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Saison 2012/2013

PO2 EHC - Kölner Haie 0:1

  • Geschrieben von Martin
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Nachdem Wolfsburg den Halbfinalauftakt in Köln mit einer ordentlichen Portion Frühjahrsmüdigkeit in den Sand gesetzt hatte, sollte vor heimischer Kulisse nun der Start in die Serie folgen. Vor ausverkauftem Haus, darunter ca. 500 Fans aus der Rheinmetropole, entwickelte sich dann auch die gewünschte Playoff-Atmosphäre neben und vor allen Dingen endlich auch auf dem Eis.

1. Drittel
In den Anfangsminuten der Partie schienen beide Teams zunächst mit dem Setzen von Duftmarken beschäftigt zu sein. Nachdem Wolfsburgs Norm Milley das Spiel mit einem sehenswerten Lattenkracher eröffnet hatte, folgte ein munterer Reigen von Checks und kleineren Auseinandersetzungen. Als es schließlich zum ersten größeren "Meinungsaustausch" hinter dem Tor der Gäste kam, zogen die Grizzlies - wie so oft in den letzten Wochen - bei der Verteilung der Strafzeiten den Kürzeren. Statt beide Seiten mit Strafen wegen übertriebener Härte zu bedienen, wollte das Schiedsrichtergespann zusätzlich einen Stockschlag bei Wolfsburgs Greg Moore ausgemacht haben. Da in der folgenden Minute (5.) sowohl Gogulla, als auch Benedikt Schopper nacheinander auf die Sünderbank wanderten, konnte Köln nur kurzfristig so etwas wie ein Powerplay entwickeln. Gerade als Wolfsburg das Schlimmste überstanden zu haben schien, schlug es dann doch im Gehäuse der Grizzlies ein: Christopher Minard vollendete einen mit viel Übersicht vorgetragenen Konter der Haie zum 0:1 in der 8.Minute.
Wenig geschockt versuchte der EHC nun die Schlagzahl zu erhöhen, blieb aber - auch in Überzahl - meist in der gut organisierten Abwehr der Gäste hängen oder scheiterte am Schlussmann der Haie.
Gleich drei erstklassige Breakchancen, darunter eine in Unterzahl, versiebten die Angreifer der Grizzlies mit unpräzisen Schüssen oder Pässen, so dass Köln die knappe Führung mit in die erste Pause nehmen durfte.

2. Drittel
Und wieder knallte es in der Auftaktminute am Gestänge der Haie: Diesmal war es Levi Nelson, der Gästekeeper aus den Birken mit einem trockenen Handgelenkschuss bereits überwunden hatte und trotzdem nicht zum Jubeln abdrehen durfte. Stattdessen sollte er auch den eigenen Nachschuss nicht im Gehäuse der Gäste unterbringen können. Es war sozusagen der Startschuss zu einem Drittel, das die Grizzlies endlich wieder in ihrer bekannten Playoff-Form zeigen sollte. Doch es sollte ein sehr, sehr unglückliches starkes Drittel werden: Schon zwei Minuten später war es Wolfsburgs Toptorjäger Matt Diesel der es seinen Kollegen Milley und Nelson gleichtat und erneut das Lattenkreuz erwischte - aus den Birken hätte in allen drei Situationen keinerlei Abwehrchance gehabt, zeigte auch jeweils keine Reaktion.
Abgesehen von 2 oder 3 Konterchancen der Gäste, gehörte der mittlere Spielabschnitt ganz dem EHC. doch es war wie verhext: Allem Druck, allen Chancen - sogar in zwischenzeitlicher numerischer Unterzahl - zum trotz blieb der Gastgeber ohne eigenen Treffer. Begeistert trug die Kulisse ihre Helden von Angriffswelle zu Angriffswelle, doch immer stimmte irgendeine Kleinigkeit nicht, immer war im letzten Moment doch noch ein Schläger dazwischen oder ein Stürmer einen Zentimeter zu weit gefahren und kam so in Rücklage usw., usw.
Es war zum Verrücktwerden...wenn man denn Fan der Grizzlies war.

3. Drittel
Mit dem für die Haie mittlerweile durchaus schmeichelhaften 0:1 ging es also auch auf die Zielgerade der Partie. 
Die Grizzlies warfen nun noch einmal alle Kraftreserven in die Waagschale, zollten mit fortschreitender Dauer aber dem Kräfteverschleiß der letzten Wochen offenbar Tribut. Trotzdem blieb man die spielbestimmende Mannschaft, erspielte sich wiederum Chance um Chance, blieb aber insgesamt weniger druckvoll und zwingend als noch im Mitteldrittel. Deutlich zu erkennen war dieser Abbau in einem der seltenen Überzahlspiele der Grizzlies, als der durchgehend provozierende und jammernde Minard endlich einmal zur Abkühlung auf der Strafbank Platz nehmen durfte. Das Powerplay der Gastgeber wirkte in den folgenden zwei Minuten eher wie ein Luftholen, als wie ein zusätzlicher Energieschub auf dem Eis. Furchners und Merciers Versuche noch weit vor dem Ende der Partie blieben als einzige wirklich im Gedächtnis, zu stark agierte das Abwehrbollwerk der Kölner, zu schwach war mittlerweile der allgemeine Zug in den Torraum durch die Grizzlies. Umstellungen in den ersten beiden Reihen hatten ebenfalls keine positive Wirkung erzielt, zudem fiel gegen Ende Wolfsburgs Diesel nach einem ungeahndeten Stockschlag für den Rest der Partie aus.
So half am Ende auch nicht die Herausnahme des gut aufgelegten Dshunussow für einen sechsten Feldspieler, um dieser Partie den längst verdienten Ausgleich zu bescheren.
Beeindruckt vom Kampfgeist ihrer Grizzlies, aber auch deprimiert vom Endergebnis dieser Bemühungen ging es für den Wolfsburger Teil des Publikums auf die Heimreise.


Mein subjektiver Eindruck
Solche Spiele gibt es im Eishockey halt immer wieder. Tragisch, wenn man eins davon in unserer Situation quittieren muss.
Was wäre das für eine Eishockeyschlacht geworden, wenn wir auch nur ein einziges Mal getroffen hätten und die Haie sich etwas kreativer am Spielgeschehen hätten beteiligen müssen! Trotzdem bin ich heilfroh, dass sich die Jungs noch einmal in der von uns mittlerweile so geliebten Form präsentieren konnten. Diese Saison ist und bleibt etwas Besonderes und könnte von mir aus noch eine Weile weitergehen. Doch leider präsentieren sich die Haie als sehr strukturiert und konzentriert auftretender Gegner, der eben auch das nötige Glück und gelegentlich auch die Schiedsrichter auf seiner Seite hat.
Ob unser Team tatsächlich noch die Kraftreserven besitzt, um in Köln eine weitere Sensation zu schaffen, und nichts anderes wäre ein Sieg bei den so heimstarken Haien, das bleibt abzuwarten. Allzu gut stehen unsere Chancen wohl nicht...

Tor
Dshunussow zeigte sich vom ersten Spiel der Serie insgesamt eher unbeeindruckt, untermauerte damit seinen Reifungsprozess seit dem letzten Jahr.
Beim Gegentreffer ohne Abwehrchance, ansonsten ein tadelloser Rückhalt für seine Vorderleute. Auch im Bereich des schnellen Spielaufbaus zeigt eher sich immer weiter verbessert, seine Ausflüge hinter das eigene Tor wirken mittlerweile ebenfalls besser mit der Abwehr koordiniert.

Verteidigung
Profitierte von der insgesamt aggressiveren Spielweise der Vorderleute und hatte deutlich weniger zu tun als im ersten Spiel. Bis auf den Aussetzer beim Gegentor, als weder Brocklehurst noch Schopper den Passweg zur Mitte dicht machten, alle Beteiligten mit einer durchgehend ansprechenden Leistung. Einzelkritik überflüssig.

Sturm
In den ersten beiden Reihen hakt und klemmt es, auch dank der formidablen Abwehrarbeit der Haie. Während der Diesel natürlich auch unter solchen Bedingungen nicht völlig kalt zu stellen ist (außer durch gezielte Stockschläge aufs Handgelenk und dadurch in der Schlussphase nicht mehr dabei), fällt dort besonders Kapitän Hospelt durch Unauffälligkeit auf. Währenddessen bleibt die dritte Reihe um Mercier, Moore und Nelson die beste Formation im bisherigen Verlauf der Serie - was leider kein gutes Zeichen ist. Vor allem da Moore momentan kaum zum Abschluss kommt, während Nelson und Mercier bei ihren Chancen leider weiterhin die Torjägergene zu fehlen scheinen. Insgesamt der Mannschaftsteil mit der meisten Luft nach oben, vermutlich aber auch ein Opfer der taktischen Anpassung an die erste Partie gegen Köln - ein weiteres Debakel dieser Art wollte wohl auch keiner außerhalb Kölns sehen.

Fazit
Die Grizzlies sind in der Serie angekommen. Ob sie dann auch gleich wieder aus der Serie herausfliegen, wird man nun am Sonntag sehen.
Ob Wolfsburgs "Darling" HSR Jablukov eine Hilfe sein wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. mb

PO4 EHC - Adler Mannheim 3:0

  • Geschrieben von Martin
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Kaum waren die Grizzlies ohne Gegentreffer und mit der Führung im Gepäck aus Mannheim zurückgekehrt, da stand auch schon Spiel 4 in der heimischen Eisarena vor Tür. Medien und Fans ihrer Gastgeber hatten sie dabei reichlich angesäuert hinterlassen, waren die hochgehandelten Adler in dieser Saison doch noch nie ohne eigenen Treffer in der SAP-Arena geblieben. In Wolfsburg hingegen kommt man dieser Tage aus dem Staunen nicht heraus: Seit Jahresbeginn marschiert der EHC geradezu durch seine Spiele und scheint dabei immer mehr zu einer unüberwindlichen Einheit zusammenzuwachsen. Ob diese bemerkenswerte Einheit dem Favoriten aus Mannheim wohl erneut standhalten würde?

1. Drittel
Aggressiv und im Stile einer Heimmannschaft traten die Grizzlies ihren Gästen vom Eröffnungsbully an entgegen. Schon früh zeichnete sich ab, dass die beiden Torhüter und die Abwehrreihen der beiden Teams die Hauptrollen in diesem Stück spielen sollten, wobei die Angriffsbemühungen der Gastgeber immer einen Tick durchdachter wirkten. So waren es dann auch zunächst die Wolfsburger Sturmreihen, die mit geschickten Rückpässen in den hohen Slot für Gefahr vor dem Mannheimer Kasten sorgten, doch sowohl Grygiel als auch Dzieduszycki trafen ihre Direktabnahme nur suboptimal, so dass der Gast vorerst ungeschoren davon kam. Was vom Gast aufs Tor der Grizzlies kam, war hingegen meist von den Außenbahnen abgefeuert worden - geschickt hielt der EHC die kritischen Schussbahnen dicht und zwang die Adler auch während deren erster Überzahl ab Mitte des Drittels zu reichlich unvorteilhaften Schüssen oder blockte alles Gefährliche selbstlos weg. Bei eigener Überzahl zeigte Wolfsburg dem Tabellenprimus dann, wie Powerplay auszusehen hat. Bei fünf gegen drei machte der Gastgeber mächtig Alarm, vollstreckte dann bei einfacher Überzahl mit Glück und Geschick zum 1:0. Kohls gut getimter Schlagschuss hinter das Tor kam perfekt auf der anderen Seite vor selbiges, so dass Alexander Polaczek das Vergnügen vorbehalten war, die Eisarena zum ersten Mal an diesem Abend aus den Angel springen zu lassen. Mit diesem durchaus verdienten 1:0 Vorsprung ging es unter dem Jubel der völlig begeisterten Fans in orange wenig später zum ersten Mal in die Kabinen.

