogeln. Die Tigers zeigten in der Folgezeit, vielleicht zum ersten Mal in der Serie, so etwas wie Nerven: Einer Boxeinlage von Keil und Davis folgte im späteren Verlauf einer der bekannten Ausraster des Straubinger Goalies an welchen sich ein weiteres Handgemenge und ein Überzahlspiel der Grizzlies anschlossen. Mit fatalem Ende.
Einen haarsträubenden Abspielfehler der Wolfsburger im eigenen Drittel wusste Straubings Dustin Whitecotton zum 0:1 zu nutzen (16.) und stellte den Spielverlauf somit komplett auf den Kopf.
Wolfsburg präsentierte sich bis zum ersten Pausenpfiff sichtbar angeschlagen, spielte kurz sogar mit sechs Spielern und holte sich prompt die entsprechende Strafzeit ab. Dass es dank zweier schöner Paraden von Wolfsburgs Dshunussow nicht mit zwei Treffern Unterschied in die Kabinen ging, machte die Sache für Team und Fans der Grizzlies kaum erträglicher.

2.Drittel
Gut erholt vom ersten Schock des unverdienten Führungstreffers der Gäste, griff der EHC erneut mit allem an, was er zu bieten hatte…und scheiterte wiederum. Teils an der eigenen Abschlussschwäche, teils am bestens aufgelegten Brust im Tor der Tigers, der nach den eher überschaubaren Herausforderungen der ersten beiden Spielen nun wirklich sein ganzes Können zeigen musste.
Während der Gastgeber sich also in der ersten Minuten des Mitteldrittels geradezu wund gespielt hatte, reichte den Tigers die nächste Wolfsburger Ungenauigkeit im Stellungsspiel, um in der 28.Minute in Person von Daniel Sparre zum 0:2 über Dshunussows Fanghand einzunetzen.
Was folgte waren die hässlichsten 10 Minuten der bisherigen Playoffs:
Zunächst musste Christopher Fischers Kopf mit dem im letzten Moment im Vorbeifahren hochgezogenen Ellenbogen des Straubingers Germyn Bekanntschaft machen (30.). Obwohl der Wolfsburger zunächst benommen liegen blieb und Angriffe zum Kopf angeblich strenger bestraft werden sollen, durfte sich Germyn mit einer äußerst milden 2+10 Strafe Richtung Strafbank trollen, was beim Anhang der Grizzlies naturgemäß auf wenig Gegenliebe stieß.
Die Emotionen und das Spieltempo zogen auf dem Eis in der Folgezeit spürbar an. Während die teils rasanten Spielzüge keine zählbaren Effekte nach sich zogen, kam es in der Schlussminute des Drittels dafür im Bereich Strafzeiten und Aggressionen knüppeldick: Zunächst musste Wolfsburgs Andre Huebscher nach einem Schubser in die Bande, nach jämmerlichem Wehklagen des Straubinger Gegenspielers (der schnell noch den Helm vom Kopf genommen hatte) mit einer MATCHSTRAFE das Spiel vorzeitig beenden, dann brannten nur sieben Sekunden später dem zur Drittelmitte grob gefoulten Fischer komplett die Sicherungen durch. Mit einem äußerst üblen Check in den Rücken von Karl Stewart beendete der Wolfsburger Verteidiger nicht nur ebenfalls vorzeitig die Partie, sondern beerdigte auch die letzte Siegchance der Grizzlies. Fast volle fünf Minuten doppelte Unterzahl waren der gerechte „Lohn“ für diese unfaire und sinnlose Frustaktion.
Ob eine derartige Eskalation mit der angemessenen Spieldauerstrafe gegen Carsen Germyn hätte verhindert werden können, bleibt natürlich Spekulation, ist aber alles andere als ausgeschlossen.

3.Drittel
Fast hätten die mittlerweile arg dezimierten Grizzlies die doppelte Unterzahl sogar schadlos überstanden. Als der Puck dann doch noch zum 0:3 durch Markus Hundhammer einschlug (45.), standen sage und schreibe noch je 2 und 9 Sekunden auf der Strafzeitenuhr – ein Sinnbild für den Verlauf der bisherigen Serie gegen den Kontrahenten aus Bayern.
Und weiter ging das Sammelsurium aus der Kategorie „worüber man sich alles ärgern kann“: Zwei Minuten später jubelten endlich die Gastgeber zum ersten Mal an diesem Nachmittag, nur um nach Videobeweis wieder in das bereits bekannte Dauerkopfschütteln zu verfallen – kein Tor, der Puck war von der Latte VOR die Linie geprallt.
Als Zugabe setzte es im Anschluss eine weitere Strafzeit gegen die Grizzlies und die Minuten liefen munter herunter…was sich sogar reimt.
Doch Wolfsburg zeigte weiter Herz, rannte unbeirrt an, um seinem Publikum wenigstens den Ehrentreffer zu bescheren. Doch erst einmal folgte die nächste Hiobsbotschaft: Marvin Degon schlitterte nach einem unglücklichen Zusammenprall samt Gegner Richtung Bande und krachte mit abgewinkeltem Kopf in selbige. Mit deutlichen Zeichen einer Gehirnerschütterung blieb der Wolfsburger Verteidiger zunächst liegen, um dann benommen an der Bande entlang und über jene zu torkeln.
Ohne Torhüter und mit sechstem Feldspieler gelang den Hausherren dann schließlich, wie im ersten Duell, doch noch der Ehrentreffer zum 1:3. Torschütze Milley brach allerdings nicht wirklich in Jubelarien aus…
Ohne weiteren empty-netter endete das Spiel schließlich mit einem weiteren Sieg der Tigers, die nun 3:0 in der Serie führen.
 
 
Mein subjektiver Eindruck
Der Wille stimmte - wie im ersten Spiel der Serie.
Der Torabschluss war erbärmlich – wie im ersten und zweiten Spiel der Serie.
Straubing spielte hochkonzentriert, ohne zu glänzen – wie in jedem Spiel der Serie.
Der geradezu lachhaften Vorstellung in Straubing, die man seitens der Grizzlies bestenfalls als Dameneishockey bezeichnen konnte, folgte wieder eine vorbildliche Energieleistung. Doch ohne Vollstrecker bleibt es eben bei ergebnisneutraler Arbeit und von den verbliebenen Akteuren buhlt damit, meiner Meinung nach, keiner um einen neuen Vertrag.

Tor
Daniar spielt seine ersten Playoffs. Man merkt es und das ist ganz klar die Schuld der Trainer (Krinner und Gross) bzw. der sportlichen Leitung. Gerade als man ihm den angehenden Rentner Oliver Jonas vorzog, machte man eigentlich alles falsch, was man falsch machen konnte (Jonas verkackte die Serie gegen Hannover dann ja auch prompt…).
Er machte bisher zwar keinen größeren Fehler, der zu einem Tor führte, wirkte dabei aber stets nervös wie ´ne Tüte Mücken. Abpraller en masse, fallengelassene Pucks vor und zwischen die eigenen Beine usw, usf.
Konsequent hingegen, dass man ihn im dritten Spiel trotzdem zwischen die Pfosten stellte und siehe da: Es lief vergleichsweise besser, wenn er auch noch nicht annähernd so viel Ruhe ausstrahlte, wie es ein Goalie in den Playoffs tun muss. Anders kann er es emotional nicht verinnerlichen, dass Playoffs auch kein jüngstes Gericht, sondern nur eine besonders intensive Phase der Saison sind. Ein erfahrener Goalie geht höchstens mit einem Lächeln unterm Helm in diese Spiele, nicht mit Sorgenfalten…
Dshuni wird auch das lernen.

Verteidigung
Bis auf Kohl und Bina erreichte keiner der Verteidiger auch nur annähernd Normalform. Sloan baut fast mehr Mist, als dass er hilft (egal ob vorn oder hinten), Schopper bringt die nötige Härte aber teilweise null Überblick mit, Fischer präsentiert sich geradezu vogelwild und Degon bleibt bestenfalls äußerst blass…und eventuell verletzt. Paetsch ist letzteres bereits.
Tendenz zur Vertragsverlängerung ist bei keinem der drei genannten Ausländer ohne Kontrakt (Sloan, Paetsch, Degon) für mich überdeutlich zu sehen.
Darüber hinaus trat das Team seit der Rückkehr des alten Kapitäns im Spiel gegen Hannover, durchweg schwach und seltsam auf. Offenbar ist mit Hospelts Ablösung etwas durcheinander geraten, was nicht wieder gerade gerückt werden konnte.
 
Sturm
Viel Arbeit, wenig Ertrag. Auch ein Kai Hospelt lässt nur im denkbar gruseligsten Auswärtsspiel kurz seine Möglichkeiten aufblitzen, ansonsten reihte sich der Wolfsburger Toptorschütze nahtlos in die Rohrkrepierer-Fraktion ein. Vor allem an sinnigen Kombinationen, die mit einem Abstauber oder an Schlagschüssen, die mit einem erkämpften Rebound enden, mangelte es nun in gleich drei Begegnungen nacheinander. Saisonrekord, würde ich mal behaupten. Lediglich Norm Milley macht das, was er immer macht, findet aber kaum mitdenkende Nebenleute.
Laliberte ist nicht fit, bei Foster kann man nur in seinem eigenen Interesse hoffen, dass er auch nicht fit ist. Arm. Ganz arm.
Ein wild fightender, aber absolut limitierter Davis kann einem da fast genauso leidtun wie Dauerläufer Furchner, der häufig durch harmlose Abschlüsse glänzt.
Alle anderen erfüllten zumindest die ihnen zugedachte Rolle, konnten aber in keiner Weise für die ausgefallenen und angeschlagenen Topscorer in die Bresche springen.


