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EHC - Iserlohn Roosters 0:2

Wenn’s nicht läuft…
 
…dann läuft’s einfach nicht. So einfach stellte sich die Quintessenz der Begegnung mit den Iserlohn Roosters am Ende dar. Zu Beginn hatte es sogar vor rund 2500 Zuschauern nach einem totalen Black-out der Hausherren ausgesehen, die gleich dreimal innerhalb kürzester Zeit auf die Strafbank gewandert und prompt mit 0:1 in Rückstand geraten waren (7.). Die mehr als 100 Fans aus dem Sauerland feierten Maceks Treffer zum 0:1 entsprechend euphorisch, hatten in den folgenden 49 Minuten allerdings genauso wenig zu bejubeln wie die heimischen Fans.
Was folgte war eine, durchgängig regelkonforme und berechtigte, Strafzeitenorgie gegen die Gäste aus Iserlohn, die offenbar relativ schnell realisiert hatten, dass das Wolfsburger Powerplay keine allzu große Gefahr für ihre knappe Führung darstellen würde.
Vier Strafzeiten im ersten, zwei im zweiten und weitere drei im Schlussdrittel ließen die Grizzlies komplett ungenutzt. Lediglich im ersten Spielabschnitt strahlte die Powerplayformation um Rosa und Abid so etwas wie Gefahr aus, danach regierte die blanke Einfallslosigkeit. Bis zur 56. Minute bildeten die beiden Pfostentreffer durch Furchner und Pohl die einzig wirklich nennenswerten Highlights dieser irgendwie völlig verfahren wirkenden Partie. Iserlohn beschränkte sich weitestgehend aufs Foulen und Verteidigen, Wolfsburg lief meist ausgesprochen stumpfsinnig auf das von Ersberg gut gehütete Gehäuse an. Bezeichnenderweise reichte es dem Goalie der Gäste durchgängig dem puckführenden Spieler den Winkel zuzustellen…überraschende Querpässe und One-timer: Fehlanzeige. 
So wuchs auf Seiten der Grizzlies die Verzweiflung ob der eigenen Einfallslosigkeit bis hin zur frühen Herausnahme (55.) des eigenen Torhüters im Powerplay. Dank der immer wirrer erscheinenden Bemühungen der Hausherren führte diese Aktion allerdings bereits eine Minute später zum endgültigen Knockout für die Grizzlies. Mulocks Schuss ins verwaiste EHC-Tor besiegelte das Schicksal der Überzahlversager und setzte damit einen seltsam stimmigen Schlusspunkt unter diese wenig erbauliche Vorstellung der Männer in orange.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl mit einigen sehenswerten Aktionen zu Beginn, verhinderte in der turbulenten Auftaktphase Schlimmeres. Das wegen vermeintlichem Torraumabseits umstrittene  Gegentor konnte er zwar nicht verhindern, der eigentliche Aufreger in dieser Szene  war jedoch eher der verweigerte Videobeweis der ansonsten gut leitenden Unparteiischen.
Danach bekleidete Wolfsburgs Torhüter über weite Strecken die Rolle des stillen Beobachters. 
 
Verteidigung
Solide Vorstellung, ließ Iserlohn kaum offensiv zur Entfaltung kommen und hatte mit Brocklehurst den auffälligsten Akteur der Grizzlies in ihren Reihen. 
Brett Palins tapsiger Auftritt vor dem 0:2 setzte hingegen das eher negative Ausrufezeichen, wobei man angesichts der deprimierenden Angriffsbemühungen kaum von einer spielentscheidenden Szene sprechen konnte…
 
Sturm
Einfallslos, ohne schnelle Abspiele und Direktabnahmen, immer mit der Hoffnung, dass ein Schuss auf die vom Torhüter gedeckte Ecke durchrutschen möge. Die Reihe Danner, Abid und Haskins bildet dabei das Sinnbild der ganzen Misere, wobei mir die Zusammenstellung der Reihe irgendwie nicht einleuchten will. Polaczek und Pohl (!) machten es dem Rest vor, doch irgendwie fehlte ihren Mitspielern größtenteils der letzte Punch, um die Gäste doch noch einmal in Bedrängnis zu bringen. Trotz der vielen Ausfälle im Laufe der Saison sollte die  Reihenzusammenstellung doch mal langsam geklärt sein…
Wenn Aubin und Rosa nicht funktionieren, sieht’s meistens jedenfalls schon etwas dunkler in dieser Abteilung aus. 
Das Überzahlspiel der Grizzlies fällt weiterhin in die Kategorie „Mantel des Schweigens“ und, ich bleibe dabei, ist absolute Trainersache. mb