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EHC - ERC Ingolstadt 3:2 n.P.

Nachdem der EHC beim Gastspiel in Straubing bereits zwei Punkte liegengelassen hatte, sollte ein "Dreier" gegen Ingolstadt den Abstand auf Rang 10 nicht allzu groß werden lassen. Ohne den nach seiner dritten 10-Minuten Strafe gesperrten Moore, doch dafür wieder mit Flügelflitzer Furchner im Aufgebot stellte das Team der Grizzlies sich also dieser Aufgabe und sollte erneut die vom Freitag bekannten Probleme bekommen...

1.Drittel
Beide Teams versuchten den Einstieg in die Partie durch gezieltes Forechecking und das Stören des gegnerischen Spielaufbaus zu finden. Ergebnis dieser ähnlichen Herangehensweise: Ein Spiel mit dem Unterhaltungsfaktor einer Darmspiegelung. Während Wolfsburg seine wenigen hochkarätigen Chancen allesamt kläglich ausließ, immer einen Schritt zu spät zum Rebound kam, machte der Gast aus Ingolstadt das Ganze gleich mal nach - nur ohne wirkliche Torgelegenheit. Selten war ein Drittel in der Eisarena, das mit Ausnahme der Schlussminute auch ohne Strafen blieb, wohl so schnell vorbei gewesen wie dieser öde Spielabschnitt.

2.Drittel
Wolfsburg gelang nun endlich die eine oder andere sehenswerte Kombination, so dass den Panthern langsam aber sicher die Spielkontrolle abhanden kam. Besonders Kai Hospelt tauchte nun öfter vor Gästekeeper Gordon auf und prüfte den Ingolstädter Schlussmann zunächst mit einem Rückhand-Schlenzer ans Lattenkreuz. Wenige Minuten später war es wiederum Hospelt, der im Powerplay bei einem wenig platzierten Schuss goldrichtig stand und den Puck als Abpraller von der Hintertorbande direkt in die Maschen legen konnte (26.). Der Bann schien gebrochen, die Partie bekam endlich so etwas wie einen Spielfluss und erlebte in der Folgezeit ihre attraktivste Phase. Leider mit einem äußerst unangenehmen Ende für den Gastgeber: Per Doppelschlag in der 37. und 38.Minute drehte der ERC das Spiel zu seinen Gunsten und setzte dem mäßig erfreulichen Abend aus Sicht der Heimfans die Krone auf. Einem unglücklichen Abpraller, den Barta zum Ausgleich nutzte, hatte Ex-Grizzly John Laliberte die 1:2 Führung in Überzahl folgen lassen.
Über das Abwehrverhalten der Grizzlies in diesen Minuten kann eigentlich nur schamvoll der Mantel des Schweigens ausgebreitet werden.
Sichtlich angeknockt gelang den Gastgebern bis zur zweiten Pause kaum nennenswertes, außer dem Verhindern eines weiteren Gegentreffers...bei eigener Überzahl.

3.Drittel
Der EHC präsentierte sich weiter indisponiert, hatte Glück, dass im weiteren Verlauf der restlichen Überzahl nicht doch noch das dritte Ingolstädter Tor fiel. Sebastian Vogl war es nun, der die Gastgeber mit einigen sehenswerten Reaktionen im Rennen hielt und die Chance auf den siebten Heimsieg in Folge am Leben hielt. Doch es war wie verhext: Die Grizzlies fanden zwar nun, auf mäßigem Niveau wohlgemerkt, das eine oder andere Mal den Weg zum Ziel, scheiterten aber entweder ungeschickt oder mit teils haarsträubendem Pech. Es sollte offenbar nicht sein. Gerade, als die ersten Fans den Weg Richtung Ausgang begonnen hatte, um diesen wenig erbaulichen Eishockeyabend möglichst schnell zu beenden, schlug es dann doch noch im Kasten der Gäste ein. Diesels Knaller von der Blauen hatte Tyler Haskins offenbar die entscheidende Richtungsänderung verpasst, so dass zwei Minuten vor dem Ende alles wieder auf Null gestellt war. Ingolstadts letzte Versuche blieben ohne Durchschlagskraft, so dass es in die Verlängerung ging.

Verlängerung
Ein einziger Sturmlauf der Grizzlies mit mehr als einem halben Dutzend Gelegenheiten sollte nun losbrechen. Wenn auch kein einziger Versuch sein Ziel fand, so entschädigte Norm Milleys Solo kurz vor Ende der Partie schon fast vollständig für die quälende Vorstellung der 64 vorhergehenden Minuten. Auf zwei Gegner treffend hatte Wolfsburgs Ausnahmestürmer den Puck kurzerhand über deren Stöcke hüpfen lassen und war an beiden vorbeigelaufen, um im Abschluss knapp am Schoner von Gästegoalie Gordon zu scheitern. Eine Aktion, die den entscheidenden Treffer mehr als verdient gehabt hätte. So musste dieser im abschließenden Penaltyschießen fallen.

