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EHC - T.Sabo Ice Tigers 4:3 n.V.

Nach drei Heimniederlagen in Folge gastierte mit den Ice Tigers aus Nürnberg nun ausgerechnet ein Mitfavorit auf die Meisterschaft in der Eisarena, der obendrein einen durchaus vorzeigbaren Saisonstart hingelegt hatte. Trotz des namhaft besetzten Kaders der Gäste lockte die Begegnung lediglich eine der kleinsten Kulissen der jüngeren Vergangenheit ins weite Rund. Ein Umstand, der sicherlich nicht nur den dürftigen Leistungen der Eishockeycracks, sondern auch der nur als katastrophal zu bezeichnenden Parksituation rund um die Arena geschuldet war.
Vor nicht einmal 1600 Zuschauern ging es also in den vierten Versuch, endlich einen ersten Heimsieg zu erkämpfen.

1.Drittel
Und der EHC war sofort da! Mit hohem Tempo und enormem Aufwand dominierte der Gastgeber den ersten Spielabschnitt in der Folgezeit nach Belieben. Fast im Minutentakt erspielte sich das Team von Pavel Gross Chance um Chance, blieb im „Zweikampf“ mit Gästekeeper Weiman aber meist zu harmlos oder ohne Glück. Während der Spielaufbau der Grizzlies noch etwas statisch wirkte, stimmte der Zug zum Tor jedenfalls bestens. Und das sollte, zum Glück für Wolfsburg, nicht völlig unbelohnt bleiben: In der 14.Minute war es schließlich Patrick Pohl, der einen Schuss von Sebastian Furchner doch noch über die Linie schlenzen konnte. Am Ende des Spielabschnitts hatte der EHC, wieder einmal, sowohl in drei Powerplaysituationen, als auch bei 5 gegen 5 seine Chancen nicht akzeptabel genutzt und ging mit der denkbar knappen Führung in die erste Unterbrechung. Die beeindruckende Schussbilanz von 17 zu 3 Schüssen zeugte zwar von drückender Überlegenheit, drohte aber erstes Frustpotential an…

2.Drittel
…welches Nikolas Dimitrakos nach Wiederanpfiff sofort in Lustpotential zu verwandeln wusste! Nach gerade einmal 29 gespielten Sekunden schloss Wolfsburgs Neuzugang sehenswert in den Winkel des Nürnberger Gehäuses ab. Der aus der Halbdistanz kunstvoll erzielte Treffer setzte bei den Grizzlies offenbar weitere Kräfte frei, so dass sich Gästecoach Tomlinson bereits vier Minuten später gezwungen sah, seinem Team eine Auszeit zu geben. Bis dahin hatte der Gastgeber einen wahren Sturmlauf auf das Gehäuse der Tigers abgefackelt, im Verlaufe dessen allerdings keine weiteren Tore zu verzeichnen waren. Und die Auszeit sollte (zum Leidwesen der Grizzlies) Wirkung zeigen: Der Gast aus Nürnberg agierte im Anschluss wesentlich konzentrierter und fand zum ersten Mal wirklich in die Partie.
Doch auch wenn die Gäste nun deutlich am Drücker waren – Spielfluss und Abstimmung im Team der Grizzlies wussten die Wolfsburger Fans, wohl zum ersten Mal in dieser Saison, fast durchweg zu begeistern.
Als krönenden Abschluss gab es mit einem shorthander durch Kai Hospelt in der 39.Minute auch noch das, vermeintlich, vorentscheidende Siegtor zu bejubeln, so dass vor und nach der zweiten Drittelpause auf den Rängen ausgelassene Stimmung Einkehr hielt.

3.Drittel
Während auf den Rängen die Party stieg, vergas das Team auf dem Eis leider wieder in den richtigen Gang zu schalten, so dass – unter dem fröhlichen Gesang der Fans – der EHC immer mehr in die Defensive gedrängt wurde.
Was folgte, hatte wohl keiner auf und neben dem Eis nach den starken ersten 40 Minuten für möglich gehalten…die Gäste kamen zurück ins Spiel.
Innerhalb von drei Minuten glichen die Tigers aus, markierten dabei durchweg schön  herausgespielte Tore durch Butenschön (47.), Frosch (48.) und  - nach Auszeit Wolfsburg - Reimer (50.) und durften schließlich sogar vom späten Sieg in der Fremde träumen.
Da auch der EHC nun wieder etwas intensiver zur Sache ging, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem nun auch die Grizzlies wieder ihre Chancen auf einen vorzeitigen Sieg hatten. Doch keine der beiden Seiten konnte bis zur Schlusssirene den entscheidenden Treffer markieren, so dass die Verlängerung die Entscheidung bringen musste.