2. Drittel
Die Adler und die Führungen der Grizzlies - das droht für das Team aus der Kurpfalz mittlerweile ein äußerst unangenehmes Thema zu werden. Mit leichten Lähmungserscheinungen erschien Mannheim zurück auf dem Eis und geriet umgehend wieder in die laufende Maschinerie der Gastgeber. Letztlich war es eine Strafe gegen Wolfsburg (26.), die die Adler wieder in die Spur brachte und die erste wirklich kritische Phase für die Grizzlies einläutete. Immerhin rund fünf dominante Minuten durften die Männer aus der Quadratestadt für sich verbuchen, die dank aufopferungsvoller Defensivarbeit des EHC und sehenswerter Paraden durch dessen Keeper aber weiter fruchtlos blieben.
In der Folgezeit bewegten sich die Teams auf Augenhöhe, vergaben je eine Überzahlmöglichkeit ohne dabei kristallklare Einschussgelegenheiten erspielen zu können.
Die größten hatte im Verlauf des Drittels, wie meistens in dieser Partie, der EHC. Zunächst brachten Polo und Furchner Mannheims Abwehrgiganten Reul mächtig ins Schleudern, nahmen ihm im Abwehrdrittel der Adler den Puck ab und konnten trotz schnellem Abspiel Dennis Endras letztlich nicht überwinden. Kurz vor der zweiten Drittelpause brachte eine feine Einzelaktion von Levi Nelson fast den zweiten Treffer, nachdem dieser dem letzten Mann der Gäste kniend an der eigenen blauen Linie die Passwege versperrt hatte und zum Konter ansetzen konnte. Endras verkürzte wiederum sehenswert den Winkel, Nelson legte jedoch clever zum nachgerückten Moore ab, der den Puck dann nicht über den sich ausbreitenden Goalie der Adler manövrieren konnte. Mit dem denkbar knappen 1:0 ging es schließlich in die zweite Pause.

3. Drittel
Fast hätte der EHC mit eigener Dummheit diese so eng und doch gut für ihn verlaufende Partie noch gekippt. Pünktlich zum Auftakt des Schlussabschnitts ging's für Wolfsburgs Brocklehurst wegen Spielverzögerung auf die Strafbank, in Unterzahl setzte dann Justin Mercier der Situation völlig unnötig die Narrenkappe auf: Während eines seiner berühmt berüchtigten Forecheck-Abenteuer bot der Stürmer der Grizzlies Torhüter Endras neben dessen Gehäuse die einmalige Gelegenheit zum Strafzeitenerwerb, indem er ihn leicht am linken Fuß touchierte. Eine Einladung, die kaum ein Goalie im bezahlten Eishockey auszuschlagen gewillt wäre - folglich setzte sich Endras publikumswirksam auf den Allerwertesten, die doppelte Überzahl der Adler konnte beginnen. Doch getreu dem Motto "Einer für alle - alle für einen" bereinigte das Wolfsburger Unterzahlspiel die brenzlige Situation, um anschließend selber noch ein wenig das Überzahlspiel zu üben. Doch die Gäste schmissen nun endgültig alles, was sie hatten in die Waagschale, machten bis zur Drittelmitte mächtig Druck, fanden dabei aber immer wieder ihren Meister in Wolfsburgs Abwehr und dem überragenden Daniar Dshunussow.
Mitten in die Bemühungen der Gäste hinein gelang schließlich Tyler "Swifty" Haskins der entscheidende Hieb, der den Adler zum Abstürzen brachte. Mit viel Übersicht war Milley nach Bullygewinn der Grizzlies hinter das Tor der Adler gezogen und hatte von dort seinen Center bedient, der die Scheibe mit einem Knie auf dem Eis in die Maschen hebeln konnte. Das 2:0 brache das ohnehin gut gelaunte Publikum nun endgültig aus dem Häuschen - bis zum Ende dieser Partie stand, sang und klatschte das komplette Wolfsburger Publikum sein Team in den sicheren Hafen das ersten Heimsiegs dieser Serie!
Zwei Minuten vor dem Ende war es dann Geburtstagskind Greg Moore, der sich und das Team mit seinem Schuss ins leere Tor zum 3:0 Endstand beschenkte. Zuvor hatte Mannheim beim Versuch des Seitenwechsels den eigenen nachrückenden sechsten Stürmer angeschossen und damit den endgültigen K.O. praktisch selbst eingeleitet.
Im Nachgang sprangen bei einigen Mannheimer Spielern offenbar die ohnehin etwas losen Sicherungen komplett heraus. Als Glumac den Wolfsburger Torschützen Haskins schließlich mit zwei Stockstichen traktierte, ohne dafür in die Verantwortung genommen zu werden, platzte aus Wolfsburgs Trainer Pavel Gross sämtliche Anspannung heraus. Seine wütenden Proteste halfen zwar in Sachen Strafe nichts, doch zum Glück schien EHC-Center Haskins unverletzt bei dieser Unsportlichkeit davongekommen zu sein.
Ein aus Grizzlysicht phantastischer Eishockeyabend nahm somit ein rundum geglücktes Ende und machte einmal mehr Lust auf weitere Fortsetzungen!

Mein subjektiver Eindruck
Der EHC marschiert bisher derart erbarmungslos gegen die Adler, dass es einem schon fast unheimlich werden kann. Was dieses Team allein in Unterzahl leistet ist absolut Ehrfurcht gebietend. Mit Ausnahme der fünfminütigen Phase im Mitteldrittel hatte ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass Mannheim uns irgendetwas anhaben kann. Offensiv fehlt den Adlern bisher jedenfalls jegliches Rezept gegen unser fein justiertes Uhrwerk in der Abwehr. Da die Adlerdefensive ähnlich stabil agiert, sind es halt am Ende die Kleinigkeiten und der größere Wille, die ein Spiel in dieser Serie entscheiden. Einzig Dennis Reul und Janik Jr. lassen ab und zu mal "einen gucken"  - diese Gelegenheiten müssen die Grizzlies noch konsequenter nutzen!

Tor
Dshuni und seine Vorderleute harmonieren nahezu perfekt. Während die Feldspieler die guten Winkel wegnehmen und sich in fast jeden Schuss schmeißen, sorgt Dshuni mit gewissenhaftem Stellungsspiel und enger Bewachung der Torwartecke für verzweifelte Gesichter beim Gegenüber. Zwei shut-outs hintereinander - was soll man da noch sagen außer: Weiter so!

Verteidigung
Keine Extrawürste in dieser Abteilung. Alle sieben Verteidiger mit Topleistungen. Kleinere Fehler werden meistens sogar selber ausgebügelt. Ansonsten profitiert die Abwehr natürlich enorm vom allgemeinen Einsatzwillen aller Beteiligter auf Grizzlyseite. Das grandiose Fore- und Backchecking der Stürmer verhindert fast alle brenzligen Situationen schon im Keim.

Sturm
Die beiden ersten Reihen produzieren genügend Möglichkeiten, um die Spiele gegen die Adler zu gewinnen. Das war auch in dieser Begegnung nicht anders. Besonders stark trat in dieser Partie Wolfsburgs Tyler Haskins in den Vordergrund - nicht nur wegen seines Treffers zum 2:0. 
Die vierte Reihe sorgte, ohne wirklichen Torabschluss, für die nötige Entlastung, Reihe Nr.3 konnte in Person von Moore und Nelson durchaus überzeugen, lieferte mit Justin Mercier allerdings auch den einzigen Kritikpunkt des Abends. Merciers Forecheckingschaos erreichte mit dem Strafzeitengeschenk an Endras bei eigener Unterzahl den vorläufigen Höhepunkt. Zu oft verlässt der US-Amerikaner in Diensten der Grizzlies die Marschroute, wirkt zudem mit seinen Nebenleuten bei weitem nicht so abgestimmt wie der Rest der Truppe. Das ist dem späten Hinzukommen von Nelson und seiner Person geschuldet, trotzdem sollte es dann vielleicht zur Vorsicht in Sachen Harakiri-Aktionen in der Vorwärtsbewegung animieren.

Fazit
Wenn die Grizzlies den eingeschlagenen Weg mit aller Härte und Konsequenz, ohne nach hinten oder vorne zu schauen, durchziehen, dann scheint eine Halbfinalteilnahme nicht mehr so weit weg. Wir hoffen also weiter auf die Sensation und dass der erneut für eine PO-Begegnung der Grizzlies angesetzte HSR Jablukov (5 von 8 Spielen) vielleicht zur Abwechslung ja mal ein Einsehen mit uns hat. mb

PO2 EHC - Adler Mannheim 2:3 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Rund 3500 Fans hatten sich, bestens gelaunt, in der Eisarena eingefunden, um dem zweiten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Adler aus Mannheim beizuwohnen. Nach dem aus Wolfsburger Sicht so spektakulär geglückten Auftakt in der Quadratestadt, herrschte schon weit vor Anpfiff eine mehr als greifbare Vorfreude auf den Rängen der Arena, die auch rund 200 Gästefans begrüßen durfte.
Würden sich die Adler erneut so schwer gegen den Underdog aus der VW-Stadt tun? Kann das Team der Grizzlies mit einem zweiten Sieg die Sensation ein Stück näher bringen? Die kommenden Stunden sollten es zeigen.

1. Drittel
Et voilà! Zur Begrüßung gab es für die Gastgeber erst einmal einen deftigen Schlag in die Magengrube. Direkt vom ersten Bully weg wurde Yannick Seidenberg per Steilpass auf die einsame Reise gen Dshunussow geschickt und vollendete nach sage und schreibe 7 Sekunden einen der schnellsten Playofftreffer aller Zeiten zum 0:1!
Wolfsburgs Team und seinen Anhang irritierte der frühe Rückstand jedoch überraschend wenig: Wütend nahmen die Grizzlies auf und jenseits des Eises das Zepter in die Hand und versuchten das Glück zu zwingen. Während die Gastgeber also leidenschaftlich anrannten, zeigte Mannheim sich indes gewohnt kampfstark und versuchte in erster Linie über Konter dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.
Ein ums andere Mal verzweifelte Wolfsburg an Nationaltorhüter Endras, der sich bis zur ersten Sirene keine Blöße gab und zunächst jeden Puck auf sein Gehäuse abwehren konnte.
Im Gegenzug kamen die Gäste mit Breaks u.a. über Maurer und El-Sayed gefährlich vor das Tor der Grizzlies, fanden aber ebenso regelmäßig ihren Meister in Daniar Dshunussow.

