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EHC - DEG Metro Stars 7:1

Der Spaß in orange geht weiter!
Ohne die weiterhin verletzten Werner, Sloan, Diesel und Haskins scheint sich das Mannschaftsgefüge der Grizzlies soweit gefunden zu haben, dass jeder der verbliebenen Akteure einen deutlichen Schritt nach vorne vollzogen hat.
Das bekam am Freitagabend auch der Gast aus Düsseldorf zu spüren, der bis dahin mit 51 Punkten zu den direkten Wolfsburger Verfolgern zählte, nach der Partie aber ganz andere Sorgen als die Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze haben dürfte.

1.Drittel
Der Auftakt gestaltete sich, noch wenig überraschend, sehr ausgeglichen. Beide Teams agierten durchaus konzentriert und erspielten sich mehr oder weniger deutliche Torgelegenheiten. Die erste wirklich hochkarätige Chance des Spiels besaß dabei der Gast aus Düsseldorf, der bei einem 2 auf 1 Konter per Direktabnahme die Führung auf dem Schläger hatte (10.). Doch Tyler Beecheys one-timer sollte den Weg über die Linie nicht finden: Dshunussow hatte im perfekten Moment die Seite in seinem Gehäuse gewechselt und wehrte somit den eigentlich sicheren Torerfolg der Metro Stars erfolgreich ab.
Prompt begannen die Fans bereits im ersten Drittel, ihre Nr.1 immer wieder zu feiern – wohlwissend, dass diese Szene entscheidend für einen kompletten Spielverlauf sein konnte.
Und siehe da: Als Wolfsburg seine zweite Überzahlgelegenheit in der 14.Spielminute zum 1:0 nutzen konnte, hatte das Momentum die Seite gewechselt! Norm Milley war es, der seine Farben nach einem schönen Steilpass durch die Mitte per Alleingang in Führung bringen konnte. In gewohnt frecher Manier hatte der Wolfsburger Angriffskünstler den Gästekeeper im letzten Moment mit einem lockeren Rückhandchip überlisten können. Die Kulisse stand Kopf!
Nach einem, mittlerweile gewohnt, souveränen Unterzahlspiel der Grizzlies ging es schließlich mit dieser knappen Führung zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Die DEG startete konzentriert und versuchte die Kontrolle über die Partie zu erlangen. Doch abgesehen von zwei kurzen Wacklern blieb der Abwehrverbund der Grizzlies Herr der Lage.
Die sich ergebenden Chancen der Gäste fanden ausnahmslos ihr Ende beim bestens aufgelegten Dshunussow, so dass Düsseldorf der wirkliche Einstieg in die Partie weiterhin verwehrt blieb. Als Christoph Höhenleitner schließlich den Düsseldorfer Goalie aus nächster Nähe unbedrängt mehrmals auf die Probe stellen durfte (27.), kippte die Partie. Im zweiten Nachschuss überwand der Wolfsburger den Keeper der Metro Stars schließlich zum 2:0 und das muntere Scheibenschießen nahm seinen Lauf. Nur eine Minute später erhöhte John Laliberte mit einem schönen Handgelenksschuss von links außen auf 3:0 – Göpfert verließ, etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt, entnervt das Eis und Jean-Sebastién Aubin nahm seinen Platz zwischen den Pfosten der Gäste ein. Vorübergehend.
Denn nach einem weiteren Doppelschlag der Grizzlies durch Pohl (35.) per Alleingang und Hospelt (36.) wollte oder sollte die Düsseldorfer Nr.1 offenbar wieder zurück in ihr Gehäuse.
Wozu und warum blieb rätselhaft, da die beiden Gegentreffer eher der fast schon lachhaft schwachen Defensivarbeit der Gäste und nicht der Leistung ihres Goalies geschuldet waren.
Das Wolfsburger Publikum nahm es, verständlicherweise, mit Humor, den wenigen Gästefans stand zu diesem Zeitpunkt eher die völlige Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben.
Locker flockig ging’s mit 5:0 in die zweite Unterbrechung.

