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EHC - Hannover Scorpions 3:0

Mit dem vierten und vermutlich letzten Derby der laufenden Saison starteten die Grizzlies am Freitagabend in die finale Phase ihrer nun bald zweimonatigen Aufholjagd in Sachen Playoffs.
Über 3300 gutgelaunte Fans, darunter rund 300 Gäste, die Präsentation des neuen Octavia durch Hauptsponsor Skoda und eine kleine, aber feine Ergänzung der Einlaufzeremonie verliehen dem Ganzen einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen. Einzig das pubertäre Verhalten des Gästeblocks (Minipyro und zerstörte Sitzschalen) und der Ausfall der Videoanzeige trübten den ansonsten gelungenen Abend in zu vernachlässigendem Maße.

1.Drittel
Nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Eis: Es sah nach Derby aus! Mit hohem Engagement und viel Körpereinsatz starteten beide Teams in die Partie. Dabei trafen die Hausherren zunächst leider nicht ganz den Nerv des leitenden Schiedsrichterduos und mussten gleich zu Beginn zweimal hintereinander (1. + 4. Spielminute) in die Kühlbox. Besonders die zweite Strafzeit gegen Neuzugang Levi Nelson erhitzte dabei die Gemüter der Heimfans, werteten die Referees dessen sehenswerten und sauberen Check wegen angeblich zu großem Anlauf als unkorrekten Körpereinsatz. Im internationalen Vergleich (wie zuletzt in der Olympia-Quali gesehen) eines der oftmals in der DEL zu beobachtenden fragwürdigen Signale der Regelauslegung. Folglich sollten die Gäste die ersten klaren Chancen der Partie für sich verbuchen können, scheiterten allerdings entweder am glänzend aufgelegten Dshunussow im Tor der Grizzlies oder am eigenen Unvermögen den Puck zu treffen (Sulkovsky) bzw. zu kontrollieren. Im Anschluss ging das Spielchen dann genau anders herum und drei Hannoveraner durften der Reihe nach ihre zwei Minuten Denkpause auf der Sünderbank abbrummen. Dass es stets die vollen zwei Minuten wurden, lag nicht zuletzt am vorbildlichen Unterzahlspiel der Scorpions, die sich in dieser Phase zusätzlich auf einen ebenfalls stark haltenden Pätzold verlassen konnten. Und es ging sogar noch mehr bei den Gästen aus der Landeshauptstadt: Jeweils in Unterzahl gelangen ihnen über Fauser und später über Richter brandgefährliche Konter, die Wolfsburgs Keeper mit sehenswerten Reflexen allerdings zu entschärfen wusste.
So ging es nach einem äußerst intensiven, wenn auch nicht von sonderlich viel Spielfluss geprägten, ersten Drittel mit einem gerechten Unentschieden zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Es ging stürmisch weiter. Nachdem in den ersten Minuten des Mitteldrittel noch beide Teams Chancen  zur Führung zu verbuchen hatten, übernahm das Team von Pavel Gross Schritt für Schritt die Kontrolle über die Begegnung. Nach circa fünf gespielten Minuten gerieten die Gäste aus Hannover quasi unter Dauerdruck und fanden den Weg aus dem eigenen Drittel häufig nur nach langer und ermüdender Verfolgungsjagd im eigenen Drittel. Besonders Wolfsburgs 1. und 2. Reihe bereitete den Scorpions dabei enormes Kopfzerbrechen, ließen dabei allerdings eine bedenkliche Anzahl an Möglichkeiten liegen. In der 30.Minute war es dann aber soweit: Wer sonst, als Ex-Scorpion und Liga-Toptorjäger Matt "Diesel" Dzieduszycki sollte für die längst überfällige Führung der Gastgeber sorgen? Mit einem krachend zu Ende gefahrenen Check hinter dem Gehäuse der Gäste hatte Wolfsburgs Nelson für die wichtige Puckeroberung gesorgt und blitzschnell auf den im Slot nachrückenden Diesel aufgelegt. Dessen präzise Direktabnahme in die lange Ecke ließ Gästekeeper Pätzold letztlich keine Abwehrchance und brachte die Eisarena in der Folgezeit ordentlich zum Kochen.
Dass Wolfsburg keinen weiteren Torerfolg in diesem Spielabschnitt vorzuweisen hatte, verursachte dem durchaus begeisterten Publikum dann sicherlich doch etwas Bauchschmerzen. Neben starken Paraden des Gästegoalies hatte bei Merciers und erneut Diesels strammen Handgelenkschüssen jeweils der Pfosten ein weiteres Erfolgserlebnis verhindert, so dass für den Schlussabschnitt weiterhin Spannung garantiert war.

