header
Log in
A+ A A-

EHC - Adler Mannheim 1:3

Mit den Adlern aus Mannheim gastierte wieder einmal ein Team in der Eisarena, bei dem der knappe Ausgang des Spiels geradezu eingebaut scheint.
Wie schon in der letzten Saison, so gestalteten sich auch in die Begegnungen der laufenden Spielzeit allesamt hauchdünn und hart umkämpft. Besonders ärgerlich war den Fans wohl noch das 0:1 aus dem ersten Heimspiel in Erinnerung, in welchem der frisch weggekaufte Kenny Magowan mit seinem Treffer den Unterschied gemacht hatte. Auch an diesem Nachmittag sollte es nicht viel erfreulicher werden…

1.Drittel
Die Grizzlies, die mit Matt Diesel um einen weiteren Toptorjäger reduziert in die Partie gegangen waren, brauchten zunächst einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Mannheim hingegen ließ den druckvollen Anfangsminuten eine selten zu beobachtende Parade an sinnlosen Strafen folgen, die die immer rasanter agierenden Gastgeber schnell die Oberhand gewinnen ließ. Gleich der ersten Strafe folgte nach 22 Sekunden der sehenswerte Blueliner durch Nathan Paetsch, der in der 6.Minute somit das 1:0 für den EHC markieren konnte.
Dann folgte Strafe auf Strafe für die Adler – eine dümmer, überflüssiger und vor allem offensichtlicher als die andere. Aber weder die 2+2 gegen den vom Tempo der Wolfsburger völlig überfordert wirkenden Dennis Reul, noch eine der folgenden 3 Strafzeiten konnten die Gastgeber zu einem weiteren Torerfolg nutzen. Zu ungenau blieben die Abschlussversuche der Grizzlies im oberen Drittel des Gästegehäuses. Die unteren Bereiche gelten bei Ausnahmegoalie Brathwaite ohnehin als Sperrgebiet, das bestenfalls mit einem schnellen one-timer zu durchqueren ist.
Fast hätte Ex-Grizzly Magowan erneut per Break zugeschlagen, doch diesmal behielt sein ehemaliger Kollege Dshunussow im direkten Duell die Oberhand.
Es sollte die einzige wirklich nennenswerte Aktion der geradezu vogelwild aufspielenden Gäste bleiben, die fast 20 Minuten lang dreckigstes Hockey à la carte servierten. Leider ohne am Ende eine entsprechend gesalzene Rechnung serviert zu bekommen. Und selbst in dieser einseitigen Strafenflut hatte der Gast aus der Quadratestadt noch Glück im Unglück, dass Seidenbergs Ellenbogencheck zum Kopf des Wolfsburgers Kohl nicht die fällige Matchstrafe, sondern locker flockige zwei Minuten nach sich zog. Grizzlycoach Gross brachte seinen Unmut, angesichts der zuletzt so übertriebenen Entscheidung gegen Wolfsburg, dann auch mehr als deutlich zum Ausdruck…
Mit einem extrem schmeichelhaften 1:0 Rückstand kam die Adler schließlich in die erste Pause.
 
2.Drittel
Und ab hier sollte es eine völlig andere Partie werden. Wie verwandelt kamen die Gäste aus der Kabine und begannen sofort mit einer völlig anderen Strategie: Anstatt wild dazwischen zu kloppen, versuchten es die Adler nun mit strukturiertem Spielaufbau und siehe da – es funktionierte! Zum Leidwesen der Grizzlies bekam Mannheim die Begegnung fast im Handstreich unter Kontrolle. Den trägen Auftakt der Hausherren bestrafte Dimitrakos umgehend (22.) mit dem frühen Ausgleich zum 1:1, die folgende Drangphase der Wolfsburger blockte der Gast cool ab. Nur um mit einem Geistesblitz von eben jenem Dimitrakos sogar in Führung zu gehen. Nach 34.Minuten war die so einseitig und turbulent gestartete Partie also gedreht, der Mannheimer NHL- und KHL-erfahrene Center hatte mit dem Rücken zum Tor mit einer schnellen Drehung das Spielgerät neben Dshunussow im Netz platziert und so den Frust auf die Wolfsburger Tribüne gebracht.
Es wurde wieder eines dieser mühseligen Spiele gegen Mannheim und vor allem gegen Freddy Brathwaite…