Fazit
Drei sehr frustrierende und in einem Fall sogar äußerst enttäuschende Spiele liegen nun hinter uns. Dem Team fehlen neben den verletzten Haskins, Laliberté, Diesel, Wurm und Paetsch nun auch noch die gesperrten Huebscher und Fischer und vermutlich der verletzte Degon. Laliberte und Sloan wirken bei Weitem nicht auf der Höhe ihrer Kräfte – was sollte jetzt noch für uns sprechen? Richtig: Nichts.
mb

EHC - ERC Ingolstadt 6:1

  • Geschrieben von Martin
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Im absoluten Spitzenspiel des 51.Spieltags war der Tabellenzweite aus Ingolstadt in der Eisarena zu Gast. Und eben jener zweite Platz war es, auf den es die gastgebenden Grizzlies mithilfe eines Drei-Punkte-Siegs abgesehen hatten.
Über 3000 Zuschauer zeigten sich dabei in bester Play-off Stimmung und sollten erneut ihren Teil zu einem gelungenen Abend beitragen…

1.Drittel
Es roch nach Mannheim. Der Gast aus Bayern setzte im ersten Drittel deutlich auf den Versuch sich durch Härte den nötigen Respekt zu verschaffen und irgendwie den Rhythmus der Gastgeber zu zerstören. Dass gleich im Anschluss an das erste Powerplay der Grizzlies Ingolstadts Greilinger das 0:1 markieren konnte (5.), war dann natürlich zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Panther. Nathan Paetsch hatte einen aus dem eigenen Drittel heraus stürmenden Panther angeschossen und somit den Konter der Gäste ermöglicht.
Wolfsburg überbot sich im Anschluss, wie zuletzt leider häufig zu beobachten, im Auslassen von Überzahlgelegenheiten. Doch nicht mangelnde Kreativität, sondern vor allem Pech war diesmal der ausschlaggebende Faktor, der den Grizzlies jeglichen Torerfolg im Auftaktdrittel verwehrte. Hospelts und Fischers Pfostentreffer waren da nur Sinnbild für eine geradezu verhext wirkende Phase im Spiel der Gastgeber. Ingolstadt hingegen fand praktisch nur durch Konter und unschöne, meist regelwidrige, Einlagen statt. Als mit Prestin Ryan ausgerechnet einer der Routiniers der Panther sich Wolfsburgs Jüngsten griff (10.), um an diesem ein Faustkampf-Exempel zu statuieren, war wohl auch dem Letzen im Rund klar, wie die Marschroute der Gäste an diesem Abend einzuschätzen war.
Mit viel Frust, einem knappen Rückstand und jeder Menge Wut im Bauch ging es für die Grizzlies in die erste Pause. 
 
2.Drittel
Doch, oh Wunder: Der Gast probierte es, offenbar nach entsprechender Ansprache in der Kabine, mit Eishockeyspielen – und hatte sogar fast Erfolg damit! Für kurze Zeit entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Panther die besseren Chancen hatten. Die beste dieser Möglichkeiten verhinderte allerdings Wolfsburgs Schlussmann Dshunussow, der mit einem sehenswerten Spagat Greilingers Schuss im letzten Moment aus der unteren Ecke bugsieren konnte. Dann wurde es turbulent: Die Grizzlies kassierten zunächst eine überflüssige Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, Ingolstadt traf in Überzahl zum vermeintlichen 0:2, das Spiel lief im Anschluss jedoch weiter, Wolfsburg erzielte im direkten Gegenzug ein unstrittiges Tor…Videobeweis! Während die Eisarena bereits freudetrunken feierte machte nur langsam die Erkenntnis die Runde, dass es gar nicht der Treffer der Grizzlies war, der begutachtet werden sollte. Dann die Gewissheit: Das Tor der Gäste zählte nicht, das 1:1 durch Laliberte jedoch schon. Es sollte der endgültige Wendepunkt der Begegnung werden. Nur zwei Minuten später war es wieder der als Abgang zu den Panthern gehandelte Laliberte, der mit einem harten Schuss auf Ingolstadts Gordon das 2:1 vorbereitete. Christopher Fischer drückte die Scheibe per Rückhand über die Linie, wobei der Torhüter der Gäste zum ersten Mal nicht wirklich glücklich ausgesehen hatte.
Wolfsburg entwickelte jetzt wieder deutliche Dominanz und wurde lediglich durch eine Strafe in der 37.Spielminute etwas ausgebremst – vorübergehend.

3.Drittel
Der Grizzly-Express rollte nun vollständig an. Ingolstadt antwortete mit unfairen Aktionen, zeigte sich dem Schwung der Gastgeber aber insgesamt nicht mehr gewachsen. Dem 3:1 in Überzahl durch den starken Laliberte (46.), ließ Wolfsburgs Hospelt nur 30 Sekunden später das 4:1 per Kracher von der Blauen folgen – der Drops war gelutscht! Beim dritten Treffer hatte Ingolstadts Gordon erneut nicht gut ausgesehen und sich das Spielgerät durch die Beine schieben lassen.
Der ERC wirkte geschockt, geriet nun völlig unter die Räder und wirkte geradezu überfordert mit dem Tempo der Gastgeber: Stockschläge und Ellenbogeneinsätze, mehr oder weniger geahndet, folgten in loser Reihenfolge auf Seiten der Panther.
Ohne Verletzte und mit zwei weiteren Toren durch Patrick Davis (48.) und erneut Kai Hospelt in doppelter Überzahl (50.) im Gepäck, feierten sich die Grizzlies in den folgenden Minuten zur Schlusssirene. Der zweite Platz war somit, völlig verdient, erobert!

 
Mein subjektiver Eindruck
Nachdem im ersten Spielabschnitt mal wieder kein Puck ins Gästegehäuse zu wollen schien, kam der EHC mit fortlaufender Dauer der Partie immer besser in Schwung. Wie schon gegen Köln drehten die Grizzlies eine seltsam laufende Partie im Mitteldrittel, um das Schlussdrittel furios zu ihren Gunsten zu gestalten.
Zum Powerplay, gerade im Auftaktabschnitt, muss man wohl nichts mehr sagen außer: Üben, üben, üben…
Kondition und Selbstbewusstsein scheinen rechtzeitig zu den Play-offs auf einem neuen Höchststand!
 
Tor
Dshuni sah beim ersten und einzigen Gegentreffer leider etwas unglücklich aus, da sein Stellungspiel in diesem Moment leider nicht wirklich passte. Ansonsten der gewohnt geniale Rückhalt mit sehr aufmerksamem Spiel. Seine Beinarbeit ist, wie ich schon so oft betont habe, für einen Torhüter seiner Größe einfach nur „marvelous“. 

Verteidigung
Topleistung. Die Verteidigerpaare funktionierten tadellos. Einzig Paetschs ärgerlicher Aussetzer, als er bei herauslaufendem Gegner unbedingt aufs Tor schießen musste, stimmte vorrübergehend etwas nachdenklich. Für einen Verteidiger mit seiner Erfahrung eine seltsame Reaktion auf die sich entwickelnde Situation. Zum Glück blieb Greilingers Treffer am Ende ohne Konsequenzen und trübte die insgesamt hervorragende Leistung unserer Defensive nicht.
Robbie Bina mal wieder 1 mit Sternchen. Da ich ihn schon so lange (seine Play-off Leistung ausgenommen) immer wieder eher kritisch beäugt habe, will ich das Lob nun auch regelmäßig wiederholen: Sein feiner Pass zum 1:1 und seine schon seit Wochen fast makellose Leistung in der Defensive sind einfach wunderbar. Zusammen mit Kohl fast nicht zu bezwingen!  
 
Sturm
Laliberte und Hospelt waren in diesem Mannschaftsteil, nicht nur wegen ihres doppelten Torerfolgs die herausragenden Akteure. Auch Patrick Davis zeigte mit eine Tor und einem Assist endlich wieder so etwas wie scoring-Qualitäten – Wille und Einsatz hingegen sind und waren bei ihm eigentlich stets zu beobachten.
Insgesamt alles im grünen Bereich…wäre da nicht das leidige Thema Powerplay!
 
Fazit
In Hannover entscheidet sich nun also die endgültige Platzierung in dieser spannenden Hauptrunde. Sollte es den Grizzlies gelingen ihr Powerplay wieder in Gang zu bringen und eventuelle Rückkehrer (Sloan und Diesel) schnelle zu integrieren, dann ist mit etwas Glück in diesem Jahr wohl wieder ALLES drin.
Das Play-off Fieber in Wolfsburg steigt jedenfalls deutlich spürbar! Und das ist gut so.  
mb

EHC - T.Sabo Ice Tigers 3:1

  • Geschrieben von Martin
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Auf der Zielgeraden der diesjährigen Hauptrunde stand mit dem Tabellenvorletzten aus Nürnberg eine dieser wenig erbaulichen Pflichtaufgaben auf dem Programm.
Die Ice Tigers, bei denen es in den letzten Partien lediglich um die goldene Ananas geht, präsentierten sich wie befürchtet: Unorthodox und unbequem zu spielen und natürlich ohne jegliche Nervosität.
Die drei Punkte zur Sicherung des Heimrechts sollten also hart verdient werden…
 
1.Drittel
Dabei erwischte der Gastgeber aus Wolfsburg einen durchaus brauchbaren Start.
Besonders John Laliberte sorgte dabei in den Reihen der Gäste für viel Kopfzerbrechen und erspielte sich gleich mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Sein Treffer zum 1:0 gelang ihm dabei mit der vierten Reihe, in der er an diesem Abend mangels zwölften Stürmers Doppelschichten einlegen musste.
Doch bevor es in der 17.Spielminute endlich soweit war, scheiterte der EHC gleich reihenweise im Abschluss gegen die äußerst sperrig auftretenden Ice Tiger und ihren gut aufgelegten Goalie. Pech war allerdings ebenso dabei: Vor allem bei Wolfsburgs Laliberte, der gleich zweimal den Pfosten traf. Nürnbergs wenige Chance fanden im Gegenzug bei Dshunussow ihr Ende.
Da die Grizzlies, wie zuletzt leider öfter zu sehen, zwei Überzahlspiele ebenfalls ungenutzt ließen, ging es mit diesem knappen Zwischenergebnis zum ersten Mal in die Kabinen.


