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EHC - T. Sabo Ice Tigers 3:2

Jede Serie geht mal zu Ende

Das musste am Freitagabend nicht nur der Gast aus Nürnberg nach neun gewonnenen Spielen so hinnehmen, auch die Grizzlies konnten im Gegenzug nach drei teils schwachen Auftritten endlich eine (kleine) Serie beenden. Dass dies ausgerechnet gegen den Spitzenreiter der Liga gelang, war am Ende vor allem der durchgängigen Konzentration fast aller Grizzlies geschuldet, die den Gast aus dem Frankenland kaum ins Spiel kommen ließen.
Schon im Auftaktdrittel zeichnete sich eine unerwartet deutliche Wolfsburger Dominanz ab, die allerdings – wie schon öfter zu bestaunen – zunächst ohne zählbaren Erfolg bleiben sollte.
Da zu diesem frühen Zeitpunkt das insgesamt inkonsistent pfeifende Schiedsrichtergespann noch gewillt war, Nürnberger Verstöße zu ahnden, durfte Wolfsburg sogar zweimal in Überzahl ran. Neben einigen flotten Spielzügen gab es sogar den einen oder anderen Schuss von der blauen Linie (Brocklehurst u. Palin) zu sehen; das Ergebnis blieb allerdings im Rahmen des bisher so vertrauten Bildes: Im Powerplay läuft es bei den Grizzlies einfach nicht. Nachdem Wolfsburgs Stürmer sich reihenweise die Zähne an Tyler Weiman im Tor der Ice Tigers ausgebissen hatten, setzte der Gast in den Schlussminuten des ersten Drittels doch noch zu einer Art Zwischenspurt an und prüfte Vogl im heimischen Gehäuse mehrfach mit brandgefährlichen Aktionen – zum Glück mit demselben Erfolg, wie zuvor die Grizzlies auf der anderen Seite. So ging es mit einem aus Gästesicht etwas glücklichen 0:0 in die erste Unterbrechung.
Der Mittelabschnitt wirkte in groben Zügen, trotz drei Strafzeiten gegen die Hausherren, ähnlich wie das Auftaktdrittel. Wolfsburg hatte weiter mehr vom Spiel, Nürnberg hielt durchaus fokussiert und mit Kontern gefährlich dagegen, kam durch die Überzahlsituationen allerdings etwas besser ins Spiel. Die Tore hingegen schossen, zur allgemeinen Freude der Heimfans, die Grizzlies.
Zweimal unter Beteiligung des unter der Woche noch erkrankt pausierenden Diesels, der nach 32 Minuten zunächst völlig blankgespielt selbst vollstreckte, dann mit einem Distanzschuss  Haskins Stochertor (39.) ermöglichte. Kurz zuvor hatte sich Wolfsburg in Person von Brett Palin den ersten größeren Aussetzer der Partie geleistet, als der Neuzugang in der EHC-Verteidigung seinen eigenen Goalie hinter dessen Gehäuse über den Haufen gefahren hatte. Diese Unachtsamkeit blieb zwar ungeahndet, denn Vogl kam gegen zu spät in Schussposition kommende Nürnberger gerade noch rechtzeitig vor sein Tor, doch auch so blieben die Gäste trotz zweier Gegentreffer auffällig unbeeindruckt.
Spätestens im Schlussabschnitt zeigten die Gäste, unterstützt durch teils unverschämt einseitige Regelauslegung, dann auch ihren Torriecher, vollendeten zwei kürzere Druckphasen bei fünf gegen fünf zum 2:1 durch Pollock (44.) und 2:2 durch Evan Kaufmann (57.). In Überzahl hingegen erinnerte der Gast eher an das heimische Powerplay, ließ sich dort von tapfer verteidigenden Grizzlies teilweise den Schneid abkaufen und profitierte bestenfalls vom Kräfteverschleiß des Heimteams. Im Eifer des Gefechts unterlief den Hausherren zwar der zweite größere Fehler des Abends, als man die Unterzahl kurzerhand in ein fünf gegen fünf verwandelte und den Gästen somit zusätzliche Überzahlzeit verschaffte, einen Gegentreffer hatte allerdings auch diese Unachtsamkeit nicht zur Folge.
Dass es am Ende doch noch den großen Jubel in der Eisarena gab, war im Umkehrschluss einer Unaufmerksamkeit der Gäste zu verdanken. Nach dem Ausgleich der Ice Tigers hatte sich Wolfsburg keineswegs geschockt gezeigt und sein Spiel deutlich aggressiver gestaltet. Dem verstärkten Forechecking fiel der Gast schließlich per Fehlpass im eigenen Drittel zum Opfer und Puckabfänger Patrick Pohl fackelte auch nicht lange, nagelte das Spielgerät rund eine Minute nach dem Ausgleich völlig freistehend unter die Latte des Gästegehäuses (58.) zum 3:2 Endstand.
Alle Bemühungen der Gäste dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben blieben weitestgehend fruchtlos, der Schuss ins leere Tor sollte Wolfsburg allerdings auch nicht mehr gelingen. So durfte nach dem doch etwas deprimierenden Spiel gegen Iserlohn wieder kräftig gefeiert werden, was Team und Fans auf der Ehrenrunde auch spürbar erleichtert taten.

Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl bleibt, mit Ausnahme des ersten Drittels in Schwenningen,  eine Konstante im Spiel der Grizzlies. Fehlerlos, mit guten Aktionen im 1 gegen 1 und im Stellungsspiel festigte der Wolfsburger Goalie seinen Vorsprung auf seinen Konkurrenten, der vor allem in besagtem Stellungsspiel noch Defizite offenbarte.

Verteidigung
Pavel Gross scheint keine Ambitionen zu haben, die Verteidigerpaare noch einmal umzubauen. Das heißt im Umkehrschluss, dass man in Sachen Brett Palin und Nebenspieler (Wurm/Keller) weiter nach dem Prinzip Hoffnung vorgehen muss. Zwar präsentierte sich diese Paarung etwas verbessert, der Unterschied zu den beiden anderen Verteidigerpaaren ist aber – bei Beteiligung eines Ausländers – nach wie vor zu groß.
Einen Verteidiger, der sich erst an die Liga gewöhnen muss, mit einem jungen Spieler zusammen auflaufen zu lassen, will mir leider auch weiterhin nicht wirklich einleuchten…

Sturm
Der Diesel wirkte noch etwas platt, zeigte aber letztlich, was ihn so wertvoll für den EHC macht. Auch Milley erstarrte zum Teil wieder in einer Anspannung, an die wir uns mit Schrecken noch aus der vergangenen Saison erinnern. Insgesamt stimmte vor allem die defensive Arbeit der Sturmreihen, in denen sich besonders Christoph Höhenleitner hervortat, der streckenweise wie ein Derwisch über das Eis wütete und der vor Energie schier zu platzen drohte. Das schien auf seine Teamkameraden durchaus abzufärben: In Sachen Kampf und Konzentration gab es fast nichts zu bemängeln.
Sorgenkind ist momentan vielmehr die Produktivität der Grizzlies, die aus vielen Chancen – besonders in Überzahl – einfach nur ein Minimum an Ertrag erzielen können, Lediglich der zuletzt allerdings ebenfalls etwas schwächelnde Diesel scheint hier die große Ausnahme zu bilden, ansonsten fehlt es dem Wolfsburger Angriff an Effektivität vor dem gegnerischen Tor.
Bei der bisherigen Punkteausbeute ist dies allerdings noch kein größeres Problem. mb    

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