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EHC - Augsburger Panther 3:1

Saisonstart deluxe

In einer hart umkämpften Begegnung, in der nur selten länger als ein oder zwei Minuten am Stück so etwas wie Spielfluss aufkam, behielten die Grizzlies gegen den Gast aus Augsburg am Ende die Oberhand. Dabei gestaltete sich der Verlauf der Partie geradezu paradox: Durch alle Drittel schien sich konsequent das unsichtbare Prinzip „wer mehr vom Spiel hat, schießt keine Tore“ zu ziehen. Das sah aus Grizzlysicht besonders im Auftaktdrittel äußerst ärgerlich aus: Die Hausherren hatten zunächst ordentlich in die Begegnung gefunden und spielten sich neben einer gewissen Dominanz auch die eine oder andere hochkarätige Chance heraus. Neben Föli-Spieler Schaludek, der frei vor dem von Markus Keller gehüteten Tor der Gäste nur knapp verzog, hatte Wolfsburgs Diesel mit einem Knaller ans Lattenkreuz die beste unter den zahlreichen Chancen des gastgebenden EHCs. Die Panther hingegen fanden nur sporadisch und wenig beeindruckend im Drittel der Hausherren statt – bis zur 12.Spielminute, als den bis dahin konzentriert agierenden Grizzlies ihre erste Unachtsamkeit unterlief. Nach einem eher schlecht getimten Wechsel spielte Wolfsburg plötzlich nur mit vier Feldspielern, öffnete dadurch minimal die Passwege und kassierte nur wenige Sekunden später das etwas unverdiente 0:1 durch Daryl Boyle. Der flache Schuss in die kurze Ecke wirkte obendrein alles andere als unhaltbar, so dass den Anhängern der Grizzlies wohl erst einmal etwas mulmig wurde. Doch ihr Team gewann schnell die Fassung zurück, erspielte sich weitere Möglichkeiten und…blieb trotz zweier Überzahlspiele auch in der Folgezeit ohne eigenen Treffer.
Das sollte sich zum allgemeinen Frust auch bis kurz vor Ende des zweiten Drittels nicht ändern. Das allgemeine Anrennen fand schließlich in der 39.Minute sein vorläufiges Happyend, als dem wie aufgedreht spielenden Matt Diesel deutlich sichtbar der Geduldfaden zu reißen schien. Aus zentraler Position schenkte sich Wolfsburgs Torjäger, nach kurzem Blickkontakt, das Anspiel eines seiner mitgelaufenen Kollegen und hämmerte die Scheibe humorlos in den Winkel des Augsburger Gehäuses. Der längst verdiente Ausgleich stellte somit als einziger Moment des Spiels das oben genannte Motto bezüglich Spielanteile und Tore auf den Kopf. Denn mit Anpfiff des Schlussabschnitts schien den Grizzlies plötzlich nicht nur etwas die Spritzigkeit abhanden zu kommen, der Gast aus Augsburg drehte zudem kräftig an der Geschwindigkeitsschraube und bekam das Spiel prompt in den Griff.
Doch das Prinzip der torlosen Dominanz griff weiter. Mit einer kleinen Umstellung konnte EHC-Coach Gross schließlich das Glück auf die Seite der Hausherren zwingen: Norm Milley wurde von ihm im Laufe des Drittels für Furchner in die Paradereihe beordert und sorgte mit seiner Vorlage zum zweiten Dieseltreffer (56.) des Abends für die spielentscheidende Szene. Mitten in den Sturmlauf der Gäste hatte der Goalgetter der Grizzlies seinen Rückhandtreffer unter der Latte des Panthergehäuses platziert und somit den Verlauf des Drittels ad absurdum geführt.
Vier Sekunden vor Schluss krönte Norm Milley den strategischen Glücksgriff seines Trainers obendrein mit dem erlösenden Schuss ins leere Netz, so dass die erste Siegesfeier von Mannschaft und Fans in dieser Saison bereits im zweiten Anlauf  zelebriert werden durfte. War man gegen Ingolstadt noch knapp und äußerst unglücklich gescheitert, so hatten alte und vor allem neue Spieler sichtlich Spaß an der beliebten Siegeszeremonie im heimischen Rund.
Der Saisonauftakt darf nun mit Fug und Recht als gelungen bezeichnet werden -.da könnten auch die Eisbären als nächster Gegner vielleicht etwas von ihrem Schrecken als amtierender Angstgegner der Grizzlies verlieren…       

Teamcheck

Tor
Einmal gucken lassen und zurück ;)
Nach seiner Unaufmerksamkeit beim doch eher harmlosen Schuss zum 0:1 stellte Wolfsburgs Goalie seine Klasse gleich mehrfach unter Beweis. Sowohl verdeckte Schüsse durch den Verkehr vor seinem Gehäuse, als auch mit viel Druck von mehreren Spielern Richtung Netz vorgetragene Angriffe, endeten – anders als noch beim Slapsticktor gegen Ingolstadt – allesamt bei Sebastian Vogl. In der momentanen Form kann man mit Recht behaupten, dass Wolfsburgs 1b momentan kaum aus dem Gehäuse zu verdrängen sein dürfte und eifrig am a hinter der 1 arbeitet.
Sehr spannende Personalie. 

Verteidigung
Warum einzelne herausheben, wenn das Gesamtbild so gut ist?
Einzig Aaron Brocklehursts vermehrte Schussaktivitäten sollten in einer insgesamt sehr guten und hochkonzentrierten Abwehrleistung vielleicht gesondert erwähnt werden. Zählbares von der blauen Linie dürfte bei der Qualität der abgefeuerten Geschosse allerdings noch eine ganze Weile auf sich warten lassen…

Sturm
Apropos Schüsse von der blauen Linie (vorzugsweise im Powerplay): Was macht eigentlich Polo an selbiger? Seltsam und auch ein bisschen bedenklich bezüglich der Zusammenstellung des Teams, wenn man die deutlich zu erkennenden Probleme so zu lösen genötigt ist – nichts gegen unser Kampfschwein aus Reihe 3.
Ansonsten machen unsere beiden ersten beiden Reihen durchaus Laune in Sachen Spielkultur und – zum Glück – im Falle der Paradereihe auch in Sachen Effizienz. Der Diesel funktioniert mit einem genialen Passgeber wie Milley eben noch ein bisschen besser. Da mit Haskins und Diesel selbst schon reichlich Kampfkraft im ersten Block vertreten ist, halte ich die Kombination mit Furchner auch letztlich für zu einseitig. Vielleicht kann unser Marathonmann zusammen mit dem weiterhin sehr überlegt und einsatzfreudig agierenden Bassen unseren Neuzugang Rosa weiter voranbringen. Da geht, trotz gutem Zwischenstand, vor allem in Sachen Scoring noch einiges – glaube ich zumindest.
Schade übrigens, dass Föli Schaludek nicht seinen ersten DEL-Treffer bejubeln durfte. Sollte Danner demnächst zurückkehren, werden die Gelegenheiten dazu wohl etwas spärlicher ausfallen. Insgesamt eine bemerkenswert konzentrierte Arbeitsleistung gegen einen Gegner, der jeglichen Spielfluss zu zerstören wusste. mb

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