2. Drittel
Die Partie nahm nun immer mehr Fahrt auf. Moores Knaller ans Lattenkreuz (22.) folgte die bis dahin stärkste Phase der Adler. Doch anstatt eine der nun zahlreicher werdenden Einschussmöglichkeiten zu nutzen, klingelte es vielmehr im Gehäuse der Gäste. Bei eigener Überzahl, Justin Mercier hatte sich die Revanche für ein Revanchefoul schlauerweise nicht verkneifen können, musste die komplette Mannheimer Mannschaft  dem enteilten Sebastian Furchner zuschauen wie dieser eiskalt ins rechte obere Eck vollstrecken konnte (30.). Doch die Freude der Gastgeber währte nicht lange. Mit einem eher harmlos wirkenden Distanzschuss gelang Janik die erneute Führung für die Adler, so dass Wolfsburgs Gäste erneut in den "Verwaltungsmodus" schalten konnten. Folglich fand sich das Team von Pavel Gross erneut in der Rolle des Spielgestalters und konnte so Chance um Chance generieren. Aufgelockert wurde das Ganze durch wechselseitige Strafen, wobei die Mannheimer Spielweise offenbar eher den Geschmack des Schiedsrichterduos traf. 
Fast wäre dieses rasante Drittel mit einer Führung der Gäste zu Ende gegangen. Doch 27 Sekunden vor der zweiten Pause (es sollten noch einige folgen...) war es Kai Hospelt, der in einer kurzen Phase bei 4 gegen 4 auf dem Eis den Raum zum vielumjubelten 2:2 nutzen konnte. Vorlagengeber: Playoff-Monster Norm Milley!

3. Drittel
Weiter ging’s in dieser in jeder Hinsicht ausgeglichenen Partie. Wolfsburg erhöhte die Spielkontrolle spürbar und war nun über weite Strecken die dominante Mannschaft auf dem Eis. Doch was die Gastgeber auch versuchten - keiner der zahlreichen Rebounds wollte einem der Wolfsburger Spieler vernünftig vor die Kelle fallen, der Rest blieb sichere Beute des Mannheimer Goalies. Einschließlich eines Monstersaves gegen einen bestens getimten Schuss des Wolfsburger Kapitäns, den Endras spektakulär mit der Fanghand über den Winkel lenken konnte. Vom Gast aus der Kurpfalz kamen in der Folgezeit hingegen fast ausschließlich destruktive Impulse, so dass das Drittel einem Sturmlauf der Grizzlies glich. Doch das Anrennen sollte nicht spurlos an den Gastgebern vorbeigehen: Als dem EHC in der Schlussphase eine der eher seltenen Gelegenheiten zum Powerplay gestattet wurde, glich das Überzahlspiel der Grizzlies eher einem kollektiven Luftholen, als einem Mittel das Spiel zu entscheiden. Erste Bedenken bezüglich der Pre-Playoff Belastung machten die Runde.
Ohne weitere Tore ging es in die Verlängerung(en).

Verlängerung Nr. 1, 2 und 3
Es sollte ein langer, langer Abend werden. Und während die Essensvorräte in und um die Arena immer spärlicher wurden und der Samstag allmählich näher kam, baute sich eine immer unerträglichere Spannung im weiten Rund auf. Sicherlich hier und da auch mit einem guten Maß Müdigkeit durchsetzt. Auf dem Eis hingegen zeigten die Grizzlies, wie so oft in den letzten Wochen, aus welch hartem Holz sie geschnitzt sind.
Nachdem das Schiedsrichterduo die Sache per lachhafter Strafe gegen Martin Walter offenbar möglichst früh beenden wollte (62.), schwächte sich der EHC gegen Ende der ersten Verlängerung auf schier haarsträubend Weise selber. Zweimal hintereinander gelang es den Gastgebern einen Mann zu viel auf dem Eis zu haben. Eine Strafe, die Mannheim bei mehrfacher Gelegenheit nicht ein einziges Mal angetragen wurde, wobei die Wolfsburger Vergehen an Offensichtlichkeit kaum zu überbieten waren.
Doch unter dem Jubel der durchgängig fabelhaft anfeuernden Kulisse überstanden die Grizzlies alle Unterzahlspiele und ließen den Puckhagel in Richtung Dshunussow ohne Effekt auf der Anzeigentafel vorübergehen. Da das hochbezahlte Ensemble der Gäste mehrfach nicht einmal das leere Tor zu treffen in der Lage war, blieb der unglaubliche Einsatz der Grizzlies zum Glück nicht unbelohnt. Durchatmen war angesagt.
Ungeahnte Kräfte beseelten jetzt noch einmal das Team von der Aller! Die zweite Verlängerung gehörte, bis auf ein kurzes Unterzahlintermezzo, ganz den Gastgebern, die nun alle Reserven in die Waagschale warfen, um die Sensation ein Stück näher zu bringen. Doch Brocklehurst, Nelson, Pohl alle scheiterten - teils äußerst unglücklich - am Mannheimer Schlussmann. Wieder gelang keinem der beiden Teams die entscheidende Aktion.  
Die dritte Verlängerung brachte dann schließlich doch noch die (ärgerliche) Entscheidung.
Nachdem erneut das Chancenplus auf seiner Seite hatte, passierte in der 106.Minute das, was früher oder später so eine lange Partie entscheidet: Ein Fehler, der ausgenutzt wird. Aus einer ungefährlich scheinenden Situation heraus gelang es Matthias Plachta schließlich, zwischen den Wolfsburger Verteidigern hindurchzuschlüpfen und sich im Alleingang gegen Wolfsburgs Keeper durchzusetzen.
Unter dem aufmunternden Applaus seiner Fans und dem Jubel des Mannheimer Anhangs schlichen die Grizzlies in die Kabinen, während Mannheims Team übereinander herfiel, als hätte man soeben die Meisterschaft gewonnen. Irgendwie auch ein Kompliment an die Leistung des 10.Platzierten - gewollt oder nicht.

Mein subjektiver Eindruck
Dieses Team hat Eier aus Stahl. Was Wolfsburg an Zweikampfhärte, Laufbereitschaft und Herzblut anbieten, ist absolut gigantisch und lässt mich Begeisterung wie bei meinen ersten Besuchen im Eispalast verspüren.
Ich gönne ihnen von Herzen alles Glück, das es brauchen wird, um das Bürokratenhockey der Adler niederzukämpfen. Angesichts des kraftraubenden Vorprogramms unserer Grizzlies und der individuellen Klasse der Adler wird es auch vermutliches einiges an Glück brauchen, um auch nur in die Nähe dieser Sensation zu kommen - leider.

Tor
Daniar steht dem Nationaltorhüter auf der anderen Seite des Eises in nichts nach und präsentiert sich weiter in enorm verbesserter Verfassung im Vergleich zu den letzten Playoffs.
Auch bei seinen Ausflügen hinter das Tor bleibt einem nicht mehr so oft das Herz stehen...

Verteidigung
Ehre, wem Ehre gebührt. Schopper, Blanchard, Walter, Brocklehurst und Kohl machen eine Bombenpartie.
Wenn es überhaupt so etwas wie einen Schwachpunkt, auf äußerst hohem Niveau, gegeben haben sollte, dann war es das Duo Bina/Wurm, die beim entsetzlichen 0:1 keine wirklich glückliche Figur abgaben und auch im weiteren Verlauf hin und wieder ins Wanken gerieten. Insgesamt aber auch diese beiden mit immer noch guten Leistungen!

Sturm
Wolfsburgs Topreihe wirkte etwas zahnloser als noch zuletzt. Während das Backchecking bei allen Beteiligten funktionierte, strahlten lediglich Milley und Hospelt dauerhaft Gefahr für den gegnerischen Kasten aus, so dass die Treffer auch in speziellen Situationen fielen (SH, 4-4) bei denen die Beiden gemeinsam aufs Eis durften.
Insgesamt betrachtet der Mannschaftsteil, der in der Serie noch Luft nach oben haben dürfte. Alle anderen (Torwart und Verteidígung) spielen am oder über ihrem Limit.
Warum unterhält sich eigentlich nicht mal jemand mit Justin Mercier? Sein Auftritt nach dem Revanchefoul durch Foster war mal wieder an Doofheit und Undiszipliniertheit nicht zu überbieten. Solche Geschenke müssen wir annehmen, anstatt dass sich da irgendwer das Mütchen kühlt!!!

Fazit    
Diese Serie macht bisher einfach nur Freude. Ein Sieg wäre in dieser Schlacht natürlich sehr gut für die Moral gewesen und hätte den Druck auf Mannheim mal so richtig durch die Decke gehen lassen - das Mannheimer Publikum pfeift doch schließlich so schrecklich gerne...
Angesichts dieses kräfteraubenden Abends sollte sich der Vorteil der Spielpause auf Seiten der Adler im kommenden Spiel eigentlich zum ersten Mal zeigen. Wie weiter oben erwähnt, hoffe ich, dass unserem Team das Glück hold ist und wir in Mannheim einfach mal in Führung gehen. Spätestens im vierten Spiel möchte ich dann auch mal die Spielgestaltungsfähigkeiten der Adler bewundern dürfen, wenn es eben nicht reicht ein oder zwei seltsame Tore zu verwalten und Konter zu fahren. Einfach nur interessehalber ;)
Man sieht sich! (Unglaublich, dass ich das zu diesem Zeitpunkt der Saison immer noch schreiben darf). mb
 

PPO2 EHC - T.Sabo Ice Tigers 4:3

  • Geschrieben von Martin
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Im zweiten Spiel der Pre-Playoff-Serie gegen Nürnberg stand neben der Wolfsburger Heimstärke auch die "schwarze Serie" der Grizzlies von acht Playoff-Niederlagen in Folge auf dem Prüfstand.
Gegen den Gegner aus dem Frankenland waren schon während der Hauptrunde sämtliche Spiele an den jeweiligen Gastgeber gegangen, so dass die Hoffnungen auf ein drittes Spiel in den Reihen der Heimfans entsprechend groß waren. Sie sollten zunächst nicht enttäuscht werden...

1. Drittel
...denn der Auftakt gestaltete sich von Seiten der Grizzlies nicht nur ähnlich druckvoll wie in den vorangegangenen Partien, sondern sollte auch ungleich erfolgreicher verlaufen.
Nach überstandener erster Strafzeit gegen Verteidiger Aaron Brocklehurst (2.) nahmen die Gastgeber eindrucksvoll Fahrt auf, nagelten die Gäste förmlich in ihrem Drittel fest und hielten das Tempo der Begegnung enorm hoch. Besonders die Reihe um Kapitän Kai Hospelt war von Nürnberg kaum zu kontrollieren, so dass es dem Kapitän selbst (7.) und seinem kongenialen Spezi Sebastian Furchner (9.) vorbehalten war, die Halle per Doppelschlag zum Kochen zu bringen. Beide zogen jeweils unwiderstehlich Richtung Gästetor und nutzten die sich bietenden Lücken, um per Handgelenkschuss einzunetzen - die Party auf den Rängen nahm folglich früh Fahrt auf. Doch auch die rund 70 mitgereisten Fans aus Nürnberg sollten nur wenige Sekunden nach Furchners Treffer zum 2:0 etwas zu feiern bekommen: Denn neben Wolfsburgs Anfangsdruck, sollte auch ein weiteres Merkmal der bisherigen Auftritte der Grizzlies (leider) Bestand haben - das streckenweise haarsträubende Abwehrverhalten bei  5 gegen 5 auf dem Eis!
Connor James war am Ende der Nutznießer eines schier unglaublichen Diagonalpasses im Drittel der Gastgeber, deren Aufbauspielzüge in dieser Phase schon fast als respektlos zu beschreiben waren.
Doch Wolfsburg blieb auf der losgetretenen Euphoriewelle, legte durch Brocklehurst gleich in der ersten eigenen Powerplaysituation per Blueliner zum 3:1 nach und hätte zur ersten Pause sogar noch höher führen können.

