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EHC - Iserlohn Roosters 4:1

Da war sie also wieder: Die kleine, vorsichtige Hoffnung auf Besserung nach dem Auswärtssieg in Augsburg. Doch schon zu oft hatte ein verheißungsvolles Signal des diesjährigen Teams offenbar nur die nächste Stufe der Krise eingeläutet, so dass lediglich 1500 Zuschauer bereit waren, an das erste 6-Punkte-Wochenende zu glauben. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen...

1.Drittel

Bemerkenswert stürmisch und aggressiv startete der EHC in diese Begegnung mit dem Gast aus Iserlohn. Vielleicht sogar etwas zu stürmisch, denn nach ersten Szenen vor dem von Sèbastien Caron gut gehüteten Tor der Roosters, fingen sich die Grizzlies einen Konter nach dem nächsten ein - zum Glück ohne einen Gegentreffer zu kassieren. Überhaupt präsentierten sich beide Goalies an diesem Abend in Bestform, so dass in einem turbulenten ersten Drittel zwar wenig flüssige Spielzüge, aber dafür umso mehr Torchancen zu bewundern waren...die allesamt nicht zum Erfolg führten. Dabei ließen beiden Kontrahenten die dicksten Möglichkeiten ungenutzt, trafen - wie z.B. Wolfsburgs Matt Diesel - teilweise nicht einmal den blank gespielten Kasten des Gegners oder scheiterten wahlweise an den sensationellen Reflexen der beiden Torleute. Da Wolfsburg zudem gleich drei Überzahlspiele nicht in Zählbares wandeln konnte, schwante dem leidgeprüften Publikum in orange bereits Übles..

2.Drittel

...und es ging in dieser Gangart weiter. Zwar hatte man nun nicht mehr den Eindruck, dass beide Teams streckenweise auf jede Absicherung nach hinten verzichten würden, doch die Anzahl der Torszenen blieb unterhaltsam hoch. Neben einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen Wolf und Brocklehurst, sorgten vor allem die  Strafen gegen die Grizzlies für zeitweilige Entlastung für Iserlohns Hintermannschaft, die nun streckenweise arg in Bedrängnis geriet. Doch Gästekeeper Caron trieb Wolfsburgs Stürmer schier zur Verzweiflung, so dass am Ende dieses Mittelabschnitts wiederum keine Tore zu verzeichnen waren. Trotz des zerfahrenen Spielverlaufs konnte sich unter den ZUschauern wohl niemand über mangelnde Unterhaltung beschweren. Einzig der erste Grund zu Jubeln wollte sich nicht einstellen.

3.Drittel

Das sollte sich auch im Schlussabschnitt, zunächst, nicht einstellen, denn schließlich war es mit Robert Hock ein Stürmer der Gäste, der als erster an diesem Abend die Faust zum Torjubel in die Höhe recken durfte (46.). Bei angezeigter Strafe gegen Wolfsburg hatte der Routinier vom Seilersee einen scharfen Querpass mit den Kufen ins Tor der Grizzlies abgelenkt. Das insgesamt  durchwachsen leitende Schiedsrichterduo verzichtete generös auf den eigentlich fälligen Videobeweis, da es eine Kickbewegung nicht ausgemacht zu haben schien. Mit dieser leicht fragwürdigen Entscheidung und den vielen Misserlebnis der Vergangenheit in den Knochen machten sich die Grizzlies also an die Aufholjagd - und es sollte tatsächlich klappen! Da, wo der EHC in den vergangenen Wochen eigentlich jedes Spiel aus den Händen gegeben hatte, zeigte er wie schon in Augsburg eine enorme Leistungssteigerung, Die Fans in orange rieben sich verwundert die Augen, als im Anschluss ordentlich die Grizzlypost abging. Sei es mit Treffern im Powerplay: Gleich dreimal in Folge netzte der Gastgeber durch Diesel (49.), Brocklehurst (54.) und Hospelt (58.) bei eigener Überzahl ein. Sei es in Sachen Aggressivität und Arbeit im Slot und beim Rebound: Hospelts 3:1, welches durch ein energisches Nachsetzen mehrer Wolfsburger direkt vor Caron zustandekam, folgte umgehend das ebenso erarbeitete 4:1 durch Vinzenz Mayer (58.). Zum zweiten Mal recht aggressiv angegangen, brannten bei Gästekeeper Caron umgehend die Sicherungen durch, so dass dieser nach Faustschlägen gegen Torschütze Mayer mit einer Matchstrafe versehen wurde und die letzten beiden Minuten der Begegnung nicht mehr als Aktiver miterleben durfte. Dass die anschließenden Siegesfeierlichkeiten entsprechend ausgelassen abliefen, bedarf hier wohl keinerlei Erläuterung. Fast das gesamte Publikum blieb auf seinen Plätzen, um dieses Ereignis mit seinem Team gebührend zu feiern.

