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EHC - ERC Ingolstadt 6:1

Im absoluten Spitzenspiel des 51.Spieltags war der Tabellenzweite aus Ingolstadt in der Eisarena zu Gast. Und eben jener zweite Platz war es, auf den es die gastgebenden Grizzlies mithilfe eines Drei-Punkte-Siegs abgesehen hatten.
Über 3000 Zuschauer zeigten sich dabei in bester Play-off Stimmung und sollten erneut ihren Teil zu einem gelungenen Abend beitragen…

1.Drittel
Es roch nach Mannheim. Der Gast aus Bayern setzte im ersten Drittel deutlich auf den Versuch sich durch Härte den nötigen Respekt zu verschaffen und irgendwie den Rhythmus der Gastgeber zu zerstören. Dass gleich im Anschluss an das erste Powerplay der Grizzlies Ingolstadts Greilinger das 0:1 markieren konnte (5.), war dann natürlich zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Panther. Nathan Paetsch hatte einen aus dem eigenen Drittel heraus stürmenden Panther angeschossen und somit den Konter der Gäste ermöglicht.
Wolfsburg überbot sich im Anschluss, wie zuletzt leider häufig zu beobachten, im Auslassen von Überzahlgelegenheiten. Doch nicht mangelnde Kreativität, sondern vor allem Pech war diesmal der ausschlaggebende Faktor, der den Grizzlies jeglichen Torerfolg im Auftaktdrittel verwehrte. Hospelts und Fischers Pfostentreffer waren da nur Sinnbild für eine geradezu verhext wirkende Phase im Spiel der Gastgeber. Ingolstadt hingegen fand praktisch nur durch Konter und unschöne, meist regelwidrige, Einlagen statt. Als mit Prestin Ryan ausgerechnet einer der Routiniers der Panther sich Wolfsburgs Jüngsten griff (10.), um an diesem ein Faustkampf-Exempel zu statuieren, war wohl auch dem Letzen im Rund klar, wie die Marschroute der Gäste an diesem Abend einzuschätzen war.
Mit viel Frust, einem knappen Rückstand und jeder Menge Wut im Bauch ging es für die Grizzlies in die erste Pause. 
 
2.Drittel
Doch, oh Wunder: Der Gast probierte es, offenbar nach entsprechender Ansprache in der Kabine, mit Eishockeyspielen – und hatte sogar fast Erfolg damit! Für kurze Zeit entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Panther die besseren Chancen hatten. Die beste dieser Möglichkeiten verhinderte allerdings Wolfsburgs Schlussmann Dshunussow, der mit einem sehenswerten Spagat Greilingers Schuss im letzten Moment aus der unteren Ecke bugsieren konnte. Dann wurde es turbulent: Die Grizzlies kassierten zunächst eine überflüssige Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, Ingolstadt traf in Überzahl zum vermeintlichen 0:2, das Spiel lief im Anschluss jedoch weiter, Wolfsburg erzielte im direkten Gegenzug ein unstrittiges Tor…Videobeweis! Während die Eisarena bereits freudetrunken feierte machte nur langsam die Erkenntnis die Runde, dass es gar nicht der Treffer der Grizzlies war, der begutachtet werden sollte. Dann die Gewissheit: Das Tor der Gäste zählte nicht, das 1:1 durch Laliberte jedoch schon. Es sollte der endgültige Wendepunkt der Begegnung werden. Nur zwei Minuten später war es wieder der als Abgang zu den Panthern gehandelte Laliberte, der mit einem harten Schuss auf Ingolstadts Gordon das 2:1 vorbereitete. Christopher Fischer drückte die Scheibe per Rückhand über die Linie, wobei der Torhüter der Gäste zum ersten Mal nicht wirklich glücklich ausgesehen hatte.
Wolfsburg entwickelte jetzt wieder deutliche Dominanz und wurde lediglich durch eine Strafe in der 37.Spielminute etwas ausgebremst – vorübergehend.