2. Drittel 
Der Druck der Grizzlies blieb zunächst ähnlich hoch, die Gäste schienen - spätestens in der 25 Spielminute - wie die klaren Verlierer dieser Begegnung. Denn auch Wolfsburgs Vorlagengeber vom Dienst, Norm Milley, trug sich mit viel Drang zum Gehäuse in die Liste der Torschützen ein, nahm dabei Nürnbergs Goalie gleich mit ins Netz der Gäste. Fast noch sehenswerter war dabei die Vorarbeit des wie entfesselt aufspielenden Tyler Haskins gewesen, der bereits vor dieser Szene mehrfach die halbe Nürnberger Mannschaft Jagd auf sich machen ließ. Seiner beeindruckenden Puckbehauptung und dem abschließenden Pass in den freien Slot war es am Ende zu verdanken, dass die vermeintliche Vorentscheidung möglich wurde.
Während der Wolfsburger Anhang diverse Jubel- und Feiergesänge zelebrierte, veränderte sich das Geschehen auf dem Eis allerdings in eine aus Wolfsburger Sicht weitaus weniger erfreuliche Richtung. Die Grizzlies wirkten fortan irgendwie satt und passiv, stellten Körperspiel und Forechecking weitestgehend ein und gaben somit das Spiel Stück für Stück aus der Hand. Mit Folgen. Neben zwei Lattenkrachern hatten die Gäste schnell ein deutliches Übergewicht an Spielanteilen, und bereits in der 28.Minute das Tor zum 4:2 vorzuweisen. Nach einem heftigen Open-Ice-Hit durch Blanchard schienen eher die Grizzlies beeindruckt bzw. abgelenkt, so dass Sven Butenschön relativ unbedrängt einschieben konnte. Besagte zwei Lattenknaller und einige brandgefährliche Konter später war Steven Reinprecht Nutznießer einer weiteren Koordinationsschwierigkeit im Wolfsburger Abwehrverbund und erzielte das mittlerweile verdiente 4:3 für die Ice Tigers. Das Spiel war wieder völlig offen, der Zeitpunkt des Treffers - eine Minute vor der zweiten Pause - extrem ungünstig für den Gastgeber.

3.Drittel
Zwar fing sich das Team von Pavel Gross zum Auftakt des Schlussdrittels wieder, doch der eingebüsste Vorsprung hatte natürlich mentale Spuren bei den Grizzlies hinterlassen. Zum Angriffsschwung der ersten 20 Minuten fand der EHC jedenfalls nicht mehr zurück, so dass sich eine nun wieder ausgeglichene und äußerst spannende Schlussphase entwickelte. Wolfsburg bekam dabei zwar die defensive Anfälligkeit nicht vollständig in den Griff, investierte jetzt aber wieder mehr in die eigenen Angriffsbemühungen und wirkte insgesamt wieder viel präsenter als noch im Mittelabschnitt. Einem wirklich gefährlichen Pfostentreffer durch Sebastian Furchner, standen gegen Ende des Drittels allerdings gleich reihenweise Einschussmöglichkeiten der Tigers gegenüber. Die beste hatte, wie auch die übrigen Möglichkeiten der Nürnberger, Wolfsburgs überragender Goalie Daniar Dshunussow eiskalt entschärft, als er Reinprechts Alleingang geradezu stoisch zur Seite abwehren konnte.
Als die Schlussoffensive der Gäste drohte, brachte Wolfsburgs Schopper die Grizzlies noch einmal zusätzlich in Gefahr: Ohne Bedrängnis beförderte der EHC-Verteidiger den Puck hinter dem eigenen Tor in die Maschen, so dass die folgende Strafzeit eine 6 gegen 4 Situation für die Ice Tigers brachte. Mit aufopferungsvollem Unterzahlspiel und einer guten Portion Glück brachte Wolfsburg den knappen Sieg ins Ziel und sorgte für reichlich Jubel und kollektives Aufatmen auf den Rängen!


Mein subjektiver Eindruck
So spaßig das Auftaktdrittel auch war - die Balance zwischen offensiver und defensiver Ausrichtung funktioniert bei den Grizzlies nur selten. Eine kontrollierte, eher defensive Spielweise scheint im Programm der Wolfsburger irgendwie nicht vorhanden zu sein, jedenfalls keine, die auch funktioniert. Hier muss sich das Trainerduo auch mal die Nachfrage gefallen lassen, ob man mit nur einer wettbewerbstauglichen Strategie im Laufe der Saison nicht irgendetwas verpasst hat.
Die positiven Momente und Phasen in dieser Serie gegen Nürnberg (wie auch im letzten Ligaspiel gegen die Tigers) stammen aus den "Hurra-Abschnitten" dieser Begegnungen. Immer verbunden mit Nachlässigkeiten in der eigenen Abwehr, wobei prinzipiell eine Wolfsburger Abwehrseite völlig verwaist zum Anspiel am langen Pfosten einlädt. Ich find's, so spannend das Ganze auch sein mag, zum Haareraufen. Zu Beginn einer Saison sind solche Abstimmungsprobleme sicherlich normal, in den Playoffs eher tödlich.

Tor
Dshuni rettet in den Chaosphasen seinem Team den Arsch. Im Vergleich zum letzten Jahr tritt Wolfsburgs Nummer 1 wesentlich entschlossener und selbstsicherer auf, obwohl ihm seine Abwehr, wie auch in den letztjährigen Playoffs, nicht viel Vergnügen bereiten dürfte. Ein deutlicher Entwicklungsschritt. Bleibt länger stehen und rückt in besagten Phasen nicht mehr meilenweit aus dem Kasten heraus. Weiter so!

Verteidigung
Trotz des Aussetzers beim 2:1 bleibt Benedikt Kohl in diesem Mannschaftsteil, zusammen mit Robbie Bina, bester Akteur der Grizzlies im bisherigen Verlauf dieser Serie.
Brocklehurst wiegt die eine oder andere, leider gravierende, Schwäche im zu riskanten Aufbauspiel und der Defensive durch offensive Akzente weitgehend wieder auf, Walter und Wurm spielen ähnlich solide wie Robbie Bina, ohne die Übersicht des Nordamerikaners an den Tag zu legen.
Blanchard und Schopper sorgen, neben Brocklehurst, für die ärgerlichen Momente im Defensivverbund der Grizzlies. Schoppers Strafe in der Schlussminute dieser umkämpften Partie ist da nur die Kirsche obendrauf. Eigentlich immer, wenn die Grizzlies die Spielkontrolle verlieren, leiden die Beiden am meisten darunter. Vor allem Schopper sorgt mit seinen teils mädchenhaften, teils unglaublich ungeschickten Auftritten an der Bande für büschelweise ausgerissene Haare auf den Tribünen, was angesichts der zuletzt deutlich ansteigenden Formkurve des Wolfsburger Verteidigers absolut bedauernswert ist.
Da Martin Walter für mich eine der positiven Überraschungen der letzten Wochen darstellt, sollte man vielleicht konsequent auf sechs Verteidiger umstellen...

Sturm
Gerade Kai Hospelt und Sebastian Furchner rockten in Spielabschnitt Nummer eins einfach alles weg. Besonders Furchner scheint mittlerweile einfach den Scoringtouch zu haben und versenkt seine Möglichkeiten in bisher ungekannter Regelmäßigkeit und Präzision. Aber auch der seit Wochen wie aufgedreht agierende Tyler Haskins und Nebenmann Norm Milley knüpfen endlich an ihre besten Leistungen im Dress der Grizzlies an. Dass der Diesel sich seine Treffer offenbar für wichtigere Momente aufhebt und eher als Vorbereiter glänzt, soll nicht unser Schaden sein ;)
In den über weite Strecken überzeugenden Angriffsbemühungen der Grizzlies fiel mir eigentlich nur die Reihe um Moore, Mercier und Nelson negativ auf. Offensiv weitgehend ineffektiv (ein Treffer in Spiel 1), defensiv bei weitem zu anfällig standen die drei Kontingentspieler bei bisher vier Gegentreffern der Serie Pate.
Auch hier sollte ein Umstellen auf drei Reihen, zumindest für die nächste Partie, angedacht werden.
Wobei Grygiels "geniale" Strafe im ohnehin kräftezehrenden zweiten Drittel an dieser Stelle ebenfalls nicht unterschlagen werden sollte: Foul hinter dem gegnerischen Tor, in einer Phase, in der das eigene Team massiv unter Druck steht - unbeschreiblich dämlich!


Fazit
Ich bin gespannt, ob unser Trainerteam die Grizzlies in Spiel 3 unter Ausschluss der Fehlerquellen agieren lassen, oder weiter auf einen Lerneffekt der Beteiligten setzen.
Mit ein bisschen Glück sieht man sich am Freitag gegen Mannheim wieder. Ob dieses Bisschen gegen die doch etwas tendenziös pfeifenden Schiedsrichter dieser Serie (Brill/Jablukov) reichen wird, kann man dann am Sonntag hoffentlich bewundern. Bis denne. mb   

EHC - Hamburg Freezers 2:1 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Die Saisonzielgerade naht und die beiden noch anstehenden Wochenenden könnten für die Grizzlies, vom Papier her, kaum unterschiedlicher sein. Als erstes stand nun der Auftakt gegen den Rivalen aus der Hansemetropole auf dem Plan, dem das ebenfalls schwere Auswärtsspiel beim Angstgegner aus Berlin folgen wird. Vom oberen Teil der Tabelle wird es dann am letzten Wochenende der Hauptrunde direkt ans Tabellenende gehen. In Iserlohn und dann zu Hause gegen Düsseldorf wird der EHC zum Abschluss auf Teams treffen, die als Einzige mit den Playoffs nichts mehr zu tun haben werden und deren Einstellung daher völlig unberechenbar sein wird.