2.Drittel
Wolfsburgs vierte Reihe mit Rekonvaleszent Stephen Werner, Youngster Vincenz Mayer und John Laliberte rockte weiter das Eis…zumindest verglichen mit dem doch eher zähen restlichen Geschehen. So war es dann auch Mayer vorbehalten den zweiten Treffer des Abends zu markieren, als er in der 24.Minute einen Bina-Schuss ins Gehäuse der Gäste lenkte. Zum Leidwesen der rund 2300 anwesenden Zuschauer verfiel die Grizzlydefensive fast direkt im Anschluss in Sekundenschlaf, so dass nicht einmal zwei Minuten später Dusan Frosch für die Gäste auf 2:1 verkürzen konnte. Völlig frei hatte der Nürnberger Stürmer im Rücken der Abwehr einnetzen können – es blieb ein enges und weitestgehend unattraktives Spiel. Zumal Nürnberg keinesfalls gewillt war, die Saison entspannt ausklingen zu lassen und nun verstärkt in die Offensive investierte. Prompt wurde es wenig später besonders brenzlig: Wolfsburg kassierte innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Strafen und musste sogar eine knappe Minute in doppelter Unterzahl überstehen.
Da diese Übung mit viel Konzentration und nun deutlich erhöhtem Einsatz souverän gelang, schien das Momentan erneut die Seite zu wechseln…doch es sollte einfach keine Dynamik ins Spiel kommen.
Mehr als je eine schadlos überstandene Strafzeit auf beiden Seiten und einem erneuten Pfostenknaller der Grizzlies, diesmal durch Kai Hospelt, sollte bis zur nächsten Sirene nicht mehr passieren.

3.Drittel
Das Spiel stotterte sich durch den Schlussabschnitt seinem Ende entgegen. Dabei hing stets die Befürchtung einer dieser unnötigen, kaum zu erklärenden Niederlagen in der Luft – zur Erleichterung der Grizzlyfans blieb sie auch da.
Während bei den Ice Tigers wiederum der im gesamten Spiel äußerst auffällige Alexander Oblinger zu einer Chance kam, Yan Stastny sich darüber hinaus sogar im 1 gegen 1 an Dshunussow  versuchen durfte, konnte Wolfsburg nun noch wenig Gefährliches verbuchen. Lediglich Lalibertes dritter Pfostentreffer strahlte wirklich noch einmal so etwas wie Gefahr für das von Patrick Ehelechner gehütete Tor der Gäste aus.
Letztlich überstanden die Hausherren die Schlussoffensive der Ice Tigers ohne weiteren Gegentreffer und konnten somit die direkte Qualifikation für die diesjährigen Play-offs (mindestens 6.Platz) schon fast in trockene Tücher bringen.
Milleys Schuss ins leere Tor (60.) machte schließlich den Deckel drauf und sichtlich erleichterte Grizzlies feierten den wichtigen Dreier im Anschluss mit ihren Fans.

Mein subjektiver Eindruck
Das war ein seltsames Spiel. Nürnberg spielte für ein Team jenseits von Gut und Böse extrem unangenehm, lief die Räume diszipliniert zu, betrieb streckenweise gutes Forechecking und unterband somit das typische Grizzlyhockey recht effektiv. Die Partie wollte und wollte keine Fahrt aufnehmen…erst in Unterzahl war bei den Grizzlies so etwas wie unbedingter Wille und das gewohnte Tempo im Spiel zu sehen!
Die Wichtigkeit der Partie schien den Wolfsburger trotzdem bewusst: Das Motto hieß nur eben „Geduld“ und nicht „Gas geben“.
 
Tor
Dshuni tadellos. Wurde wenig gefordert, war dann aber immer voll auf dem Posten. Gerade im letzten Drittel mit 2-3 ganz wichtigen Saves, die einen ärgerlichen Punktverlust verhinderten.

Verteidigung
Bina und Kohl sind weiterhin das Top-Duo unserer Verteidigung. Beide haben im Verlaufe der Saison eine wunderbare Entwicklung durchlaufen und ergänzen sich oberndrein nahezu perfekt!
Auch Paetsch und Fischer haben sich, nach anfänglichen Problemen, gut gefunden und waren zwischenzeitlich sogar ein richtiger Faktor im Powerplay. Momentan in Überzahl allerdings genauso glücklos wie der Rest der Truppe…
Dass Höhenleitner mit dem ohnehin etwas offensiveren Degon nicht immer eine perfekte Figur abgeben kann, ist absolut klar. Für einen Stürmer aber eigentlich immer mit solider Leistung in der „Aushilfsverteidigung“.

Sturm
Neben der vierten Reihe mit dem munter aufspielenden Mayer und dem immer besser in Fahrt kommenden Werner, glänzte vor allem John Laliberte…in eben jener vierten und in seiner eigentlichen Stammreihe neben dem guten Patrick Pohl und dem eher blassen Davis. Während die erste Reihe im Anfangsdrittel noch einige Akzente setzen konnte, blieben die übrigen Akteure größtenteils ohne nennenswerte Aktionen vor dem Tor der Gäste. Vieles, was aufs Tor der Tiger kam, war darüber hinaus bestenfalls als Versuch zu werten, ein wirklicher Sturmlauf auf das Gehäuse der Nürnberger blieb 60 Minuten lang aus.
Das Powerplay bleibt hier das größte Sorgenkind: Erneut gehen die Grizzlies ohne Treffer in Überzahl vom Eis. In den Play-offs bildet aber genau diese Disziplin die Grundlage, um viele der meist hart umkämpften und knappen Partien zu gewinnen.

Fazit
Wenn wir in den Play-offs wirklich bestehen wollen, dann muss das Powerplay schnellst möglich wieder in die Spur kommen!
Vor allem Mannschaften, die viel und teils überhart auf den Körper spielen, lachen sich über uns kaputt, wenn wir die daraus resultierenden Strafen nicht in Tore verwandeln können. Wie frustrierend das dann aussieht, hat man zuletzt gegen Mannheim „bewundern“ dürfen. Der Gegner unterbindet die guten Aktionen der Grizzlies mit Fouls, tobt sich ein bisschen aus, verschafft sich vielleicht sogar Respekt und gewinnt am Ende knapp…
Insgesamt bleibt einfach zu hoffen, dass neben Schopper auch noch Diesel und eventuell Sloan zurückkehren, so dass wir endlich wieder ein paar Optionen mehr besitzen. Vor allem Matt dürfte in den Play-offs ein echter Faktor sein.
mb

EHC - Adler Mannheim 1:3

  • Geschrieben von Martin
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Mit den Adlern aus Mannheim gastierte wieder einmal ein Team in der Eisarena, bei dem der knappe Ausgang des Spiels geradezu eingebaut scheint.
Wie schon in der letzten Saison, so gestalteten sich auch in die Begegnungen der laufenden Spielzeit allesamt hauchdünn und hart umkämpft. Besonders ärgerlich war den Fans wohl noch das 0:1 aus dem ersten Heimspiel in Erinnerung, in welchem der frisch weggekaufte Kenny Magowan mit seinem Treffer den Unterschied gemacht hatte. Auch an diesem Nachmittag sollte es nicht viel erfreulicher werden…

1.Drittel
Die Grizzlies, die mit Matt Diesel um einen weiteren Toptorjäger reduziert in die Partie gegangen waren, brauchten zunächst einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Mannheim hingegen ließ den druckvollen Anfangsminuten eine selten zu beobachtende Parade an sinnlosen Strafen folgen, die die immer rasanter agierenden Gastgeber schnell die Oberhand gewinnen ließ. Gleich der ersten Strafe folgte nach 22 Sekunden der sehenswerte Blueliner durch Nathan Paetsch, der in der 6.Minute somit das 1:0 für den EHC markieren konnte.
Dann folgte Strafe auf Strafe für die Adler – eine dümmer, überflüssiger und vor allem offensichtlicher als die andere. Aber weder die 2+2 gegen den vom Tempo der Wolfsburger völlig überfordert wirkenden Dennis Reul, noch eine der folgenden 3 Strafzeiten konnten die Gastgeber zu einem weiteren Torerfolg nutzen. Zu ungenau blieben die Abschlussversuche der Grizzlies im oberen Drittel des Gästegehäuses. Die unteren Bereiche gelten bei Ausnahmegoalie Brathwaite ohnehin als Sperrgebiet, das bestenfalls mit einem schnellen one-timer zu durchqueren ist.
Fast hätte Ex-Grizzly Magowan erneut per Break zugeschlagen, doch diesmal behielt sein ehemaliger Kollege Dshunussow im direkten Duell die Oberhand.
Es sollte die einzige wirklich nennenswerte Aktion der geradezu vogelwild aufspielenden Gäste bleiben, die fast 20 Minuten lang dreckigstes Hockey à la carte servierten. Leider ohne am Ende eine entsprechend gesalzene Rechnung serviert zu bekommen. Und selbst in dieser einseitigen Strafenflut hatte der Gast aus der Quadratestadt noch Glück im Unglück, dass Seidenbergs Ellenbogencheck zum Kopf des Wolfsburgers Kohl nicht die fällige Matchstrafe, sondern locker flockige zwei Minuten nach sich zog. Grizzlycoach Gross brachte seinen Unmut, angesichts der zuletzt so übertriebenen Entscheidung gegen Wolfsburg, dann auch mehr als deutlich zum Ausdruck…
Mit einem extrem schmeichelhaften 1:0 Rückstand kam die Adler schließlich in die erste Pause.
 
