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EHC - Iserlohn Roosters 3:5


Nach der deutlichen 0:7 Klatsche im Hinspiel waren die Hähnchen aus dem Sauerland auf Rache aus - und bekamen diese gegen schwache Wolfsburger auch.
Nur rund 1800 Zuschauer waren erschienen, um am Doppelheimspielwochenende dem Aufeinandertreffen mit den Iserlohn Roosters beizuwohnen. Sie sollten es bereuen.

1. Drittel
Vom Start weg war deutlich erkennbar Sand im Getriebe der Grizzlies. Während der Gast seine Angriffsaktionen wohl dosiert, aber gut koordiniert vortrug, würgten der EHC sich seine Spielzüge geradezu heraus. Die beste Phase der Gastgeber brach dann gegen Mitte des Spielabschnitts an, als vor allem Patrick Davis zu mehreren Torchancen kam. Erfolg sollte er allerdings erst nach dem Iserlohner Führungstreffer (16.) haben, der durch Jeff Cowan im Powerplay markiert werden konnte.
Das 1:1 durch Davis (18.) spiegelte, mit etwas gutem Willen, dann auch den ungefähren Spielverlauf wieder, in dem die Gäste allerdings den weitaus stabileren Eindruck hinterließen.

2. Drittel
Man kann und darf es eigentlich nicht schönreden: Der mieseste Auftritt der Grizzlies...bisher. Lauffaul und desorientiert präsentierte sich der EHC alles andere als im Stile einer Heimmannschaft. Weder die eigenen Kontergelegenheiten noch das Powerplay der Wolfsburger führten auch nur ansatzweise zu wirklicher Gefahr für den aufmerksamen Caron im Kasten der Gäste. Durch überflüssige Strafzeiten in doppelte Überzahl gekommen, nutzte der Gast aus Iserlohn zwei Sekunden vor Ablauf der ersten Strafe letztlich die Gunst des Augenblicks zum 1:2 durch Michael Wolf (34.). Als John Laliberte eine Minute später doch noch das 2:2 erzielen konnte und Daniar Dshunussow wiederum eine Minute später einen von Sloan verschuldeten Penalty entschärfen konnte, schien es für kurze Zeit so, als ob das Mitteldrittel sich doch noch versöhnlich entwickeln könnte. Es blieb beim Anschein.
Ein katastrophaler Auftritt der Reihe um Furchner, Werner und Laliberté leitete wenig später aus eigenem Puckbesitz heraus das ärgerliche 2:3 durch Jeff Giuliano (38.) ein. Zweimal versuchte ein EHC-Spieler das eigene Drittel mit dem Puck zu verlassen, zweimal vergaß er dabei aber etwas Wichtiges: Den Puck.
Genervt ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3. Drittel
Obwohl mit dem frühen 3:3 durch Kai Hospelt (42.) offenbar die Initialzündung für den Wolfsburger Spielfluss gelungen war, sollten sich die weiteren zählbaren Ereignisse auf der anderen Seite des Eises abspielen. Gleich zweimal schlossen die Gäste Konter geradezu selbstverständlich und eiskalt zum Torerfolg ab, so dass nach Peltiers 3:4 – nur drei Minuten später - und Hackerts 3:5 (50.Min.) die Messe endgültig gelesen war. Die Grizzlies legten zwar im gesamten Drittel los wie die Feuerwehr, blieben aber im Abschluss viel zu umständlich und leider auch etwas glücklos.
Die Revanche der Hähne war geglückt.
 
 
Mein subjektiver Eindruck
Die ersten beiden Drittel waren geradezu erbärmlich. Pomadig und selbstgefällig, dabei ohne jegliche Konsequenz vor dem Tor und in den Zweikämpfen.
Da stand einfach kein Team auf dem Eis!
Ständig wurden die halbherzigen Aufbauversuche der Grizzlies durch engagierte Roosters abgeblockt, im Zweikampf wirkte das Team von Pavel Gross hoffnungslos unterlegen wie Schuljungs, die bei den Erwachsenen mitmachen dürfen.
Ganz schwere Kost fürs Publikum – so viel steht fest.
Wenn am Sonntag nicht wieder das andere Gesicht der Grizzlies zum Vorschein kommt, kann das ganz schnell eine Abwärtsspirale lostreten: Sowohl auf dem Punktekonto, als auch in der Zuschauerentwicklung!


Tor

Daniar mit einer soliden Vorstellung. Klasse beim Penalty, aus dem Spiel heraus allerdings ohne die big saves, die es gebraucht hätte, um den einen oder anderen (unverdienten) Punkt mitzunehmen.

Verteidigung
Armselig. Zu langsam und ohne die nötige Härte.
Fischer und Paetsch mit den einzig akzeptablen Vorstellungen. Zusätzlich negative Ausreißer bildeten Blake Sloan und Robbie Bina, die dem Tempo der Partie im letzten Abschnitt einfach nicht gewachsen schienen. Bei Bina nichts Neues, bei Sloan hoffentlich keine weiter zu beobachtende Entwicklung.
Warum ausgerechnet Schopper im letzten Drittel zugucken musste – keine Ahnung!
Im Prinzip hätte man nach dem Mittelabschnitt nur noch anderthalb Reihen ruhigen Gewissens aufs Eis lassen können.  


Sturm

Davis kommt in Fahrt! Der Neuzugang scheint langsam in Wolfsburg anzukommen und war neben Haskins und Diesel der überzeugendste Akteur im Sturm der Grizzlies. Während die vierte Reihe zumindest ansatzweise ihre Rolle erfüllen konnte, blieben die anderen Formationen über weite Strecken jeden Spielfluss schuldig.
Besonders schlimm: Die dritte Reihe um Sebastian Furchner, Stephen Werner und Rohrkrepierer David Laliberté enttäuschte maßlos! Nicht nur, dass sie das äußerst frustrierende 2:3 einleiteten, sondern auch die durchgängig fehlende Einsatz- und Kampfbereitschaft dieser Reihe setzte dem katastrophalen Auftritt der Grizzlies die Krone auf. Laliberté hat dabei, meiner Meinung nach, eine entscheidende Rolle: Die Körpersprache unseres Möchtegern-NHL-Spielers ist dabei eine einzige Provokation für alle Beteiligten. Wenn der Mann keine Lust auf DEL hat, dann soll er sich woanders die Fingernägel lackieren! Eine Strafe für jeden, der mit ihm in einer Reihe spielen muss.


Fazit
Zeit auf den Tisch zu hauen, Herr Gross!
Falls das Spiel am Sonntag ebenfalls derart halbherzig begonnen werden sollte, müssen einige Akteure zum Nachdenken auf die Tribüne! Zur Not heißt das, dass man nach der Cup-Pause nur mit drei Angriffsreihen und sechs Verteidigern in die Spiele geht. Alle anderen müssen sich dann ins Team zurückarbeiten! Falls die Trainingseindrücke allerdings so gut sein sollten, dass dies nicht nötig erscheint, sollten nun endlich feste Reihen gebildet werden. Die momentane Einteilung dürfte es aber wohl eher nicht sein...und das nach 16 Spielen!
Wenn es der finanzielle Rahmen hergeben würde, wäre darüber hinaus die Verpflichtung eines wirklich guten ausländischen Verteidigers mehr als wünschenswert. Im Gegenzug könnte man dann Mayer und Hübscher gleichzeitig im Kader halten – einen Laliberté in der vierten Reihe braucht es nun wirklich nicht. 
mb