1. Drittel
Der EHC, diesmal mit Pohl statt Grygiel und Vogl für Dshunussow, zeigte sowohl hohes Engagement als auch eine nicht zu übersehende Verkrampfung in den Startminuten dieser Partie. Während die Gäste zu Beginn noch eine gewisse spielerische Präsenz zeigten, Haskins saß bereits in der zweiten Minute auf der Strafbank, geriet das Drittel in der Folgezeit eher zum Spiel auf ein Tor.
Lediglich über einige Konter konnten die Gäste aus Hamburg auf sich aufmerksam machen, ansonsten stand der von Dimitri Kotschnew brillant gehütete Kasten der Freezers rund 15 Minuten unter Dauerbeschuss. Allerdings ohne jeden Erfolg - den Treffer setzten im Gegenzug die Gäste, die von einer Nachlässigkeit im Stellungsspiel des Wolfsburger Goalies profitieren konnten. Erinnerungen an das letzte Gastspiel in Nürnberg wurden wach, als Jakobsen den Puck - praktisch von der Grundlinie - an die Vogls Schulter spitzelte und somit das zu diesem Zeitpunkt völlig unverdiente 0:1 markieren konnte (19.).
Was die Grizzlies bis dahin allein in den drei Überzahlspielen dieses Spielabschnitts liegengelassen hatten, ließ die Fans in orange durchaus schon etwas nervös werden: Milley, Hospelt, Furchner, Haskins - keiner konnte das Spielgerät, weder im Alleingang noch per Direktabnahme, an Hamburgs Keeper vorbeibringen!
Leicht angesäuert ging's in die erste Pause.

2.Drittel
Die Spielanteile kippten zwar noch deutlicher in Richtung der Gastgeber, doch die Nadelstiche der Freezers gestalteten sich im Gegenzug nun wesentlich gefährlicher. Während Wolfsburg mit aller Kraft auf den Ausgleich drängte, blieben die hart arbeitenden und gelegentlich recht unsauber spielenden Gäste in Lauerstellung. Dass es nach Kai Hospelts Ausgleichtreffer (27.) beim 1:1 blieb, war nicht zuletzt den Torhüter der beiden Teams geschuldet, die sich im Vernichten von Großchancen für den Rest der Begegnung reichlich auszeichnen konnten. Bezeichnend für den umkämpften, aber spielerisch wenig attraktiven Charakter der Partie: Auch Hospelts Treffer fiel durch einen eher listigen als glänzend herausgespielten Abschluss. In Überzahl hatte Wolfsburgs Kapitän einen Polaczek-Schuss per Abpraller verwertet, indem er  dem Freezers Torhüter das Spielgerät von hinten an die Ausrüstung geschossen hatte. Somit war zumindest etwas Gerechtigkeit auf dem Scoreboard eingekehrt; das Schlussdrittel blieb spannend.

3.Drittel
Es sollte ein deutlich rasanteres Drittel als die beiden vorhergehenden werden. Endlich zeigten die Gäste aus Hamburg, dass auch sie an der Spielgestaltung und vor allem am Gewinn aller drei Punkte dringend interessiert waren und es entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch mit reichlich Chancen zur Entscheidung auf beiden Seiten.
Da es in unserer schönen Liga mehr oder weniger guter Brauch ist, Strafzeitenungleichgewichte im letzten Drittel auszugleichen, kassierten die Gastgeber nun noch zwei Strafen der Marke "eine andere Gelegenheiten gab's halt nicht" - wieder in Person von Tyler Haskins, der bei HSR Aumüller nicht mehr Liebling des Monats werden dürfte...
Inwieweit der Gast aus Hamburg ohne dieses lachhafte Ritual unserer Schiedsrichterzunft so gut in die Partie gefunden hätte, bleibt zwar Spekulation, dem Spiel tat es jedenfalls gut.
Besondere Ausrufezeichen setzten auf Seiten der Grizzlies zum einen Sebastian Vogl, der in einer Szene gleich dreimal in Folge erfolgreich parieren konnte, zum anderen Greg Moore, der beim Alleingang in Unterzahl nur knapp an Kotschnew scheiterte. Dass die Gäste am Ende ebenfalls nicht die drei Punkte einstecken konnten lag neben Wolfsburgs Torhüter auch am vorbildlichen Defensivverhalten der Grizzlies.
Das Spiel ging somit in die, von beiden Seiten eigentlich nicht gewünschte, Verlängerung.

Verlängerung
Die Freezers übernahmen nun, eigentlich zum ersten Mal bei numerischem Gleichgewicht auf dem Eis, das Kommando und drängten auf die endgültige Entscheidung. Doch, wie um das erste Drittel mit umgekehrten Vorzeichen zu wiederholen, waren es diesmal die Grizzlies, die mit einer ihrer wenigen klaren Aktionen den Knockout landen konnten. Nach gut drei gespielten Minuten war es erneut Wolfsburgs Kapitän, der ums gegnerische Tor zog und per Rückhandschlenzer den Goalie der Freezers zum zweiten Mal überwinden konnte. Der Jubel der heimischen Fans fiel, trotz des verlorenen wichtigen dritten Punkts, entsprechend groß aus und so gab es auch im vorletzten Heimspiel der regulären Saison etwas zu feiern.

Mein subjektiver Eindruck
Kein schönes, dafür ein sehr intensives Spiel. Die Schiedsrichterleistung gefiel wohl beiden Lagern nicht sonderlich. Generell fehlte mir bei den Referees die Aufmerksamkeit für die Feinheiten im Zweikampf. Spät hochgehende Ellbogen wurden ausnahmslos nicht geahndet, ebenso gleich zwei angezeigte Strafen, die mit einer weiteren Regelwidrigkeit beendet wurden. Hier fehlt vielen unserer Unparteiischen offenbar der Mut, die unpopuläre zweite Strafe auszusprechen. Doch auch während einer angezeigten Strafe gelten, meines Wissens nach, die gleichen Regeln wie im Rest des Spiels...
Sollten wir entgegen allen Wahrscheinlichkeiten doch noch die Playoffs erreichen, wäre die mittlerweile beeindruckende Heimstärke unserer Grizzlies aufgrund der schlechten Platzierung leider nicht viel wert. Und das ist unser größter Trumpf in den letzten Wochen.
Trotzdem würde ich die Verlängerung dieser Saison freudig entgegen nehmen ;)

Tor
Vogl mit einem dicken Bock, dann aber granatenstark!
Beide Goalies erreichen in der wichtigen Phase der Saison ihren Leistungszenit - das macht Hoffnung für die kommende Spielzeit und vielleicht sogar für zusätzliche Spiele in dieser Saison.

Verteidigung
Durchgängig gute Vorstellung unserer Defensivabteilung. Wenn doch mal ein Konter der Gäste durchkam, war auf Vogl Verlass, so dass es in diesem Bereich nichts zu kritisieren gibt. Ein besonders Lob sollte an dieser Stelle an den sonst eher blassen Martin Walter gehen: Mit geradezu fanatischem Eifer und Einsatz spielte der Wolfsburger Verteidiger gegen seinen langjährigen ehemaligen Arbeitgeber. Wenn er diese Einstellung öfter gezeigt hätte, wäre er vielleicht sogar ein Kandidat für eine Verlängerung geworden...
Offensiv bleibt vor allem Schoppers verpenntes Abspiel auf Matt Diesel kleben, der kurz vor der zweiten Pause verzweifelt auf das Eis klopfte, während er völlig allein im Slot auf das Anspiel wartete. "Goalgetter" Schopper vollstreckte lieber selber und verhindert damit eine der größten Chancen das Spiel zu drehen.

Sturm
Viel Intensität führte am Ende dann doch zum Erfolg. Die gelegentlich fehlende Übersicht war letztlich auch der vorbildlichen Abwehrarbeit der Gäste geschuldet, die sich keine Pause gönnten und jeden Wolfsburger Angriff mit guter Laufarbeit und gutem Stellungsspiel torpedierten.
Trotz diverser Umstellungen in den Reihen war keine weitere kreative Belebung im Sturm auszumachen. Der Diesel blieb ungewohnt unsichtbar, Greg Moore mit Ausnahme seines Alleingangs in Unterzahl ebenfalls äußerst blass. Das sollte in den kommenden Partien besser werden, sonst geht das nicht so glimpflich wie gegen Hamburg und zuletzt gegen Augsburg aus.
Besonders auffällig diesmal die äußerst aktiven und umtriebigen Hospelt und Haskins, der allerdings kein Glück bei den Schiedsrichtern hatte und einige völlig unverhältnismäßige Strafen kassierte.
Was mich allerdings absolut ratlos hinterlässt, ist die Wahl des Aussetzkandidaten. Warum setzt man mit Pohl und Grygiel Spieler auf die Tribüne, die in der kommenden Saison Vertrag in Wolfsburg haben und lässt mit Justin Mercier die Luftpumpe schlechthin Spiel um Spiel machen. Weder defensiv noch offensiv weiß Mercier bisher zu überzeugen. Im Gegenteil: Seiner für einen Ausländer erbärmlichen Punktausbeute stellt Mercier obendrein ein nicht zu verachtendes Kontingent an teils saublöden Strafen an die Seite und glänzt immer wieder durch zu offensive undisziplinierte Aktionen denen jedes Timing fehlt. Dazu glaubt doch wohl keiner mehr ernsthaft an eine Leistungsexplosion inkl. Vertragsverlängerung. Bleibt die Frage: Was soll das?

Fazit
Hinten ist die Ente fett. mb

EHC - Augsburger Panther 3:1

  • Geschrieben von Martin
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Der EHC eilt von Entscheidungsspiel zu Entscheidungsspiel. Nach den zuletzt so überzeugenden bzw. effizienten Auftritten in der Ferne, gastierte mit den Panthern aus Augsburg eines der auswärtsschwächsten Teams der Liga in Wolfsburg. Eine klare Sache beim aktuell heimstärksten Team der Liga...sollte man meinen. Wer die letzte Begegnung der Grizzlies mit den von Larry Mitchell trainierten Augsburgern in der heimischen Eisarena verfolgt hatte, war allerdings vorgewarnt...

1.Drittel
Mit druckvollem Angriffsspiel versuchten die Gastgeber den auswärts so schwachen Panther vom Start weg den Schneid abzukaufen. Doch die Gäste präsentierten sich, wie schon bei ihrem ersten Auftritt, als Spielverderber, standen gut und konterten ein ums andere mal brandgefährlich. Während die Grizzlies in den ersten Minuten die Partie also leicht dominant gestalten und im ersten Powerplay der Begegnung (ab 5.Min.) durchaus gefallen konnten, drehte sich das Kräfteverhältnis spätestens mit der ersten Strafzeit gegen Wolfsburgs Brocklehurst (10.). Bis dahin hatte vor allem Tyler Haskins mit enormem Zug zum Tor die eine oder andere Chance erzwingen können, doch keiner seiner Kollegen hatte sich zu den entsprechenden Nachschüssen vernünftig postieren können.
Dann spielte vor allem der Gast aus Augsburg, der zuvor schon einen Treffer wegen Torraumabseits aberkannt bekommen hatte, munter drauf los. Kaum war die Strafe gegen Wolfsburg abgelaufen, da schlug es dann auch schon im Kasten der Grizzlies ein: Ryan Thang schloss einen Konter der Bayern eiskalt ins kurze Eck ab, ließ Wolfsburgs Dshunussow dabei nicht allzu gut aussehen. Doch das sollte den Goalie des EHC offenbar nur zusätzlich motivieren! Bis zur ersten Pausensirene entschärfte der Schlussmann der Gastgeber reihenweise gute Möglichkeiten der Gäste, einmal kam ihm bei MacAthurs Schuss der Pfosten zur Hilfe - den Abpraller fischte er etwas glücklich aus der Luft.
Durchschnaufen war angesagt.