2.Drittel
Und ab hier sollte es eine völlig andere Partie werden. Wie verwandelt kamen die Gäste aus der Kabine und begannen sofort mit einer völlig anderen Strategie: Anstatt wild dazwischen zu kloppen, versuchten es die Adler nun mit strukturiertem Spielaufbau und siehe da – es funktionierte! Zum Leidwesen der Grizzlies bekam Mannheim die Begegnung fast im Handstreich unter Kontrolle. Den trägen Auftakt der Hausherren bestrafte Dimitrakos umgehend (22.) mit dem frühen Ausgleich zum 1:1, die folgende Drangphase der Wolfsburger blockte der Gast cool ab. Nur um mit einem Geistesblitz von eben jenem Dimitrakos sogar in Führung zu gehen. Nach 34.Minuten war die so einseitig und turbulent gestartete Partie also gedreht, der Mannheimer NHL- und KHL-erfahrene Center hatte mit dem Rücken zum Tor mit einer schnellen Drehung das Spielgerät neben Dshunussow im Netz platziert und so den Frust auf die Wolfsburger Tribüne gebracht.
Es wurde wieder eines dieser mühseligen Spiele gegen Mannheim und vor allem gegen Freddy Brathwaite…

3.Drittel
Die Grizzlies kämpften, wie bisher stets zu bestaunen, verbissen gegen die drohende Niederlage, erhöhten trotz sichtbar schwindender Kräfte und mit nur noch drei Reihen wieder das Tempo. Vom Geschwindigkeitsrausch des ersten Drittels blieb das schon in den Anfangsminuten auch noch Andre Hübscher dezimierte Team jedoch weit entfernt. Trotzdem wussten sich die Gäste nun wiederum vermehrt nur durch Fouls zu helfen, so dass sich dem EHC noch drei weitere Powerplaygelegenheiten eröffneten…ohne Erfolg.
Der Puck wollte einfach nicht am bestens aufgelegten Goalie der Mannheimer vorbei, wobei sich die Anzahl der guten Einschussmöglichkeiten auch in einem sehr begrenzten Rahmen hielt. Es fehlte den Grizzlies einfach am letzten Quäntchen Kraft, um den nötigen Druck auf das Gehäuse der Adler aufzubauen.
So kam es, wie es kommen musste: Gleich im ersten Überzahlspiel der Adler klingelte es hinter Dshunussow (59.) und die Schlussoffensive der Gastgeber fiel gepflegt ins Wasser.
 

Mein subjektiver Eindruck
Ein wenig Pech, etwas mehr Unvermögen und eine Menge fehlende Kraft entschieden die Partie gegen die Grizzlies. Okay…und der unvermeidliche Fred Brathwaite im Tor der Gäste.
Immer ärgerlich, wenn man eine derart undiszipliniert auftretende Truppe nicht bestrafen kann und am Ende froh sein darf, dass man keine Ausfälle durch eines der zahlreichen Fouls zu beklagen hat.
Doch die Grizzlies können die immer länger werdende Liste der Ausfälle (diesmal) wohl nicht mehr auffangen. Neben Sloan, Wurm, Werner, Haskins und dem gesperrten Schopper fielen auch noch Diesel und Hübscher aus, so dass man mit 16 Feldspielern am Ende das Nachsehen hatte.
Was den Gast im ersten Drittel geritten hat, bleibt allerdings weiterhin ein Rätsel… 

Tor
Dshuni fehlerlos und mit einigen guten Saves. Gegen die gut herausgespielten Treffer der Gäste machtlos.

Verteidigung
Insgesamt solide Vorstellung der um Christoph Höhenleitner ergänzten Defensive. Die wenigen Unaufmerksamkeiten wurden lediglich beim 1:1 bestraft.
Nathan Paetsch entwickelt sich offenbar langsam zum Blueliner – hoffentlich auch einmal in einem Spiel, das wir am Ende gewinnen!

Sturm
Hospelt und Milley waren einmal mehr die auffälligsten Spieler gegen einen starken Gegner.
In den anderen beiden Reihen glänzte lediglich Laliberte durch die eine oder andere gefährliche Aktion…allerdings auch durch Anwesenheit bei zwei Gegentreffern. Zusammen mit dem schwachen Davis und dem wenig effektiv agierenden Pohl bildete er dabei die anfälligste der drei Formationen. Insgesamt fehlte besonders im Sturm nicht nur die Kraft, sondern mit den Ausfällen von Haskins und Diesel deutlich die Klasse, um die hochkarätig besetzten Gäste über 60 Minuten in Atem zu halten.

Fazit
Hochklassige und kampfstarke Gegner haben den EHC an diesem Wochenende an seine Grenzen gebracht. Mit nur einem Punkt aus den Spielen gegen Straubing und Mannheim muss in den kommenden Partien gegen verzweifelt um die Playoffs kämpfende Krefelder und Kölner deutlich mehr herauskommen, um das Heimrecht in Wolfsburg zu halten. Die Kräfte scheinen allerdings langsam zu schwinden und anstatt Rückkehrern zu begrüßen hat man immer wieder weitere Ausfälle zu beklagen. Hoffen wir also auf eine gute Regeneration.
mb

EHC - Iserlohn Roosters 8:0

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 4441

Zur letzten Partie vor der Länderspielpause gastierten die Roosters vom Seilersee in der Volkswagenstadt. Nachdem es den Hausherren zuvor gelungen war den Fluch der O2-Arena zu brechen, wollten die Grizzlies sich mit einem gelungenen Auftritt vor heimischer Kulisse in die Unterbrechung verabschieden. Und in der folgenden After-Game-Party wollte man sich ja schließlich entspannt unter die Fans mischen…

1.Drittel
…und die Fans freuten sich schon früh auf einen netten Abend mit ihrem Team!
Der Gast aus Iserlohn wirkte von Anfang an völlig desorientiert und mit dem schnellen Spiel der Grizzlies komplett überfordert. Als hätte jemand auf der A2 den Bus mit dem DEL-Team aus dem Sauerland gegen den der Oberligaköter aus Kassel getauscht präsentierten sich die Roosters stets ein bis zwei Schritte langsamer und ohne jegliche Ordnung in allen Mannschaftsteilen. Nachdem es bereits nach gut zwei Spielminuten im Kasten der Gäste eingeschlagen hatte – Colin Beardsmore hatte nach schönem Spielzug relaxt einlochen können – schaute sich Roosterscoach Mason das Treiben auf dem Eis noch weitere vier Minuten an…um dann eine Auszeit zu nehmen! Auch ihm war nicht entgangen, dass sein Team offenbar noch in der Kabine oder schon im Urlaub war. Nützen tat die außergewöhnliche Maßnahme indes nichts: Die Grizzlies legten in doppelter Überzahl durch Fischer (8.) nach und erhöhten durch Kohl (11.) und Hospelt (13.) locker bis auf 4:0. Leinonen im Tor des IEC machte dabei einen derart indisponierten Eindruck (beim vierten Treffer sprang er dem Puck im Eifer des Gefechts sogar aus dem Weg), dass ein Torwartwechsel mehr als angebracht schien. So kam Iserlohns Tim Siekmann ab der 13.Spielminute in das zweifelhafte Vergnügen den Platz in der Schießbude dieses Hühnerhaufens zu übernehmen – und durfte nach 33 Sekunden ebenfalls hinter sich greifen.
Andre Huebscher hatte den Neuzugang mit dem 5:0 umgehend im Untergangsszenario der Gäste begrüßt.
Wie es bis zum Drittelende beim 5:0 bleiben konnte, war – so bitter das für die Gäste klingen mag – ein absolutes Rätsel. Dann durften die Hähnchen endlich zum sammeln in die Kabinen. Das Spiel war jedoch bereits nach 20 Minuten entschieden. 
 
 
2.Drittel
In bester Feierlaune begleitete das Publikum das Showlaufen seiner Cracks.
Wenn sich der Gegner in der ersten Drittelhälfte auch etwas konzentrierterer präsentierte, so schlugen die Grizzlies ab die zweite Hälfte wieder munter zu. Dem Überzahltreffer zum 6:0 von Laliberté (32.) ließ Patrick Davis schließlich noch das 7:0 folgen. Gerade einmal die 37. Spielminute war zu diesem Zeitpunkt angebrochen und die Roosters waren immer noch nicht in der Nähe eines eigenen Treffers. Dabei hatten die Hausherren längst, deutlich sichtbar, ein bis zwei Gänge heruntergeschaltet und verwalteten zum Teil nur noch den Spielstand. Mit diesem doch schon als dezent langweilig zu beschreibenden Spielstand ging es zum zweiten Pausentee.

3.Drittel
20 Minuten mussten sie noch überstehen, die armen Gockel und ihre zahlreich angereisten Fans. Schlussendlich siegte bei vielen der  Mitgereisten der Galgenhumor und so startete ein Teil der Gästefans eine vielumjubelte Polonaise durch die Wolfsburger Eisarena. Das heimische Publikum war sowieso gut gelaunt, so dass zumindest das Drumherum absolut erstklassig daherkam. Auf dem Eis hingegen trudelte das Geschehen verständlicherweise mehr seinem Ende entgegen, als dass noch eine der beiden Seiten den letzten Willen in die eigenen Spielzüge investiert wollte. Erst nachdem John Laliberte das 8:0 (47.Min) markiert hatte, konnte man zumindest in der Schlussphase so etwas wie einen Kampf um den Ehrentreffer bzw. shutout erkennen. Mit einem klasse Save gegen einen Alleingang sicherte sich Lukas Lang in der vorletzten Minute schließlich den verdienten shutout – alles perfekt, sozusagen.
Gut warm gerockt galt es nach dem Feiern auf dem Eis dann selbiges im Bowlingcenter fortzusetzen.
 
Mein subjektiver Eindruck
Gott, waren die Roosters schlecht. Völlig wirr und ohne jegliche Abstimmung gingen die Gäste mit einer in unserer kurzen DEL-Historie einmaligen Vorstellung gnadenlos unter.
Da Tero Leinonen im Tor der Gäste obendrein eine 1a-Fliegenfängergala hinlegte, war das Spiel schon vorbei, bevor es so richtig angefangen hatte. Fast schon langweilig, wie man eigentlich nur noch auf weitere Tore wartete…
Wenn das Torverhältnis bei uns noch irgendeine Rolle spielen würde (z.B. an einem der letzten Spieltage), dann wären die Roosters vermutlich mit 12 oder 13 Gegentreffern aus der Halle geflogen… 
Nach dem Sieg in Berlin das nächste Highlight, das uns nun bereits bis auf den 3.Platz in der Tabelle geführt hat! Ein Maßstab waren die Sauerländer allerdings in keinster Weise.

