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EHC - Iserlohn Roosters 1:0

Iserlohn die Zweite. Die Ausgangslage dieser Partie war, wie schon vor zwei Wochen, brisant für beide Seiten. Die Roosters befinden sich, wie der EHC, im verbissen geführten Kampf um Platz 10 und müssen Spiele gegen direkte Konkurrenten unter allen Umständen gewinnen; die Grizzlies müssen mittlerweile praktisch jedes Spiel gewinnen, um irgendwie an die direkten Konkurrenten heranzurücken. Es sollte nicht die einzige Parallele zum letzten Spiel bleiben.

1.Drittel
Denn wie auch im ersten Aufeinandertreffen in der heimischen Eisarena entwickelte sich auch diesesmal eine stürmisch geführte Partie mit vielen Torchancen...und keinen Treffern im Auftaktdrittel. Dabei sah es erneut so aus, als ob die Grizzlies ihren Gast aus dem Sauerland förmlich überrennen würden. Angriffswelle auf Angriffswelle rollte auf das Tor der Kampfhähne und es schien, vor allem angesichts des guten Powerplays der Gastgeber, nur eine Frage der Zeit, bis bei den Roosters alle Dämme brechen würden. Doch wie schon vor zwei Wochen hielt Gästekeeper Caron sein Team, teils sensationell, im Rennen. Sei es nach seltsamem Bandenabpraller, als er vor dem einschussbereiten Furchner per Hechtsprung rettete (4.), sei es bei den vielen folgenden Torszenen, die die Grizzlies weder direkt noch im Nachschuss an ihm vorbei bringen konnten. Doch nach drei Strafzeiten gegen Iserlohn war, ligatypisch, zunächst einmal der EHC dreimal mit Bankdrücken an der Reihe. Das Schiedsrichterduo machte dabei, wie so oft in den vergangenen Spielen, nicht den besten Eindruck und verärgerte beide Parteien mit einer nicht immer nachzuvollziehenden Linie. Allerdings änderte auch das numerische Ungleichgewicht zu Ungunsten der Grizzlies nicht viel an den Machtverhältnissen auf dem Eis: Im Prinzip hatte am Ende der drei Überzahlgelegenheiten der Gäste Wolfsburg die beste Chance auf die erste Führung des Abends gehabt. Doch erneut Furchner behielt, trotz gutem abschließenden Move, bei seinem Alleingang letztlich nicht die volle Puckkontrolle und säbelte die Scheibe deutlich über den Kasten der Gäste. Selbst 15 Sekunden bei doppelter Unterzahl brachten die Grizzlies nicht deutlich in Bedrängnis, so dass der EHC mithilfe einiger sehenswerter Reaktionen seines Schlussmanns das 0:0 verteidigen konnte. Gut unterhalten und doch etwas beunruhigt ging es schließlich für die rund 1800 Zuschauer in die erste Pause der Begegnung, hatte der EHC doch wieder einmal eine geradezu haarsträubende Menge an Chancen liegengelassen.

2.Drittel
Das Strafenfestival gegen die gastgebende Mannschaft ging auch im Mitteldrittel zunächst ungebremst weiter. Der gleichzeitigen Strafe gegen Moore und Bell folgten im Verlauf des Drittels erneut drei Strafen gegen die Grizzlies, so dass nun eigentlich der IEC im Vorteil zu sein schien. Doch die besseren Torchancen hatte nach wie vor das Wolfsburger Team, das aus seinen überragenden Unterzahlspielen heraus eine Konterchance nach der anderen generierte. Leider scheiterte die trotz Unterzahl längst verdiente Führung der Gastgeber immer wieder an Schlussmann Caron oder den eigenen Unzulänglichkeiten in Abspiel oder Abschluss. Erst nach über vierunddreißig gespielten Minuten musste endlich einer der beiden Goalies hinter sich greifen: Zur Freude des energisch anfeuernden Anhangs der Grizzlies war es letztlich Sébastien Caron, der einen Schuss von Greg Moore zum 1:0 passieren lassen musste. Der Gast aus dem Sauerland klappte nun deutlich sichtbar das Visier hoch und investierte mehr in die offensiven Bemühungen. Die sich bietenden Freiheiten nutzte Wolfsburg leider wieder einmal nicht, so dass neben einigen schönen Saves durch Dshunussow leider kein weiteres Tor der Grizzlies bejubelt werden konnte.