3.Drittel
Doch zum Glück hatte die harte Abwehrarbeit des Mittelabschnitts beim Team der Gäste Spuren hinterlassen. Mit fortschreitender Dauer der Begegnung offenbarte sich ein Kräfteverschleiß auf Seiten der Scorpions, der Wolfsburg einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil einräumte. Ausgerechnet bei Hannoveraner Überzahl zeigte sich dieser Vorteil dann für die Gäste auf besonders schmerzhafte Weise: Tyler Haskins konnte bei einem Break der Gastgeber nicht mehr entscheidend abgedrängt werden und legte den Puck, mit gütiger Unterstützung des Gästekeepers, durch dessen Schoner im Tor der Scorpions ab (45.). Und es kam noch besser aus Sicht der Grizzlies:  Keine vier Minuten nach dem Treffer in Unterzahl gelang auch endlich der längst überfällige Erfolg in Überzahl! Erneut Tyler Haskins war es, der einen Kohl-Hammer unhaltbar in die Maschen des Hannoveraner Kastens abfälschen und somit das vorentscheidende 3:0 markieren konnte.
Die Party auf den Rängen rollte da längst durch die Arena und auch weitere ausgelassene Überzahlchancen, darunter sogar über eine Minute doppelte Überzahl, konnten den Spaß an der Sache im weiten Rund natürlich nicht mehr trüben.
Hannover verzichtete folglich auf eine Herausnahme des Goalies für einen Zusatzstürmer und fügte sich in den Schlussminuten mangels Kraftreserven in sein Schicksal.

Mein subjektiver Eindruck:
Geiler Abend! Tolle Stimmung in der Arena, sehenswertes Spiel, verdienter Sieg unserer Grizzlies und der damit verbundene Funken Hoffnung auf die Playoffs - was will man mehr?
Dass ein Teil der Gästefans nach dem kleinen Pyroexperiment nicht aus der Halle entfernt wurde, bezahlte man schließlich mit zerstörten Sitzschalen - vielleicht lernen die zuständigen Stellen daraus, vielleicht auch nicht...es soll nicht das Problem von uns heimischen Fans sein.

Tor
Dshuni mit glanzvollem Comeback nach sechs Spielen als Zuschauer. Musste sich seinen shut-out durchaus hart verdienen und zeigte mehrfach geniales Stellungsspiel und Reflexe. Wer weiß, wie die Begegnung verlaufen wäre, wenn einer der Entlastungskonter der Gäste von Erfolg gekrönt gewesen wäre...

Verteidigung
Ich sage es selten, aber gerne: Alle Verteidiger überzeugten mit guten Leistungen. Besonders sehenswert dabei Brocklehursts Befreiungsaktion aus dem eigenen Drittel, als er unter allgemeiner Begeisterung mit einem Hannoveraner Stürmer Katz und Maus spielte. Allerdings auch einer der etwas leichsinnigeren Akteure in Reihen der Grizzlies in Sachen Rückwärtsbewegung.

Stürmer
Neben der bockstarken ersten Angriffsformation mit den beiden Matchwinnern Diesel und Haskins, überzeugte auch Kai Hospelts Formation, die jede Menge Druck auf das Drittel der Gäste ausübte. Im Abschluss blieb diese Reihe diesmal leider ohne das nötige Glück, was angesichts des Endergebnisses zu verschmerzen war. Aber auch die Reihen 3 und 4 funktionierten mehr als solide und setzten den Gästen aus Hannover tüchtig zu. Besonders auffällig in diesen Reihen waren dabei Nelson und Höhenleitner, die mit ihrem kraftvollen und unermüdlichen Spiel ihre Reihen vorantrieben. Beide empfahlen sich in den letzten Spielen für weitere Aufgaben in orange und sollten noch nicht aus dem Rennen für die kommende Saison sein, zumal der eine oder andere Akteur in Reihen der Grizzlies trotz Vertrag zur Disposition stehen könnte.

Fazit
Ein begeisternder Auftakt in die letzte heiße Phase der Saison. Nach solchen Spielen bekommt man doch tatsächlich wieder richtig Lust auf Nachschlag. mb 

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