3.Drittel
Die Grizzlies kämpften, wie bisher stets zu bestaunen, verbissen gegen die drohende Niederlage, erhöhten trotz sichtbar schwindender Kräfte und mit nur noch drei Reihen wieder das Tempo. Vom Geschwindigkeitsrausch des ersten Drittels blieb das schon in den Anfangsminuten auch noch Andre Hübscher dezimierte Team jedoch weit entfernt. Trotzdem wussten sich die Gäste nun wiederum vermehrt nur durch Fouls zu helfen, so dass sich dem EHC noch drei weitere Powerplaygelegenheiten eröffneten…ohne Erfolg.
Der Puck wollte einfach nicht am bestens aufgelegten Goalie der Mannheimer vorbei, wobei sich die Anzahl der guten Einschussmöglichkeiten auch in einem sehr begrenzten Rahmen hielt. Es fehlte den Grizzlies einfach am letzten Quäntchen Kraft, um den nötigen Druck auf das Gehäuse der Adler aufzubauen.
So kam es, wie es kommen musste: Gleich im ersten Überzahlspiel der Adler klingelte es hinter Dshunussow (59.) und die Schlussoffensive der Gastgeber fiel gepflegt ins Wasser.
 

Mein subjektiver Eindruck
Ein wenig Pech, etwas mehr Unvermögen und eine Menge fehlende Kraft entschieden die Partie gegen die Grizzlies. Okay…und der unvermeidliche Fred Brathwaite im Tor der Gäste.
Immer ärgerlich, wenn man eine derart undiszipliniert auftretende Truppe nicht bestrafen kann und am Ende froh sein darf, dass man keine Ausfälle durch eines der zahlreichen Fouls zu beklagen hat.
Doch die Grizzlies können die immer länger werdende Liste der Ausfälle (diesmal) wohl nicht mehr auffangen. Neben Sloan, Wurm, Werner, Haskins und dem gesperrten Schopper fielen auch noch Diesel und Hübscher aus, so dass man mit 16 Feldspielern am Ende das Nachsehen hatte.
Was den Gast im ersten Drittel geritten hat, bleibt allerdings weiterhin ein Rätsel… 

Tor
Dshuni fehlerlos und mit einigen guten Saves. Gegen die gut herausgespielten Treffer der Gäste machtlos.

Verteidigung
Insgesamt solide Vorstellung der um Christoph Höhenleitner ergänzten Defensive. Die wenigen Unaufmerksamkeiten wurden lediglich beim 1:1 bestraft.
Nathan Paetsch entwickelt sich offenbar langsam zum Blueliner – hoffentlich auch einmal in einem Spiel, das wir am Ende gewinnen!

Sturm
Hospelt und Milley waren einmal mehr die auffälligsten Spieler gegen einen starken Gegner.
In den anderen beiden Reihen glänzte lediglich Laliberte durch die eine oder andere gefährliche Aktion…allerdings auch durch Anwesenheit bei zwei Gegentreffern. Zusammen mit dem schwachen Davis und dem wenig effektiv agierenden Pohl bildete er dabei die anfälligste der drei Formationen. Insgesamt fehlte besonders im Sturm nicht nur die Kraft, sondern mit den Ausfällen von Haskins und Diesel deutlich die Klasse, um die hochkarätig besetzten Gäste über 60 Minuten in Atem zu halten.

Fazit
Hochklassige und kampfstarke Gegner haben den EHC an diesem Wochenende an seine Grenzen gebracht. Mit nur einem Punkt aus den Spielen gegen Straubing und Mannheim muss in den kommenden Partien gegen verzweifelt um die Playoffs kämpfende Krefelder und Kölner deutlich mehr herauskommen, um das Heimrecht in Wolfsburg zu halten. Die Kräfte scheinen allerdings langsam zu schwinden und anstatt Rückkehrern zu begrüßen hat man immer wieder weitere Ausfälle zu beklagen. Hoffen wir also auf eine gute Regeneration.
mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.582.142
Besucher heute: 714
Besucher gestern: 1.315
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 3
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.808.044
Seitenaufrufe diese Seite: 390
counter   Statistiken

DEL-News