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EHC - Augsburger Panther 3:1

Der EHC eilt von Entscheidungsspiel zu Entscheidungsspiel. Nach den zuletzt so überzeugenden bzw. effizienten Auftritten in der Ferne, gastierte mit den Panthern aus Augsburg eines der auswärtsschwächsten Teams der Liga in Wolfsburg. Eine klare Sache beim aktuell heimstärksten Team der Liga...sollte man meinen. Wer die letzte Begegnung der Grizzlies mit den von Larry Mitchell trainierten Augsburgern in der heimischen Eisarena verfolgt hatte, war allerdings vorgewarnt...

1.Drittel
Mit druckvollem Angriffsspiel versuchten die Gastgeber den auswärts so schwachen Panther vom Start weg den Schneid abzukaufen. Doch die Gäste präsentierten sich, wie schon bei ihrem ersten Auftritt, als Spielverderber, standen gut und konterten ein ums andere mal brandgefährlich. Während die Grizzlies in den ersten Minuten die Partie also leicht dominant gestalten und im ersten Powerplay der Begegnung (ab 5.Min.) durchaus gefallen konnten, drehte sich das Kräfteverhältnis spätestens mit der ersten Strafzeit gegen Wolfsburgs Brocklehurst (10.). Bis dahin hatte vor allem Tyler Haskins mit enormem Zug zum Tor die eine oder andere Chance erzwingen können, doch keiner seiner Kollegen hatte sich zu den entsprechenden Nachschüssen vernünftig postieren können.
Dann spielte vor allem der Gast aus Augsburg, der zuvor schon einen Treffer wegen Torraumabseits aberkannt bekommen hatte, munter drauf los. Kaum war die Strafe gegen Wolfsburg abgelaufen, da schlug es dann auch schon im Kasten der Grizzlies ein: Ryan Thang schloss einen Konter der Bayern eiskalt ins kurze Eck ab, ließ Wolfsburgs Dshunussow dabei nicht allzu gut aussehen. Doch das sollte den Goalie des EHC offenbar nur zusätzlich motivieren! Bis zur ersten Pausensirene entschärfte der Schlussmann der Gastgeber reihenweise gute Möglichkeiten der Gäste, einmal kam ihm bei MacAthurs Schuss der Pfosten zur Hilfe - den Abpraller fischte er etwas glücklich aus der Luft.
Durchschnaufen war angesagt.

2.Drittel
Das zweite Drittel ist relativ einfach beschrieben: Die Grizzlies drängten ohne die nötige Frische auf den Ausgleich, wobei die eine oder andere Umstellung in ihren Reihen eigentlich eher den Spielfluss komplett zum Erlahmen brachte, anstatt sie zurück ins Spiel zu bringen. Augsburg hingegen beschränkte sich auf gutes Stellungsspiel und kontrollierte Aktionen, blieb in seinen Einschussmöglichkeiten durchweg gefährlicher als die Grizzlies in ihren zahlreicheren Aktionen.
Beide Seiten überstanden je eine Unterzahlsituation schadlos, Tore fielen keine - ein wenig attraktives Drittel ging relativ schnell zu Ende und hinterließ vor allem bei den heimischen Fans meist ratlose Gesichter...

