header
Log in
A+ A A-

EHC - Schwenninger Wild Wings 5:1

Überzahl? Nein, danke!
 
Solches, oder Ähnliches dürfte im Verlauf der ersten beiden Drittel ein Großteil der Fans der Grizzlies wohl gedacht haben. 
Vom Eröffnungsbully weg setzten die Gastgeber die vor allem mit dem Tempo der Grizzlies völlig überforderten Wild Wings unter Druck.
Doch schon nach gut drei Minuten erhielt dieser Sturmlauf den ersten herben Dämpfer: Während sich sieben oder acht Gästespieler in und um die Wechselzone herum tummelten, ging der entscheidende Pass auf Linksaußen…und Schwenningens Neuzugang O`Connor vollendete diagonal ins Wolfsburger Netz. 0:1 mit dem ersten Schuss aufs Wolfsburger Tor – das saß! 
Was nun in den kommenden 37 Spielminuten folgte, war – nicht unbedingt auf positive Weise – etwas ausgesprochen Außergewöhnliches. Schwenningen zollte der Wolfsburger Überlegenheit mit einer schier unglaublichen Flut mehr oder weniger dummer Fouls Tribut und spielte ganze elfmal (!) in Unterzahl. Im ersten Durchgang setzte allein Brent Aubin zwei hundertprozentige Chancen in die Oberränge, bevor er den viel umjubelten Ausgleich in der 15.Minute vollenden konnte.
Zwischenzeitlich hatte das Powerplay der Grizzlies sich nur mäßig mit Ruhm bekleckert und erneut viel zu wenig Zug zum Tor gezeigt. Ein im Alleingang erzieltes Tor durch Sebastian Furchner hatte wegen einer umstrittenen Abseitsentscheidung keine Anerkennung gefunden…es schien irgendwie alles gegen den EHC zu laufen. 
Vor allem blieb es aber das eigene Unvermögen in Überzahl, das den Grizzlies auch im Mitteldrittel ein stetiger Begleiter war. Nach eins aus fünf „glänzte“ Wolfsburg mit einer Quote von eins aus sechs. Patrick Pohl war der schließlich der Glückliche, der per verwandeltem Abpraller die Verhältnis auf dem Scoreboard zumindest in die richtige Richtung bewegte (37.). Wobei das 2:1 nicht einmal im Ansatz den Verlauf der Partie wiederzugeben im Stande war. Schwenningen war bis zur zweiten Pause praktisch ausschließlich mit Hinterherlaufen, Foulspielen und Unterzahl überstehen beschäftigt. Nicht einmal eine gefährliche Szene hatte die Gäste am Ende des zweiten Abschnitts in diesem zu verbuchen. 
Ironischerweise gelang den Grizzlies im Schlussabschnitt – ohne richtige Überzahlsituation – die Mission Torabschluss wesentlich besser. Danners Kracher zum 3:1 (47.) und Brocklehursts Blueliner zum 4:1 machten den Sack endgültig zu (57.). Man konnte wohl von Glück sagen, dass die Grizzlies die angezeigte Strafe vor dem vierten Treffer offenbar nicht komplett realisiert hatten und somit von jeglichem „powerplayartigen“ Spielverhalten absahen…
Zwischendurch scheiterte Torschütze Pohl mit einem Alleingang an Dimitri Pätzold,
Aubins Treffer ins leere Gehäuse anderthalb Minuten vor dem Schlusspfiff beorderte den bis dahin glänzend haltenden Schlussmann der Gäste dann in der 59. Minute umgehend zurück in sein Gehäuse. Die Schlussoffensive der Wild Wings fiel folglich flach.
Insgesamt ein Spiel, in dem man die Defizite der Grizzlies trotz Sieg mehr als deutlich vor Augen geführt bekam.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Dshuni beim Gegentor etwas aus der Position, aber im Grunde schuldlos. Ansonsten nur selten mit der Gelegenheit sich auszuzeichnen. Irgendwie bleibt er ein Sieggarant. Warum er nach der Siegesserie aus dem Tor musste, bleibt ein Rätsel.
 
Verteidigung
Insgesamt sehr solide und kontrollierte Leistung. Dank der läuferischen Unterlegenheit der Gäste kaum gefordert. Likens beschwerte sich zwar zu Recht nach dem nicht gepfiffenen Bandencheck gegen ihn, aber seine Wortwahl + 10er Diszi waren mal wieder äußerst überflüssig.
Kilian Keller weiter mit überzeugenden Auftritten, die Zusammenstellung der Verteidigerpaare bleibt weiterhin ein Rätsel. Aktuell: Bina-Kohl, Likens-Wurm und Palin-Brocklehurst. Mal schauen, ob Pavel sich noch auf feste Paare einigen kann. Bisher funktioniert die Mehrzahl der Kombinationen. Palin-Wurm fand ich allerdings nicht sonderlich gelungen, weil zu unbeweglich.
 
Sturm
Abid weiter ohne wirkliche Anbindung, darf allerdings bereits im Powerplay ran und hatte…nun ja, reichlich Gelegenheit zu üben. 
Neben der Reihe um Rosa wirkt der Rest, vor allem aufgrund der vielen Ausfälle und Polos Sperre, nicht wirklich überzeugend. Besonders der letzte Pass, um einen Mitspieler vor dem Tor blank zu spielen, ward in den anderen beiden Formationen nicht gesehen. Sobald Bassen und Haskins zurückkehren, ist die Suche nach funktionierenden Reihen aufs Neue eröffnet. Bis zu den Play-offs ist ja noch ein wenig Zeit… mb