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EHC - Eisbären Berlin 1:2

Ja sind denn schon Play-offs?
 
Das war schon fast mehr als nur Play-off Atmosphäre, was da am Sonntag nachmittag auf und neben dem Eis der heimischen Eisarena geboten wurde. Während der Gast aus Berlin seinen rund 2000 mitgereisten Fans eine zumindest kämpferisch überragende Leistung anbot, ließen sich die Grizzlies auch nicht lumpen und hielten entsprechend engagiert dagegen. 
Aus Grizzlysicht ging die Partie durchaus verheißungsvoll los, gelang es den Gastgebern doch recht gut den Eisbären ihr Spiel aufzudrängen. Berlin hielt zunächst eher mit jeder Menge Körpereinsatz und (gesunder) Härte dagegen, verfiel dank der recht entspannten Leitung des Schiedsrichtergespanns relativ schnell in eine von vielen kleinen Stockfouls geprägte Gangart. Während die Ader unter so manchem Grizzlyhelm vermutlich langsam zu pochen begann, streute der Gast mit einem reichlich glücklichen Treffer bereits früh (6.) zusätzliches Salz auf die wunden Nerven der Gastgeber, so dass die Grundstimmung der Partie immer aggressiver wurde. Foys Schuss war abgefälscht über Vogls Fanghand an die Latte geflogen, den günstig fallenden Abpraller hatte Laurin Braun geistesgegenwärtig verwandelt -  der Spielverlauf somit leicht auf den Kopf gestellt. Gegen Ende des ersten Spielabschnitts, die anstürmenden Grizzlies hatten Rob Zepp immer noch nicht überwinden können, kamen die Gäste dank zweier Überzahlspiele nun auch spielerisch etwas mehr in der Begegnung an. Wenige Sekunden vor dem ersten Pausenpfiff beendeten die Eisbären in Person von Shawn Lalonde das eigene Überzahlspiel allerdings auf die ungewünschte Art: Per Foul am zum Break enteilenden Vincenz Mayer. Da Lalonde im Nachgang die plötzliche Bestrafung der bisher geduldeten Gangart als einen persönlichen Affront interpretierte, sprich komplett ausrastete, durfte er frühzeitig zum Duschen. Kollege Bell schloss sich den verbalen Entgleisungen seines Teamkollegen umgehend an und bekam 10 Minuten Denkpause verordnet. Reichlich glimpflich, denn allein der Check gegen Mayers Kopf war mit 2+10 sehr zahm geahndet worden. Die Referees wirkten zunehmend verunsichert, brachen das Drittel drei Sekunden vor dem Ende vorzeitig ab und verstiegen sich offenbar in die Hoffnung, dass sich danach alle wieder lieb haben.
Doch weit gefehlt. Die nachzuholenden drei Sekunden hätten dank Norm Milleys Lattentreffer fast noch zum verspäteten und leistungsgerechten Ausgleich gereicht, dann wurden die Seiten endgültig zum ersten Mal gewechselt.
Was folgte war ein von viel zu vielen Unbeherrschtheiten der Gastgeber geprägtes Drittel, die nach teils plumpen Vergehen nicht nur ganze viermal eine Unterzahl zu überstehen hatten, sondern sich per Wechselfehler in einer dieser Situationen noch zusätzlich selber in die Pfanne hauten. Das  Kontergeschenk bei eigener Überzahl (!) nahmen die Eisbären dankbar an und schlossen die 2 auf 1 Situation sehenswert durch Mads Christensen zum 0:2 ab (31.). Wolfsburg hatte zwar ebenfalls seine Chancen – Mayer hatte nach schönem Alleingang nur den Pfosten getroffen – doch das Chancenplus lag klar bei Berlin. 
Und wieder war es kurz vor dem Pausenpfiff, diesmal gerade mal eine Sekunde, dass die Gäste für ihre grenzwertige Gangart eher belohnt, als bestraft wurden. Aubin wird dabei vom Berliner Sharrow an der Bande gehalten, der Arm des Schiedsrichters geht hoch, Sharrow schaltet blitzschnell und lässt der Aktionen noch ein, zwei Fausthiebe gegen Aubins Helm folgen. Wolfsburgs Torjäger beantwortet das zarte Klopfen mit Fausthieben seinerseits, die Schiedsrichter pfeifen auf das Verursacherprinzip und schicken beide nur für zwei Minuten auf die Strafbank. Bei direktem Blick auf die Szene eine absolut nicht nachzuvollziehende Strafverteilung und letztlich eine Aufforderung an die Gäste aus der Hauptstadt, ihre provokante Linie weiter durchzuziehen. 
Im Schlussabschnitt durfte Wolfsburg dann außerhalb der weiter munter gleichmäßig verteilten Strafen doch noch zweimal zum Powerplay antreten, entwickelte nach ausgeglichener Anfangsphase auch bei fünf gegen fünf wieder den Druck der ersten 20 Minuten bzw. übertraf diesen an Intensität sogar noch. Dass es letztlich nur zum Anschlusstreffer durch Marco Rosa reichte (ÜZ 46.Min), lag zum einen natürlich am aufopferungsvollen Kampf der Berliner Gäste, zum anderen aber auch am teils haarsträubenden Pech der Grizzlies. Unverdrossen von ihren in eigener Halle fast in Unterzahl befindlichen Fans angefeuert, versuchten die Gastgeber noch einmal alles, um die Weichen auf Sieg oder zumindest Verlängerung zu stellen. Vergebens. Rosas Pfostentreffer (58.) stellte am Ende lediglich den Gipfel des Wolfsburger Pechs an diesem Abend dar, das eine verdiente Punkteteilung letztlich verhinderte.
Zurück blieben die ausgelassen den nächsten Schritt in Richtung Play-offs feiernden Gästemassen und die Erkenntnis, dass die Play-offs dieses Jahr schon etwas früher in Wolfsburg zu Gast gewesen sind. 
Zusammenfassend betrachtet musste dabei wohl auch keiner der heimischen Fans sein Kommen bereuen, bekam man in diesem Spiel weitaus mehr an Intensität als in den meisten Heimspielen unter der Saison geboten.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl bei beiden Treffern komplett schuld- und machtlos. Der Schuss beim ersten Gegentor wird unglücklich abgefälscht und geht somit über die Fanghand ans Gestänge. Der Nachschuss war wohl auch mit einer etwas schnelleren Reaktion nicht zu entschärfen. Das zweite Tor bedarf angesichts des Wechselfehlers keiner weiteren Erklärung. Ansonsten der gewohnt sichere Rückhalt der Grizzlies – die Play-offs können kommen.
 