3.Drittel     
Was auch immer in der Kabine der Grizzlies passiert war, es zeigte auf jeden Fall Wirkung. Mit Beginn des letzten Abschnitts wirkte das Team von Pavel Gross das letzte Bisschen entschlossener und geistesgegenwärtiger, das es zur Wende wohl brauchte.
Nach knapp drei gespielten Minuten war es wieder einmal Wolfsburgs Top-Torjäger, der mit einer Eingebung das Spiel in die gewünschte Richtung dirigieren konnte. Matt Diesel zog im Powerplay einfach mal von hinter dem Tor vor selbiges und schob die Scheibe am verdutzten Ehelechner zum 1:1 Ausgleich vorbei.
Wer nun glaubte, die anschließende Schockphase der Gäste würde sich minutenlang hinziehen, sah sich jedoch getäuscht: Die nun spürbar ermutigt aufspielenden Gastgeber fingen sich in der Folgezeit gleich reihenweise Konter und Hochkaräter der Panther ein und konnten von Glück sagen, dass ihr Goalie und gelegentlich auch eine große Portion Dusel sie vor dem nächsten Rückstand bewahrten. Erst eine erneute Strafzeit gegen einen Panther brachte dann die ersehnte Wende in dieser hart umkämpften Partie. Ex-Panther Moore war es schließlich, der seinem ehemaligen Team mit dem 2:1 den Sieg aus den Händen reißen konnte (56). So tapfer die Gäste auf den Ausgleich reagiert hatten, so kopflos präsentierten sie sich nach Wolfsburgs Führung - nur zwei Minuten später konnte Tyler Haskins per Alleingang mit einem schönen Rückhandschlenzer  den Sack zu machen.
Der Schlussoffensive der Panther sollte dann letztlich auch das nötige Glück nicht beschieden sein: Einem per Nachschuss erzielten Treffer verweigerte das sonst eher großzügig leitende Schiedsrichterduo die Anerkennung, da einer der beiden Referees nervöserweise sofort nach dem Schuss der Gäste abgepfiffen hatte.
So feierte der orangene Teil der Kulisse ausgelassen den (glücklichen) zehnten Sieg im elften Heimspiel!

Mein subjektiver Eindruck
Die Grizzlies wirkten zwei Drittel lang etwas matt und ideenlos. Erst als im Schlussdrittel Feuer und Wille geradezu spürbarer wurden, kam der Erfolg zurück. Trotzdem: Gegen den äußerst unangenehm spielenden Gegner aus dem Süden der Republik brauchte es schon mehr als nur etwas Glück, um diesen so wichtigen Heimsieg einzufahren. Hoffentlich geht den Jungs nach der Aufholjagd der letzten Wochen nicht irgendwann die Puste aus...

Tor
Dshuni machte seine Unachtsamkeit beim 0:1 mehr als doppelt und dreifach wett. Es wäre moralisch äußerst ungünstig gewesen, wäre es bei diesem einen Tor geblieben...
Ansonsten mit einer Top-Leistung und trotz Babyalarm hochkonzentriert einer der Garanten des Siegs.

Verteidigung
Insgesamt sehr geschlossener, wenn auch nicht immer komplett sattelfester Auftritt. Mit etwas Pech und einem nicht so sahnemäßig aufgelegten Goalie hätten die Defensivwackler durchaus 3-4 Gegentreffer bescheren können.
Auffälligster Akteur dabei Aaron Brocklehurst, der immer mehr zur offensiven Waffe wird. Gerade in dieser Saisonphase eine ganz wichtige Entwicklung, da das Powerplay enorm von Brocklehursts entschlossener Art profitiert!

Sturm
Mühte sich lange Zeit ziemlich frucht- und ideenlos gegen gut organisierte Panther. Durchgängig überzeugen konnte nur Tyler Haskins, der endlich wie in seinen besten Zeiten gnadenlos zum Tor zog und die gegnerische Abwehr in helle Aufregung versetzt, Wenn jetzt noch jemand hinterher fährt und die Abpraller versenkt...
Ebenfalls sehr gefällig: Wolfsburgs Diesel setzte gleich mehrmals mit krachenden Checks Ausrufezeichen, versuchte sein Team immer wieder wach zu rütteln und mehr Intensität ins Spiel der Grizzlies zu bringen.
Sehr schön!

Fazit
Jedes Spiel ein Endspiel. Wenn wir am Ende dann doch keine Play-offs zu sehen bekommen, dann haben wir zumindest ein fast ebenso spannendes Saisonfinale geboten bekommen. Mir macht es jedenfalls so viel Spaß wie lange nicht mehr, wenn ich voller Vorfreude zum nächsten Heimspiel in die Arena fahre. mb