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EHC - Krefeld Pinguine 3:0

Nach dem zuletzt so enttäuschenden wie auch überraschenden Auftritt in Berlin, sollte gegen den Gast aus Krefeld der Weg Richtung Tabellenspitze wieder in Angriff genommen werden. Nach dem spektakulären 10:2 im letzten Aufeinandertreffen galt es für den EHC nun, nicht den zweiten Gegner in Folge zu unterschätzen.
 
1.Drittel
Die Auftaktphase dieser zunächst ausgeglichenen Partie sollte dann aber bereits in der 5.Minute den ersten Schockmoment für das Wolfsburger Team bereithalten: EHC-Verteidiger Armin Wurm wurde hinter dem eigenen Gehäuse von Krefelds Milroy in die Bande gedrückt und verletzte sich dabei schwer. Diese Szene, die irgendwo zwischen unglücklicher Zweikampf und Bandencheck einzuordnen war, brachte nicht nur die Gastgeber, sondern offenbar auch das Schiedsrichterduo aus dem Konzept. Während diese Aktion, ob zu Recht oder nicht, komplett ohne Sanktion blieb, pfiff das Duo Hascher/Schukies fortan die fröhlichsten Melodien – teilweise ohne jede erkennbare Linie.
Als schon wenig später zwei „Sünder“ auf der Strafbank Platz genommen hatten, gelang bei 4 gegen 4 Rekonvaleszent Matt Diesel die erste Beruhigung für das irritiert wirkende Wolfsburger Team: Per sattem Handgelenkschuss netzte der Goalgetter der Grizzlies zur 1:0 Führung ein (7.Min), was der schmutzigen Spielweise der Gäste zusätzlich Treibstoff zu geben schien…
Es entwickelte sich eine zunehmend unsauberer werdende Partie, in der sich die Spieler des EHC immer wieder provozieren ließen und ebenfalls auf die Strafbank wandern mussten.
Zusammen mit der völlig inkonsistenten Vorstellung der beiden HSR wurde das Spiel zunehmend unansehnlicher…

2.Drittel
…was auch im zweiten Spielabschnitt nicht anders werden sollte.
Mit viel Härte versuchte der Gast aus der Seidenstadt weiterhin das Spiel an sich zu reißen. Einen wirklichen Erfolg konnten die Pinguine aufgrund fast vollständig fehlender Spielintelligenz jedoch nicht vorzeigen. Die wenigen nennenswerten Schüsse des KEV entschärfte Wolfsburgs Schlussmann ohne größere Probleme, im Gegenzug versetzte der EHC den Gästen per Shorthander den nächsten schmerzhaften Stich.
Nach etwas mehr als 29 gespielten Minuten sprang schließlich Christoph Höhenleitner während einer Wolfsburger Unterzahl beim Wechsel direkt ins Krefelder Drittel, schnappte sich den langen Rebound eines Befreiungsschlags und netzte eiskalt hinter dem ungewohnt unsicher wirkenden Langkow zum 2:0 ein.
Riesenjubel in der nur spärlich gefüllten Eisarena machte die Sorge aus dem ersten Spielabschnitt kurzfristig vergessen!
Durchsetzt von haarsträubenden Schiedsrichterentscheidungen (Hoher Stock auf Kniehöhe, Zusammenstoß als unkorrekter Körpereinsatz, Bandencheck von der Seite…) stotterte sich das zerfahrene Match Richtung zweite Unterbrechung.      

3.Drittel
Relativ früh im Schlussabschnitt machten die Grizzlies dann den Sack zu:
Nach gut zwei Minuten zog Wolfsburgs Benedikt Kohl in bester Torjägermanier direkt bis vor Langkows Kasten und drückte die Scheibe am überraschten Goalie der Gäste vorbei in die Maschen. Dieser dritte Treffer erlegte die Pinguine. Es folgte eine mäßig kämpferische, aber weiter völlig uninspirierte Vorstellung des KEV, der lediglich in der Schlussminute den siebten shutout des Grizzlykeeper noch einmal ernsthaft in Gefahr bringen konnte. Bis dahin hatte, trotz abwartender Spielanlage, der EHC durch Hübscher, Hospelt und Co. die besseren Torchancen zu verzeichnen, so dass der nächste „Dreier“ frühzeitig in trockenen Tüchern war.
Die Freude und Erleichterung nach dem verkorksten Auftritt in Berlin war zwar durchaus spürbar, doch hatte die schwere Verletzung von Armin Wurm am Ende einen deutlichen Schatten auf diese Partie gelegt. 

Mein subjektiver Eindruck
Die ängstliche Spielleitung der beiden HSR versetzte dieser Partie, zumindest in Sachen Attraktivität, frühzeitig den Todesstoß. Während Deutschlands Schiedsrichter sowieso sehr unterschiedliche Linien in ihrer Regelauslegung fahren, stellen zwei HSR, die sich offenbar nicht vorher abgesprochen haben, die nächste unangenehme Steigerung dar…
Wolfsburg reagierte angenehm abgeklärt auf die Niederlage in Berlin und die dreckige Spielweise der Gäste und bestrafte den KEV immer im richtigen Moment durch erbarmungslose Effizienz. Nach dem zusätzlichen Schock durch Wurms Verletzung wirkte das Team im ersten Drittel, verständlicherweise, etwas angeknockt, bewahrte gegen den nicht allzu intelligent anstürmenden Gast allerdings weitgehend den Überblick. Die Spielkontrolle der Grizzlies bleibt weiter ihr großes Plus! 


Tor
Dshuni kam ohne größere Dramatik zum siebten shutout der Saison. Harmlose Krefelder Angriffsbemühungen und eine konzentrierte Abwehrleistung seiner Vorderleute machten ihm das Leben leicht.

Verteidigung
Ein immer stärker werdender Marvin Degon und der seit Wochen überragend spielende Benedikt Kohl stachen in einer insgesamt hervorragenden Wolfsburger Defensive heraus.
Wurms Ausfall ist nach Sloans Ausscheiden nun der nächste harte Schlag für Wolfsburgs Abwehr. Mit weiterhin sechs Verteidigern herrscht allerdings noch keine Personalnot.
Mit hoher Konzentration und Laufbereitschaft verschaffte der Defensivverbund der Grizzlies den Pinguinen letztlich einen sehr frustrierenden Abend…

Sturm
Kein guter Abend, um so etwas wie einen Spielrhythmus aufzubauen. In der schrecklich zerpfiffenen Partie fielen alle Treffer in besonderen personellen Konstellationen oder ausgewöhnlichen Situationen. Kohls „Stürmertor“ machte da keine Ausnahme, auch wenn zur Abwechslung einmal fünf gegen fünf gespielt wurde.
Etwas mehr Wirbel veranstalten konnte dabei die erste Reihe der Grizzlies mit Hospelt, Furchner und Milley, wobei auch alle anderen Reihen das Beste aus dem seltsamen Spielverlauf machten.
Besonders Patrick Davis gefiel mir dabei mit seiner harten, aber meistens fairen Art, die den Krefelder „Aktivitäten“ sehenswert Paroli bot.
Insgesamt aber kein Galaabend unserer Sturmabteilung, die mit Christoph Höhenleitner offenbar einen neuen regelmäßigen Scorer dazugewonnen hat!  

Fazit
Der EHC präsentiert sich gewohnt engagiert und kontrolliert. Sollte die schwierige Aufgabe bei den extrem heimstarken Panthern aus Augsburg ebenfalls erfolgreich gelöst werden (ein oder zwei Punkte wären bereits bemerkenswert), sind die Grizzlies wieder voll im Aufwärtstrend.
mb