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EHC - Eisbären Berlin 2:6

Der Meister aus Berlin zu Gast in Wolfsburg. Das hieß bisher meist wenig Chancen auf Punkte und mehr oder weniger ärgerliche Spielverläufe aus Sicht der Grizzlies. Und obwohl die Eisbären zum Saisonstart ähnliche Probleme wie ihre Gastgeber vorzuweisen hatten, sollte es eigentlich wie immer ablaufen: Unter der Woche mit zwei NHL-Superstars verstärkt präsentierte sich der Hauptstadtclub erneut als unüberwindbare Hürde für den Rivalen aus Niedersachsen…


1.Drittel
Bereits nach wenigen gespielten Minuten war klar: Der Gastgeber hatte mächtig Fracksausen, ließ sich von Berlins Topreihen ein ums andere Mal überlaufen und durcheinander wirbeln. Ein echtes Debakel schien sich abzuzeichnen, nachdem sowohl Tallackson (5.) als auch Neuzugang Briére (7.) zwei der zahlreichen Einschussmöglichkeiten der Gäste zur frühen 0:2 Führung genutzt hatten und die Eisbären ihre Torbemühungen keineswegs zurückzuschrauben gedachten.
Besonders bitter: Wolfsburg fing sich zwar im Laufe des Drittels, konnte die sich gegen euphorisch anstürmende Gäste ergebenden Konterchancen allerdings kaum nutzen. Lediglich einmal durfte der Wolfsburger Anhang jubeln, als Adrian Grygiel einen Konter nach schönem Zuspiel durch Sebastian Furchner zum schmeichelhaften 1:2 Pausenstand verwerten konnte (19.).
Mit viel Glück (u.a. abgepfiffener Konter bei Unterzahl wegen Handpass  und Pfostentreffer durch Briére) durfte Wolfsburg also durchaus hoffnungsvoll in den Mittelabschnitt der Partie gehen


2.Drittel
Die Grizzlies kamen wesentlich besser aus den Startlöchern, erspielten sich nun ihrerseits die besseren Möglichkeiten…doch das Tor machte wieder der Gast aus Berlin. NHL-Starcenter Daniel Briére schloss eine flüssig vorgetragene Eisbärenkombination zum 1:3 ab, so dass nach gut drei gespielten Minuten der alte Abstand wieder hergestellt war.
Doch Wolfsburg war jetzt in der Partie, setzte die wackelige Abwehr der mit nur vier nominellen Verteidigern angereisten Eisbären weiter unter Druck und sollte schließlich belohnt werden. Polaczeks Treffer zum 2:3 Anschluss (30.) sollte der Begegnung dann die endgültige Würze verpassen, so dass es in der Folgezeit zu vermehrten „Sympathiebekundungen“ zwischen den Akteuren kommen sollte.
Zunächst gerieten Tyson Mulock und Rekonvaleszent Dimitrakos aneinander, was beiderseitige Strafen und den Ausfall von Dimitrakos zur Folge hatte, dann tauschten kurz vor der zweiten Pause Daniel Weis und der Diesel Nettigkeiten aus. Für Wolfsburgs Stürmer, der nicht nur Sieger, sondern mit einem Check gegen den Kopf auch Auslöser der Auseinandersetzung war, war das Spiel danach ebenfalls beendet, da sich zwei 10-Minuten Strafen zu einer Spieldauerstrafe summierten. Mit nur noch fünf verbliebenen Ausländern und in Unterzahl ging es für den Außenseiter aus der Volkswagenstadt also in den letzten Spielabschnitt.


3.Drittel
Und die Aufholjagd sollte auch dieses Mal ein kurzes Vergnügen bleiben. Noch während der Auftaktminute schloss der Gast aus Berlin durch Arniel im Powerplay zum 2:4 ab. Wolfsburgs Goalie hatte den Puck in der kurzen Ecke irgendwie noch ins Tor gelassen, so dass das Momentum nun wieder völlig beim Hauptstadtclub war. Einige Kabinettstückchen der NHL-Stars und gelegentlich ausgelassene Konterchancen der Grizzlies später, war die Partie dann endgültig entschieden. Frank Hördlers Treffer zum 2:5 besiegelte in der 54. Minute den endgültigen K.O. der Gastgeber. Briére komplettierte kurz vor Schluss mit  dem 2:6 sogar noch einen Hattrick und schraubte das Ergebnis somit in etwas unangemessene Dimensionen.