Tor
Lukas Lang präsentierte sich bis in die Haarspitzen motiviert und wirkte dadurch etwas unruhig. Ließ zwar einiges prallen und hechtete, teils überflüssig, auf freiliegende Pucks, machte aber insgesamt einen sehr guten Job! Wenn er solche Leistungen noch ein paar Mal zeigt bzw. zeigen darf, dann haben wir für den Notfall einen Top-Backup, der auch entsprechendes Selbstbewusstsein und ein Gefühl für Wettkampfsituationen mitbringt.
Im Gegensatz zu ihm selber hätte ich nichts gegen einen Verbleib bei den Grizzlies einzuwenden. Ob seine Ambition Nr.1 zu werden momentan bei einem DEL-Club umsetzbar wäre…ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Verteidigung
Wie kann man nach so einem Spiel die Abwehr auch nur annähernd kritisieren? Gut, die Verteidiger hätten auch Tore schießen können…ne, halt: Haben sie ja! Gleich zwei. Tja,
gegen schwache Roosters kaum gefordert, konnten sich die Abwehrrecken verstärkt in die Offensive einschalten. Trotzdem erwähnenswert war das Aufbauspiel, welches immer besser bei immer mehr Defensivkünstlern zu funktionieren scheint. Sehr schön.

Sturm
Foster überzeugt gleich in seinen ersten beiden Spielen für die Grizzlies. Nach Tylers Ausfall für den Rest der Saison zumindest ein kleines Trostpflaster. Ich kann noch gar nicht glauben, dass wir „Swifty“ in dieser Saison nicht mehr auf dem Eis sehen dürfen :´<
Ansonsten scorten alle Reihen munter drauf los und konnten ihre persönlichen Bilanzen tüchtig frisieren. Es sei ihnen gegönnt.
 

Fazit
Ganze sechs Spieler der Grizzlies (beide Torhüter eingeschlossen) bleiben ohne Punkt in diesem verrückten Spiel. Ein Riesenspaß, der die Vorfreude auf die heiße Phase der Saison weiter anzuheizen vermag.
mb

EHC - EHC München 2:1

  • Geschrieben von Martin
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Zweites Heimspiel – zweite stattliche Kulisse an einem Wochenende. Dank des von der Volksbank BraWo gesponserten Events im Rahmen der „United Kids Foundations“ war die Eisarena gegen den weniger zugkräftigen Gegner aus Bayern sogar ausverkauft.
Alle Einnahmen aus dem Karten- und Trikotverkauf (Versteigerung) aus dieser Partie werden somit einem guten Zweck zufließen.
Mit dem EHC München war zudem das, nach Wolfsburg, gegentorärmste Team der Liga zu Gast, so dass alles auf einen spannenden Nachmittag hindeutete.

1.Drittel
Und so man merkte auch vom Start weg, dass hier zwei Defensivkünstler am Werke waren: Trotz einiger durchaus flüssiger Spielzüge auf beiden Seite dauerte es eine ganze Weile, bis nach 5-6 gespielten Minuten die ersten gefährlichen Schüsse auf die beiden Goalies der Kontrahenten abgefeuert werden konnten. Dabei hatten die Grizzlies im Verlauf des Drittels die klar besseren Chancen, trafen gleich zweimal das Gestänge des von Jochen Reimer gehüteten Münchner Tores und hatten schließlich Pech, als Jan Benda für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie klärte.
Doch direkt im Anschluss an ein vorzeigbares Powerplay gelang den Hausherren dann doch noch der verdiente Führungstreffer zum 1:0. Marvins Degons Blueliner hatte David Laliberte unhaltbar in die Münchner Maschen abgefälscht, so dass die Arena zum ersten Mal ihr vorbereitetes Fahnenmeer zur Schau stellen durfte.
Während der Gast aus Bayern über das gesamte Drittel betrachtet zwar etwas öfter den Abschluss gesucht hatte, blieben die Großchancen für das Team von Pat Cortina Mangelware. Es deutete sich eine dieser zuletzt öfter zu beobachtenden sehr effizienten Wolfsburger Vorstellungen an…

 
2.Drittel
…doch in Sachen Effizienz sollte es das erst mal gewesen sein!
München gewann zusehends an Spielanteilen dazu, nutzte diese – zum Glück für die Gastgeber – aber allerdings kaum vernünftig aus.
Bestes Beispiel ein 3 auf 1 Konter der Gäste in der Anfangsphase des Drittels, als es lediglich dem Eigensinn eines bayrischen Akteurs zu verdanken war, dass der Ausgleich trotz 100prozentiger Chance nicht fiel. Petermann ignorierte seine beiden Nebenleute zur Freude der 4400 Orangenen unter den anwesenden Fans und schloss den verheißungsvollen Konter eher kläglich auf Dshunussows Brust ab.
Doch Wolfsburg bekam jetzt immer schwerere Beine, musste viel unterstützen und doppeln, um das Tempo der Bajuwaren auszugleichen und rettete die knappe Führung fast in die Pause: 20 Sekunden vor der zweiten Pausensirene fiel die Formation der Grizzlies komplett in sich zusammen und bildete, trotz Gleichzahl auf dem Eis, eine Art passive Box um das Gehäuse von Dshunussow. Das Ergebnis war der, zugegebenermaßen verdiente, Gegentreffer zum 1:1 – ganze sechs Sekunden vor der Pause.    

3.Drittel
Die Taktik der Gastgeber für den Schlussabschnitt wurde schnell deutlich: Gas geben, vielleicht ein Tor machen und hoffen, dass die Kräfte und Defensivkünste reichen, um über die Runden zu kommen.
So legte der heimische EHC noch einmal all seine Kraft in die erste Hälfte des letzten Drittels…und sollte belohnt werden.
Mit einem sehenswerten Antritt bis direkt vor das Tor der Münchner setzte Wolfsburgs Andre Hübscher den entscheidenden Stich ins Herz der konzentriert agierenden Gäste. Per Rückhand lupfte der Grizzlystürmer am umkurvten Reimer den Puck zum 2:1 in die Maschen und die Halle stand explosionsartig Kopf!
Nun war es an Team und Fans, diesen denkbar knappen Vorsprung trotz schwindender Kräfte ins Ziel zu retten. Die Übung sollte gelingen:
Getragen von nicht endender Anfeuerung der gut gefüllten Ränge bissen sich die Grizzlies zum zweiten 2:1 Erfolg des Wochenendes durch. Die abschließende Raupe dürfte wohl als die langsamste aller Zeiten in die Geschichtsbücher der Grizzlies eingehen…


Mein subjektiver Eindruck
Der Wille unseres Teams beeindruckt mich immer wieder. Nach der sichtbar kräftezehrenden Partie gegen Hannover hatte ich nicht mehr mit solch einer Energieleistung gerechnet. Trotzdem war München über weite Strecken die frischere und schnellere Mannschaft. Zum Glück stellt der bayrische Rivale nicht gerade das angriffsstärkste Team der Liga und vergeigte obendrein seine wenigen Hochkaräter. Günstiger Spielplan...

Tor
Dshuni entschärfte fast alle mehr oder weniger gefährlichen Schüsse auf sein Tor (immerhin sollen es laut Statistik ganze 31 gewesen sein!).
Die wenigen brandgefährlichen Aktionen der Gäste endeten letztlich allesamt beim erneut bestens aufgelegten Goalie der Grizzlies. Beim Gegentreffer schuldlos und von fünf offenbar völlig erschöpften Mitspielern umgeben.

Verteidigung
Bina und Kohl sind weiter in einer Bombenform. Bina spielt nun bereits seit Wochen auf seinem bisher besten Niveau im Grizzlydress, so dass ich die Vertragsverlängerung nicht nur akzeptieren, sondern mittlerweile sogar gut finden kann.
Fischer und Paetsch, ebenso wie Schopper und Degon absolut überdurchschnittlich in Form, komplettieren mit Dshuni das momentane Prunkstück des Grizzlyteams: Die Defensive.

Sturm
Offensiv glänzte der EHC nur im ersten Spielabschnitt und zu Beginn des 3.Drittels hin und wieder. Insgesamt bleiben die Angriffsbemühungen, wie schon in den 3 Partien zuvor, weit hinter dem bereits zu bestaunenden Level zurück.
Das Fehlen von Tyler Haskins kann hier nicht die einzige Erklärung sein, da Spieler wie Laliberté und Davis offenbar endlich eine Einstellung zum europäischen Hockey oder den Grizzlies im speziellen gefunden haben. Einzig Norm Milley zeigt momentan brillante Momente…meist im Alleingang. Wille und Kampf stimmen augenscheinlich indes bei allen Beteiligten. Bleibt die Hoffnung, dass die Länderspielpause dem Team die nötige Zeit zum Durchschnaufen und Neusortieren gibt. Wobei: Mit Furchner, Kohl und Schopper haben gleich drei Akteure der Grizzlies dank (Nach)nominierung fürs Nationalteam keine wirkliche Pause und sind auch nicht beim Team.      

Fazit
Die Grizzlies machen aus wenig viel. Immer ein gutes Zeichen, wenn man hoch hinaus will.
Vielleicht gelingt uns in diesem Jahr, wenn der eine oder andere noch ins Team zurückkehrt, doch der große Wurf.
mb

EHC - Hannover Scorpions 2:1 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Das dritte Derby der Saison fand, wie schon die zweite Partie, zwischen zwei Rivalen statt, deren Ausgangslage kaum weiter auseinander liegen konnte. Während Wolfsburgs Grizzlies sich mitten im Kampf um die besten Plätze in den Playoffs befinden, rangiert der Meister von 2009 finanziell an- und sportlich abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang.
Entsprechend reduziert zeigte sich dabei auch die Besucherzahl der Gäste, die ihrem Team weiterhin tapfer die Treue halten. Dank der über 3000 heimischen Fans war die Eisarena trotzdem derbywürdig gefüllt und der mit über 200 Anhängern angereiste Gästeblock tat ebenfalls sein Möglichstes, dieses scheinbar ungleiche Duell zu relativieren. 

