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EHC - Adler Mannheim 4:2

Nachdem die ersten drei Begegnungen dieser Saison allesamt, teils äußerst unglücklich, verloren gegangen waren, wollten die Grizzlies den vierten Vergleich mit dem Ligakrösus aus Mannheim endlich für sich entscheiden. Dank zuletzt aufsteigender Form und einer beeindruckenden Heimserie von sieben Siegen in Folge standen die Vorzeichen für einen Sieg des EHC, trotz der extrem unterschiedlichen Platzierung in der Tabelle (1. und 13.), gar nicht so schlecht. Und die Grizzlies sollten den rund 2100 treuesten ihrer Fans so einiges bieten...

1. Drittel
Ohne viel Umschweife nahm die Partie Fahrt auf. Beide Seiten gingen sofort äußerst intensiv zu Werke, blieben dabei aber meist im Rahmen des Erlaubten - dachte zumindest die Mehrzahl der Beteiligten. Dank des mehr als kleinlich leitenden Hauptschiedsrichterduos Bauer/Klau machte sich in der sonst so gradlinig verlaufenden Begegnung relativ schnell Verwirrung breit - beide Teams mussten je dreimal auf die Strafbank, wobei die Anlässe an Nichtigkeit kaum zu überbieten waren. Den entschlosseneren Eindruck hinterließen dabei die Hausherren, die einer überlegen geführten Anfangsphase mit vielen Torchancen, ein ebenso überzeugendes doppeltes Unterzahlspiel folgen ließen und letztlich nur am überragend agierenden Nationaltorhüter im Kasten der Adler scheiterten. Aber auch sein Gegenüber Sebastian Vogl ließ sich nicht lumpen und hielt seine Farben mit einigen sehenswerten Reaktionen auf Kurs.
Mit einem insgesamt dem Spielverlauf entsprechenden Unentschieden ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2. Drittel
Eine frühe Strafzeit gegen Gästeverteidiger Bittner legte dem EHC gleich wieder das Heft des Handelns in die Hand. Gerade, als man den Eindruck gewinnen konnte, dass an diesem Abend so gar kein Weg am Goalie der Adler vorbeiführen würde - Diesel, Haskins und u.a. Hospelt waren erfolglos geblieben - da schlug es doch noch hinter Dennis Endras ein (26.). Toptorjäger Matt Diesel hatte einen Brocklehurst-Kracher unhaltbar in die Maschen abgefälscht, so dass die Grizzlies endlich die Früchte ihrer beeindruckenden Bemühungen zu ernten schienen. Doch die Freude währte nur kurz: Drei Minuten später folgte wieder eine eher eistanzmäßige Regelauslegung der HSR Bauer und Klau, so dass das stärkste Powerplay der Liga seinem Ruf gerecht werden konnte: Glumac überwand nach Tempogegenstoß Wolfsburgs Vogl mit einem Schuss aus der Halbdistanz, hatte dabei Glück, dass der Puck sich so gerade durch die Ausrüstung des EHC-Goalies quälte und über die Linie trudeln konnte.
Die folgenden Überzahlgelegenheiten der Grizzlies blieben im Gegenzug ungenutzt, so dass sich ein durchaus beklemmendes Gefühl im Rund breit machte: Sollte es nach so langer Zeit wieder eines dieser ertragslosen Spielen auch vor heimischen Publikum geben?