3.Drittel
Den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten, schien nun oberste Proirität im Team der Gastgeber zu genießen. Trotz drei Überzahlgelegenheiten im Schlussabschnitt verschob sich der Gesamteindruck eher zugunsten der Gäste, die nun alles in die Waagschale warfen, um wenigsten in die Verlängerung zu kommen. Und der Tank der Grizzlies schien nun langsam leer zu sein: Läuferisch strahlte der Gast mittlerweile deutliche Dominanz aus und erspielte sich die Mehrzahl der guten Torchancen. Doch Wolfsburgs Abwehrverbund rund um den großartig haltenden Daniar Dshunussow im Tor der Grizzlies hielt letztlich allen Angriffen der Roosters stand und rettete in einer dramatischen Schlussphase mit Auszeiten für beide Teams den Sieg über die Zeit. Sichtbar erschöpfte, aber glückliche Grizzlies ließen sich im Anschluss von ihrem fast vollständig in der Halle verbliebenen Anhang feiern und genossen den dritten Heimsieg in Folge in vollen Zügen!

Mein subjektiver Eindruck
Bisher nutzen die Grizzlies die Gunst des Spielplans mit eher schwächeren Gegner recht gut aus und holen sich zusehends mehr Selbstvertrauen. Vor dem gegnerischen Tor fehlt großen Teilen des Teams aber weiterhin die Nervenstärke, um die sich bietende Chancen effektiver zu nutzen. Insgesamt wirkt das Team deutlich gefestigt, aber in der Spielanlage immer noch nicht auf dem nötigen Niveau, um mit den großen Fischen im Teich DEL mitzuschwimmen.

Tor
Dshuni zeigt endlich die Leistungen, die ihn bei anderen (finanzstärkeren) Vereinen ins Gespräch gebracht haben. Sollte er die zuletzt gezeigten Leistungen konservieren können, so steht zumindest in Wolfsburg einem weiteren Engagement nicht viel im Weg. Zusammen mit Greg Moore der Matchwinner des Abends.

Verteidigung
Defensiv machte sich das Fehlen von Aaron Brocklehurst nicht bemerkbar. Im, zumindest in Spielabschnitt Nr.1, gut funktionierten Powerplay fehlten seine Schüsse von der blauen Linie jedoch sehr. Wolfsburg bleibt, nicht zuletzt wegen der Harmlosigkeit aus der Distanz, in Überzahl also weiter eher schwächlich. Armin Wurm kommt immer besser in Fahrt, Schopper und Blanchard wirken mittlerweile ebenfalls deutlich stabiler. Bleibt abzuwarten, wie weit es mit der defensiven Stabilität her ist, wenn es nun gegen die beiden Angstgegner aus Krefeld und Berlin geht... 

Sturm
Effektivität geht anders. Besonders Aktivposten Dzieduszycki zeigte eindrucksvoll, wie es nicht geht. Trotzdem eine gute Partie des Wolsburger Torjägers, der stets für mächtig Betrieb sorgte und dem vielleicht einfach nur das nötige Glück fehlte (er hat ja bereits mehrfach das Gegenteil in Sachen Ausbeute demonstriert). Dem schlossen sich mit Furchner, der gleich mehrere Hochkaräter vergab und Hospelt gleich zwei weitere Aktivposten an, so dass die Partie beinahe torlos geblieben wäre. Es war schließlich dem immer besser aufspielenden Greg Moore vorbehalten, eine tolle Vorarbeit des Diesels zum goldenen Tor des Abends zu verwerten. Es trifft den Richtigen, meiner Meinung nach, denn mit jedem Treffer steigt die Chance, das Moore ein ähnlich überragendes Saisonfinish wie zuletzt in Augsburg hinlegen wird. Im Kampf um den letzten Playoff-Platz sicherlich nicht ganz unwichtig. Tyler Haskins offenbart nach seinen beiden Comebacks, nicht nur nach seinem schmerzhaften Block im letzten Drittel, deutliche Konditionsrückstände und wird wohl in den kommenden Spielen ohne Mercier und Polo an seinen Einsatzzeiten ganz schön zu knabbern haben. Schade, dass mein persönlicher Lieblingsspieler durch die Verletzung in Hannover nicht in die Saison zu finden scheint. Seine Einstellung bleibt dabei natürlich über jeden Zweifel erhaben.

Fazit
Die kommenden hammerharten Aufgaben in Krefeld und Berlin werden, so leid mir das tut, die Richtung für den verbliebenen Rest der Saison vorgeben. Und die Chancen für die eine oder andere Punktmitnahme in diesen Spielen stehen leider recht schlecht. Sollte den Grizzlies zumindest in einem der beiden Spiele eine Überraschung gelingen, könnte es allerdings noch einmal richtig spannend werden. Immer vorausgesetzt, dass die Partien gegen Gegner aus der unteren Hälfte der Tabelle allesamt gewonnen werden. Klingt leider nicht sooo wahrscheinlich. mb

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