Penaltyschießen
Während auf Wolfsburger Seite Matt Diesel den zweiten Versuch erfolgreich für seine Farben abschließen konnte, entschärfte sein Schlussmann in beeindruckender Weise alle drei Anläufe der Gäste und sicherte damit den Zusatzpunkt. Die anschließenden Liegestütze des Wolfsburger Goalies sollten, neben Milleys Sololauf, das einzig wirklich Besondere an diesem, auch während der Siegesfeierlichkeiten, irgendwie unterkühlten Sonntagnachmittag bleiben.

Mein subjektiver Eindruck
Was für ein Kackspiel. Wenn man in die Playoffs will, muss man genau solche Spiele mit der vollen Punktzahl beenden, ebenso wie das vorhergehende Spiel in Straubing.
Irgendwie fehlte beiden Teams der letzte Wille das Ding für sich zu entscheiden, so dass am Ende fast die individuelle Klasse der Gäste das Spiel gedreht hätte. Doch der späte und absolut verdiente Ausgleich durch Wolfsburgs einzigen echten Torjäger machte dann doch noch etwas mehr möglich.
Ich hab jedenfalls schon lange kein Spiel in Wolfsburg bewundern dürfen, in welchem das Publikum das Ganze derart emotionslos über sich ergehen ließ. Stimmung war während der gesamten Partie jedenfalls totale Fehlanzeige und auch bei der Ehrenrunde machte sich irgendwie keine wirkliche Freude im Rund breit. Sehr seltsam...

Tor
Vogl mit einer guten Leistung im Spiel und einer Bombenvorstellung beim abschließenden Penaltyschießen. Sehr nervenstark, gab er keinem der Schützen auch nur eine deutliche Bewegung zur Erleichterung der Entscheidung. Am Ende sahen alle drei Ingolstädter ziemlich dumm aus, da sie den Puck nur noch unbeholfen vor die Schoner des Wolfsburger Goalies legen konnten.

Verteidigung
Brocklehurst und Kohl machten eine absolut überzeugende Partie. Gleiches hätte man von Wurm und Bina behaupten können, die ihre individuelle Klasse immer wieder beeindruckend gegen die Gästestürmer in die Waagschale warfen, wenn...ja wenn da nicht die letzten drei Minuten des Mitteldrittel wären. Beim ersten Gegentreffer noch etwas unglücklich, fehlte beim Treffer in Unterzahl die Positionstreue. Schoppers Slapstickeinlage hinter dem eigenen Kasten, die zur Unterzahl geführt hatte, bildete dessen ungelenke Leistung hingegen wieder einmal hervorragend ab. Gleich zweimal misslang dem Wolfsburg Abwehrhünen nach Puckgewinn die Befreiung bis dann das obligatorische Foul den zweiten Teil des Gästedoppelschlags in der folgenden Überzahl einläutete.

Sturm
Milley zaubert mittlerweile wieder wie man es von ihm kennt - teilweise sogar noch ein bisschen mehr! Die Vertragsverlängerung scheint ein Übriges getan zu haben, so dass der gute Norm vor Selbstbewusstsein nur so zu strotzen scheint. Lediglich das Schießen sollte er nicht so oft den anderen überlassen...
Es sei denn diese Anderen heißen Matt Diesel! 58 Minuten kaum zu sehen feuert der Wolfsburger Torjäger den entscheidenden Schuss aufs Gästegehäuse ab (vom erneut starken Haskins abgefälscht), nur um im Penaltyschießen noch einen draufzusetzen.
Martin Walter im Sturm geht gar nicht. Unterbricht mehr eigene Spielzüge durch Missverständnisse, als dass das Ganze für Entlastung sorgen würde. Wieder eine der in letzter Zeit häufiger werdenden kaum nachvollziehbaren Entscheidungen unseres Trainerstabs. Justin Mercier bleibt weiterhin "stets bemüht" und wir wissen alle, was das bedeutet.

Fazit
So wird das nichts mit Platz 10. Wenn ich nun in der Presse lesen darf, dass man sich um Verstärkungen bemüht, frage ich mich langsam, wen man mit dieser Aktion eigentlich verarschen möchte? Der Zug Richtung Playoffs ist während des Lockouts abgefahren und wir könnten drin sitzen, wenn man rechtzeitig die beiden Lizenzen für Verstärkungen herausgegeben hätte. Da interessiert mich die Philosophie unseres Managers exakt 0 Prozent! Spieler, die jetzt nachverpflichtet werden, kann man höchstens mit eingebauter Option für die kommende Spielzeit testen...Schade! mb

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