header
Log in
A+ A A-

EHC - Hamburg Freezers 3:0

Im zweiten Spiel nach dem Spengler Cup bekam es der EHC auch gleich mit dem zweiten Dauerkandidaten aus der Spitzengruppe der DEL zu tun. Die Hamburg Freezers waren mit rund 250 Fans im Gepäck angereist, um den dezimierten Grizzlies die dritte Niederlage der Saison zuzufügen.
Dass dieser Plan, trotz der Belastungen der vergangenen Wochen, am Ende nicht aufging, sorgte für reichlich ausgelassene Stimmung in der heimischen Eisarena.


1. Drittel
Sofort entwickelte sich zwischen den beiden Kontrahenten ein offener Schlagabtausch, in dem die Freezers im ersten Spielabschnitt die Mehrzahl guter Einschusschancen für sich verbuchen konnten. Während die Gäste sich allerdings die Zähne am Goalie der Grizzlies ausbissen, zeigten sich die verbliebenen Cup-Rückkehrer von ihrer (ungewohnt) effizienten Seite: Einen Bina-Schuss fälschte David Laliberté in der 10.Spielminute unhaltbar zum 1:0 ins Gehäuse der Hamburger ab. Der Gast aus der Hansestadt antwortete mit wütenden Angriffsbemühungen und erhöhte prompt den Druck auf und die Anzahl der sich ergebenden Torchancen vor Grizzlykeeper Dshunussow.
Doch mithilfe einer immer konzentrierter agierenden Wolfsburger Defensive konnte bis zur ersten Pause trotz allem jeglicher Torerfolg der Hamburger verhindert werden.


2. Drittel
Das Spiel blieb weiter äußerst ansehnlich und gestaltete sich nun, zur Freude der über 3000 Heimfans, weitestgehend ausgeglichen.
Allerdings, ebenfalls zur Freude aller in orange, nicht im Bezug auf die Anzahl der geschossenen Tore.
Besonders Patrick Davis wirbelte ein ums andere Mal im Drittel des Gegners umher, blieb aber zunächst ohne Torerfolg. Im zweiten Anlauf gelang den Grizzlies dann allerdings nicht nur ein ansehnliches Powerplay, sondern auch das erste Überzahltor der Partie. Paetsch vollendete ein Milley-Anspiel per Blueliner zum 2:0 (36.Min) und versetzte die mitfiebernde Halle, die das sichtbar am Limit spielende Team nun immer intensiver mittrug, in puren Freudentaumel. Die Schlussphase des Mitteldrittels gehörte, nicht zuletzt wegen einer weiteren Strafe gegen den Gast, ausschließlich den Wolfsburgern.
Doch weder Kapitän Hospelt, noch der weiterhin etwas unglücklich im Abschluss agierende Furchner konnten den Spielstand weiter zugunsten der Grizzlies verändern.


3. Drittel
Der Schlussabschnitt stand unter dem Motto „Reicht die Kraft?“.
Hamburg rannte nun mit aller Macht auf das von Dshunussow gehütete Gehäuse ein und erspielte sich erneut eine Vielzahl guter Chancen. Doch Collins und Flaake setzten die besten Chancen der Gäste an den Pfosten, alle übrigen Versuche wurden sichere Beute des Wolfsburger Goalies oder im letzten Moment von einem oder mehreren Grizzlies aus dem Gefahrenbereich befördert oder geblockt.
Erstaunlich dabei: Die Gastgeber blieben trotz schwindender Kräfte weiter gefährlich und hielten die Freezers erfolgreich von bedingungsloser Offensive ab.
Ihren Höhepunkt fanden diese Bemühungen in der 51.Minute, als der stets umtriebige Patrick Davis einen abgefangenen Puck im Hamburger Powerplay zum Alleingang aufnahm und im 1 gegen 1 hinter Curry zum 3:0 ins Netz beförderte.
Die Halle tobte und trug das Team nun geschlossen bis ins ersehnte Ziel.
Dass am Ende sogar noch der shutout für Wolfsburgs Torhüter stand, setzte dem gelungenen Abend letztlich die Krone auf.
  
 
Mein subjektiver Eindruck
Das Team scheint tatsächlich, außer einem verständlichen Substanzverlust, einige Fortschritte aus der Zeit in Davos mitgebracht zu haben.
Vielleicht erfüllt sich nun meine Prognose, die eigentlich eher eine Hoffnung war, dass das Team nach dem Spengler Cup durchstarten wird. Nach der gemeinsamen Zeit in der Schweiz wirkten gleich drei der Neuzugänge wesentlich überzeugender, als noch zuvor. Bei Marvin Degon sicherlich nicht verwunderlich, bei den beiden anderen – nach der doch wesentlich längeren Zugehörigkeit zum Team – doch eine kleine Überraschung.
Was das Team ohne Haskins, Sloan und Diesel zustande brachte war aller Ehren wert. Nach den Spielen gegen deutlich höherklassige Gegner beim Cup, scheint der EHC eine effiziente Spielgestaltung gegen starke Gegner gefunden zu haben. Besonders die Zweikämpfe hinter dem eigenen Tor zeigten eine wesentlich höhere Intensität als noch vor dem Ausflug in die Alpenrepublik.

Tor
Dshuni rockt die Hütte! Besonders in den Heimspielen scheint der Wolfsburger Goalie immer noch einen auf seine ohnehin genialen Leistungen obendrauf setzen zu können.
Nach einem etwas wackeligen Abschied vom Spengler Cup zeigte sich die Nr.1 der Grizzlies von seiner absolut souveränen Seite und entnervte den Gast aus dem hohen Norden fast im Alleingang.
 
Verteidigung
Aber eben nur fast. Die Defensivabteilung des Teams kam fast tadellos durch die Partie und wirkte enorm sattelfest. Während Benedikt Kohl besonders durch Übersicht glänzte, zeigte sich sein Teamkollege Nathan Paetsch endlich in der Schusslaune, die man sich vom kanadischen Neuzugang erhofft hatte. Prompt war der defensiv überzeugende Verteidiger erfolgreich...
Insgesamt nahmen alle Verteidiger seit den intensiven Begegnungen gegen Kloten, Riga und Team Canada die Zweikämpfe hinter dem eigenen Tor wesentlich fokussierter an als noch zuletzt.

Sturm
Konzentriertes Backchecking und zwei Ausländer, die endlich Verantwortung übernehmen. Das waren die Faktoren im Sturm, die diesen Sieg ermöglichten.
Neben dem engagiert auftretenden Laliberté, überzeugte vor allem Patrick Davis bei den um zwei Goalgetter dezimierten Grizzlies. Bestes Zeichen für echten Fortschritt bei Davis: Gleich zweimal verwechselte ich den US-Amerikaner mit unserem Kapitän Kai Hospelt (Nr. 8 u. 9) und zwar nicht, weil die beiden das gleiche gewinnende Lächeln teilen, sondern weil die Bewegungsabläufe und Wege der beiden verblüffende Ähnlichkeiten zeigten. Bitte mehr davon!

Fazit
Offenbar hat sich die Anspannung gegen die übermächtigen Gegner aus dem Cup bisher gut im Team gehalten. Mal schauen, wie lange sich diese intensive Einstellung konservieren lässt. Vielleicht noch einen Punkt aus München entführt und die positiven Effekte des Cups überwiegen am Ende sogar nicht nur in Sachen Ansehen, sondern auch im Liga-Alltag.
mb