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EHC - EHC München 4:3 n.V.

Der nächste Anlauf zum ersten Heimdreier der Saison. Mit dem EHC Red Bull München gastierte ein direkter Konkurrent um den 10.Platz in der heimischen Eisarena, der zuletzt mit zwei Siegen gegen Nürnberg und Iserlohn aufhorchn ließ. Der Gast aus Bayern, der mit Jason Ulmer, Blake Sloan und Jochen Reimer gleich drei Ex-Grizzlies in seinen Reihen hat, deren Abgänge in Wolfsburg zumindest umstritten waren, sollte der erwartet unangenehme Gegner werden.

1.Drittel
Die Partie startete, aus Wolfsburger Sicht, alles andere als optimal. Schon nach rund zwei Minuten netzte der Gast in Person von Martin Buchwieser, scheinbar locker flockig unbedrängt, zum 0:1 ein. Ex-Grizzly Jason Ulmer glänzte dabei wie zu besten EHC-Zeiten mit Spielübersicht und einer präzise getimten Vorlage auf Münchens junges Toptalent. Dass es anderthalb Minuten später bereits den Ausgleich setzte, war dann allerdings eher der Münchner Ungeschicklichkeit, als der hohen Spielkunst der Grizzlies geschuldet. Ein angezeigtes Foulspiel durch Klaus Kathan beendete Mike Kompon mit einem weiteren Foul, so dass der Gastgeber in doppelter Überzahl antreten durfte - und prompt zum 1:1 ausglich. Ganz entgegen der bisherigen "Gewohnheiten" des Teams von der Aller, netzte der immer stärker werdende Niko Dimitrakos einen Brocklehurst-Schuss per Abfälscher schon nach sage und schreibe 15 Sekunden ein. Danach folgte allerdings das gewohnte Wolfsburger Bild im Powerplay, so dass es bei diesem einen Treffer blieb. Im Anschluss an diese durchaus turbulente und von Fehlern geprägte Auftaktphase entwickelte sich ein völlig zerfahrenes und von wenig Spielfluss auf beiden Seiten geprägtes Spiel. Während Wolfsburgs beste Chance in Form eines Alleingangs durch Adrian Grygiel frühzeitig wegen mangelnder Geschwindigkeit beendet wurde, zeigten auch die Gäste bis Drittelende nur wenig Gefährliches vor dem Kasten von Sebastian Vogl. Leistungsgerecht ging es mit 1:1 zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Ganze 28 Sekunden waren gespielt, da schlug es auch schon wieder hinter Vogl im Kasten der Grizzlies ein. Erneut Buchwieser hatte den Gästen den nächsten Blitzstart in einen Spielabschnitt ermöglicht. Die Partie verlor nun vollends jegliche spielerische Linie. Während den Gastgebern kaum noch ein vernünftiger Spielzug gelang, stocherte und rannte auch München mit meist destruktiver Grundhaltung einer klassischen Auswärtmannschaft über's Eis. Das Ergebnis war ein kaum mitanzusehendes Spiel auf (gefühltem) Zweitliganiveau. Als Alex Polaczek schließlich einen abgewehrten Dimitrakos-Schuss doch noch über die Linie drücken konnte, war der Jubel im mit 1715 Zuschauern mäßih gefüllten Rund entsprechend groß - zu aussichtslos und quälend war das Mitteldrittel bis dahin verlaufen. Nach einer weiteren schadlos überstandenen Strafe gegen Wolfsburg war dieser Tiefpunkt in Sachen Ansehnlichkeit dann endlich überstanden.

3.Drittel
Weniger schadlos überstanden die Grizzlies allerdings (erneut) den Auftakt in ein Drittel und nebenbei auch ihr eigenes Powerplay. In Unterzahl markierte nach einer Wolfsburger Unachtsamkeit Martin Buchwieser die 2:3 Führung der Gäste und vollendete somit seinen Hattrick in dieser Begegnung - nach 2:22 Spielzeit im letzten Drittel. Vorangegangen war der Situation ein übler Kniecheck des Ex-Grizzlies Sloan gegen seinen ehemaligen Teamkameraden Robbie Bina. Bei einer Verletzung wäre die nächste Rückkehr nach Wolfsburg wohl mit weniger Applaus verbunden gewesen... Der Krampf ging also weiter und es dauerte bis Anfang des 57.Minute, ehe den Grizzlies der erste sehenswerte Spielzug gelang - den Aaraon Brocklehurst, schön frei gespielt, aus mittlerer Distanz in den Winkel vollendete. Riesenjubel brandete auf den im Stimmungsloch verschwundenen Rängen auf - und es sollte noch besser kommen...

Verlängerung
Ganze zwei Sekunden vor einem drohenden Penaltyschießen holte Aaron Brocklehurst mit seinem zweiten Treffer den Zusatzpunkt ebenfalls an die Aller und ließ diesen eher wenig mitreißenden Abend doch noch versöhnlich ausklingen. Nach der alles andere als überzeugenden Vorstellung an diesem Abend, fiel die Siegesfeier der Grizzlies dann auch eher unterkühlt aus...