2.Drittel
Das zweite Drittel ist relativ einfach beschrieben: Die Grizzlies drängten ohne die nötige Frische auf den Ausgleich, wobei die eine oder andere Umstellung in ihren Reihen eigentlich eher den Spielfluss komplett zum Erlahmen brachte, anstatt sie zurück ins Spiel zu bringen. Augsburg hingegen beschränkte sich auf gutes Stellungsspiel und kontrollierte Aktionen, blieb in seinen Einschussmöglichkeiten durchweg gefährlicher als die Grizzlies in ihren zahlreicheren Aktionen.
Beide Seiten überstanden je eine Unterzahlsituation schadlos, Tore fielen keine - ein wenig attraktives Drittel ging relativ schnell zu Ende und hinterließ vor allem bei den heimischen Fans meist ratlose Gesichter...

3.Drittel     
Was auch immer in der Kabine der Grizzlies passiert war, es zeigte auf jeden Fall Wirkung. Mit Beginn des letzten Abschnitts wirkte das Team von Pavel Gross das letzte Bisschen entschlossener und geistesgegenwärtiger, das es zur Wende wohl brauchte.
Nach knapp drei gespielten Minuten war es wieder einmal Wolfsburgs Top-Torjäger, der mit einer Eingebung das Spiel in die gewünschte Richtung dirigieren konnte. Matt Diesel zog im Powerplay einfach mal von hinter dem Tor vor selbiges und schob die Scheibe am verdutzten Ehelechner zum 1:1 Ausgleich vorbei.
Wer nun glaubte, die anschließende Schockphase der Gäste würde sich minutenlang hinziehen, sah sich jedoch getäuscht: Die nun spürbar ermutigt aufspielenden Gastgeber fingen sich in der Folgezeit gleich reihenweise Konter und Hochkaräter der Panther ein und konnten von Glück sagen, dass ihr Goalie und gelegentlich auch eine große Portion Dusel sie vor dem nächsten Rückstand bewahrten. Erst eine erneute Strafzeit gegen einen Panther brachte dann die ersehnte Wende in dieser hart umkämpften Partie. Ex-Panther Moore war es schließlich, der seinem ehemaligen Team mit dem 2:1 den Sieg aus den Händen reißen konnte (56). So tapfer die Gäste auf den Ausgleich reagiert hatten, so kopflos präsentierten sie sich nach Wolfsburgs Führung - nur zwei Minuten später konnte Tyler Haskins per Alleingang mit einem schönen Rückhandschlenzer  den Sack zu machen.
Der Schlussoffensive der Panther sollte dann letztlich auch das nötige Glück nicht beschieden sein: Einem per Nachschuss erzielten Treffer verweigerte das sonst eher großzügig leitende Schiedsrichterduo die Anerkennung, da einer der beiden Referees nervöserweise sofort nach dem Schuss der Gäste abgepfiffen hatte.
So feierte der orangene Teil der Kulisse ausgelassen den (glücklichen) zehnten Sieg im elften Heimspiel!

Mein subjektiver Eindruck
Die Grizzlies wirkten zwei Drittel lang etwas matt und ideenlos. Erst als im Schlussdrittel Feuer und Wille geradezu spürbarer wurden, kam der Erfolg zurück. Trotzdem: Gegen den äußerst unangenehm spielenden Gegner aus dem Süden der Republik brauchte es schon mehr als nur etwas Glück, um diesen so wichtigen Heimsieg einzufahren. Hoffentlich geht den Jungs nach der Aufholjagd der letzten Wochen nicht irgendwann die Puste aus...

Tor
Dshuni machte seine Unachtsamkeit beim 0:1 mehr als doppelt und dreifach wett. Es wäre moralisch äußerst ungünstig gewesen, wäre es bei diesem einen Tor geblieben...
Ansonsten mit einer Top-Leistung und trotz Babyalarm hochkonzentriert einer der Garanten des Siegs.

Verteidigung
Insgesamt sehr geschlossener, wenn auch nicht immer komplett sattelfester Auftritt. Mit etwas Pech und einem nicht so sahnemäßig aufgelegten Goalie hätten die Defensivwackler durchaus 3-4 Gegentreffer bescheren können.
Auffälligster Akteur dabei Aaron Brocklehurst, der immer mehr zur offensiven Waffe wird. Gerade in dieser Saisonphase eine ganz wichtige Entwicklung, da das Powerplay enorm von Brocklehursts entschlossener Art profitiert!

Sturm
Mühte sich lange Zeit ziemlich frucht- und ideenlos gegen gut organisierte Panther. Durchgängig überzeugen konnte nur Tyler Haskins, der endlich wie in seinen besten Zeiten gnadenlos zum Tor zog und die gegnerische Abwehr in helle Aufregung versetzt, Wenn jetzt noch jemand hinterher fährt und die Abpraller versenkt...
Ebenfalls sehr gefällig: Wolfsburgs Diesel setzte gleich mehrmals mit krachenden Checks Ausrufezeichen, versuchte sein Team immer wieder wach zu rütteln und mehr Intensität ins Spiel der Grizzlies zu bringen.
Sehr schön!

Fazit
Jedes Spiel ein Endspiel. Wenn wir am Ende dann doch keine Play-offs zu sehen bekommen, dann haben wir zumindest ein fast ebenso spannendes Saisonfinale geboten bekommen. Mir macht es jedenfalls so viel Spaß wie lange nicht mehr, wenn ich voller Vorfreude zum nächsten Heimspiel in die Arena fahre. mb

EHC - Hannover Scorpions 3:0

  • Geschrieben von Martin
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Mit dem vierten und vermutlich letzten Derby der laufenden Saison starteten die Grizzlies am Freitagabend in die finale Phase ihrer nun bald zweimonatigen Aufholjagd in Sachen Playoffs.
Über 3300 gutgelaunte Fans, darunter rund 300 Gäste, die Präsentation des neuen Octavia durch Hauptsponsor Skoda und eine kleine, aber feine Ergänzung der Einlaufzeremonie verliehen dem Ganzen einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen. Einzig das pubertäre Verhalten des Gästeblocks (Minipyro und zerstörte Sitzschalen) und der Ausfall der Videoanzeige trübten den ansonsten gelungenen Abend in zu vernachlässigendem Maße.

1.Drittel
Nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Eis: Es sah nach Derby aus! Mit hohem Engagement und viel Körpereinsatz starteten beide Teams in die Partie. Dabei trafen die Hausherren zunächst leider nicht ganz den Nerv des leitenden Schiedsrichterduos und mussten gleich zu Beginn zweimal hintereinander (1. + 4. Spielminute) in die Kühlbox. Besonders die zweite Strafzeit gegen Neuzugang Levi Nelson erhitzte dabei die Gemüter der Heimfans, werteten die Referees dessen sehenswerten und sauberen Check wegen angeblich zu großem Anlauf als unkorrekten Körpereinsatz. Im internationalen Vergleich (wie zuletzt in der Olympia-Quali gesehen) eines der oftmals in der DEL zu beobachtenden fragwürdigen Signale der Regelauslegung. Folglich sollten die Gäste die ersten klaren Chancen der Partie für sich verbuchen können, scheiterten allerdings entweder am glänzend aufgelegten Dshunussow im Tor der Grizzlies oder am eigenen Unvermögen den Puck zu treffen (Sulkovsky) bzw. zu kontrollieren. Im Anschluss ging das Spielchen dann genau anders herum und drei Hannoveraner durften der Reihe nach ihre zwei Minuten Denkpause auf der Sünderbank abbrummen. Dass es stets die vollen zwei Minuten wurden, lag nicht zuletzt am vorbildlichen Unterzahlspiel der Scorpions, die sich in dieser Phase zusätzlich auf einen ebenfalls stark haltenden Pätzold verlassen konnten. Und es ging sogar noch mehr bei den Gästen aus der Landeshauptstadt: Jeweils in Unterzahl gelangen ihnen über Fauser und später über Richter brandgefährliche Konter, die Wolfsburgs Keeper mit sehenswerten Reflexen allerdings zu entschärfen wusste.
So ging es nach einem äußerst intensiven, wenn auch nicht von sonderlich viel Spielfluss geprägten, ersten Drittel mit einem gerechten Unentschieden zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Es ging stürmisch weiter. Nachdem in den ersten Minuten des Mitteldrittel noch beide Teams Chancen  zur Führung zu verbuchen hatten, übernahm das Team von Pavel Gross Schritt für Schritt die Kontrolle über die Begegnung. Nach circa fünf gespielten Minuten gerieten die Gäste aus Hannover quasi unter Dauerdruck und fanden den Weg aus dem eigenen Drittel häufig nur nach langer und ermüdender Verfolgungsjagd im eigenen Drittel. Besonders Wolfsburgs 1. und 2. Reihe bereitete den Scorpions dabei enormes Kopfzerbrechen, ließen dabei allerdings eine bedenkliche Anzahl an Möglichkeiten liegen. In der 30.Minute war es dann aber soweit: Wer sonst, als Ex-Scorpion und Liga-Toptorjäger Matt "Diesel" Dzieduszycki sollte für die längst überfällige Führung der Gastgeber sorgen? Mit einem krachend zu Ende gefahrenen Check hinter dem Gehäuse der Gäste hatte Wolfsburgs Nelson für die wichtige Puckeroberung gesorgt und blitzschnell auf den im Slot nachrückenden Diesel aufgelegt. Dessen präzise Direktabnahme in die lange Ecke ließ Gästekeeper Pätzold letztlich keine Abwehrchance und brachte die Eisarena in der Folgezeit ordentlich zum Kochen.
Dass Wolfsburg keinen weiteren Torerfolg in diesem Spielabschnitt vorzuweisen hatte, verursachte dem durchaus begeisterten Publikum dann sicherlich doch etwas Bauchschmerzen. Neben starken Paraden des Gästegoalies hatte bei Merciers und erneut Diesels strammen Handgelenkschüssen jeweils der Pfosten ein weiteres Erfolgserlebnis verhindert, so dass für den Schlussabschnitt weiterhin Spannung garantiert war.

3.Drittel
Doch zum Glück hatte die harte Abwehrarbeit des Mittelabschnitts beim Team der Gäste Spuren hinterlassen. Mit fortschreitender Dauer der Begegnung offenbarte sich ein Kräfteverschleiß auf Seiten der Scorpions, der Wolfsburg einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil einräumte. Ausgerechnet bei Hannoveraner Überzahl zeigte sich dieser Vorteil dann für die Gäste auf besonders schmerzhafte Weise: Tyler Haskins konnte bei einem Break der Gastgeber nicht mehr entscheidend abgedrängt werden und legte den Puck, mit gütiger Unterstützung des Gästekeepers, durch dessen Schoner im Tor der Scorpions ab (45.). Und es kam noch besser aus Sicht der Grizzlies:  Keine vier Minuten nach dem Treffer in Unterzahl gelang auch endlich der längst überfällige Erfolg in Überzahl! Erneut Tyler Haskins war es, der einen Kohl-Hammer unhaltbar in die Maschen des Hannoveraner Kastens abfälschen und somit das vorentscheidende 3:0 markieren konnte.
Die Party auf den Rängen rollte da längst durch die Arena und auch weitere ausgelassene Überzahlchancen, darunter sogar über eine Minute doppelte Überzahl, konnten den Spaß an der Sache im weiten Rund natürlich nicht mehr trüben.
Hannover verzichtete folglich auf eine Herausnahme des Goalies für einen Zusatzstürmer und fügte sich in den Schlussminuten mangels Kraftreserven in sein Schicksal.

