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EHC - Kölner Haie 2:1 n.V.

Play-offs im Januar?!
 
Die Duelle mit Titelaspirant Köln geraten in dieser Saison zum absoluten Spannungsgaranten. Wie schon in den beiden vorhergehenden Partien bekam das Publikum ein Spiel auf allerhöchstem spielerischem und kämpferischem Niveau zu sehen. Zweikampfhärte und bedingungsloser Einsatz im Abwehrverhalten hielten die über 3700 Zuschauer durchgängig in Play-off Stimmung, was den fast perfekten Abend zu einem beeindruckenden Erlebnis machte. Dass das Spiel am Ende mit nur einem, entscheidenden, Tor beendet wurde, gehört nach den beiden ersten Begegnungen dieser Teams offenbar zum unausweichlichen Drehbuch dieser Paarung.
Lediglich unterbrochen von einer frühen Strafzeit gegen Verteidiger Brocklehurst nahmen die Grizzlies im Auftaktdrittel das Heft des Handelns umgehend in die Hand. Der Gast aus Köln hielt, zunächst mit fast ausschließlich legalen Mitteln, mit aller gebotener Härte und beeindruckenden Laufarbeit ungerührt dem Angriffswirbel der Hausherren stand. Dabei setzten die Haie zunächst einmal vornehmlich auf Kontersituationen und konnten sich nur selten im Drittel der Grizzlies festspielen. Wenn die Gäste dann einmal zum schnellen Gegenstoß ansetzten, wurde es meist prompt gefährlich, doch ebenso wie sein Gegenüber blieb Wolfsburgs Goalie in den ersten 20 Minuten stets Sieger. Besonders spektakulär dabei seine Rettungstat während besagter Unterzahl, als er einen Kölner Abschlussversuch bereits im Liegen mit der Fanghand vereiteln konnte.
Wolfsburg hingegen biss sich, fast schon traditionell, an Kölns aus den Birken die Zähne aus. Danners Pfostenschuss und der verfrühte Torjubel bei Kohls Abschluss, der lediglich auf dem Außennetz des Gehäuses landete, bildeten da nur die Highlights unter einer ganzen Reihe abgewehrter oder ungenau verwandelter Gelegenheiten der Gastgeber.
Weitgehend leistungsgerecht ging es mit 0:0 zum ersten Mal in die Kabinen.
Und das Spiel wurde tatsächlich noch intensiver: Einer frühen Strafe gegen Köln (22.) folgte wenige Sekunden später gleich der erste richtige Aufreger des Abends. Marco Rosa wurde wegen Hakens und dem folgenden Hechtsprung in die Bande von Nationalverteidiger Ankert des Spiels verwiesen. Der Kölner spielte, nachdem er sich einen Augenblick auf dem Eis und im Anschluss hinter der Bande gesammelt hatte, scheinbar unbeeinträchtigt weiter. Das Wolfsburger Publikum sah sich nach diesem vermeintlichen Missgeschick, wie zuletzt häufiger auch tatsächlich geschehen, erneut klar benachteiligt, was für zusätzlichen Dampf in der ohnehin gut angeheizten Atmosphäre sorgte. 
Was folgte war ein Spielverlauf, wie es ihn sonst eher auf der Ziellinie oder in den Play-offs zu bewundern gibt. Köln verlor gegen wütend verteidigende und von ihren Fans frenetisch unterstützte Grizzlies durch eigene Strafen immer wieder die Kontrolle über das Spiel und wanderte im Mittelabschnitt ganze sieben Mal auf die Strafbank. Wolfsburg beließ es bei einer weiteren kleinen Strafe gegen Palin, der sich mit Kölns Minard gleich einmal dem „Liebling der Massen“ zum Faustkampf gestellt hatte. Glück hatten die Gäste dann in der 33.Minute, als Trainergespann und Fans der Hausherren, völlig zu Recht, eine Spieldauerstrafe gegen Kölns Rok Ticar forderten. Doch anstatt den vorsätzlichen Stockcheck ins Gesicht von Jeff Likens zumindest mit 2+10 Strafminuten zu ahnden, entschieden sich die alles andere als sicher leitenden Referees in einem Anflug von Kreativität diese Tätlichkeit mit 2 Minuten wegen hohen Stocks zu ahnden. Der aufgeheizten Gesamtstimmung war dies natürlich absolut zuträglich…
Kurz vor Ende des zweiten Abschnitts war es dann doch noch soweit: Wolfsburgs Aubin konnte im Powerplay für seine Farben zum 1:0 einnetzen. Abids scharfer Querpass bedurfte lediglich einer Richtungsänderung, um den überragenden Kölner Schlussmann schließlich per one-timer zu überwinden (40.). Guter Dinge und mit einer gewissen Vorfreude angesichts des intensiven Spielverlaufs ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Das Spiel sollte nun, dank des Rückstands der Gäste, ein anderes Gesicht bekommen. Die Haie bliesen, mehr als deutlich zu erkennen, nun zum großen Gegenangriff, agierten im Schlussdrittel wesentlich offensiver und hatten schließlich auch Erfolg mit dieser neuen Marschroute. Strafen gab es, erstaunlicherweise, in dieser tobenden Schlacht keine weiteren, dafür reichlich Torgelegenheiten auf beiden Seiten. 
Hatten die tapfer verteidigenden Gastgeber nun auch weitaus weniger Torszenen als ihre Gäste zu verbuchen, so waren es trotzdem die Grizzlies, die dem Spiel mehr als einmal die Vorentscheidung hätten geben können. Doch weder Patrick Pohl noch Gerrit Fauser konnten ihre schön heraus gespielten Torchancen im 1 gegen 1 mit aus den Birken verwerten.
Köln ließ seinerseits zweimal das Gestänge der Grizzlies klingeln, ehe drei Minuten vor dem Ende der Sturmlauf der Haie doch noch belohnt wurde. Dass mit dem Torschützen Torsten Ankert und dessen Assistenten Rok Ticar gleich beide Hauptdarsteller der umstrittenen Szenen des Mitteldrittels beteiligt waren, passte zum dramaturgischen Gesamtbild dieser hart umkämpften Partie.
Zum dritten Mal ging es bei einem Aufeinandertreffen dieser Kontrahenten also in die Verlängerung…und zum zweiten Mal ging dieses Nervenspiel zugunsten der Grizzlies aus.
Nachdem die beiden Hauptschiedsrichter offenbar ihre Blasinstrumente wieder gefunden hatten, ging’s für Kölns Routinier Lüdemann wegen Haltens (64.) auf die Strafbank. Ganze 14 Sekunden später durfte das 40jährige Kölner Urgestein (stammt eigentlich aus Weißwasser) die Ruhepause genießen, dann ging’s für ihn zurück aufs Eis…zum shake-hands.
Erneut leistete Wolfsburgs Neuzugang Ramzi Abid mit seinem Schuss von der blauen Linie die Vorarbeit für einen wichtigen Wolfsburger Treffer. Ausgerechnet Rekonvaleszent Haskins war es dann vorbehalten, das entscheidende Tor des Abends ins Netz der Gäste zu stochern. Jubel und Siegesfeierlichkeiten fielen entsprechend euphorisch aus, ein fast perfekter Eishockeyabend fand sein würdiges Ende.
 