Verlängerung
Mit scheinbar frischer Kraft startete Wolfsburg in die selbstverschuldete Overtime und war, im zweiten Anlauf, doch noch erfolgreich:
Nachdem Kai Hospelt zunächst noch an Weiman scheiterte, war nach rund zwei Minuten der erste Heimsieg der Saison endlich geschafft!
Norm Milley war es, der mit seinem Tor in Überzahl den ohrenbetäubenden Jubelschrei im Allerpark auslöste und die schwarze Serie der Heimniederlagen aus dieser und letzter Saison endlich beenden konnte.
Erleichtert und erschöpft ging es zum ersten Mal auf die Triumphrunde und den Neuzugängen durfte endlich die „Raupe“ erklärt werden…

Mein subjektiver Eindruck
Neben dem positiven Gesamteindruck und natürlich dem ersten Heimsieg erleichtert mich vor allem der Spielfluss, den es phasenweise in den ersten beiden Spielabschnitten zu bewundern gab. DAS sind die Zeichen, die eine doch noch etwas positiver verlaufende Saison zumindest möglich machen könnten. Wäre die Partie allerdings nach 3:0 noch verloren gegangen…der psychologische Schaden wäre wohl immens gewesen. So bleibt die Erkenntnis, dass man nicht die Mittel hat eine deutliche Führung gegen ein starkes Team zu verwalten. Wobei die Kräfte in den ersten beiden Dritteln sicherlich bis an die Reserven angezapft wurden und man daher das späte Comeback sicherlich nicht hoch genug einschätzen kann.
Insgesamt ein Auftritt, der Hoffnung macht!

Tor
Sebastian Vogl mit seiner Heimpremiere. Tadellose Leistung unseres Neuzugangs im Tor, machtlos bei den schön herausgespielten Gegentreffern und immer deutlicher eine echte Konkurrenz für Daniar.
Sehr ruhige Ausstrahlung, gute lange Pässe bis an die gegnerische blaue Linie, überzeugende Fanghand – ich bin begeistert! Um Genaueres über ihn zu sagen, bedarf es natürlich noch einiger Kostproben seines Könnens, aber der erste Eindruck unter Wettkampfbedingungen ist wirklich gut.

Verteidigung
Insgesamt profitierte die Abwehr in den ersten vierzig Minuten deutlich vom guten Spielfluss des Teams. Als die Beine dann bei allen offenbar etwas schwerer wurden, ging das Team folglich auch gemeinsam fast den Bach runter. Kein Akteur im Defensivverbund machte besonders negativ auf sich aufmerksam, Schopper sorgte mit der einen oder anderen Rettungsaktion sogar für positive Überraschungsmomente bei mir. Trotzdem wirken die Verteidigerpaare nicht ideal…

Sturm
Alle drei Reihen machten einen eingespielten Eindruck.
Was will man mehr? Mehr Tore vielleicht, aber eigentlich war das Verständnis untereinander endlich so erkennbar, wie es nach der gelungenen Vorbereitung eigentlich erwartet wurde. Besonders Hospelt und Dimitrakos lieferten eine mehr als überzeugende Vorstellung ab und auch der bisher eher blasse Moore zeigte aufsteigende Form.  Alle anderen legten mit kämpferisch und läuferisch tadellosen Leistungen den Grundstock für diesen ersten Heimsieg. Lediglich Norm Milley macht mir ein wenig Sorgen. Unser Stürmer mit der Nr.14 wirkt momentan irgendwie gehemmt und ein wenig kraftlos – trotz game winning goal. Aber diese Phasen kennt man ja. Hoffen wir, dass eine geniale Phase bald folgt!

Fazit / Ausblick
Das kommende Heimspiel-Highlight gegen die Eisbären wird zur Nagelprobe für Team und Fans. Gegen die mit den NHL-Stars, und ich meine wirklich STARS,  Briere und Giroux verstärkten Berliner und ihren Anhang wird es noch einmal um ein vielfaches schwerer werden, das Erfolgserlebnis vor heimischer Kulisse zu wiederholen. Aber: Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie! Ein Sieg gegen dieses zusätzlich finanziell und qualitativ aufgeblasene Team aus der Hauptstadt wäre genau der Schub, der die Trendwende endgültig besiegeln könnte. Ich bin ausgesprochen neugierig und voller Vorfreude auf diese Begegnung! Hoffen wir, dass dann auch die EHC-Fans wieder zahlreicher im Allerpark erscheinen, um ihr Team und natürlich die beiden Ausnahmekönner aus Übersee zu bewundern. mb  

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