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EHC - Iserlohn Roosters 8:0

Zur letzten Partie vor der Länderspielpause gastierten die Roosters vom Seilersee in der Volkswagenstadt. Nachdem es den Hausherren zuvor gelungen war den Fluch der O2-Arena zu brechen, wollten die Grizzlies sich mit einem gelungenen Auftritt vor heimischer Kulisse in die Unterbrechung verabschieden. Und in der folgenden After-Game-Party wollte man sich ja schließlich entspannt unter die Fans mischen…

1.Drittel
…und die Fans freuten sich schon früh auf einen netten Abend mit ihrem Team!
Der Gast aus Iserlohn wirkte von Anfang an völlig desorientiert und mit dem schnellen Spiel der Grizzlies komplett überfordert. Als hätte jemand auf der A2 den Bus mit dem DEL-Team aus dem Sauerland gegen den der Oberligaköter aus Kassel getauscht präsentierten sich die Roosters stets ein bis zwei Schritte langsamer und ohne jegliche Ordnung in allen Mannschaftsteilen. Nachdem es bereits nach gut zwei Spielminuten im Kasten der Gäste eingeschlagen hatte – Colin Beardsmore hatte nach schönem Spielzug relaxt einlochen können – schaute sich Roosterscoach Mason das Treiben auf dem Eis noch weitere vier Minuten an…um dann eine Auszeit zu nehmen! Auch ihm war nicht entgangen, dass sein Team offenbar noch in der Kabine oder schon im Urlaub war. Nützen tat die außergewöhnliche Maßnahme indes nichts: Die Grizzlies legten in doppelter Überzahl durch Fischer (8.) nach und erhöhten durch Kohl (11.) und Hospelt (13.) locker bis auf 4:0. Leinonen im Tor des IEC machte dabei einen derart indisponierten Eindruck (beim vierten Treffer sprang er dem Puck im Eifer des Gefechts sogar aus dem Weg), dass ein Torwartwechsel mehr als angebracht schien. So kam Iserlohns Tim Siekmann ab der 13.Spielminute in das zweifelhafte Vergnügen den Platz in der Schießbude dieses Hühnerhaufens zu übernehmen – und durfte nach 33 Sekunden ebenfalls hinter sich greifen.
Andre Huebscher hatte den Neuzugang mit dem 5:0 umgehend im Untergangsszenario der Gäste begrüßt.
Wie es bis zum Drittelende beim 5:0 bleiben konnte, war – so bitter das für die Gäste klingen mag – ein absolutes Rätsel. Dann durften die Hähnchen endlich zum sammeln in die Kabinen. Das Spiel war jedoch bereits nach 20 Minuten entschieden. 
 
 
2.Drittel
In bester Feierlaune begleitete das Publikum das Showlaufen seiner Cracks.
Wenn sich der Gegner in der ersten Drittelhälfte auch etwas konzentrierterer präsentierte, so schlugen die Grizzlies ab die zweite Hälfte wieder munter zu. Dem Überzahltreffer zum 6:0 von Laliberté (32.) ließ Patrick Davis schließlich noch das 7:0 folgen. Gerade einmal die 37. Spielminute war zu diesem Zeitpunkt angebrochen und die Roosters waren immer noch nicht in der Nähe eines eigenen Treffers. Dabei hatten die Hausherren längst, deutlich sichtbar, ein bis zwei Gänge heruntergeschaltet und verwalteten zum Teil nur noch den Spielstand. Mit diesem doch schon als dezent langweilig zu beschreibenden Spielstand ging es zum zweiten Pausentee.