Mein subjektiver Eindruck
Das Selbstvertrauen der Grizzlies und einhergehend das Vertrauen auf eingespielte Abläufe ist mittlerweile am Nullpunkt angelangt. Ein derart heilloses Herumgefahre und -gestocher habe ich seit Zweitligazeiten nicht mehr gesehen. Beide Aufstiegteams hatten in ihren DEL-Premierensaisons mehr spielfluss und Selbstvertrauen zu bieten - trotz der reihenweise erlittenen Niederlagen. Es ist vermutlich die Erwartungshaltung an sich selber, die eine Akzeptanz der Außenseiterrolle verhindert, anders kann man sich die Auftritte vieler Akteure nicht erklären. Auffällig dabei, dass vor allem im Sturm die Anzahl der Totalausfälle nicht geringer zu werden scheint. Insgesamt ein schrecklicher Eishockeyabend, an dessen Ende sich allerdings einige "Stimmungskanonen" in Reihen der Grizzlyfans vielleicht einmal ihre Einstelllung in den letzten Minuten und nach Abpfiff überdenken sollten. Das war definitiv keine Hilfe  für das ohnehin angeschlagene Team.

Tor
Solide Leistung. Vogl zeigte zwar keine überragenden Aktionen, hielt aber alles, was haltbar erschien. Bei Münchens Treffern fehlte der entscheidende Geistesblitz, um eine Aktion früher zu antizipieren. Die Fehler lagen aber durchgängig bei seinen Vorderleuten.

Verteidigung
Brocklehurst rettet den Abend mit seinen beiden Treffern, die er zwar wenig hart, doch sehr platziert erzielen konnte. Defensiv allerdings überzeugte Wolfsburgs Neuzugang nur phasenweise. Während der Wolfsburger Sturm zum Teil in Ratlosigkeit erstarrte, fassten sich mit Kohl und Bina zwei Verteidiger immer wieder ein Herz und versuchten mit Soli den Gegner aus den Postionen zu locken. Anspielstationen in ihren eigenen Reihen hatten aufgrund Bewegungsmangel leider eher Seltenheitswert. Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Robbie Bina hat eine mittlerweile unglaubliche Entwicklung in seiner Wolfsburger Zeit genommen. Der passionierte Pornobalkenträger ist mit Abstand Wolfsburgs bester Defensivakteur und zeigt in Mitten des Chaos das ihn häufig umgibt eine bemerkenswerte Abgeklärtheit und Sicherheit in der Puckführung. Blanchard, Köttstorfer und vor allem Benedikt Schopper rennen ihren Ansprüchen hingegen weiterhin meilenweit hinterher und verbreiten eher Angst und Schrecken in den eigenen Reihen...wobei Rainer Köttsdorfer aufgrund diverser Ausfallzeiten der Mangel an Spielpraxis zugute gehalten werden muss.

Sturm
Dimitrakos und Polaczek mit wirklich guten Leistungen. Vor allem Niko zeigt dabei immer wieder, welche Torgefahr in ihm steckt. Im Spielaufbau bleibt es allerdings Bruder Leichtfuß... Totalausfälle diesmal: Norm Milley, Matt Diesel, Kai Hospelt und Greg Moore. Milley erfindet mittlerweile offenbar neue Moves, um den Puck im 1 gegen 1 zu verlieren, anstatt einen einfachen Pass zu spielen. Diesel und Moore fast komplett unsichtbar, Kai Hospelt ähnlich wirkungslos, verweigert am Ende sogar trotz Kapitänsamt die Raupe mit den wenigen nach Abpfiff der Gruselvorstellung verbliebenen Fans. Die Arbeiter im Team erfüllten ihre Aufgabe weitestgehend solide, wobei Pavel Gross Furchners und Grygiels mangelhaftes Defenisivverhalten mit Auflösung der vierten Reihe und reichlich Bankzeit bedachte. Eine, meiner Meinung nach, eher fragwürdige Aktion in einem Team, das sich nicht gerade über einen Überfluss an Akteuren mit Hang zur Selbstaufopferung beklagen kann.

Fazit
Wir haben weiterhin stolze 8 Ausländerlizenzen bei 9 einzusetzenden und 10 möglichen Lizenzen vergeben. Akteure, die offenkundig völlig neben der Spur sind, können keine Denkpausen bekommen mangels Ersatz. Der Handlungsspielraum scheint erschöpft, Skoda scheint die Saison bereits frühzeitg abzuschreiben. Ärgerlich, besonders in Zeiten in denen ein ebenso erfolgsfreier Nachbar demnächst wohl die Profis Nr. 45-50 unter Vertrag nehmen wird, um das sauer verdiente Geld seiner Zuschauer mit Brandbeschleuniger zu veredeln. mb                

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