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EHC - T.Sabo Ice Tigers 5:1

Mit den Ice Tigers aus Nürnberg gastierte der Tabellenletzte in der Eisarena, so dass nach langer Durststrecke endlich wieder ein „Dreier“ für die Grizzlies in der Luft lag. Doch angesichts der offenkundigen Abstimmungsprobleme im Team der Wolfsburger, gab es im Vorfeld auch die eine oder andere warnende Stimme zu hören, die die Gäste durchaus im Aufwind sah.  

1. Drittel
Während der unmittelbare Start den Grizzlies noch einigermaßen zu gelingen schien, machte sich schon bald Konfusion im Spielaufbau der Gastgeber breit. Genau diese Schwierigkeiten sollten auch für den ersten Treffer der Partie sorgen: Bereits in der 4.Minute bestrafte Yan Stastny eine Ungenauigkeit bei einem Wolfsburger Befreiungsversuch und schob den Puck aus kurzer Distanz durch Dshunussows Schoner zum 0:1. Fischer hatte im Durcheinander vor dem Tor der Grizzlies über den Puck geschlagen und dem Nürnberger Stürmer somit direkt aufgelegt.
Obwohl die Ice Tigers nun deutlich besser im Spiel waren, leisteten sie sich – zum Glück für die Hausherren – eine ganze Reihe durchaus vermeidbarer Strafzeiten, so dass der EHC gleich dreimal an seinem Powerplay feilen konnte. Leider, wie zuletzt recht oft, ohne Erfolg.
Doch der Druck der Grizzlies nahm stetig zu: Erst rettete Pollock noch auf der Linie für seinen geschlagenen Torhüter (17.), dann nutzte Wolfsburgs Benedikt Schopper das hohe Verkehrsaufkommen vor Gästegoalie Jenike um den Puck von der Blauen in die Maschen zu schlenzen (18.). Mit einem bis dahin leistungsgerechten 1:1 ging es in die erste Unterbrechung.

2. Drittel
Was der äußerst rumpelige Beginn der Grizzlies kaum erahnen lassen konnte, traf ein: Der EHC drehte jetzt richtig auf und spielte den Gast aus Nürnberg komplett an die Wand. Den Auftakt machte Patrick Davis, der Nürnbergs Goalie von hinten an die Schoner schoss, um die Wolfsburger Führung nach knapp 3 gespielten Minuten zu erzielen. Zur allgemeinen Überraschung brach das Gästeteam nun völlig ein und überließ den Grizzlies fast vollständig die Initiative. Einzig ein Sololauf durch Dusan Frosch, ließ die Wolfsburger Fans noch einmal den Atem anhalten – doch der im 1 gegen 1 bärenstarke Dshunussow wusste diese kalte Dusche überragend zu verhindern! Fast im Gegenzug dann praktisch der K.O. für die Ice Tigers: Colin Beardsmore setzt vor dem Tigers-Tor energisch nach (30.) und hebt die Scheibe zum 3:1 in die Maschen. Das Spiel geriet zur Einbahnstraße, die ersten Nürnberger Spieler verloren die Nerven. Im Stile eines Tabellenletzten schwächte ausgerechnet Top-Verteidiger James Pollock sein Team durch ein dummes Stockfoul für die letzten fünf Minuten des Mitteldrittels, das ohnehin schon katastrophal für die Gäste verlaufen war. Das zuletzt immer wieder kritisierte Powerplay der Wolfsburger schaffte dann, nach einigen Startschwierigkeiten, doch noch das 4:1 und beerdigte Nürnberg damit komplett. Im 1 gegen 1 hatte Diesel letztlich die Oberhand gegen Jenike behalten (38.) und den Sack somit zugemacht.
 

3. Drittel
Und Nürnberg baute weiter ab...
Da Wolfsburg im Gegenzug nicht wirklich alles daran setzte, den Vorsprung gravierend auszubauen, blieb es im Schlussabschnitt bei einem weiteren Überzahltreffer der Gastgeber. Neuzugang Laliberté war es vorbehalten, mit seinem Treffer (49.) zum 5:1 den Endstand herzustellen. Der Gast hingegen schaffte es selbst in Überzahl nicht einmal mehr wirklich Gefahr für den Kasten von Dshunussow herzustellen, so dass der am Ende deutliche Sieg der Grizzlies absolut in Ordnung ging.


 
Mein subjektiver Eindruck
Nürnberg hat entweder ein Konditions- oder ein Einstellungsproblem. Hätten die Franken ihr Spiel aus dem ersten Drittel durchgezogen, so wäre es für unser stotterndes Kombinationsspiel wohl schwer geworden, auch nur einen Punkt in der Eisarena zu behalten. Klingt hart, ist aber so.
Wirklich überzeugt hat mich unser Team jedenfalls nicht: Die ersten 20 Minuten waren zum Zuschauen eine einzige Qual... 


Tor
Dshuni nahezu fehlerlos und mit einigen wichtigen und sehenswerten Reflexen. Beim Tor der Nürnberger ebenso überrascht wie so ziemlich jeder auf und neben dem Eis. 

Verteidigung
Benedikt Schopper mit einer wirklich guten Vorstellung – defensiv und offensiv. Nach meiner Kritik in den letzten Wochen eine echte Wohltat ihn so spielen zu sehen. Weiter so!
Fischer wirkt weiterhin etwas überdreht. War er für mich zwischenzeitlich der einzige Akteur in der Defensive, der Normalform erreicht hatte, so zeigt er in den letzten Partien leider wieder die Nervosität der Vorbereitung. Ob ein leicht reaktionsverzögerter Robbie Bina an seiner Seite da eine Hilfe ist...ich glaube nicht.
Das Duo Sloan / Schopper ausgenommen, scheint es häufig sowieso keine festen Paare in der Defensive zu geben. Im Verletzungsfall sicher hilfreich, angesichts unserer  Probleme im Bereich Abstimmung und Aufbauspiel eher fragwürdig!
 

Sturm
Davis hat mich, trotz seiner Torpremiere, im Zusammenspiel mit Milley und Hospelt noch nicht überzeugt. Die Reihe blieb leider sehr ineffektiv und die einzelnen Akteure traten eher in ihren Powerplayformationen in den Vordergrund. Später wurde vielleicht etwas rotiert, aber mal ehrlich gesagt: Es interessiert mich momentan nicht so sehr wer mit wem, sondern ob jemand mal länger mit einem anderen spielt.
Höhenleitner blieb mit Furchner und Werner auch sehr, sehr blass, so dass gleich zwei Reihen (?) wirklich Anlass zur Sorge boten. Auch beide Lalibertes machten auf mich keinen überzeugenden Eindruck, wobei John diesmal der weitaus unauffälligere war. Einzig Matt Diesel scheint, egal wer mit wem wie gut spielt, konstant brauchbare Leistungen abrufen zu können. Ein bisschen wenig, bedenkt man, dass diesmal sogar Kampfsau Haskins eine kleine Auszeit nahm.
Insgesamt scheitert das Team weiter mehr an sich selbst im Spielaufbau, als an der genialen Arbeit des Gegners und entsprechend nervig ist das Ganze anzuschauen. Es bleibt die Hoffnung auf Besserung und feste(re) Reihen.


Fazit
Nach dem Gruseldrittel zum Auftakt kommt doch noch etwas Freude in der Eisarena auf. Trotzdem muss sich einiges zum Besseren wenden, um das – mittlerweile doch etwas verwöhnte – Wolfsburger Publikum wieder etwas mehr aus der Reserve zu locken. Ich schließe mich selbst dabei ausdrücklich nicht aus. 
mb

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