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EHC - Red Bull München 2:3

Unterhaltung vom Feinsten

So stellt man sich einen Eishockeyabend vor: Zwei Teams auf Augenhöhe, enger Spielverlauf, Massenkeilerei und jede Menge strittige Schiedsrichterentscheidungen. Wer nach diesem Abend gelangweilt nach Hause gegangen ist, dürfte wohl keinen Puls sein Eigen nennen.
Dabei deutete der Auftakt eigentlich eher auf einen ernüchternden Eishockeyabend hin. München erwischte den eindeutig besseren Start, dominierte das erste Drittel und erzielte in der 13.Minute per Doppelschlag das souverän wirkende 0:2. Palmieris  0:1 hatten die Gäste, quasi vom Anspiel weg, 7 Sekunden später das 0:2 durch Maurer folgen lassen und dabei den noch nicht eingespielten Block um Neuzugang Abid reichlich alt aussehen lassen.
Auch beim nächsten Aufreger stand der Wolfsburger Stürmer im Mittelpunkt: Während Münchens Hintermannschaft Polaczek vor dem eigenen Tor nach Herzenslust mit den Stöcken bearbeiten durfte, ging Abid direkt im Anschluss wegen Behinderung, äußerst strittig, vom Eis (17.). Das folgende Powerplay der Gäste überstanden die Grizzlies dank einiger sehenswerter Paraden ihres Schlussmanns schadlos und gingen schließlich mit einer eigenen (Rest)Überzahl in die erste Unterbrechung.
Wie in den Zaubertrank gefallen kamen die Grizzlies aus den Kabinen, feuerten sofort aus allen Rohren und kamen prompt zum 1:2 nach gerade einmal 16 Sekunden. Marco Rosa hatte aus dem hohen Slot eiskalt direkt abgenommen und Ex-Grizzly Reimer keine Chance gelassen.
Es sollte das Drittel der Gastgeber werden. Alle Reihen der Grizzlies bliesen jetzt zum Sturm, ließen dabei allerdings auch die eine oder andere Chance zu viel liegen,
Erst in der 33.Minute war es dann soweit: Nachdem Petermann den Puck per Hand von der Linie des Gästetors gekratzt hatte, gab es – regelkonform – den fälligen Penalty für den EHC. Zur allgemeinen Überraschung trat mit Wolfsburgs Brett Palin kein ausgewiesener Techniker, sondern eher ein Mann fürs Grobe zum Strafschuss an. Spannenderweise tanzte Palin den Goalie der Gäste souverän aus und schloss nicht per Schlagschuss, sondern mit einem feinen Rückhandheber ab.
Allgemeine Euphorie brach aus!
Als zwei Minuten vor der zweiten Drittelpause dann Gästespieler Bois die Mannschaftsbank der Grizzlies enterte, um sich für ein Stockfoul durch Alexander Polaczek zu revanchieren. Dass im Anschluss neben Polaczek und Bois (beide Spieldauerstrafe) lediglich Benedikt Kohl für die Grizzlies zusätzlich auf die Strafbank musste, hob die allgemeine Stimmung in Sachen Schiedsrichterentscheidungen auf ein zwischenzeitliches Rekordhoch…
Zuvor hatten die Gastgeber erneut reihenweise Chancen ungenutzt gelassen, so dass der 2:2 Zwischenstand nach vierzig Minuten nun eher schmeichelhaft aus Gästesicht erschien.
Leider gelang es dem EHC im Schlussabschnitt nicht mehr an die Leistung des 2.Drittels anzuschließen, das Spiel kippte wieder leicht in Richtung Red Bull. Dabei behielten die Gastgeber zwar die Oberhand in Sachen Anzahl der Torchancen, die allgemeine Kontrolle über das Geschehen auf dem Eis ging jedoch verloren.
Im Festival der nicht gegebenen Abseits- und Icingpfiffe der beiden äußerst schwach leitenden Referees, war es schließlich ausgerechnet ein korrekter Pfiff, der den Grizzlies das 2:3 brachte. Norm Milley musste wegen Haltens in die Kühlbank (52.) und durfte anderthalb Minuten später auch wieder mitspielen. Lewis’ Abschluss aus der Distanz hatte den Weg ins Netz gefunden und sollte die Partie letztlich entscheiden. Was folgte war ein verzweifeltes, aber meist wenig überzeugend wirkendes Anrennen der Grizzlies. Die wenigen erfolgsversprechenden Versuche wehrte Reimer souverän ab, lediglich in der Schlusssekunde schien er geschlagen. Mit der Sirene versenkte Neuzugang Abid die Scheibe doch noch im Münchner Tor, doch – passend zur sonstigen Gewichtung der sonstigen Entscheidungen – der Treffer zählte nach Sichtung der Videobilder nicht. Offenbar war der späte Treffer ein paar Sekundenbruchteile zu spät im Netz der Gäste gelandet. Glauben wollte dies im weiten Rund, naturgemäß, allerdings nur die Fans in blau…
Eine derart emotionsgeladene Atmosphäre, die kurz vor dem endgültigen Kippen stand, hatte es in der Eisarena bestenfalls in den Finalspielen gegen die Eisbären aus Berlin gegeben. Nicht der beste Tag für die beiden sehr, sehr unglücklich agierenden Hauptschiedsrichter.    

 
Teamcheck

Tor
Vogl mit einer ordentlichen Leistung, wirkt nach seiner langen Pause weiterhin etwas nervös und brauchte ein Drittel, um in die Partie zu finden. Gute Reaktionen, u.a. nach dem 2:2, wechselten sich mit der einen oder anderen Unsicherheit ab.

Abwehr
Jeff Likens mal wieder etwas trotteliger unterwegs (hoher Stock, 1.Gegentreffer), bleibt aber auf dem gleichen akzeptablen Niveau wie seine Mitstreiter. An der Abwehr lag es insgesamt nicht, dass man München im ersten und dritten Spielabschnitt nicht unter Kontrolle bekam.
Bemerkenswert Palins Penalty,  der die feinen Hände des Abwehrhünen einmal mehr unter Beweis stellte. Beim zweiten Gegentor machte er, wie die vier anderen Akteure neben ihm, einen eher desorientierten Eindruck.

Sturm
Neuzugang Ramzi Abid deutete mehrfach seine technischen Fähigkeiten an, zeigte sich bereits durchaus schussfreudig und machte einen insgesamt recht stabilen Eindruck. Vielleicht gelingt es in den kommenden Tagen, ihn in eine andere Reihe, vor allem aber ins Powerplay einzubinden. In Überzahl könnte Abid genau das Puzzleteil sein, das den Grizzlies vor dem gegnerischen Tor bisher fehlte. Die fehlende Bindung zu seinen Mitspielern machte sich in seiner Reihe zwar deutlich bemerkbar, war aber auch der etwas derangierten Vorstellung des später vom Eis geschickten Aleksander Polaczek geschuldet…
Auffällig und sehr spannend zu beobachten ist momentan die formell erste Reihe um den immer besser werdenden Marco Rosa, an dessen Seite Aubin und Höhenleitner unermüdlich wirbeln. Diese Reihe hat für den weiteren Saisonverlauf durchaus das Potential die Topreihe der Grizzlies darzustellen - auch nach Rückkehr des einen oder anderen Leistungsträgers! mb

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