1.Drittel
Das Spiel startete erfreulich furios: Bereits nach 94 Sekunden klingelte es hinter Dimitri Pätzold, nachdem Sebastian Furchner einen Abpraller zum 1:0 verwertet hatte! Doch der glückliche Rebound blieb, neben einem Pfostenknaller von Norm Milley, eins der wenigen Highlights der Gastgeber in diesem ersten Spielabschnitt.
Im Gegenteil: Der Gast aus dem Tabellenkeller machte fortan das Spiel und präsentierte sich als typische Krinner-Truppe mit großem Kampfeswillen und gewohnt humor- und schnörkelloser Spielanlage.
So war es letztlich Dshunussows Glanztaten und einigen Ungenauigkeiten der Gästestürmer zu verdanken, dass keiner der gefällig vorgetragenen Angriffe der Scorpions zum Torerfolg führte. Besonders im Powerplay bekleckerte sich der Gastgeber dabei nicht gerade mit Ruhm und ging eher glücklich mit dieser denkbar knappen Führung zum ersten Mal in die Pause.

2.Drittel
Und auch jetzt dominierte der Kampf das Spielgeschehen. Wolfsburgs Spielanlage blieb häufig schon im Aufbau stecken und so blieb das Geschehen auf dem Eis zwar intensiv, aber keinesfalls mitreißend.
In der 29.Minute zeigten die Scorpions dann, wie es in Überzahl funktioniert. Ein vorbildlich aufgezogenes Powerplay krönte schließlich Scott King mit dem Schuss in die freigespielte Seite des Tores zum verdienten 1:1 Ausgleich.
Lediglich ein Überzahlspiel gegen Ende des Drittels brachte den Gastgeber wieder etwas besser in die Partie – ansonsten wusste im Angriffsspiel der Grizzlies kaum etwas zu überzeugen.
Mit einem mehr als gerechten 1:1 ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Es blieb bei Kampf und Krampf auf beiden Seiten. Trotz früher Powerplaygelegenheit schon ab der ersten Minute des Schlussabschnitts konnte Wolfsburg kaum flüssige und/oder gefährliche Spielzüge generieren, so dass das der Spielverlauf den robust auftretenden Gästen weiterhin entgegen kam. Die Grizzlies kämpften offenbar nicht nur mit dem unbequemen Gegner aus der Landeshauptstadt, sondern auch mit den eigenen – etwas schweren – Beinen. Trotz ihres etwas reduzierten Tempos versuchten sich die Gastgeber weiter über spielerische Elemente durchzusetzen, was letztlich einfach nicht gelang.
So dauerte es bis zur Schlussphase der Begegnung, bis die Hausherren endlich mehr Druck auf das von Pätzold gut gehütete Gehäuse ausüben konnten. Während Laliberte und Laliberté die besten Wolfsburger Einschussmöglichkeiten versiebten, kam von den Gästen – zumindest offensiv – nun doch immer weniger Zielführendes.
Nachdem, wenige Sekunden vor der Sirene, Wolfsburg auch die letzte Großchance vergeben hatte, ging das zähe Ringen also in die Verlängerung.

Verlängerung
Gut zwei Minuten dauerte es, dann entlud sich die angesammelte Anspannung auf den Rängen in einen Jubel in orange!
Ausgerechnet Ex-Scorpion Matt Diesel markierte nach feinem Milley-Anspiel den entscheidenden Treffer zum 2:1 und brachte das Derby somit zu einem – aus Wolfsburger Sicht – versöhnlichen Ende.
Doch auch der Anhang aus Hannover zollte seinem Team in dieser schwierigen Situation die verdiente Anerkennung, hatte das Team von Toni Krinner durch seinen beherzten Auftritt doch letztendlich ein Derby auf Augenhöhe ermöglicht.


Mein subjektiver Eindruck
Die Jungs sind mental und körperlich angeplättet. Tylers Ausfall spielt momentan nicht einmal die größte Rolle, vielmehr gelingt es den Grizzlies in den letzten Partien nicht mehr, das Spiel über Tempo und Spielanlage zu dominieren. So geriet das Spiel gegen eine gewohnt kämpferische Krinnertruppe, die verständlicherweise kaum einen spielerischen Anspruch mitbrachte, zu einem riesengroßen Krampf. Trotzdem bemerkenswert, dass die Grizzlies sich nicht entnerven ließen und diese Partie letztlich über den Kampf für sich entscheiden konnten.

Tor
Dshuni bewahrte den EHC, besonders im ersten Drittel, vor einem durchaus möglichen Rückstand und zeigte sich als gefestigte Nr.1. Diese Ruhe und Stabilität fehlt bei dem einen oder anderen Auftritt in der Fremde zwar noch, aber auch da bin ich mir bei unserem Goalie sicher, dass die entsprechende Entwicklung nicht lange auf sich warten lässt.
Gut, dass wir ihn haben!
 
Verteidigung
Alle drei Verteidigerpaare machten einen gewohnt soliden Job.
Besonders Benedikt Kohl macht mir dabei große Freude. Seine Entwicklung, zusammen mit dem nach seiner Verletzung verbessert auftretenden Schopper machen Mut für die Zukunft. Es bleibt natürlich spannend, ob der EHC nach den dauerhaften Ausfällen von Sloan und Wurm noch einmal nachbessert. Immerhin würde der Neue eine Ausländerstelle besetzen – vielleicht nur auf Abruf? 

Sturm
Defensiv, trotz sichtlich schwindender Kräfte, weiterhin akzeptabel. Offensiv mit erschreckend wenig Durchschlagskraft!
Keine Reihe funktionierte wirklich über längere Zeit und so waren es eher Einzelaktionen – vor allem vom bestens aufgelegten Norm Milley – die zu Einschussmöglichkeiten führten.
Das Warten und Hoffen auf die Länderspielpause gewinnt bei mir langsam die Oberhand über einen Glauben auf schnelle Besserung…

Fazit
Entweder das Team überwindet am kommenden Sonntag den toten Punkt, oder es könnte in den kommenden Partien sehr ungemütlich für die Grizzlies werden.
Es fehlt eindeutig an Kraft und Frische, um das bisher gewohnte Spiel aufzuziehen!
mb

EHC - Krefeld Pinguine 3:0

  • Geschrieben von Martin
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Nach dem zuletzt so enttäuschenden wie auch überraschenden Auftritt in Berlin, sollte gegen den Gast aus Krefeld der Weg Richtung Tabellenspitze wieder in Angriff genommen werden. Nach dem spektakulären 10:2 im letzten Aufeinandertreffen galt es für den EHC nun, nicht den zweiten Gegner in Folge zu unterschätzen.
 
1.Drittel
Die Auftaktphase dieser zunächst ausgeglichenen Partie sollte dann aber bereits in der 5.Minute den ersten Schockmoment für das Wolfsburger Team bereithalten: EHC-Verteidiger Armin Wurm wurde hinter dem eigenen Gehäuse von Krefelds Milroy in die Bande gedrückt und verletzte sich dabei schwer. Diese Szene, die irgendwo zwischen unglücklicher Zweikampf und Bandencheck einzuordnen war, brachte nicht nur die Gastgeber, sondern offenbar auch das Schiedsrichterduo aus dem Konzept. Während diese Aktion, ob zu Recht oder nicht, komplett ohne Sanktion blieb, pfiff das Duo Hascher/Schukies fortan die fröhlichsten Melodien – teilweise ohne jede erkennbare Linie.
Als schon wenig später zwei „Sünder“ auf der Strafbank Platz genommen hatten, gelang bei 4 gegen 4 Rekonvaleszent Matt Diesel die erste Beruhigung für das irritiert wirkende Wolfsburger Team: Per sattem Handgelenkschuss netzte der Goalgetter der Grizzlies zur 1:0 Führung ein (7.Min), was der schmutzigen Spielweise der Gäste zusätzlich Treibstoff zu geben schien…
Es entwickelte sich eine zunehmend unsauberer werdende Partie, in der sich die Spieler des EHC immer wieder provozieren ließen und ebenfalls auf die Strafbank wandern mussten.
Zusammen mit der völlig inkonsistenten Vorstellung der beiden HSR wurde das Spiel zunehmend unansehnlicher…

2.Drittel
…was auch im zweiten Spielabschnitt nicht anders werden sollte.
Mit viel Härte versuchte der Gast aus der Seidenstadt weiterhin das Spiel an sich zu reißen. Einen wirklichen Erfolg konnten die Pinguine aufgrund fast vollständig fehlender Spielintelligenz jedoch nicht vorzeigen. Die wenigen nennenswerten Schüsse des KEV entschärfte Wolfsburgs Schlussmann ohne größere Probleme, im Gegenzug versetzte der EHC den Gästen per Shorthander den nächsten schmerzhaften Stich.
Nach etwas mehr als 29 gespielten Minuten sprang schließlich Christoph Höhenleitner während einer Wolfsburger Unterzahl beim Wechsel direkt ins Krefelder Drittel, schnappte sich den langen Rebound eines Befreiungsschlags und netzte eiskalt hinter dem ungewohnt unsicher wirkenden Langkow zum 2:0 ein.
Riesenjubel in der nur spärlich gefüllten Eisarena machte die Sorge aus dem ersten Spielabschnitt kurzfristig vergessen!
Durchsetzt von haarsträubenden Schiedsrichterentscheidungen (Hoher Stock auf Kniehöhe, Zusammenstoß als unkorrekter Körpereinsatz, Bandencheck von der Seite…) stotterte sich das zerfahrene Match Richtung zweite Unterbrechung.      