Verteidigung
Brocklehurst ist weiterhin „schwanger“. Hoffen und beten wir alle für zeitnahen und gesunden Nachwuchs bei der Frau Gemahlin, damit der gute Aaron wieder etwas konzentrierter zu Werke gehen kann. Kohl wieder granatenstark – extrem bitter, dass uns das entsprechende Kleingeld fehlt, um ihn in Wolfsburg zu halten.
Palin mit zu vielen dummen Strafen, nimmt nur einmal jemanden mit auf die Strafbank und setzt sich ganze dreimal alleine aufs Sünderbänkchen...das gibt vermutlich tüchtig Mecker vom Chef.
Wer mit wem ein Paar in der Abwehr bildet ist mir mittlerweile ehrlich gesagt ein Rätsel. Vermutlich jeder mit jedem...
 
Sturm
Die Rosa-Reihe mit Aubin und Abid hielt klasse dagegen, hatte entsprechend viele Möglichkeiten das Spiel noch zu drehen.  
Mit Ausnahme von Kapitän Haskins und Aubin trat der Rest des Teams allerdings genau die paar Prozentpunkt weniger hart auf, die am Ende wohl den Ausschlag für die Gäste gaben. Insgesamt ist aber auch in diesem Mannschaftsteil kein wirklicher Vorwurf angebracht: Gegen einen Gegner der derart heftig ums Überleben (auch Play-off Prämien genannt) kämpft, war die Aufopferungsbereitschaft aus der weit komfortableren Ausgangssituation durchaus in Ordnung. mb 

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