Mein subjektiver Eindruck
Das Spiel war schon nach wenigen Minuten fast verloren. Wolfsburg zeigte eindeutig, dass die Hosen gestrichen voll sind und verlor sofort jegliche defensive Ordnung. Das extrem riskante Anrennen der Berliner hätte vermutlich so ziemlich jede DEL-Mannschaft ganz anders bestraft, als es unser Team an diesem Nachmittag zustande brachte. Die sechs Gegentreffer aus der Partie gegen Köln sind mir auf jeden Fall kein Rätsel mehr…
Insgesamt also zu harmlos, was die Grizzlies da anboten und für das bereits angeknackste Selbstbewusstsein pures Gift.


Tor
Mit Daniar traf der Trainer diesmal die falsche Wahl. Konnte man beim ersten Gegentor noch diskutieren, ob die Fanghand schneller hoch gehen müsste, so brach dem Team die Kappe zum 2:4 endgültig das Genick. Dshunussow ließ sich, wie so oft, von einer unsicheren Hintermannschaft anstecken und verbreitete in der Anfangsphase zusätzliche Unruhe. Aus der Distanz blieb er letztlich zu oft zweiter Sieger.
Verteidigung
Robbie Bina – Eishockeygott. Das sollte den restlichen Verteidigern zu denken geben. So solide und vorbildlich der gute Bina sich auch entwickelt hat  - wenn er so deutlich der souveränste Verteidiger in unserem Team ist, dann haben wir in der Abwehr eindeutig ein Qualitätsproblem. Neben dem Verletzungsproblem. Und dem Problem von der blauen Linie. Die unterirdische Vorstellung von Schopper und Blanchard mal außen vor gelassen und überhaupt und so…


Sturm
Das laue Lüftchen verfängt sich besonders bei Alleingängen gern in der Ausrüstung des gegnerischen Torhüters. Während man es einem jungen Spieler wie Vinzenz Mayer gerne einmal als Unerfahrenheit durchgehen lässt, wenn er zu viel Respekt hat, um den Goalie aussteigen zu lassen, so fällt einem bei Furchi langsam nichts mehr ein. Seine ständigen Versuche Torhütern ein Loch in die Brust zu schießen sind wohl auch der Grund, warum Mannheim ihn bisher erfolgreich nicht angeworben hat. Trotzdem einer der besten in der Abteilung Attacke. Was wiederum eine klare Sprache bezüglich unserer Kontingentspieler spricht. Beziehungsweise denen, die noch übrig sind. Dimitrakos, der als einziger auf Wolfsburger Seite so etwas wie Spielwitz aufblitzen ließ, musste die Partie vorzeitig verletzt beenden. Der Diesel, bis zur Schlägerei unauffällig, dürfte wohl ebenfalls einige Spiele ausfallen – Sperre vorausgesetzt. Milley und Moore ohne Durchschlagskraft und bestenfalls bemüht. Kai Hospelt, den man getrost in den gleichen (Gehalts-)Sphären ansiedeln darf, enttäuschte ebenfalls über weite Strecken.


Fazit
Wenn man seitens Skoda in dieser Saison noch irgendetwas retten möchte, so sollte man zeitnah handeln. Zur Deutschlandcup-Pause dürfte bei gleich bleibender Punkteausbeute der Rückstand auf Platz 10 schon beträchtlich sein. Fraglich, ob das bei all den Höhen und Tiefen, die eine Saison im Eishockey sowieso schon hat, noch aufzuholen ist. Nürnberg sollte aus der letzten Saison als mahnendes Beispiel reichen. Da man ohnehin nur 8 der 10 möglichen Lizenzen vergeben hat, sollte man sowohl einen Verteidiger als auch einen Stürmer aus der NHL zusätzlich verpflichten. Sollte der Lock-out vorzeitig beendet werden, ist es doch eigentlich egal. Man spart die beiden Gehälter und wollte ja offenbar ohnehin mit lediglich 8 Ausländern spielen.
Ich erwarte auf jeden Fall eine Reaktion in den kommenden 1-2 Wochen, ansonsten dürfte einer Saison wie 07/08 nur noch ein zahlreiches Wiederkehren der Verletzten verbunden mit mehreren Leistungsexplosionen im Wege stehen. Und das klingt  nach dem bisherigen Saisonverlauf eher unwahrscheinlich… mb   
     

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