3. Drittel
Doch der Spaß ging gerade erst los! Ganze 18 Sekunden waren gespielt, da hatte der Diesel zum zweiten Mal zugeschlagen und Wolfsburgs ersten Powerplaytreffer zum 2:1 markieren können. Milleys Sololauf hatte Wolfsburgs Torjäger eiskalt mit der Rückhand in die Maschen befördert und die Halle kam jetzt (endlich) auch in Fahrt! Die Hausherren entfachten in der Folgezeit einen wahren Angriffswirbel, drückten den Tabellenführer gnadenlos ins eigene Drittel zurück und erspielten sich Chance um Chance...und nutzten sie sogar! Erneut Norm Milley bedient per no-look Zuckerpass den in der Mitte mitgelaufenen Furchner, der zum 3:1 vollstrecken konnte (49.).  Doch das Spiel war von einer Vorentscheidung immer noch meilenweit entfernt. Nicht zuletzt, da das Schiedsrichterduo seine ohnehin wackelige Linie komplett zum Teufel gejagt hatte und die immer aggressiver und provokanter agierenden Adler kaum bis gar nicht in ihre Schranken weisen wollte. Als es nach Wolfsburgs 3:1 doch noch einen Mannheimer erwischte und diesem - zur allgemeinen Verwunderung - wenig später sogar ein zweiter Spieler der Gäste auf die Strafbank folgte, wähnte so mancher die Grizzlies wohl auf der Siegerstraße. Doch ein Stockschlag durch Dzieduszycki (51.)und wenig später ein ebenso überflüssiger Faustschlag durch Wolfsburgs Schopper (52.) drehten die Situation innerhalb kürzester Zeit zugunsten der Gäste, die sich postwendend bei 4 gegen 3 mit dem 3:2 durch Glumac (53.) bedankten.
Und es sollte noch dramatischer werden! Nur zweieinhalb Minuten später durfte mit Blanchard der nächste Grizzly eine Strafzeit in Empfang nehmen - diesmal sogar mit Spieldauerlänge! Wegen hohem Stocks mit Verletzungsfolge (leichtes Nasenbluten, so sind die Regeln nun mal...) wanderte der Wolfsburger Verteidiger gleich in Richtung Dusche während in der Eisarena nun das große Zittern begann. Doch der EHC fand zur Unterzahlstärke des ersten Drittels zurück, bekämpfte die Puckführenden derart intensiv, dass die größeren Chancen eigentlich auf Seiten der Grizzlies zu finden waren. Doch weder Moore per Alleingang noch Brocklehurst und Haskins per Konter gelang es, den Adlern den endgültigen Knock-out zu verpassen.
Dies gelang den Gästen mittels einer Strafe gegen Glumac (59.) dann schließlich selbst. Doch eine Schrecksekunde hatten die rund 2100 Fans der Grizzlies vor Hospelts erlösendem empty-net goal doch noch zu verdauen: Viel zu leichtsinnig hatten die Gastgeber auf die unverhoffte numerische Gleichzahl reagiert und ließen sich prompt auskontern. Wie genau Wolfsburgs Goalie den von Shawn Bell blitzschnell verwandelten one timer noch zur Seite abwehren konnte, ließ sich nur erahnen.
Die Dankbarkeit von Team und Fans bekam der Neuzugang im Tor der Grizzlies während der abschließenden Ehrenrunde jedenfalls deutlich zu spüren.

Mein subjektiver Eindruck
Geiles Spiel, geiles Ergebnis, lahme Atmosphäre in der Eisarena.
Die Freude über das mehr als verdiente Ergebnis gegen Mannheims Starensemble und das chaotisch leitende Schiriduett war zwar riesengroß, doch während des Spiels wurde die Kulisse, weder zahlen- noch stimmungsmäßig, diesem genialen Anlass gerecht. Schade, ich dachte das Spiel gegen Ingolstadt wäre ein Ausrutscher gewesen.
Mit den in diesem Kalenderjahr gezeigten Leistungen wären wir sogar ein Kandidat für die direkte Quali gewesen...

Tor
Vogl mit etwas Pech beim ersten Gegentor. Ansonsten wächst unsere 1b langsam über sich hinaus. Momentan sind es genau solche Leistungen, die wir brauchen um das Glück auf unsere Seite zu zwingen. Sein Monstersave kurz vor Schluss war, nebenbei bemerkt. nicht die erste Wahnsinnstat der letzten Spiele.

Verteidigung
Spitzenleistung von Wurm, Bina und Kohl. Brocklehurst mit ein, zwei Unsicherheiten, schaltete sich aber ab und zu brauchbar im Offensivspiel ein. Blanchard bis zu seiner Spieldauer eher unauffällig, Schopper erneut mit guter Leistung...bis zu seinem superdämlichen Foul (egal, ob angemessene Reaktion der Schiris oder nicht) das beinahe zum Kippen des Spiels führte.

Sturm
Alle Topspieler spielen auch top! Allen voran Milley und Diesel, die mit Vorlagen und Toren am Fließband die Grizzlies im Rennen um Platz 10 halten. Aber auch Haskins, Moore und natürlich Hospelt und Furchner bringen die benötigten Leistungen zum Endspurt, wobei alle anderen Akteure ebenfalls ihre Rollen bestens ausfüllen. Einzig Justin Mercier fällt immer wieder durch taktische Undiszipliniertheiten auf und will häufig mit dem Kopf durch die Wand - ohne etwas zu bewirken. Wenn ein Jungspund wie Mayer abgeklärter wirkt als ein Importspieler, dann läuft was falsch...

Fazit
Die Hoffnung auf den 10. Platz bleibt weiter sehr vage. Die Hoffnung auf weitere begeisternde Auftritte unserer Grizzlies hingegen ist lebendiger denn je zuvor. mb 
 
  

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