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EHC - Straubing Tigers 3:2

Die Saison geht langsam auf die Zielgerade und die Grizzlies kämpfen mehr denn je um den späten Einzug in die diesjährigen Playoffs. Im ersten der beiden Heimspiele dieses Wochenendes trafen die Wolfsburger nicht nur auf einen direkten Konkurrenten um die letzten zu vergebenden Plätze, sondern auch gleich auf einen ihrer drei Angstgegner in der Liga. Straubing konnte nach dem unrühmlichen Sweep in den letztjährigen Playoffs auch alle bisherigen Begegnungen der laufenden Spielzeit für sich entscheiden, so dass die Anspannung vor diesem wichtigen Spiel förmlich zum Greifen in der Luft hing.

Wie schon beim letzten Gastspiel in Straubing erwischten die Grizzlies einen durchaus passablen Start und prüften Gästekeeper Bacashihua in den Anfangsminuten gleich mehrfach. Der Gast aus Bayern hingegen ließ zunächst lediglich bei Kontern seine Gefährlichkeit aufblitzen, blieb bei fünf gegen fünf auf dem Eis allerdings meist zweiter Sieger. Neuzugang Nelson, der für Pohl zum ersten Mal im Aufgebot stand, führte sich gleich gut ein und erspielte sich neben den üblichen Verdächtigen auf Wolfsburger Seite seine erste große Möglichkeit. Nach Meuniers Pfostentreffer für die Gäste (7.), brachten schließlich Strafzeiten erste zählbare Resultate auf das Scoreboard. Zunächst war Wolfsburgs Robbie Bina per Direktabnahme von der blauen Linie erfolgreich gewesen (12.), dann glich Straubings Grant Lewis bei doppelter Überzahl für die Gäste aus (14.).  Warum das Schiedsrichterduo, wie schon im letzten Heimspiel, eine bereits faire Partie im ersten Spielabschnitt zum Eistanz umfunktionieren wollte, blieb ihr Geheimnis. Alle vier Strafzeiten des ersten Spielabschnitts schienen mehr als fragwürdig...
Im Mittelababschnitt sah die Sache dann vom Start weg anders aus: Furchner gelang bereits nach 19 Sekunden im Nachstochern mit Wolfsburgs erstem Angriff die erneute Führung zum 2:1!
Dieser Schock für die Gäste sollte die Weichen zum Verlauf der nächsten 20 Minuten stellen. Höhepunkt der nun deutlicher werdenden Wolfsburger Dominanz war dann schließlich das 3:1 durch Neuzugang Levi Nelson, der einen Zuckerpass von Norm Milley kraftvoll  in die Maschen hämmern konnte und entsprechend ausgelassen reagierte. Lediglich einmal blieb den Heimfans dann aber doch noch fast das Herz stehen, als Straubing eine Wolfsburger Unachtsamkeit zum 3 auf 1 Konter nutzen konnte...doch erneut sollte der Pfosten für die Grizzlies retten, so dass der letzte Spielabschnitt mit zwei Toren Vorsprung in Angriff genommen werden konnte.
Doch wer die Tigers in dieser Saison spielen gesehen hatte, wusste es bereits vorher: Das Spiel war weiterhin weit von einer Entscheidung entfernt! Die Gäste eroberten sich nun einige Spielanteile zurück und bauten somit die Spannung für eine dramatische Schlussphase Stück für Stück auf. Gestützt auf ihren wiederum überragend auftretenden Torhüter gelang es den Tigers schließlich das Momentum auf ihre Seite zu bringen und dem Publikum ein tolles Finish zu bieten. Als dann besagter Bacashihua schließlich das Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ (59.), hatte sich Wolfsburgs Diesel bereits zum Duschen verabschiedet. Die erneut an Sportarten mit eher femininer Ausrichtung erinnernde Schiedsrichterentscheidung hatte den Torjäger der Grizzlies zu einer Äußerung hingerissen, die den hundertfachen Kommentaren auf den Rängen vermutlich in Deutlichkeit in nichts nachstand. Mit 6 gegen 4 versuchte der Gast also die Verlängerung zu erzwingen...und fast wäre dies sogar gelungen. Husseys, dank Wolfsburger Stellungsfehler äußerst ärgerliches, 3:2 sollte anderthalb Minuten vor dem Schlusspfiff den Fans der Grizzlies und ihrem Team noch einmal tüchtig Sorgenfalten auf die Stirn zaubern. Doch mit letztem Einsatz und einer überzeugenden Torhüterleistung sollte das Ende der Horrorserie gegen den einstigen Lieblingsgegner endlich gelingen.  Der EHC bleibt also im Rennen und darf weiter auf spätes Playoff-Glück hoffen!

Insgesamt hinterließ Pavel Gross Team einen fokussierten und sehr homogenen Eindruck. Während Torhüter Vogl lediglich beim ersten Gegentreffer ein bis zwei Zentimeter zu spät kam und ansonsten wieder einmal überzeugen konnte, wusste vor allem Neuzugang Nelson auf Wolfsburger Seite zu gefallen. Nicht nur sein spielentscheidendes Tor, sondern vor allem sein körperbetontes und entschlossenes Auftreten ließen den Center aus Übersee in einem positiven Licht erscheinen. Man darf gespannt sein, zu was Nelson in der Lage ist, wenn der Jetlag überwunden und die Anpassung an seine Nebenleute fortgeschritten ist.
Hospelt und Milley bleiben ihren zuletzt gezeigten Leistung treu, während Moore sich leider eher der Leistung eines Merciers annäherte...
Warum Pohl zuschauen musste und besagter Mercier weiterhin seine Ligauntauglichkeit demonstrieren darf, wissen allerdings vermutlich nur unsere beiden Trainer.
Ansonsten blieben alle Akteure, auch der in dieser Saison viel gescholtene Benedikt Schopper, ihrer positiven Form treu, auch wenn Sean Blanchard offenbar auf irgendeine Art von Auszeichnung zu spekulieren scheint. Was der Wolfsburger Verteidiger in den letzten Wochen in Sachen dämliche Strafzeiten anzubieten hatte, sollte die Offiziellen langsam mal wachrütteln...

Da mit Krefeld gleich der nächste Gegner aus dem Gruselkabinett (in Sachen Ergebnisse) am Sonntag seine Visitenkarte in der Eisarena abgibt, bleibt es auch in diesem Heimspiel wieder spannend: Kann der EHC den Anschluss halten und die zuletzt eher mäßig erfolgreichen Pinguine weiter in die Krise schießen? Wir wollen es mal stark hoffen! mb