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EHC - Eisbären Berlin 3:8

Nachdem der Spielbericht zum Ingolstadtspiel bereits der Tatsache zum Opfer gefallen ist, dass ich nebenbei auch noch arbeiten muss, wird auch der heutige Bericht etwas kürzer als gewohnt ausfallen. Angesichts der doch sehr speziellen Entwicklung dieser Saison, möchte ich nach kurzer Zusammenfassung der Geschehnisse auf dem Eis eher auf unser Team im Ganzen und die entsprechenden Perspektiven eingehen.

Das Spiel

Zur Überraschung vermutlicher sämtlicher Zuschauer, egal aus welchem Fanlager, startete das Team der Grizzlies hochkonzentriert und dominant in diese auf dem Papier so ungleiche Begegnung. Sogar die oft bemängelte Effektivität wollte sich zunächst in den Reihen der Hausherren einstellen, so dass Wolfsburg mit einem Doppelschlag durch Hospelt und Polaczeck (6.+7.) sogar mit 2:0 in Führung gehen konnte. Dass Berlin vor dem ersten Pausentee durch Briére auf 2:1 verkürzen konnte, trübte die Freude ob dieser unerwarteten Energieleistung nur wenig. Auch im zweiten Drittel hielt sich der dezimierte Kader der Grizzlies gut im Rennen, reagierte auf den frühen Ausgleich durch Matt Foy (22.) mit engagierten Angriffen seinerseits und ging durch einen Moore-Treffer in doppelter Überzahl erneut in Führung. Dem 3:2 sollte, trotz des unglücklichen Ausgleichs durch Giroux (eigentlich Eigentor) nur zweieinhalb Minuten später, kein erkennbarer Einbruch im Spiel des EHC folgen. Bis kurz vor Ende des Mittelabschnitts bewegten sich die Gastgeber praktisch auf Augenhöhe mit dem Meister aus Berlin, der erst in den Schlussminuten des Drittels seine gewohnte Überlegenheit gegen das Team von der Aller herstellen konnte. Dem Doppelschlag durch Rankel und Talbot in der 40.Spielminute ließ der Gast in der 41. Minute auch noch das 3:6 folgen, so dass nicht nur Physis, sondern auch Psyche der Grizzlies den endgültigen Schlag versetzt bekommen hatten. Doch trotz eigentlich inexistenter Gewinnchancen gab das Team von Pavel Gross nicht eine Minute dieser nun immer einseitiger werdenden Begegnung verloren. Lediglich der Treffer zum 3:5 hatte am Ende den Beigeschmack der Resignation gehabt, wohingegen Berlins Toren zum 3:7 und 3:8 durch Rankel und T.J. Mulock keine nennenswerten Aufgabeerscheinungen vorausgegangen waren. Wolfsburgs Fehlerquote, die ab Mitte der Begegnung rapide in die Höhe schnellte war deutlich nachvollziehbar der Energieleistung des ersten Spielabschnitts geschuldet, so dass es sich der harte Kern des Wolfsburger Anhangs nicht nehmen ließ durchzusingen, bis auch der letzte Berliner die Eisarena verlassen und der größte Teil der Mannschaft in Unterwäsche und Badelatschen die Ovationen der Fans persönlich entgegen genommen hatte. Der Tabellenletzte bewahrt seine Würde - vor allem im Umgang miteinander. Respekt, und weiter so!

Das Team

Es ist noch Leben in dieser Truppe. Leider reichen Kraft und Konzentration nicht mehr für 60 Minuten, schon gar nicht gegen die Eisbären. Das Defensivverhalten insgesamt zeigt unter Druck leider immer wieder chaotische Züge, wie wir sie schon lange nicht mehr (von unserem Team) in der Eisarena bewundern durften. Besserung ist, was diese Phasen betrifft, leider immer noch nicht in Sicht. Offensiv hingegen bewegt sich das Team, vorerst phasenweise, in eine durchaus positive Richtung. Die Spielzüge des ersten Drittels trieben dem einen oder anderen auf den Rängen das Pipi in die Augen und Kommentare wie: "Sie spielen endlich wieder Eishockey" waren nicht selten zu vernehmen. Wenn auch das Ergebnis deprimierend erscheinen mag, die Leistung unseres Teams ließ zumindest auf eine stärkere Rückkehr aus der D-Cup Pause hoffen, denn: Es steckt sicherlich weitaus mehr in diesem Team, als wir bisher zu sehen bekamen. Doch ob diese Möglichkeiten noch rechtzeitig erschlossen werden können, steht und fällt wohl mit der Rückkehr der verletzten Leistungsträger, die uns sowohl spielerisch als auch konditionell den entscheidenden Schub geben könnten. Individuelle Kritik verbietet sich nach der gezeigten Willensleistung eigentlich sowieso, so dass ich an dieser Stelle lediglich auf die gute Leistung zweier verstärkt in der Kritik stehender Akteure hinweisen möchte: Norm Milley und Kai Hospelt zeigten jeweils starke Leistungen und geben weiteren Grund zur Hoffung auf eine bessere Zukunft an Mitte November. Dass es beim nach dem Kölnspiel zu erwartenden Rückstand auf Platz 10 noch zu den (Pre)Playoffs reichen sollte, halte ich angesichts der Leistungsdichte in der DEL hingegen schlicht für Utopie. mb

PS    

Eine Bemerkung in Richtung abwandernde Spieler kann ich mir an dieser Stelle allerdings nicht verkneifen:
In Mannheim würden sie Euch bereits seit Wochen mit äußerster Ausdauer statt anfeuern nur noch auspfeifen. Ist kein Gerücht, sondern mehrfach belegter Fakt.

Denkt mal drüber nach...