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EHC - T.Sabo Ice Tigers Nürnberg 2:1

Beim zweiten Gastspiel der Nürnberger Ice Tigers in Wolfsburg sollte nun endlich der erste Heimsieg mit voller Punktausbeute gelingen. Schon im ersten Duell der beiden Kontrahenten hatte es zunächst nach der "Dreierpremiere" der Grizzlies ausgesehen, bevor Nürnberg eine Schwächeperiode der Grizzlies genutzt hatte, um einen 3:0 Rückstand innerhalb kürzester Zeit zu egalisieren. Zwar war der Extrapunkt an der Aller geblieben, doch der erste glatte Heimsieg ließ danach weiter auf sich warten. Nach den zuletzt durchaus ansprechenden Vorstellungen ging es also mit einer gewissen Erwartung für alle Beteiligten in diese Partie.

1.Drittel
Doch gegen den kompakt stehenden Gast aus dem Frankenland sah zunächst alles wie gewohnt aus. Spielfluss und jeglicher sinnvoller Aufbau der Grizzlies wurden größtenteils durch das hartnäckige Forechecking der Gäste verhindert. Ein ums andere Mal brannte es nach abgefangenen Aufbauversuchen der Grizzlies lichterloh vor dem von Sebastian Vogl vorbildlich gehüteten Gehäuse. Fast eine Viertelstunde war bereits gespielt, bevor die Gastgeber sich in die Partie gekämpft hatten und endlich auch ihrerseits nennenswerte Chancen zu verzeichnen hatten. Dass es bis dahin, nach Pfostentreffer durch Ehliz und diversen anderen Nürnberger Großchancen, immer noch 0:0 stand, grenzte fast an ein Wunder. Doch das Glück sollte den Grizzlies heute durchaus hold sein...

2.Drittel
Wenig ansehnlich ging es weiter. Nicht zuletzt durch die etwas sicherer auftretenden Grizzlies entwickelte sich zwar ein intensives Spiel, doch so etwas wie Spielfluss ging beiden Teams nun völlig abhanden. Nur in numerischem Ungleichgewicht nahm das Spiel Fahrt auf und bot einiges an Dramatik, bei fünf gegen fünf hingegen zog sich die Partie wie ein alter Kaugummi schier endlos fad in die Länge. So war es dann auch zumächst eine Aktion in Unterzahl die die Grizzlyfans aus den Sitzen riss: Greg Moore startete einen Alleingang und traf zum Entsetzen der Fans zwar durch die Beine des Gästekeepers - aber eben auch nur den Pfosten! Gerade als die Gastgeber im Anschluss an diese Unterzahl (29.Min) das Spiel in den Griff zu bekommen schienen, stoppte ein technischer Defekt den Schwung der Grizzlies: Eine Plexiglasscheibe vor dem Familienblock musste vom Eismeisterteam gerichtet werden, so dass eine mehrminütige Pause den Gästen Zeit zum Sortieren gab. Kaum ging die Begegnung weiter, kippte das Spiel wieder zugunsten der Ice Tigers, die sich ab der 35.Minute erneut an einem Powerplay versuchen durften. Was folgte war eine schier nervenzerfetzende Abwehrschlacht gegen Nürnbergs brillant aufspielende Überzahlformationen. Sebastian Vogl im Tor der Grizzlies schienen in dieser Phase zusätzliche Extremitäten zu wachsen, so dass die Bemühungen der Gäste allesamt zum Scheitern verurteilt blieben. Als Wolfsburgs Goalie dann doch einmal geschlagen schien, kratzte mit Robbie Bina ein weiterer herausragender Akteur der Grizzlies den Puck in allerletzter Sekunde von der Linie. Gerade wieder vollzählig, setzten die Hausherren wieder die Daumenschrauen, blieben aber ebenso erfolglos wie ihr Gegner in den Minuten zuvor. Mit einem aus Grizzlysicht weiterhin glücklichen 0:0 ging es in die zweite Pause.

3.Drittel
Der letzte Abschnitt des Spiels sollte auch zugleich der unterhaltsamste werden. Doch trotz äußerst lebendigem Geschehen auf dem Eis, sollte es bis zur 51.Minute dauern, bevor sich die Anspannung auf dem Eis und auf den Rängen im ersten Jubelschrei entladen durfte. Aaron Borcklehurst war es, der beim 1:0 per Abpraller die gesamte Halle zum Explodieren brachte. Und nur zwei Minuten später sollte es noch besser kommen: In doppelter Überzahl fackelte der EHC nicht lange und vollstreckte, ganz entgegen seinen Gewohnheiten, zum 2:0 durch Kai Hospelt. Wieder per Nachschuss und völlig passend zu einer Partie, die in erster Linie vom Kampf gelebt hatte. Doch auch an diesem Abend sollten die Nerven der Grizzlyfans wieder bis an die Belastungsgrenze geprüft werden. Nürnberg warf in den letzten beiden Minuten alles nach vorne, was Beine hat, nahm den Torhüter vom Eis und setzte die Grizzlies bis zum Schlusspfiff massiv unter Druck. Und siehe da: Die Defensive der Gastgeber wackelte kurz und prompt zappelte der Puck zum späten Anschlusstreffer im Netz. Dankenswerterweise blieb es bei diesem einen Nürnberger Treffer, so dass die erste richtige Siegesfeier in der heimischen Eisarena steigen konnte.

Mein subjektiver Eindruck
Der EHC zeigte sich insgesamt nur leicht verbessert und brauchte eine Menge Glück, um diesen ersten Heimdreier zu verwirklichen. Trotzdem bleibt die Hoffnung, das das Team mit Haskins Rückkehr endlich auch bei stärkeren Gegnern wieder punkten kann. Das Ergebnis täuscht auf jeden Fall über die weiter bestehenden Probleme in der Defensive und im Spielaufbau hinweg.

Tor
Sebastian Vogl mit einer herausragenden Leistung. Obwohl er das Glück auf seiner Seite hatte, blieb ihm der shutout leider verwehrt. Die Rolle übt er bestimmt nochmal ;)

Verteidigung
Robbie Bina und Benedikt Kohl wieder mit den besten Leistungen im Abwehrverbund. Doch auch Aaron Brocklehurst erfüllt, meiner Meinung nach, mittlerweile die Ansprüche, die man an einen DEL-Neuling stellen darf. Wurm steigert sich langsam zu alter Form, während Blanchard und Schopper weiter Anlass zum Nägelkauen bieten. Letztgenannte müssen sich langsam fragen, wie sie mit solchen Leistungen eine Vertragsverlängerung erreichen wollen.

Sturm
Der Diesel hat offenbar mächtig Sprit im Tank! Wobei die gesamte Formation um den Wolfsburger Torjäger absolut überzeugen konnte. Besonders erfreulich: Greg Moore kommt offenbar immer besser in Fahrt, überzeugt mit immer mehr Spielübersicht und robusterem Auftreten. Die Hospelt/Milley-Reihe bleibt hier das Sorgenkind. Während Milley sich langsam aus dem Loch arbeitet, "glänzt" Kapitän Hospelt vermehrt mit unglücklichen Entscheidungen und Fehlern. Wir hoffen weiter auf Besserung...

Fazit
Man braucht kein Prophet sein, um den nächsten beiden Spielen enorme Bedeutung beizumessen. Sollten aus Krefeld und München vier oder fünf Punkte mitgebracht werden, könnte man vielleicht sogar wieder von Platz 10 träumen...die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht! mb       

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