3.Drittel
Relativ früh im Schlussabschnitt machten die Grizzlies dann den Sack zu:
Nach gut zwei Minuten zog Wolfsburgs Benedikt Kohl in bester Torjägermanier direkt bis vor Langkows Kasten und drückte die Scheibe am überraschten Goalie der Gäste vorbei in die Maschen. Dieser dritte Treffer erlegte die Pinguine. Es folgte eine mäßig kämpferische, aber weiter völlig uninspirierte Vorstellung des KEV, der lediglich in der Schlussminute den siebten shutout des Grizzlykeeper noch einmal ernsthaft in Gefahr bringen konnte. Bis dahin hatte, trotz abwartender Spielanlage, der EHC durch Hübscher, Hospelt und Co. die besseren Torchancen zu verzeichnen, so dass der nächste „Dreier“ frühzeitig in trockenen Tüchern war.
Die Freude und Erleichterung nach dem verkorksten Auftritt in Berlin war zwar durchaus spürbar, doch hatte die schwere Verletzung von Armin Wurm am Ende einen deutlichen Schatten auf diese Partie gelegt. 

Mein subjektiver Eindruck
Die ängstliche Spielleitung der beiden HSR versetzte dieser Partie, zumindest in Sachen Attraktivität, frühzeitig den Todesstoß. Während Deutschlands Schiedsrichter sowieso sehr unterschiedliche Linien in ihrer Regelauslegung fahren, stellen zwei HSR, die sich offenbar nicht vorher abgesprochen haben, die nächste unangenehme Steigerung dar…
Wolfsburg reagierte angenehm abgeklärt auf die Niederlage in Berlin und die dreckige Spielweise der Gäste und bestrafte den KEV immer im richtigen Moment durch erbarmungslose Effizienz. Nach dem zusätzlichen Schock durch Wurms Verletzung wirkte das Team im ersten Drittel, verständlicherweise, etwas angeknockt, bewahrte gegen den nicht allzu intelligent anstürmenden Gast allerdings weitgehend den Überblick. Die Spielkontrolle der Grizzlies bleibt weiter ihr großes Plus! 


Tor
Dshuni kam ohne größere Dramatik zum siebten shutout der Saison. Harmlose Krefelder Angriffsbemühungen und eine konzentrierte Abwehrleistung seiner Vorderleute machten ihm das Leben leicht.

Verteidigung
Ein immer stärker werdender Marvin Degon und der seit Wochen überragend spielende Benedikt Kohl stachen in einer insgesamt hervorragenden Wolfsburger Defensive heraus.
Wurms Ausfall ist nach Sloans Ausscheiden nun der nächste harte Schlag für Wolfsburgs Abwehr. Mit weiterhin sechs Verteidigern herrscht allerdings noch keine Personalnot.
Mit hoher Konzentration und Laufbereitschaft verschaffte der Defensivverbund der Grizzlies den Pinguinen letztlich einen sehr frustrierenden Abend…

Sturm
Kein guter Abend, um so etwas wie einen Spielrhythmus aufzubauen. In der schrecklich zerpfiffenen Partie fielen alle Treffer in besonderen personellen Konstellationen oder ausgewöhnlichen Situationen. Kohls „Stürmertor“ machte da keine Ausnahme, auch wenn zur Abwechslung einmal fünf gegen fünf gespielt wurde.
Etwas mehr Wirbel veranstalten konnte dabei die erste Reihe der Grizzlies mit Hospelt, Furchner und Milley, wobei auch alle anderen Reihen das Beste aus dem seltsamen Spielverlauf machten.
Besonders Patrick Davis gefiel mir dabei mit seiner harten, aber meistens fairen Art, die den Krefelder „Aktivitäten“ sehenswert Paroli bot.
Insgesamt aber kein Galaabend unserer Sturmabteilung, die mit Christoph Höhenleitner offenbar einen neuen regelmäßigen Scorer dazugewonnen hat!  

Fazit
Der EHC präsentiert sich gewohnt engagiert und kontrolliert. Sollte die schwierige Aufgabe bei den extrem heimstarken Panthern aus Augsburg ebenfalls erfolgreich gelöst werden (ein oder zwei Punkte wären bereits bemerkenswert), sind die Grizzlies wieder voll im Aufwärtstrend.
mb

EHC - DEG Metro Stars 7:1

  • Geschrieben von Martin
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Der Spaß in orange geht weiter!
Ohne die weiterhin verletzten Werner, Sloan, Diesel und Haskins scheint sich das Mannschaftsgefüge der Grizzlies soweit gefunden zu haben, dass jeder der verbliebenen Akteure einen deutlichen Schritt nach vorne vollzogen hat.
Das bekam am Freitagabend auch der Gast aus Düsseldorf zu spüren, der bis dahin mit 51 Punkten zu den direkten Wolfsburger Verfolgern zählte, nach der Partie aber ganz andere Sorgen als die Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze haben dürfte.

1.Drittel
Der Auftakt gestaltete sich, noch wenig überraschend, sehr ausgeglichen. Beide Teams agierten durchaus konzentriert und erspielten sich mehr oder weniger deutliche Torgelegenheiten. Die erste wirklich hochkarätige Chance des Spiels besaß dabei der Gast aus Düsseldorf, der bei einem 2 auf 1 Konter per Direktabnahme die Führung auf dem Schläger hatte (10.). Doch Tyler Beecheys one-timer sollte den Weg über die Linie nicht finden: Dshunussow hatte im perfekten Moment die Seite in seinem Gehäuse gewechselt und wehrte somit den eigentlich sicheren Torerfolg der Metro Stars erfolgreich ab.
Prompt begannen die Fans bereits im ersten Drittel, ihre Nr.1 immer wieder zu feiern – wohlwissend, dass diese Szene entscheidend für einen kompletten Spielverlauf sein konnte.
Und siehe da: Als Wolfsburg seine zweite Überzahlgelegenheit in der 14.Spielminute zum 1:0 nutzen konnte, hatte das Momentum die Seite gewechselt! Norm Milley war es, der seine Farben nach einem schönen Steilpass durch die Mitte per Alleingang in Führung bringen konnte. In gewohnt frecher Manier hatte der Wolfsburger Angriffskünstler den Gästekeeper im letzten Moment mit einem lockeren Rückhandchip überlisten können. Die Kulisse stand Kopf!
Nach einem, mittlerweile gewohnt, souveränen Unterzahlspiel der Grizzlies ging es schließlich mit dieser knappen Führung zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Die DEG startete konzentriert und versuchte die Kontrolle über die Partie zu erlangen. Doch abgesehen von zwei kurzen Wacklern blieb der Abwehrverbund der Grizzlies Herr der Lage.
Die sich ergebenden Chancen der Gäste fanden ausnahmslos ihr Ende beim bestens aufgelegten Dshunussow, so dass Düsseldorf der wirkliche Einstieg in die Partie weiterhin verwehrt blieb. Als Christoph Höhenleitner schließlich den Düsseldorfer Goalie aus nächster Nähe unbedrängt mehrmals auf die Probe stellen durfte (27.), kippte die Partie. Im zweiten Nachschuss überwand der Wolfsburger den Keeper der Metro Stars schließlich zum 2:0 und das muntere Scheibenschießen nahm seinen Lauf. Nur eine Minute später erhöhte John Laliberte mit einem schönen Handgelenksschuss von links außen auf 3:0 – Göpfert verließ, etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt, entnervt das Eis und Jean-Sebastién Aubin nahm seinen Platz zwischen den Pfosten der Gäste ein. Vorübergehend.
Denn nach einem weiteren Doppelschlag der Grizzlies durch Pohl (35.) per Alleingang und Hospelt (36.) wollte oder sollte die Düsseldorfer Nr.1 offenbar wieder zurück in ihr Gehäuse.
Wozu und warum blieb rätselhaft, da die beiden Gegentreffer eher der fast schon lachhaft schwachen Defensivarbeit der Gäste und nicht der Leistung ihres Goalies geschuldet waren.
Das Wolfsburger Publikum nahm es, verständlicherweise, mit Humor, den wenigen Gästefans stand zu diesem Zeitpunkt eher die völlige Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben.
Locker flockig ging’s mit 5:0 in die zweite Unterbrechung.

3.Drittel
Mit bemerkenswertem Kampfgeist präsentierte sich der Gast vom Rhein zum Auftakt des Schlussabschnitts. Allein etwas Zählbares sollte ihm weiterhin verwehrt bleiben.
Im Gegenteil: In der 49./50. Minute kam es sogar noch schlimmer. Wolfsburgs Laliberté und Hübscher netzten zum 6:1 und 7:1 ein, ließen den orangenen Anhang sogar von einem zweistelligen Sieg wie zuletzt gegen Krefeld träumen.
Unter den Gesängen ihrer Fans zelebrierten die Grizzlies den Rest dieses Drittels…und mussten schließlich doch noch einen kleinen Wermutstropfen hinnehmen: Simon Danners Ehrentreffer in der 58.Minute verhinderte den siebten shutout für Wolfsburgs Goalie, war aber auch mehr als verdient.
Unter nicht enden wollenden Gesängen und ausgedehnter HUMBA! wurde dieser Triumph denn auch bis zur Neige voll ausgekostet. 

Mein subjektiver Eindruck
Ein wirklich seltsames Spiel. Zunächst deutet nichts auf ein Auseinanderbrechen der Gäste hin…und dann versagten zuerst dem Goalie, dann dem Rest des Teams die Nerven bzw. gingen zwischenzeitlich Ordnung und Wille zum Teufel. Dann kämpfte der Gast aus Düsseldorf plötzlich wieder…nur um sich wieder zwei vermeintlich leichte Gegentreffer einzufangen.
Möglich macht solch einen Spielverlauf, neben den Unzulänglichkeiten der anderen Mannschaft, die intensive Arbeit unseres Teams. Hinter dem eigenen Tor bleiben die Grizzlies extrem dominant und kämpfen weiter um jeden Puck, als ob die Gegner immer noch Team Canada oder Riga hießen. Sehr gut.