 

Mein subjektiver Eindruck

Da war, besonders im letzten Drittel, fast alles, was man bisher so schmerzlich vermissen musste: Powerplayeffektivität, Härte im Zweikampf, Arbeit im gegnerischen Slot. Vemutlich ist beim Team aber auch mittlerweile der Punkt überschritten, wo man sich um den Verlauf der Saison irgendwelche Sorgen macht - das kann offenbar auch befreiend wirken. Vielleicht machen diese Erfolgfserlebnisse ja den Kopf wieder frei und setzen die nötigen Kraftreserven frei, so dass unsere Grizzlies sich in den kommenden Spielen die Sorgen von der Seele ballern können. Zu wünschen wäre es ihnen und uns. Einzig die dürftige Spielkulur unseres Teams zaubert mir weiterhin sorgenfalten auf die Stirn, aber in den nächsten Partien geht's wohl erstmal über Kampf und Effektivität.

Tor

Dshuni mit einer Bombenleistung. Eine kleine Siegesserie mit ihm wäre ganz nach meinem Geschmack. Gerade wenn man bedenkt, wie sehr sich Dshuni in eine gute Form hineinsteigern kann. Die Ausflüge hinters Tor kosten mich allerdings weiterhin einiges an Nerven.

Verteidigung

Brocklehurst kommt langsam, aber gewaltig. Mittlerweile schon viertbester Scorer unter den Verteidigern der Liga. Ähnlich überzeugend bleibt weiterhin nur Benedikt Kohl, der mit konstant hochklassigen Defensivleistungen begeistert. Robbie Bina bleibt momentan eher im Mittelmaßp stecken, ebenso wie sein Nebenmann Armin Wurm. Blanschard und Schopper mit vergleichsweise ansprechenden Leistungen. Martin Walter ebenfalls solide.

Sturm

Tja. Der junge Vinzenz Mayer hat offenbar endlich ansteckend gewirkt. Große Teile der Abteilung Attacke haben sich mittlerweile ein Beispiel am Herzblut des Stürmers aus Garmisch-Partenkirchen genommen und erleben nun, was alles möglich sein könnte. Besonders im letzten Spielabschnitt zeigten die Grizzlystürmer, das sie doch noch wissen, wie man mit Arbeit im Slot und konsequentem Zug zum Tor ein Spiel entscheiden kann. Lediglich der nimmermüde Furchi, könnte auf seine alten Tage nochmal damit anfangen Alleingänge mit einem Zug zum Tor (und daran vorbei) zu beenden. Die Einschussmöglichkeiten werden dadurch enorm besser...

Fazit

Man tut sich schwer mit Ausblicken, ging jeder Hoffnungsschimmer im Laufe der bisherigen Saison doch allzu leicht wieder verloren. Doch wenn die Fans der Grizzlies weiterhin so vorbildlich zu ihrem Team in der Krise stehen, sollte da sicherlich noch das eine ode andere Erfolgserlebnis drin sein. Auf den weiterhin vorbildlichen Support in diesen schweren Zeiten darf man jedenfalls getrost stolz sein. mb