Mein subjektiver Eindruck:
Geiler Abend! Tolle Stimmung in der Arena, sehenswertes Spiel, verdienter Sieg unserer Grizzlies und der damit verbundene Funken Hoffnung auf die Playoffs - was will man mehr?
Dass ein Teil der Gästefans nach dem kleinen Pyroexperiment nicht aus der Halle entfernt wurde, bezahlte man schließlich mit zerstörten Sitzschalen - vielleicht lernen die zuständigen Stellen daraus, vielleicht auch nicht...es soll nicht das Problem von uns heimischen Fans sein.

Tor
Dshuni mit glanzvollem Comeback nach sechs Spielen als Zuschauer. Musste sich seinen shut-out durchaus hart verdienen und zeigte mehrfach geniales Stellungsspiel und Reflexe. Wer weiß, wie die Begegnung verlaufen wäre, wenn einer der Entlastungskonter der Gäste von Erfolg gekrönt gewesen wäre...

Verteidigung
Ich sage es selten, aber gerne: Alle Verteidiger überzeugten mit guten Leistungen. Besonders sehenswert dabei Brocklehursts Befreiungsaktion aus dem eigenen Drittel, als er unter allgemeiner Begeisterung mit einem Hannoveraner Stürmer Katz und Maus spielte. Allerdings auch einer der etwas leichsinnigeren Akteure in Reihen der Grizzlies in Sachen Rückwärtsbewegung.

Stürmer
Neben der bockstarken ersten Angriffsformation mit den beiden Matchwinnern Diesel und Haskins, überzeugte auch Kai Hospelts Formation, die jede Menge Druck auf das Drittel der Gäste ausübte. Im Abschluss blieb diese Reihe diesmal leider ohne das nötige Glück, was angesichts des Endergebnisses zu verschmerzen war. Aber auch die Reihen 3 und 4 funktionierten mehr als solide und setzten den Gästen aus Hannover tüchtig zu. Besonders auffällig in diesen Reihen waren dabei Nelson und Höhenleitner, die mit ihrem kraftvollen und unermüdlichen Spiel ihre Reihen vorantrieben. Beide empfahlen sich in den letzten Spielen für weitere Aufgaben in orange und sollten noch nicht aus dem Rennen für die kommende Saison sein, zumal der eine oder andere Akteur in Reihen der Grizzlies trotz Vertrag zur Disposition stehen könnte.

Fazit
Ein begeisternder Auftakt in die letzte heiße Phase der Saison. Nach solchen Spielen bekommt man doch tatsächlich wieder richtig Lust auf Nachschlag. mb 

EHC - Krefeld Pinguine 2:3

  • Geschrieben von Martin
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Mit Krefeld gastierte nach Straubing schon der zweite aktuelle "Angstgegner" der Grizzlies an diesem Wochenende in Wolfsburg. Überraschenderweise fanden sich, trotz zwei Heimspielen + VfL-Heimspiel + vorletzter Tabellenplatz stolze 2531 Zuschauer ein, um dem 10.Heimsieg in Serie beizuwohnen. Daraus wurde leider nichts.

Der EHC nutzte gleich die ersten 20 Minuten der Begegnung, um das komplette Spiel vor die Wand zu fahren. Unkonzentriert, ohne durchgängig erkennbare taktische Ordnung und häufig viel zu offensiv präsentierten sich die Grizzlies ihrem Heimpublikum und kassierten schon nach knapp zwei Minuten das 0:1 durch Kretschmann. Nach einem haarsträubenden Wechselfehler konnte sich die Krefelder Angriffsformation in Ruhe positionieren und per Nachschuss ungestört in Front schießen.
Hospelts Ausgleich bei Wolfsburger Überzahl (6.) blieb das einzig Zählbare, was der Gastgeber im Auftaktdrittel zustande brachte. Im Gegenteil: Ein von Verteidiger Bina abgefälschter Schuss fand per Bogenlampe den Weg ins Tor der Grizzlies (14.) und stolze 23 Sekunden vor dem Pausentee gelang Meyers mit gütiger Mithilfe von Wolfsburgs Torhüter das 1:3 per Treffer aus spitzem Winkel.
Wer nach Justin Merciers frühem Anschlusstreffer zum 2:3 bereits die Wende zu erahnen glaubte (22.), wurde in den folgenden 38 Minuten zwar immer wieder mit neuer Hoffnung genährt, doch vorm Tor der Gäste blieb der EHC den Rest des Nachmittags fast durchweg zu harmlos.
Gästekeeper Duba wehrte zwar einige brauchbare Versuche der Wolfsburger Angriffsreihen ab, die zahlreichen Rebounds fanden allerdings stets keinen Abnehmer, so dass mit einem Angreifer mehr der längst verdiente Ausgleich auch in der Schlussminute nicht fallen wollte.
Mit gesenkten Häuptern schlichen die Grizzlies vom Eis.

In diesem eigentlich nur als seltsam zu beschreibenden Spiel wirkten die Grizzlies so, als hätte die Entwicklung seit Jahresbeginn eigentlich nicht stattgefunden. Völlig wirr, teilweise ohne jegliche defensive Disziplin und offensive Durchschlagskraft beendete der Gastgeber seine Serie eigentlich im Alleingang. Krefeld spielte seinen bestenfalls soliden Stiefel runter und hielt die Grizzlies, zugegebenermaßen geschickt, meist recht effektiv vom Torerfolg ab. Anfangs vogelwild, wurde das Spiel mit zunehmender Dauer aus Heimfansicht eigentlich immer unerträglicher.
Torhüter Vogl hatte offenbar nicht seinen besten Tag und passte sich damit der Leistung seiner Teamkollegen nahtlos an. Neben der fehlenden Torgefahr eines Diesels machte sich, oh Wunder, die insgesamt schlechte Vorstellung der Grizzlies vor allem bei den üblichen Verdächtigen bemerkbar. Einzig Justin Mercier zeigte eine Leistung über dem von ihm gewohnten Niveau, was eigentlich alles zum Spiel sagt.

Bleibt abzuwarten, ob die Grizzlies diesen herben Rückschlag nach der Pause doch noch einmal verdauen können und zum letzten Sturm auf die Playoffs blasen können. Mittlerweile bedarf es da wohl eines ausgewachsenen Wunders, um nicht vorzeitig in die Ferien zu gehen. mb      

EHC - Straubing Tigers 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Die Saison geht langsam auf die Zielgerade und die Grizzlies kämpfen mehr denn je um den späten Einzug in die diesjährigen Playoffs. Im ersten der beiden Heimspiele dieses Wochenendes trafen die Wolfsburger nicht nur auf einen direkten Konkurrenten um die letzten zu vergebenden Plätze, sondern auch gleich auf einen ihrer drei Angstgegner in der Liga. Straubing konnte nach dem unrühmlichen Sweep in den letztjährigen Playoffs auch alle bisherigen Begegnungen der laufenden Spielzeit für sich entscheiden, so dass die Anspannung vor diesem wichtigen Spiel förmlich zum Greifen in der Luft hing.

Wie schon beim letzten Gastspiel in Straubing erwischten die Grizzlies einen durchaus passablen Start und prüften Gästekeeper Bacashihua in den Anfangsminuten gleich mehrfach. Der Gast aus Bayern hingegen ließ zunächst lediglich bei Kontern seine Gefährlichkeit aufblitzen, blieb bei fünf gegen fünf auf dem Eis allerdings meist zweiter Sieger. Neuzugang Nelson, der für Pohl zum ersten Mal im Aufgebot stand, führte sich gleich gut ein und erspielte sich neben den üblichen Verdächtigen auf Wolfsburger Seite seine erste große Möglichkeit. Nach Meuniers Pfostentreffer für die Gäste (7.), brachten schließlich Strafzeiten erste zählbare Resultate auf das Scoreboard. Zunächst war Wolfsburgs Robbie Bina per Direktabnahme von der blauen Linie erfolgreich gewesen (12.), dann glich Straubings Grant Lewis bei doppelter Überzahl für die Gäste aus (14.).  Warum das Schiedsrichterduo, wie schon im letzten Heimspiel, eine bereits faire Partie im ersten Spielabschnitt zum Eistanz umfunktionieren wollte, blieb ihr Geheimnis. Alle vier Strafzeiten des ersten Spielabschnitts schienen mehr als fragwürdig...
Im Mittelababschnitt sah die Sache dann vom Start weg anders aus: Furchner gelang bereits nach 19 Sekunden im Nachstochern mit Wolfsburgs erstem Angriff die erneute Führung zum 2:1!
Dieser Schock für die Gäste sollte die Weichen zum Verlauf der nächsten 20 Minuten stellen. Höhepunkt der nun deutlicher werdenden Wolfsburger Dominanz war dann schließlich das 3:1 durch Neuzugang Levi Nelson, der einen Zuckerpass von Norm Milley kraftvoll  in die Maschen hämmern konnte und entsprechend ausgelassen reagierte. Lediglich einmal blieb den Heimfans dann aber doch noch fast das Herz stehen, als Straubing eine Wolfsburger Unachtsamkeit zum 3 auf 1 Konter nutzen konnte...doch erneut sollte der Pfosten für die Grizzlies retten, so dass der letzte Spielabschnitt mit zwei Toren Vorsprung in Angriff genommen werden konnte.
Doch wer die Tigers in dieser Saison spielen gesehen hatte, wusste es bereits vorher: Das Spiel war weiterhin weit von einer Entscheidung entfernt! Die Gäste eroberten sich nun einige Spielanteile zurück und bauten somit die Spannung für eine dramatische Schlussphase Stück für Stück auf. Gestützt auf ihren wiederum überragend auftretenden Torhüter gelang es den Tigers schließlich das Momentum auf ihre Seite zu bringen und dem Publikum ein tolles Finish zu bieten. Als dann besagter Bacashihua schließlich das Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ (59.), hatte sich Wolfsburgs Diesel bereits zum Duschen verabschiedet. Die erneut an Sportarten mit eher femininer Ausrichtung erinnernde Schiedsrichterentscheidung hatte den Torjäger der Grizzlies zu einer Äußerung hingerissen, die den hundertfachen Kommentaren auf den Rängen vermutlich in Deutlichkeit in nichts nachstand. Mit 6 gegen 4 versuchte der Gast also die Verlängerung zu erzwingen...und fast wäre dies sogar gelungen. Husseys, dank Wolfsburger Stellungsfehler äußerst ärgerliches, 3:2 sollte anderthalb Minuten vor dem Schlusspfiff den Fans der Grizzlies und ihrem Team noch einmal tüchtig Sorgenfalten auf die Stirn zaubern. Doch mit letztem Einsatz und einer überzeugenden Torhüterleistung sollte das Ende der Horrorserie gegen den einstigen Lieblingsgegner endlich gelingen.  Der EHC bleibt also im Rennen und darf weiter auf spätes Playoff-Glück hoffen!