Tor
Dshuni konserviert seine überragende Form und verhindert mit seinem Monstersave gegen Beechey eine andere Spielentwicklung. Auch ansonsten trifft der Wolfsburger Schlussmann momentan fast immer die richtige Entscheidung. Unsere Banden nehmen allerdings eine etwas bedenkliche Entwicklung…im Gegensatz zum Gästegoalie sollte Daniar vorgewarnt sein ;)

Verteidigung
Bina und Kohl rocken defensiv ohne Ende. Natürlich wird aus Bina kein Schlagschuss- oder Checkmonster mehr, aber Robbie präsentiert sich seit dem Alpenausflug in Play-off Form, so dass die bei seinem Verteidigertyp wichtige Entscheidungsschnelligkeit momentan einfach passt. Wäre schön, wenn das auch so bleiben würde! Was Benedikt Kohl leistet, kann man  gar nicht hoch genug einschätzen. Der Neuzugang aus dem Süden macht fast alles richtig und ist fast immer zuerst am Puck und strahlt im Spiel nach vorne zunehmend Übersicht aus.
Der Rest der Defensive machte einen souveränen Job, wobei beim einen oder anderen in Sachen Aufbauspiel immer noch reichlich Luft nach oben ist.

Sturm
Die Arbeitsbereitschaft und die Koordination untereinander sind mittlerweile auf Liga-Topniveau. Selbst ohne zwei Topscorer bleibt der EHC ein Torgarant. Sieben Tore, sieben Schützen – mehr braucht man zum Thema Abstimmung momentan nicht schreiben. Besonders Davis und mit Abstrichen auch David Laliberté leisten endlich annähernd das, was man von ihnen erwartet hatte. Während Davis sich durch harte Arbeit im Slot auszeichnet, entwickelt Laliberté allmählich den Zug zum Tor, den es in der DEL braucht.
Milley und John Laliberte mit Galavorstellung, waren gleich an vier der sieben Treffer beteiligt.
Dass Hübscher sein erstes Saisontor erzielen konnte und Höhi endlich wieder so etwas wie einen scoring touch  zu entwickeln scheint, rundeten diese gelungene Vorstellung ab.
 

Fazit
Der EHC-Zug rollt weiter durch die Liga. Die Top 4 sind mittlerweile in Sichtweite und bei konsequentem Beibehalten dieser Intensität, etwas überraschend, erreichbar! Bleibt zu hoffen, dass der Einbruch nicht doch noch irgendwann kommt…
mb

EHC - Hamburg Freezers 3:0

  • Geschrieben von Martin
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Im zweiten Spiel nach dem Spengler Cup bekam es der EHC auch gleich mit dem zweiten Dauerkandidaten aus der Spitzengruppe der DEL zu tun. Die Hamburg Freezers waren mit rund 250 Fans im Gepäck angereist, um den dezimierten Grizzlies die dritte Niederlage der Saison zuzufügen.
Dass dieser Plan, trotz der Belastungen der vergangenen Wochen, am Ende nicht aufging, sorgte für reichlich ausgelassene Stimmung in der heimischen Eisarena.


1. Drittel
Sofort entwickelte sich zwischen den beiden Kontrahenten ein offener Schlagabtausch, in dem die Freezers im ersten Spielabschnitt die Mehrzahl guter Einschusschancen für sich verbuchen konnten. Während die Gäste sich allerdings die Zähne am Goalie der Grizzlies ausbissen, zeigten sich die verbliebenen Cup-Rückkehrer von ihrer (ungewohnt) effizienten Seite: Einen Bina-Schuss fälschte David Laliberté in der 10.Spielminute unhaltbar zum 1:0 ins Gehäuse der Hamburger ab. Der Gast aus der Hansestadt antwortete mit wütenden Angriffsbemühungen und erhöhte prompt den Druck auf und die Anzahl der sich ergebenden Torchancen vor Grizzlykeeper Dshunussow.
Doch mithilfe einer immer konzentrierter agierenden Wolfsburger Defensive konnte bis zur ersten Pause trotz allem jeglicher Torerfolg der Hamburger verhindert werden.


2. Drittel
Das Spiel blieb weiter äußerst ansehnlich und gestaltete sich nun, zur Freude der über 3000 Heimfans, weitestgehend ausgeglichen.
Allerdings, ebenfalls zur Freude aller in orange, nicht im Bezug auf die Anzahl der geschossenen Tore.
Besonders Patrick Davis wirbelte ein ums andere Mal im Drittel des Gegners umher, blieb aber zunächst ohne Torerfolg. Im zweiten Anlauf gelang den Grizzlies dann allerdings nicht nur ein ansehnliches Powerplay, sondern auch das erste Überzahltor der Partie. Paetsch vollendete ein Milley-Anspiel per Blueliner zum 2:0 (36.Min) und versetzte die mitfiebernde Halle, die das sichtbar am Limit spielende Team nun immer intensiver mittrug, in puren Freudentaumel. Die Schlussphase des Mitteldrittels gehörte, nicht zuletzt wegen einer weiteren Strafe gegen den Gast, ausschließlich den Wolfsburgern.
Doch weder Kapitän Hospelt, noch der weiterhin etwas unglücklich im Abschluss agierende Furchner konnten den Spielstand weiter zugunsten der Grizzlies verändern.


3. Drittel
Der Schlussabschnitt stand unter dem Motto „Reicht die Kraft?“.
Hamburg rannte nun mit aller Macht auf das von Dshunussow gehütete Gehäuse ein und erspielte sich erneut eine Vielzahl guter Chancen. Doch Collins und Flaake setzten die besten Chancen der Gäste an den Pfosten, alle übrigen Versuche wurden sichere Beute des Wolfsburger Goalies oder im letzten Moment von einem oder mehreren Grizzlies aus dem Gefahrenbereich befördert oder geblockt.
Erstaunlich dabei: Die Gastgeber blieben trotz schwindender Kräfte weiter gefährlich und hielten die Freezers erfolgreich von bedingungsloser Offensive ab.
Ihren Höhepunkt fanden diese Bemühungen in der 51.Minute, als der stets umtriebige Patrick Davis einen abgefangenen Puck im Hamburger Powerplay zum Alleingang aufnahm und im 1 gegen 1 hinter Curry zum 3:0 ins Netz beförderte.
Die Halle tobte und trug das Team nun geschlossen bis ins ersehnte Ziel.
Dass am Ende sogar noch der shutout für Wolfsburgs Torhüter stand, setzte dem gelungenen Abend letztlich die Krone auf.
  
 
Mein subjektiver Eindruck
Das Team scheint tatsächlich, außer einem verständlichen Substanzverlust, einige Fortschritte aus der Zeit in Davos mitgebracht zu haben.
Vielleicht erfüllt sich nun meine Prognose, die eigentlich eher eine Hoffnung war, dass das Team nach dem Spengler Cup durchstarten wird. Nach der gemeinsamen Zeit in der Schweiz wirkten gleich drei der Neuzugänge wesentlich überzeugender, als noch zuvor. Bei Marvin Degon sicherlich nicht verwunderlich, bei den beiden anderen – nach der doch wesentlich längeren Zugehörigkeit zum Team – doch eine kleine Überraschung.
Was das Team ohne Haskins, Sloan und Diesel zustande brachte war aller Ehren wert. Nach den Spielen gegen deutlich höherklassige Gegner beim Cup, scheint der EHC eine effiziente Spielgestaltung gegen starke Gegner gefunden zu haben. Besonders die Zweikämpfe hinter dem eigenen Tor zeigten eine wesentlich höhere Intensität als noch vor dem Ausflug in die Alpenrepublik.

Tor
Dshuni rockt die Hütte! Besonders in den Heimspielen scheint der Wolfsburger Goalie immer noch einen auf seine ohnehin genialen Leistungen obendrauf setzen zu können.
Nach einem etwas wackeligen Abschied vom Spengler Cup zeigte sich die Nr.1 der Grizzlies von seiner absolut souveränen Seite und entnervte den Gast aus dem hohen Norden fast im Alleingang.
 
Verteidigung
Aber eben nur fast. Die Defensivabteilung des Teams kam fast tadellos durch die Partie und wirkte enorm sattelfest. Während Benedikt Kohl besonders durch Übersicht glänzte, zeigte sich sein Teamkollege Nathan Paetsch endlich in der Schusslaune, die man sich vom kanadischen Neuzugang erhofft hatte. Prompt war der defensiv überzeugende Verteidiger erfolgreich...
Insgesamt nahmen alle Verteidiger seit den intensiven Begegnungen gegen Kloten, Riga und Team Canada die Zweikämpfe hinter dem eigenen Tor wesentlich fokussierter an als noch zuletzt.

Sturm
Konzentriertes Backchecking und zwei Ausländer, die endlich Verantwortung übernehmen. Das waren die Faktoren im Sturm, die diesen Sieg ermöglichten.
Neben dem engagiert auftretenden Laliberté, überzeugte vor allem Patrick Davis bei den um zwei Goalgetter dezimierten Grizzlies. Bestes Zeichen für echten Fortschritt bei Davis: Gleich zweimal verwechselte ich den US-Amerikaner mit unserem Kapitän Kai Hospelt (Nr. 8 u. 9) und zwar nicht, weil die beiden das gleiche gewinnende Lächeln teilen, sondern weil die Bewegungsabläufe und Wege der beiden verblüffende Ähnlichkeiten zeigten. Bitte mehr davon!

Fazit
Offenbar hat sich die Anspannung gegen die übermächtigen Gegner aus dem Cup bisher gut im Team gehalten. Mal schauen, wie lange sich diese intensive Einstellung konservieren lässt. Vielleicht noch einen Punkt aus München entführt und die positiven Effekte des Cups überwiegen am Ende sogar nicht nur in Sachen Ansehen, sondern auch im Liga-Alltag.
mb