3.Drittel
20 Minuten mussten sie noch überstehen, die armen Gockel und ihre zahlreich angereisten Fans. Schlussendlich siegte bei vielen der  Mitgereisten der Galgenhumor und so startete ein Teil der Gästefans eine vielumjubelte Polonaise durch die Wolfsburger Eisarena. Das heimische Publikum war sowieso gut gelaunt, so dass zumindest das Drumherum absolut erstklassig daherkam. Auf dem Eis hingegen trudelte das Geschehen verständlicherweise mehr seinem Ende entgegen, als dass noch eine der beiden Seiten den letzten Willen in die eigenen Spielzüge investiert wollte. Erst nachdem John Laliberte das 8:0 (47.Min) markiert hatte, konnte man zumindest in der Schlussphase so etwas wie einen Kampf um den Ehrentreffer bzw. shutout erkennen. Mit einem klasse Save gegen einen Alleingang sicherte sich Lukas Lang in der vorletzten Minute schließlich den verdienten shutout – alles perfekt, sozusagen.
Gut warm gerockt galt es nach dem Feiern auf dem Eis dann selbiges im Bowlingcenter fortzusetzen.
 
Mein subjektiver Eindruck
Gott, waren die Roosters schlecht. Völlig wirr und ohne jegliche Abstimmung gingen die Gäste mit einer in unserer kurzen DEL-Historie einmaligen Vorstellung gnadenlos unter.
Da Tero Leinonen im Tor der Gäste obendrein eine 1a-Fliegenfängergala hinlegte, war das Spiel schon vorbei, bevor es so richtig angefangen hatte. Fast schon langweilig, wie man eigentlich nur noch auf weitere Tore wartete…
Wenn das Torverhältnis bei uns noch irgendeine Rolle spielen würde (z.B. an einem der letzten Spieltage), dann wären die Roosters vermutlich mit 12 oder 13 Gegentreffern aus der Halle geflogen… 
Nach dem Sieg in Berlin das nächste Highlight, das uns nun bereits bis auf den 3.Platz in der Tabelle geführt hat! Ein Maßstab waren die Sauerländer allerdings in keinster Weise.

Tor
Lukas Lang präsentierte sich bis in die Haarspitzen motiviert und wirkte dadurch etwas unruhig. Ließ zwar einiges prallen und hechtete, teils überflüssig, auf freiliegende Pucks, machte aber insgesamt einen sehr guten Job! Wenn er solche Leistungen noch ein paar Mal zeigt bzw. zeigen darf, dann haben wir für den Notfall einen Top-Backup, der auch entsprechendes Selbstbewusstsein und ein Gefühl für Wettkampfsituationen mitbringt.
Im Gegensatz zu ihm selber hätte ich nichts gegen einen Verbleib bei den Grizzlies einzuwenden. Ob seine Ambition Nr.1 zu werden momentan bei einem DEL-Club umsetzbar wäre…ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Verteidigung
Wie kann man nach so einem Spiel die Abwehr auch nur annähernd kritisieren? Gut, die Verteidiger hätten auch Tore schießen können…ne, halt: Haben sie ja! Gleich zwei. Tja,
gegen schwache Roosters kaum gefordert, konnten sich die Abwehrrecken verstärkt in die Offensive einschalten. Trotzdem erwähnenswert war das Aufbauspiel, welches immer besser bei immer mehr Defensivkünstlern zu funktionieren scheint. Sehr schön.

Sturm
Foster überzeugt gleich in seinen ersten beiden Spielen für die Grizzlies. Nach Tylers Ausfall für den Rest der Saison zumindest ein kleines Trostpflaster. Ich kann noch gar nicht glauben, dass wir „Swifty“ in dieser Saison nicht mehr auf dem Eis sehen dürfen :´<
Ansonsten scorten alle Reihen munter drauf los und konnten ihre persönlichen Bilanzen tüchtig frisieren. Es sei ihnen gegönnt.
 

Fazit
Ganze sechs Spieler der Grizzlies (beide Torhüter eingeschlossen) bleiben ohne Punkt in diesem verrückten Spiel. Ein Riesenspaß, der die Vorfreude auf die heiße Phase der Saison weiter anzuheizen vermag.
mb

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