Insgesamt hinterließ Pavel Gross Team einen fokussierten und sehr homogenen Eindruck. Während Torhüter Vogl lediglich beim ersten Gegentreffer ein bis zwei Zentimeter zu spät kam und ansonsten wieder einmal überzeugen konnte, wusste vor allem Neuzugang Nelson auf Wolfsburger Seite zu gefallen. Nicht nur sein spielentscheidendes Tor, sondern vor allem sein körperbetontes und entschlossenes Auftreten ließen den Center aus Übersee in einem positiven Licht erscheinen. Man darf gespannt sein, zu was Nelson in der Lage ist, wenn der Jetlag überwunden und die Anpassung an seine Nebenleute fortgeschritten ist.
Hospelt und Milley bleiben ihren zuletzt gezeigten Leistung treu, während Moore sich leider eher der Leistung eines Merciers annäherte...
Warum Pohl zuschauen musste und besagter Mercier weiterhin seine Ligauntauglichkeit demonstrieren darf, wissen allerdings vermutlich nur unsere beiden Trainer.
Ansonsten blieben alle Akteure, auch der in dieser Saison viel gescholtene Benedikt Schopper, ihrer positiven Form treu, auch wenn Sean Blanchard offenbar auf irgendeine Art von Auszeichnung zu spekulieren scheint. Was der Wolfsburger Verteidiger in den letzten Wochen in Sachen dämliche Strafzeiten anzubieten hatte, sollte die Offiziellen langsam mal wachrütteln...

Da mit Krefeld gleich der nächste Gegner aus dem Gruselkabinett (in Sachen Ergebnisse) am Sonntag seine Visitenkarte in der Eisarena abgibt, bleibt es auch in diesem Heimspiel wieder spannend: Kann der EHC den Anschluss halten und die zuletzt eher mäßig erfolgreichen Pinguine weiter in die Krise schießen? Wir wollen es mal stark hoffen! mb

EHC - Adler Mannheim 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Nachdem die ersten drei Begegnungen dieser Saison allesamt, teils äußerst unglücklich, verloren gegangen waren, wollten die Grizzlies den vierten Vergleich mit dem Ligakrösus aus Mannheim endlich für sich entscheiden. Dank zuletzt aufsteigender Form und einer beeindruckenden Heimserie von sieben Siegen in Folge standen die Vorzeichen für einen Sieg des EHC, trotz der extrem unterschiedlichen Platzierung in der Tabelle (1. und 13.), gar nicht so schlecht. Und die Grizzlies sollten den rund 2100 treuesten ihrer Fans so einiges bieten...

1. Drittel
Ohne viel Umschweife nahm die Partie Fahrt auf. Beide Seiten gingen sofort äußerst intensiv zu Werke, blieben dabei aber meist im Rahmen des Erlaubten - dachte zumindest die Mehrzahl der Beteiligten. Dank des mehr als kleinlich leitenden Hauptschiedsrichterduos Bauer/Klau machte sich in der sonst so gradlinig verlaufenden Begegnung relativ schnell Verwirrung breit - beide Teams mussten je dreimal auf die Strafbank, wobei die Anlässe an Nichtigkeit kaum zu überbieten waren. Den entschlosseneren Eindruck hinterließen dabei die Hausherren, die einer überlegen geführten Anfangsphase mit vielen Torchancen, ein ebenso überzeugendes doppeltes Unterzahlspiel folgen ließen und letztlich nur am überragend agierenden Nationaltorhüter im Kasten der Adler scheiterten. Aber auch sein Gegenüber Sebastian Vogl ließ sich nicht lumpen und hielt seine Farben mit einigen sehenswerten Reaktionen auf Kurs.
Mit einem insgesamt dem Spielverlauf entsprechenden Unentschieden ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2. Drittel
Eine frühe Strafzeit gegen Gästeverteidiger Bittner legte dem EHC gleich wieder das Heft des Handelns in die Hand. Gerade, als man den Eindruck gewinnen konnte, dass an diesem Abend so gar kein Weg am Goalie der Adler vorbeiführen würde - Diesel, Haskins und u.a. Hospelt waren erfolglos geblieben - da schlug es doch noch hinter Dennis Endras ein (26.). Toptorjäger Matt Diesel hatte einen Brocklehurst-Kracher unhaltbar in die Maschen abgefälscht, so dass die Grizzlies endlich die Früchte ihrer beeindruckenden Bemühungen zu ernten schienen. Doch die Freude währte nur kurz: Drei Minuten später folgte wieder eine eher eistanzmäßige Regelauslegung der HSR Bauer und Klau, so dass das stärkste Powerplay der Liga seinem Ruf gerecht werden konnte: Glumac überwand nach Tempogegenstoß Wolfsburgs Vogl mit einem Schuss aus der Halbdistanz, hatte dabei Glück, dass der Puck sich so gerade durch die Ausrüstung des EHC-Goalies quälte und über die Linie trudeln konnte.
Die folgenden Überzahlgelegenheiten der Grizzlies blieben im Gegenzug ungenutzt, so dass sich ein durchaus beklemmendes Gefühl im Rund breit machte: Sollte es nach so langer Zeit wieder eines dieser ertragslosen Spielen auch vor heimischen Publikum geben?

3. Drittel
Doch der Spaß ging gerade erst los! Ganze 18 Sekunden waren gespielt, da hatte der Diesel zum zweiten Mal zugeschlagen und Wolfsburgs ersten Powerplaytreffer zum 2:1 markieren können. Milleys Sololauf hatte Wolfsburgs Torjäger eiskalt mit der Rückhand in die Maschen befördert und die Halle kam jetzt (endlich) auch in Fahrt! Die Hausherren entfachten in der Folgezeit einen wahren Angriffswirbel, drückten den Tabellenführer gnadenlos ins eigene Drittel zurück und erspielten sich Chance um Chance...und nutzten sie sogar! Erneut Norm Milley bedient per no-look Zuckerpass den in der Mitte mitgelaufenen Furchner, der zum 3:1 vollstrecken konnte (49.).  Doch das Spiel war von einer Vorentscheidung immer noch meilenweit entfernt. Nicht zuletzt, da das Schiedsrichterduo seine ohnehin wackelige Linie komplett zum Teufel gejagt hatte und die immer aggressiver und provokanter agierenden Adler kaum bis gar nicht in ihre Schranken weisen wollte. Als es nach Wolfsburgs 3:1 doch noch einen Mannheimer erwischte und diesem - zur allgemeinen Verwunderung - wenig später sogar ein zweiter Spieler der Gäste auf die Strafbank folgte, wähnte so mancher die Grizzlies wohl auf der Siegerstraße. Doch ein Stockschlag durch Dzieduszycki (51.)und wenig später ein ebenso überflüssiger Faustschlag durch Wolfsburgs Schopper (52.) drehten die Situation innerhalb kürzester Zeit zugunsten der Gäste, die sich postwendend bei 4 gegen 3 mit dem 3:2 durch Glumac (53.) bedankten.
Und es sollte noch dramatischer werden! Nur zweieinhalb Minuten später durfte mit Blanchard der nächste Grizzly eine Strafzeit in Empfang nehmen - diesmal sogar mit Spieldauerlänge! Wegen hohem Stocks mit Verletzungsfolge (leichtes Nasenbluten, so sind die Regeln nun mal...) wanderte der Wolfsburger Verteidiger gleich in Richtung Dusche während in der Eisarena nun das große Zittern begann. Doch der EHC fand zur Unterzahlstärke des ersten Drittels zurück, bekämpfte die Puckführenden derart intensiv, dass die größeren Chancen eigentlich auf Seiten der Grizzlies zu finden waren. Doch weder Moore per Alleingang noch Brocklehurst und Haskins per Konter gelang es, den Adlern den endgültigen Knock-out zu verpassen.
Dies gelang den Gästen mittels einer Strafe gegen Glumac (59.) dann schließlich selbst. Doch eine Schrecksekunde hatten die rund 2100 Fans der Grizzlies vor Hospelts erlösendem empty-net goal doch noch zu verdauen: Viel zu leichtsinnig hatten die Gastgeber auf die unverhoffte numerische Gleichzahl reagiert und ließen sich prompt auskontern. Wie genau Wolfsburgs Goalie den von Shawn Bell blitzschnell verwandelten one timer noch zur Seite abwehren konnte, ließ sich nur erahnen.
Die Dankbarkeit von Team und Fans bekam der Neuzugang im Tor der Grizzlies während der abschließenden Ehrenrunde jedenfalls deutlich zu spüren.

Mein subjektiver Eindruck
Geiles Spiel, geiles Ergebnis, lahme Atmosphäre in der Eisarena.
Die Freude über das mehr als verdiente Ergebnis gegen Mannheims Starensemble und das chaotisch leitende Schiriduett war zwar riesengroß, doch während des Spiels wurde die Kulisse, weder zahlen- noch stimmungsmäßig, diesem genialen Anlass gerecht. Schade, ich dachte das Spiel gegen Ingolstadt wäre ein Ausrutscher gewesen.
Mit den in diesem Kalenderjahr gezeigten Leistungen wären wir sogar ein Kandidat für die direkte Quali gewesen...

Tor
Vogl mit etwas Pech beim ersten Gegentor. Ansonsten wächst unsere 1b langsam über sich hinaus. Momentan sind es genau solche Leistungen, die wir brauchen um das Glück auf unsere Seite zu zwingen. Sein Monstersave kurz vor Schluss war, nebenbei bemerkt. nicht die erste Wahnsinnstat der letzten Spiele.

Verteidigung
Spitzenleistung von Wurm, Bina und Kohl. Brocklehurst mit ein, zwei Unsicherheiten, schaltete sich aber ab und zu brauchbar im Offensivspiel ein. Blanchard bis zu seiner Spieldauer eher unauffällig, Schopper erneut mit guter Leistung...bis zu seinem superdämlichen Foul (egal, ob angemessene Reaktion der Schiris oder nicht) das beinahe zum Kippen des Spiels führte.

Sturm
Alle Topspieler spielen auch top! Allen voran Milley und Diesel, die mit Vorlagen und Toren am Fließband die Grizzlies im Rennen um Platz 10 halten. Aber auch Haskins, Moore und natürlich Hospelt und Furchner bringen die benötigten Leistungen zum Endspurt, wobei alle anderen Akteure ebenfalls ihre Rollen bestens ausfüllen. Einzig Justin Mercier fällt immer wieder durch taktische Undiszipliniertheiten auf und will häufig mit dem Kopf durch die Wand - ohne etwas zu bewirken. Wenn ein Jungspund wie Mayer abgeklärter wirkt als ein Importspieler, dann läuft was falsch...

Fazit
Die Hoffnung auf den 10. Platz bleibt weiter sehr vage. Die Hoffnung auf weitere begeisternde Auftritte unserer Grizzlies hingegen ist lebendiger denn je zuvor. mb 
 
  

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