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EHC - Krefeld Pinguine 10:2

Mit einer Derbyniederlage im Gepäck war der Gast aus Krefeld angereist – mit einer Rekordklatsche obendrauf trat er am Ende die Heimreise wieder an.
Hatten die Pinguine im Aufeinandertreffen mit den Haien aus Köln noch haarsträubende 50 Schüsse auf das vom Ersatzkeeper gehütete Gehäuse zugelassen, so reduzierten sie diesen Katastrophenwert gegen gut aufgelegte Grizzlies deutlich auf 38. Es wären vermutlich wieder 50 Schüsse geworden, wenn da nicht die Torausbeute der Hausherren gewesen wäre, die diesen Abend zur denkwürdigen Veranstaltung machen sollte!

1. Drittel
Die Grizzlies, ohne Hübscher und Schopper angetreten, machten vom Anpfiff weg mächtig Druck. Krefeld suchte spürbar den Weg in die Partie – fand ihn aber nicht. Schon nach gut anderthalb Minuten klingelte es hinter Kovacic (Torschütze Matt Diesel), der mit Langkow einen der beiden Ausfälle auf Krefelder Seite vertreten sollte. Es wurde kein schöner Abend für ihn...
Wenig später der erste Schock für die Gastgeber: Stephen Werner musste bereits in der 3.Minute verletzt den Dienst quittieren. Nur gestützt konnte der Wolfsburger Angreifer das Eis verlassen und kehrte bis Spielende auch nicht auf selbiges zurück.
Doch das sollte die Grizzlies nicht aufhalten: Als Fischers Überzahlhammer zum 2:0 (8.Min) nur eine halbe Minute später durch Milos 2:1, ebenfalls in Überzahl und reichlich einfach beantwortet wurde, zuckte der geneigte Fan zwar kurz – doch ins Wanken kam der EHC nicht eine einzige Sekunde! Keine Minute später klingelte es nämlich erneut im Powerplay der Grizzlies, so dass nach Hospelts 3:1 das Elend aus Krefelder Sicht seinen Lauf nehmen konnte.
Der Gast aus der Seidenstadt fiel nun komplett auseinander, ließ seinen Ersatzgoalie ein ums andere Mal im Stich und fing sich prompt die Gegentore Nr. 4 und 5.
Sowohl das 4:1 durch Kai Hospelt (17.), als auch das 5:1 durch David Laliberté (19.) fielen mit einer Selbstverständlichkeit, dass es schon fast nach Aufgabe aussah.

2. Drittel
Doch die Grizzlies und ihre Fans ließen sich den Spaß nicht verderben und so rannte das Wolfsburger Team, trotz deutlicher Führung, weiter auf das Tor von Kovacic an. Den Frust der Gastgeber, der sich aus den beiden letzten unglücklichen Niederlagen angesammelt hatte, bekam der bedauernswerte Krefelder Torhüter noch ganze zweimal zu spüren, dann durfte Krefelds dritter Mann Patrick Vetter das Himmelfahrtskommando zwischen den Pfosten der Gäste antreten. Bis dahin hatten sowohl Diesel (25.) als auch Laliberté (28.) mit ihrem jeweils zweiten Treffer der Begegnung das Ergebnis bis auf 7:1 in die Höhe geschraubt. Als der neue Mann im Kasten der Pinguine wenig später zum ersten Mal hinter sich greifen musste, durfte auch der zuletzt gerügte Patrick Davis endlich wieder einen Treffer, diesmal den zum 8:1, bejubeln. Ganze 33 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und man fragte sich bereits, wie weit dieses Debakel für den KEV wohl noch ausufern würde.
Verständlich, dass die Gastgeber nun etwas lockerer an die Sache gingen und die Pinguine relativ entspannt unter Kontrolle behielten.    


