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EHC - EHC München 2:1

Zweites Heimspiel – zweite stattliche Kulisse an einem Wochenende. Dank des von der Volksbank BraWo gesponserten Events im Rahmen der „United Kids Foundations“ war die Eisarena gegen den weniger zugkräftigen Gegner aus Bayern sogar ausverkauft.
Alle Einnahmen aus dem Karten- und Trikotverkauf (Versteigerung) aus dieser Partie werden somit einem guten Zweck zufließen.
Mit dem EHC München war zudem das, nach Wolfsburg, gegentorärmste Team der Liga zu Gast, so dass alles auf einen spannenden Nachmittag hindeutete.

1.Drittel
Und so man merkte auch vom Start weg, dass hier zwei Defensivkünstler am Werke waren: Trotz einiger durchaus flüssiger Spielzüge auf beiden Seite dauerte es eine ganze Weile, bis nach 5-6 gespielten Minuten die ersten gefährlichen Schüsse auf die beiden Goalies der Kontrahenten abgefeuert werden konnten. Dabei hatten die Grizzlies im Verlauf des Drittels die klar besseren Chancen, trafen gleich zweimal das Gestänge des von Jochen Reimer gehüteten Münchner Tores und hatten schließlich Pech, als Jan Benda für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie klärte.
Doch direkt im Anschluss an ein vorzeigbares Powerplay gelang den Hausherren dann doch noch der verdiente Führungstreffer zum 1:0. Marvins Degons Blueliner hatte David Laliberte unhaltbar in die Münchner Maschen abgefälscht, so dass die Arena zum ersten Mal ihr vorbereitetes Fahnenmeer zur Schau stellen durfte.
Während der Gast aus Bayern über das gesamte Drittel betrachtet zwar etwas öfter den Abschluss gesucht hatte, blieben die Großchancen für das Team von Pat Cortina Mangelware. Es deutete sich eine dieser zuletzt öfter zu beobachtenden sehr effizienten Wolfsburger Vorstellungen an…

 
2.Drittel
…doch in Sachen Effizienz sollte es das erst mal gewesen sein!
München gewann zusehends an Spielanteilen dazu, nutzte diese – zum Glück für die Gastgeber – aber allerdings kaum vernünftig aus.
Bestes Beispiel ein 3 auf 1 Konter der Gäste in der Anfangsphase des Drittels, als es lediglich dem Eigensinn eines bayrischen Akteurs zu verdanken war, dass der Ausgleich trotz 100prozentiger Chance nicht fiel. Petermann ignorierte seine beiden Nebenleute zur Freude der 4400 Orangenen unter den anwesenden Fans und schloss den verheißungsvollen Konter eher kläglich auf Dshunussows Brust ab.
Doch Wolfsburg bekam jetzt immer schwerere Beine, musste viel unterstützen und doppeln, um das Tempo der Bajuwaren auszugleichen und rettete die knappe Führung fast in die Pause: 20 Sekunden vor der zweiten Pausensirene fiel die Formation der Grizzlies komplett in sich zusammen und bildete, trotz Gleichzahl auf dem Eis, eine Art passive Box um das Gehäuse von Dshunussow. Das Ergebnis war der, zugegebenermaßen verdiente, Gegentreffer zum 1:1 – ganze sechs Sekunden vor der Pause.    

3.Drittel
Die Taktik der Gastgeber für den Schlussabschnitt wurde schnell deutlich: Gas geben, vielleicht ein Tor machen und hoffen, dass die Kräfte und Defensivkünste reichen, um über die Runden zu kommen.
So legte der heimische EHC noch einmal all seine Kraft in die erste Hälfte des letzten Drittels…und sollte belohnt werden.
Mit einem sehenswerten Antritt bis direkt vor das Tor der Münchner setzte Wolfsburgs Andre Hübscher den entscheidenden Stich ins Herz der konzentriert agierenden Gäste. Per Rückhand lupfte der Grizzlystürmer am umkurvten Reimer den Puck zum 2:1 in die Maschen und die Halle stand explosionsartig Kopf!
Nun war es an Team und Fans, diesen denkbar knappen Vorsprung trotz schwindender Kräfte ins Ziel zu retten. Die Übung sollte gelingen:
Getragen von nicht endender Anfeuerung der gut gefüllten Ränge bissen sich die Grizzlies zum zweiten 2:1 Erfolg des Wochenendes durch. Die abschließende Raupe dürfte wohl als die langsamste aller Zeiten in die Geschichtsbücher der Grizzlies eingehen…


Mein subjektiver Eindruck
Der Wille unseres Teams beeindruckt mich immer wieder. Nach der sichtbar kräftezehrenden Partie gegen Hannover hatte ich nicht mehr mit solch einer Energieleistung gerechnet. Trotzdem war München über weite Strecken die frischere und schnellere Mannschaft. Zum Glück stellt der bayrische Rivale nicht gerade das angriffsstärkste Team der Liga und vergeigte obendrein seine wenigen Hochkaräter. Günstiger Spielplan...

Tor
Dshuni entschärfte fast alle mehr oder weniger gefährlichen Schüsse auf sein Tor (immerhin sollen es laut Statistik ganze 31 gewesen sein!).
Die wenigen brandgefährlichen Aktionen der Gäste endeten letztlich allesamt beim erneut bestens aufgelegten Goalie der Grizzlies. Beim Gegentreffer schuldlos und von fünf offenbar völlig erschöpften Mitspielern umgeben.

Verteidigung
Bina und Kohl sind weiter in einer Bombenform. Bina spielt nun bereits seit Wochen auf seinem bisher besten Niveau im Grizzlydress, so dass ich die Vertragsverlängerung nicht nur akzeptieren, sondern mittlerweile sogar gut finden kann.
Fischer und Paetsch, ebenso wie Schopper und Degon absolut überdurchschnittlich in Form, komplettieren mit Dshuni das momentane Prunkstück des Grizzlyteams: Die Defensive.

Sturm
Offensiv glänzte der EHC nur im ersten Spielabschnitt und zu Beginn des 3.Drittels hin und wieder. Insgesamt bleiben die Angriffsbemühungen, wie schon in den 3 Partien zuvor, weit hinter dem bereits zu bestaunenden Level zurück.
Das Fehlen von Tyler Haskins kann hier nicht die einzige Erklärung sein, da Spieler wie Laliberté und Davis offenbar endlich eine Einstellung zum europäischen Hockey oder den Grizzlies im speziellen gefunden haben. Einzig Norm Milley zeigt momentan brillante Momente…meist im Alleingang. Wille und Kampf stimmen augenscheinlich indes bei allen Beteiligten. Bleibt die Hoffnung, dass die Länderspielpause dem Team die nötige Zeit zum Durchschnaufen und Neusortieren gibt. Wobei: Mit Furchner, Kohl und Schopper haben gleich drei Akteure der Grizzlies dank (Nach)nominierung fürs Nationalteam keine wirkliche Pause und sind auch nicht beim Team.      

Fazit
Die Grizzlies machen aus wenig viel. Immer ein gutes Zeichen, wenn man hoch hinaus will.
Vielleicht gelingt uns in diesem Jahr, wenn der eine oder andere noch ins Team zurückkehrt, doch der große Wurf.
mb