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EHC - Hannover Scorpions 2:1 n.V.

Das dritte Derby der Saison fand, wie schon die zweite Partie, zwischen zwei Rivalen statt, deren Ausgangslage kaum weiter auseinander liegen konnte. Während Wolfsburgs Grizzlies sich mitten im Kampf um die besten Plätze in den Playoffs befinden, rangiert der Meister von 2009 finanziell an- und sportlich abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang.
Entsprechend reduziert zeigte sich dabei auch die Besucherzahl der Gäste, die ihrem Team weiterhin tapfer die Treue halten. Dank der über 3000 heimischen Fans war die Eisarena trotzdem derbywürdig gefüllt und der mit über 200 Anhängern angereiste Gästeblock tat ebenfalls sein Möglichstes, dieses scheinbar ungleiche Duell zu relativieren. 

1.Drittel
Das Spiel startete erfreulich furios: Bereits nach 94 Sekunden klingelte es hinter Dimitri Pätzold, nachdem Sebastian Furchner einen Abpraller zum 1:0 verwertet hatte! Doch der glückliche Rebound blieb, neben einem Pfostenknaller von Norm Milley, eins der wenigen Highlights der Gastgeber in diesem ersten Spielabschnitt.
Im Gegenteil: Der Gast aus dem Tabellenkeller machte fortan das Spiel und präsentierte sich als typische Krinner-Truppe mit großem Kampfeswillen und gewohnt humor- und schnörkelloser Spielanlage.
So war es letztlich Dshunussows Glanztaten und einigen Ungenauigkeiten der Gästestürmer zu verdanken, dass keiner der gefällig vorgetragenen Angriffe der Scorpions zum Torerfolg führte. Besonders im Powerplay bekleckerte sich der Gastgeber dabei nicht gerade mit Ruhm und ging eher glücklich mit dieser denkbar knappen Führung zum ersten Mal in die Pause.

2.Drittel
Und auch jetzt dominierte der Kampf das Spielgeschehen. Wolfsburgs Spielanlage blieb häufig schon im Aufbau stecken und so blieb das Geschehen auf dem Eis zwar intensiv, aber keinesfalls mitreißend.
In der 29.Minute zeigten die Scorpions dann, wie es in Überzahl funktioniert. Ein vorbildlich aufgezogenes Powerplay krönte schließlich Scott King mit dem Schuss in die freigespielte Seite des Tores zum verdienten 1:1 Ausgleich.
Lediglich ein Überzahlspiel gegen Ende des Drittels brachte den Gastgeber wieder etwas besser in die Partie – ansonsten wusste im Angriffsspiel der Grizzlies kaum etwas zu überzeugen.
Mit einem mehr als gerechten 1:1 ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Es blieb bei Kampf und Krampf auf beiden Seiten. Trotz früher Powerplaygelegenheit schon ab der ersten Minute des Schlussabschnitts konnte Wolfsburg kaum flüssige und/oder gefährliche Spielzüge generieren, so dass das der Spielverlauf den robust auftretenden Gästen weiterhin entgegen kam. Die Grizzlies kämpften offenbar nicht nur mit dem unbequemen Gegner aus der Landeshauptstadt, sondern auch mit den eigenen – etwas schweren – Beinen. Trotz ihres etwas reduzierten Tempos versuchten sich die Gastgeber weiter über spielerische Elemente durchzusetzen, was letztlich einfach nicht gelang.
So dauerte es bis zur Schlussphase der Begegnung, bis die Hausherren endlich mehr Druck auf das von Pätzold gut gehütete Gehäuse ausüben konnten. Während Laliberte und Laliberté die besten Wolfsburger Einschussmöglichkeiten versiebten, kam von den Gästen – zumindest offensiv – nun doch immer weniger Zielführendes.
Nachdem, wenige Sekunden vor der Sirene, Wolfsburg auch die letzte Großchance vergeben hatte, ging das zähe Ringen also in die Verlängerung.

Verlängerung
Gut zwei Minuten dauerte es, dann entlud sich die angesammelte Anspannung auf den Rängen in einen Jubel in orange!
Ausgerechnet Ex-Scorpion Matt Diesel markierte nach feinem Milley-Anspiel den entscheidenden Treffer zum 2:1 und brachte das Derby somit zu einem – aus Wolfsburger Sicht – versöhnlichen Ende.
Doch auch der Anhang aus Hannover zollte seinem Team in dieser schwierigen Situation die verdiente Anerkennung, hatte das Team von Toni Krinner durch seinen beherzten Auftritt doch letztendlich ein Derby auf Augenhöhe ermöglicht.


Mein subjektiver Eindruck
Die Jungs sind mental und körperlich angeplättet. Tylers Ausfall spielt momentan nicht einmal die größte Rolle, vielmehr gelingt es den Grizzlies in den letzten Partien nicht mehr, das Spiel über Tempo und Spielanlage zu dominieren. So geriet das Spiel gegen eine gewohnt kämpferische Krinnertruppe, die verständlicherweise kaum einen spielerischen Anspruch mitbrachte, zu einem riesengroßen Krampf. Trotzdem bemerkenswert, dass die Grizzlies sich nicht entnerven ließen und diese Partie letztlich über den Kampf für sich entscheiden konnten.

Tor
Dshuni bewahrte den EHC, besonders im ersten Drittel, vor einem durchaus möglichen Rückstand und zeigte sich als gefestigte Nr.1. Diese Ruhe und Stabilität fehlt bei dem einen oder anderen Auftritt in der Fremde zwar noch, aber auch da bin ich mir bei unserem Goalie sicher, dass die entsprechende Entwicklung nicht lange auf sich warten lässt.
Gut, dass wir ihn haben!
 
Verteidigung
Alle drei Verteidigerpaare machten einen gewohnt soliden Job.
Besonders Benedikt Kohl macht mir dabei große Freude. Seine Entwicklung, zusammen mit dem nach seiner Verletzung verbessert auftretenden Schopper machen Mut für die Zukunft. Es bleibt natürlich spannend, ob der EHC nach den dauerhaften Ausfällen von Sloan und Wurm noch einmal nachbessert. Immerhin würde der Neue eine Ausländerstelle besetzen – vielleicht nur auf Abruf? 

Sturm
Defensiv, trotz sichtlich schwindender Kräfte, weiterhin akzeptabel. Offensiv mit erschreckend wenig Durchschlagskraft!
Keine Reihe funktionierte wirklich über längere Zeit und so waren es eher Einzelaktionen – vor allem vom bestens aufgelegten Norm Milley – die zu Einschussmöglichkeiten führten.
Das Warten und Hoffen auf die Länderspielpause gewinnt bei mir langsam die Oberhand über einen Glauben auf schnelle Besserung…

Fazit
Entweder das Team überwindet am kommenden Sonntag den toten Punkt, oder es könnte in den kommenden Partien sehr ungemütlich für die Grizzlies werden.
Es fehlt eindeutig an Kraft und Frische, um das bisher gewohnte Spiel aufzuziehen!
mb

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