3. Drittel
Wie schon im Mitteldrittel versuchten die Gäste zum Auftakt des Abschlussdrittels etwas engagierter zur Sache zu gehen und das Ganze nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen (was ergebnismäßig bereits ein Fakt war) – diesmal sogar mit einem kleinen Erfolg. Shvidki gelang bereits in der 42. Minute der zweite Ehrentreffer für den KEV, was auf Seiten der Hausherren natürlich nicht das große Zittern auslöste, doch das Spiel zusätzlich zu beruhigen schien.
Die Grizzlies wollten nur noch bedingt mehr, die Pinguine konnten nicht mehr.
Die Partie wäre wohl entspannt dem Ende entgegen geplätschert und vielleicht, mit etwas Glück und zusätzlicher Anstrengung, hätte der Gast vom Rhein noch ein oder zwei Tore für sich verbuchen können, wenn Kollege Driendl sich in der 54.Minute etwas umsichtiger verhalten hätte. Der Krefelder Angreifer hatte Wolfsburgs Armin Wurm mit dem Schläger am Kopf erwischt und durfte umgehend die Umkleidekabine besichtigen, während die Partie für Wurm leider ebenfalls beendet war. Sein Weg führte ihn, ebenso wie der von Stephen Werner, ins Wolfsburger Klinikum.
Publikum und Mannschaft des EHC reagierten auf diese überflüssige Aktion der Gäste mit einem späten Sturmlauf, der die ohnehin schon deutliche Klatsche zur endgültigen Demütigung machen sollte. Nachdem Diesel mit seinem dritten Treffer in der folgenden Überzahl das 9:2 klargemacht hatte (58.), drückten die Gastgeber erbarmungslos weiter auf den zweistelligen Sieg und erzielten, praktisch mit der Schlusssirene, durch Tyler Haskins doch noch das viel umjubelte 10:2!
Nach dem 9:1 Sieg gegen Duisburg aus der Saison 08/09 stellte der EHC somit einen neuen Rekord in Sachen höchster Sieg in seiner DEL-Geschichte auf.
Nach den zuletzt so ernüchternden Ergebnisse eine mehr als willkommene Aufmunterung für alle Beteiligten in Wolfsburgs Eishockeyszene!
  
 
Mein subjektiver Eindruck
Krefeld war schwach. Äußerst schwach. Trotzdem kam das Schützenfest absolut zur rechten Zeit, da der bisherige Saisonverlauf inklusive Zuschauerentwicklung alles andere als lustig ist...
Eine Trendwende kann ich leider noch nicht ausmachen. Da gab das letzte Drittel gegen Hamburg (von der doofen Strafe abgesehen) mehr Anlass zur Hoffnung als dieser locker flockig herausgezockte Sieg gegen Krefeld.
 

Tor
Dshuni wirkte lediglich beim ersten Gegentreffer etwas überrascht, ansonsten immer auf dem Posten und von seinen Vorderleuten gut unterstützt. Insgesamt aber keine wirkliche Herausforderung für unsere Nr.1.


Verteidigung
Den ersten Gegentreffer gab man noch zu leichtfertig weg, ansonsten zeigte unser Defensivverbund eine bemerkenswert konzentrierte Leistung. TROTZ der frühen und deutlichen Führung hatten wir nicht auf einmal fünf Stürmer auf dem Eis: Sehr gut!
Besonders gut gefallen haben mir diesmal Fischer, Kohl und Bina, wobei besonders Fischer und Kohl zu überzeugen wussten, wenn sie gemeinsam auf dem Eis standen. Mal schauen, ob das gegen die zwei Klassen besseren Eisbären am Freitag ähnlich klappt!
Auch wenn Wurm nicht unbedingt seinen besten Tag erwischte: Sein Ausfall könnte uns in den nächsten Wochen extrem hart treffen! Mit nur fünf Verteidigern wird man dann wohl einen Stürmer nach hinten beordern müssen (im Angriff sind nach dem Ausfall von Hübscher und Werner sowieso keine vollen vier Reihen mehr möglich). Colin Beardsmore könnte ich mir, nebenbei bemerkt, hervorragend als Verteidiger vorstellen!
Ebenfalls nachdenklich stimmt mich der Fakt, dass Nathan Paetsch es bei einem derart munteren Scheibenschießen schafft bei lediglich einem der 10 Treffer auf dem Eis zu stehen, geschweige denn an einem Tor beteiligt zu sein...

Sturm
Ein Tag für Stürmer. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Besonders Kai Hospelt und der Diesel zerlegten die Krefelder Hintermannschaft in ihre Einzelteile. Sogar unser Spaziergänger mit der Nr.16 konnte zweimal einnetzen und ein wenig für Wiedergutmachung für den Riesenbock aus dem Hamburgspiel sorgen. Ein Tor gegen die Eisbären und die Wiedergutmachung wäre gelungen – na, wie wär’s?!
Nach dem frühen Ausfall von Stephen Werner zeigte die Mannschaft, dass sie mittlerweile einige Zusammenstellungen durch hat und offenbarte keinerlei Umstellungsprobleme. Was das alles wert ist, lässt sich aus einer weitestgehend druckfreien Partie nicht ableiten.


Fazit
Das war ein schönes Erlebnis, dem nun dringend weitere Erfolgserlebnisse folgen müssen. Gerade mit der selbst gewählten Pause über die Feiertage, muss in den kommenden Wochen endlich wieder eine positive Serie ins Laufen gebracht werden!
mb

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