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EHC - Krefeld Pinguine 3:2 n.V.

Mit letzter Kraft voraus

Nach zuletzt immer kraftloser wirkenden Vorstellungen wollten die Grizzlies sich mit einem überzeugenden Auftritt und nach Möglichkeit natürlich einem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten in die Länderspielpause verabschieden. Die dank des Kids-Foundation Familientag ausverkaufte Eisarena sollte dabei zusätzliche Motivation sein, wirkte zu Beginn offenbar aber eher etwas hemmend auf die Gastgeber.
Die Auftaktphase gehörte folglich dem KEV, der insgesamt kompakter und etwas durchsetzungsfähiger auftrat, sich dabei aber kein deutliches Chancenplus erarbeiten konnte.
Im Gegenteil: Die erste Großchance des Spiels gehörte den Grizzlies, die ihr erstes Powerplay (8.)  fast auch prompt zum Führungstreffer nutzten konnten. Norm Milley, der nach einer schönen Kombination das leere Tor vor sich hatte, legte den Puck jedoch an selbigem vorbei.
Der zweite Überzahlversuch des EHC blieb zwar zunächst ebenso erfolglos, doch Brocklehursts Führungstreffer (16.) konnte getrost dem nachklingenden Schwung des Wolfsburger Powerplays zugeschrieben werden. Was folgte war wieder eine dieser ärgerlichen Szenen, die das Eishockey hin und wieder mit sich bringt. Praktisch direkt vom Bully setzten die Gäste zum Gegenschlag an und konnten nach sage und schreibe 14 Sekunden einen abgefälschten Schuss zum 1:1 im Gehäuse der Grizzlies unterbringen. Der Jubel blieb der Kulisse förmlich im Hals stecken, die Erlösung des ersten Tores war umgehend verflogen.
Beinahe wäre den Hausherren in Unterzahl sogar noch die passende Antwort auf diesen Schock gelungen, doch Vincenz Mayer blieb bei seinem Break-away am Schoner des umkurvten Duba hängen. Unentschieden ging’s in die erste Unterbrechung.
Im Mitteldrittel nahm das Spiel endlich die vom Heimpublikum gewünschte Entwicklung. Die Grizzlies präsentierten sich nun deutlich druckvoller, erspielten sich gleich eine ganze Reihe von mehr oder weniger hochkarätigen Möglichkeiten und bekamen die Partie gut in den Griff.
Furchners Überzahltreffer zum 2:1 schien nach knapp 3 Minuten die Weichen auf Sieg zu stellen, doch alle weiteren Einschussgelegenheiten sollten ungenutzt bleiben. Allein Marco Rosa ließ dabei drei oder vier dieser Möglichkeiten liegen, seinen Teamkollegen Milley, Aubin und Mayer erging es gegen Krefelds Duba nicht besser. Für Spannung im Schlussabschnitt war folglich gesorgt…und die selbstbewusst auftretenden Pinguine sollten diesen Eindruck noch weiter verstärken!
Nach einem reichlich ungeschickten Foul von Wolfsburgs Rosa, nutzten die Gäste ihr zweites Überzahlspiel umgehend zum 2:2 Ausgleich (47.). Rasant und präzise herausgespielt brauchte Krefelds Courchaine nur noch einzulochen, die Grizzlies wirkten angeknockt.
Zur allgemeinen Erleichterung hielt der EHC den folgenden Angriffsbemühungen der Gäste stand, verteidigte den errungenen Punkt mehr als auf die zwei weiteren zu vergebenden zu drängen. Erneut drängte sich der Eindruck müder Grizzlies auf…
Doch in der folgenden Verlängerung hieß es mal wieder: Zeit für die Wolfsburger Eismaschine Furchner.
Der zweite Wechsel gehörte bereits dem Experten für Überstunden, der – wie schon gegen Nürnberg – ein Anspiel von Abid im zweiten Nachfassen zum viel umjubelten 3:2 über die Linie arbeiten konnte (62.).
Etwas glücklich, aber durchaus verdient durften die Grizzlies sich mit diesem wichtigen Sieg von ihren Fans in die (offenbar dringend benötigte) Länderspielpause verabschieden.


Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl präsentiert sich weiter in bestechender Form, wurde letztlich nur von seinem Gegenüber übertrumpft, der eine noch größere Anzahl an Großchancen zunichte machen konnte. Sollte sich nichts Gravierendes ereignen, gibt es momentan kaum Gründe den frisch verlängerten Schlussmann mit seinem Konkurrenten rotieren zu lassen. Die Play-offs stehen schließlich schon bald vor der Tür…

Verteidigung
Insgesamt sehr sattelfeste Leistung. Lediglich das 1:1 stößt hier ein wenig sauer auf…
Keine Ausreißer im positiven oder negativen Sinne. Nicht der schlechteste Eindruck, den eine Abwehr hinterlassen kann. Brocklehursts einziger Schuss aufs Tor saß – leider bleiben die Aktivitäten von der blauen Linie weiter der Schwachpunkt der Grizzlies.

Sturm
Die vierte Reihe um Pohl, Höhenleitner und Danner mit wenig Eiszeit, ob die dritte Reihe das erhöhte Zeitkontingent wirklich verdient hatte, lässt sich allerdings durchaus diskutieren. Polo und Fauser bestenfalls unauffällig, Mayer mit zwei bis drei sehenswerten, aber glücklosen Aktionen. Den gefährlichsten Eindruck hinterließen zwar Rosa, Aubin und Furchner, doch an Effektivität mangelte es auch dieser Formation. Furchners Tore fielen beide mit anderen Mitspielern (Powerplay, 4 gegen4), die guten Möglichkeiten der 1.Reihe vergeigten seine beiden Nebenleute. Wobei Marco Rosas Geschwindigkeitsdefizite immer deutlicher zu Tage treten: Der Wolfsburger Center will viel zu oft Spielsituationen im Vorwärts- und Rückwärtsgang ohne die nötige Laufarbeit lösen und bringt sich und seine Nebenleute damit durchaus auch mal in Schwierigkeiten. Seine Foul, dass zum 2:2 Ausgleich im folgenden Unterzahlspiel führte, stammte jedenfalls eindeutig aus der Kategorie „das kann ich auch ohne meine Beine lösen…“.
Haskins wie immer mit viel Biss und als kämpferisches Vorbild unterwegs, Milley weiter verbessert, aber glücklos vor dem gegnerischen Tor. Abid weiter eher unauffällig, aber mit gutem Auge für seine Mitspieler. Warum der als Überzahlspieler angepriesene Neuzugang kaum im Slot zu finden ist und auch ansonsten nicht unbedingt das Körperspiel sucht, bleibt ein Rätsel. mb

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