3.Drittel
Der Grizzly-Express rollte nun vollständig an. Ingolstadt antwortete mit unfairen Aktionen, zeigte sich dem Schwung der Gastgeber aber insgesamt nicht mehr gewachsen. Dem 3:1 in Überzahl durch den starken Laliberte (46.), ließ Wolfsburgs Hospelt nur 30 Sekunden später das 4:1 per Kracher von der Blauen folgen – der Drops war gelutscht! Beim dritten Treffer hatte Ingolstadts Gordon erneut nicht gut ausgesehen und sich das Spielgerät durch die Beine schieben lassen.
Der ERC wirkte geschockt, geriet nun völlig unter die Räder und wirkte geradezu überfordert mit dem Tempo der Gastgeber: Stockschläge und Ellenbogeneinsätze, mehr oder weniger geahndet, folgten in loser Reihenfolge auf Seiten der Panther.
Ohne Verletzte und mit zwei weiteren Toren durch Patrick Davis (48.) und erneut Kai Hospelt in doppelter Überzahl (50.) im Gepäck, feierten sich die Grizzlies in den folgenden Minuten zur Schlusssirene. Der zweite Platz war somit, völlig verdient, erobert!

 
Mein subjektiver Eindruck
Nachdem im ersten Spielabschnitt mal wieder kein Puck ins Gästegehäuse zu wollen schien, kam der EHC mit fortlaufender Dauer der Partie immer besser in Schwung. Wie schon gegen Köln drehten die Grizzlies eine seltsam laufende Partie im Mitteldrittel, um das Schlussdrittel furios zu ihren Gunsten zu gestalten.
Zum Powerplay, gerade im Auftaktabschnitt, muss man wohl nichts mehr sagen außer: Üben, üben, üben…
Kondition und Selbstbewusstsein scheinen rechtzeitig zu den Play-offs auf einem neuen Höchststand!
 
Tor
Dshuni sah beim ersten und einzigen Gegentreffer leider etwas unglücklich aus, da sein Stellungspiel in diesem Moment leider nicht wirklich passte. Ansonsten der gewohnt geniale Rückhalt mit sehr aufmerksamem Spiel. Seine Beinarbeit ist, wie ich schon so oft betont habe, für einen Torhüter seiner Größe einfach nur „marvelous“. 

Verteidigung
Topleistung. Die Verteidigerpaare funktionierten tadellos. Einzig Paetschs ärgerlicher Aussetzer, als er bei herauslaufendem Gegner unbedingt aufs Tor schießen musste, stimmte vorrübergehend etwas nachdenklich. Für einen Verteidiger mit seiner Erfahrung eine seltsame Reaktion auf die sich entwickelnde Situation. Zum Glück blieb Greilingers Treffer am Ende ohne Konsequenzen und trübte die insgesamt hervorragende Leistung unserer Defensive nicht.
Robbie Bina mal wieder 1 mit Sternchen. Da ich ihn schon so lange (seine Play-off Leistung ausgenommen) immer wieder eher kritisch beäugt habe, will ich das Lob nun auch regelmäßig wiederholen: Sein feiner Pass zum 1:1 und seine schon seit Wochen fast makellose Leistung in der Defensive sind einfach wunderbar. Zusammen mit Kohl fast nicht zu bezwingen!  
 
Sturm
Laliberte und Hospelt waren in diesem Mannschaftsteil, nicht nur wegen ihres doppelten Torerfolgs die herausragenden Akteure. Auch Patrick Davis zeigte mit eine Tor und einem Assist endlich wieder so etwas wie scoring-Qualitäten – Wille und Einsatz hingegen sind und waren bei ihm eigentlich stets zu beobachten.
Insgesamt alles im grünen Bereich…wäre da nicht das leidige Thema Powerplay!
 
Fazit
In Hannover entscheidet sich nun also die endgültige Platzierung in dieser spannenden Hauptrunde. Sollte es den Grizzlies gelingen ihr Powerplay wieder in Gang zu bringen und eventuelle Rückkehrer (Sloan und Diesel) schnelle zu integrieren, dann ist mit etwas Glück in diesem Jahr wohl wieder ALLES drin.
Das Play-off Fieber in Wolfsburg steigt jedenfalls deutlich spürbar! Und das ist gut so.  
mb

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