3.Drittel
Mit bemerkenswertem Kampfgeist präsentierte sich der Gast vom Rhein zum Auftakt des Schlussabschnitts. Allein etwas Zählbares sollte ihm weiterhin verwehrt bleiben.
Im Gegenteil: In der 49./50. Minute kam es sogar noch schlimmer. Wolfsburgs Laliberté und Hübscher netzten zum 6:1 und 7:1 ein, ließen den orangenen Anhang sogar von einem zweistelligen Sieg wie zuletzt gegen Krefeld träumen.
Unter den Gesängen ihrer Fans zelebrierten die Grizzlies den Rest dieses Drittels…und mussten schließlich doch noch einen kleinen Wermutstropfen hinnehmen: Simon Danners Ehrentreffer in der 58.Minute verhinderte den siebten shutout für Wolfsburgs Goalie, war aber auch mehr als verdient.
Unter nicht enden wollenden Gesängen und ausgedehnter HUMBA! wurde dieser Triumph denn auch bis zur Neige voll ausgekostet. 

Mein subjektiver Eindruck
Ein wirklich seltsames Spiel. Zunächst deutet nichts auf ein Auseinanderbrechen der Gäste hin…und dann versagten zuerst dem Goalie, dann dem Rest des Teams die Nerven bzw. gingen zwischenzeitlich Ordnung und Wille zum Teufel. Dann kämpfte der Gast aus Düsseldorf plötzlich wieder…nur um sich wieder zwei vermeintlich leichte Gegentreffer einzufangen.
Möglich macht solch einen Spielverlauf, neben den Unzulänglichkeiten der anderen Mannschaft, die intensive Arbeit unseres Teams. Hinter dem eigenen Tor bleiben die Grizzlies extrem dominant und kämpfen weiter um jeden Puck, als ob die Gegner immer noch Team Canada oder Riga hießen. Sehr gut.

Tor
Dshuni konserviert seine überragende Form und verhindert mit seinem Monstersave gegen Beechey eine andere Spielentwicklung. Auch ansonsten trifft der Wolfsburger Schlussmann momentan fast immer die richtige Entscheidung. Unsere Banden nehmen allerdings eine etwas bedenkliche Entwicklung…im Gegensatz zum Gästegoalie sollte Daniar vorgewarnt sein ;)

Verteidigung
Bina und Kohl rocken defensiv ohne Ende. Natürlich wird aus Bina kein Schlagschuss- oder Checkmonster mehr, aber Robbie präsentiert sich seit dem Alpenausflug in Play-off Form, so dass die bei seinem Verteidigertyp wichtige Entscheidungsschnelligkeit momentan einfach passt. Wäre schön, wenn das auch so bleiben würde! Was Benedikt Kohl leistet, kann man  gar nicht hoch genug einschätzen. Der Neuzugang aus dem Süden macht fast alles richtig und ist fast immer zuerst am Puck und strahlt im Spiel nach vorne zunehmend Übersicht aus.
Der Rest der Defensive machte einen souveränen Job, wobei beim einen oder anderen in Sachen Aufbauspiel immer noch reichlich Luft nach oben ist.

Sturm
Die Arbeitsbereitschaft und die Koordination untereinander sind mittlerweile auf Liga-Topniveau. Selbst ohne zwei Topscorer bleibt der EHC ein Torgarant. Sieben Tore, sieben Schützen – mehr braucht man zum Thema Abstimmung momentan nicht schreiben. Besonders Davis und mit Abstrichen auch David Laliberté leisten endlich annähernd das, was man von ihnen erwartet hatte. Während Davis sich durch harte Arbeit im Slot auszeichnet, entwickelt Laliberté allmählich den Zug zum Tor, den es in der DEL braucht.
Milley und John Laliberte mit Galavorstellung, waren gleich an vier der sieben Treffer beteiligt.
Dass Hübscher sein erstes Saisontor erzielen konnte und Höhi endlich wieder so etwas wie einen scoring touch  zu entwickeln scheint, rundeten diese gelungene Vorstellung ab.
 

Fazit
Der EHC-Zug rollt weiter durch die Liga. Die Top 4 sind mittlerweile in Sichtweite und bei konsequentem Beibehalten dieser Intensität, etwas überraschend, erreichbar! Bleibt zu hoffen, dass der Einbruch nicht doch noch irgendwann kommt…
mb