Teamcheck
 
Tor
Sebastian Vogl nach der Gala in Mannheim mit der nächsten Glanzvorstellung. Hatte allerdings nicht ganz so viele Highlights wie sein, streckenweise im Minutentakt gefordertes, Gegenüber.
Vorerst wohl wieder gesetzt. Ich hoffe, dass man auch im Hinblick auf die nächste Saison bald vertraglich für klare Verhältnisse sorgt und sich auf eine Nummer 1 für diese und kommende Saison festlegt. Beide Torhüter haben nun genügend Gelegenheiten gehabt ihre Argumente in die Waagschale zu werfen und konnten fast ähnlich überzeugen.  
 
Verteidigung 
Hat das muntere Verteidigermischen ein Ende? Es hat ganz den Anschein, denn die aktuellen Kombinationen lieferten durchgängig hochklassige Vorstellungen ab. Alle Verteidiger solide bis überdurchschnittlich präsent – keine Ausreißer, nicht einmal Likens, wunderbar.
 
Sturm
Nach Rosas Spieldauer fungierte Kapitän Haskins als Center der zweiten Reihe und sorgte gleich für mächtig Alarm im Drittel der Haie. Gut, dass der „Vorkämpfer“ wieder an Bord ist!
Trotzdem bleibt zu hoffen, dass mit Marco Rosa der aktuell formstärkste Akteur der Grizzlies keine weitere Sperre bekommt. Die Durchschlagskraft des EHC ist, mit Ausnahme der Begegnung in Mannheim, in den letzten Wochen eher nicht seine Stärke. 
Besonders die Reihe um Milley macht dabei große Sorgen, fehlen ihr doch so oft die zwingenden Aktionen. Milley bremst dabei im Rahmen seiner alljährlichen Formkrise mit seinem eher komplizierten Spiel schon mal die gesamte Reihe aus und vor allem Neuzugang Abid hat mit der Spielart der Grizzlies (schnelle und ausgiebige Laufarbeit, vor allem beim Backchecking) große Probleme. In Überzahl stellt der neue Angreifer des EHC dagegen bereits eine absolute Bereicherung dar: Schussfreudig und mit dem Auge für den Abnehmer vorm Tor (sofern vorhanden…). Seine beiden direkten Vorlagen zu den Toren sprechen da eine eindeutige Sprache. Insgesamt wird es wohl noch etwas dauern, bevor die Reihen sich endgültig gefunden haben. Etwas spät, aber durch Verletzungssorgen und Sperren leider nicht zu ändern. mb   

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