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EHC - Straubing Tigers 4:2

Spiel 1 ohne Torjäger

Nach der bitteren Diagnose für Wolfsburgs Diesel hoffte nicht nur das Trainerteam der Grizzlies, sondern ganz Eishockey-Wolfsburg auf eine Reaktion ihres Teams, um diesen schwerwiegenden Ausfall irgendwie zu kompensieren. Mitten in einer ohnehin schwierigen Phase der Saison (6 Niederlagen aus den letzten 7 Spielen) steht der EHC nun also ohne seinen bisher einzigen zuverlässigen Torgaranten da. Die große Frage „Wird es eine ähnliche Reaktion, wie nach dem Ausfall Greg Moores geben?“ gilt es also in den kommenden Partien bis zur Deutschlandcup-Pause zu beantworten. Einen ersten Anhaltspunkt sollte die Begegnung mit den Tigers aus Straubing geben – und die Antwort fiel (überwiegend) positiv aus.
Gleich zu Beginn wurde das Bemühen um mehr Intensität auf Wolfsburger Seite deutlich: Mehr Körpereinsatz (Haskins Monstercheck blieb ungesühnt, obwohl eindeutiges Charging), mehr Zug zum Tor und eine ganze Reihe guter Einschussmöglichkeiten waren die Folge dieser verbesserten Einstellung zum Spiel. Zunächst gehörte zu diesen Effekten leider auch noch ein gewisser Chaosgrad in der ohne den gesperrten Bina agierenden Abwehr der Grizzlies. Besonders ärgerlich: Bei eigener Überzahl spielte Wolfsburgs Likens ohne Blickkontakt den Puck mal eben quer durch das gegnerische Drittel, Sullivan nahm den „Pass“ dankend auf, lief allein auf Vogl zu und verwandelte eiskalt (5.) zum 0:1 für die Gäste.
Das Spiel ging intensiv, aber mit wenig Struktur weiter, beide Teams bekleckerten sich nicht mit Ruhm in Sachen strukturierte Abwehrarbeit, so dass den Zuschauern streckenweise ein munteres Scheibenschießen geboten wurde. Während Straubing meist über Konter gefährlich blieb, spielte sich Wolfsburg Chance um Chance vor dem starken Goalie der Gäste heraus. Dass Milley und Bassen nach gutem Querpass aus Nahdistanz jeweils nicht ins leere Tor trafen passte leider wieder in das aus den vergangenen Wochen bekannte Bild, doch diesmal sollten derart fahrlässig vergebene Chancen nicht wirklich bestraft werden. Jeff Likens machte, zur allgemeinen Erleichterung, seinen Fehler aus der Anfangsphase wieder wett, indem er im Stile eines Goalgetters im Slot einen Abpraller zum 1:1 über die Linie hämmerte (15.), nicht einmal eine Minute später schlug dann sogar das viel gescholtene Powerplay der Grizzlies zu. Sebastian Furchner, auch zuletzt eher durch Unauffälligkeit auffällig, ließ Bacashihua  im Tor der Tigers keine Chance und verwandelte einen Abpraller aus Nahdistanz zum längst verdienten 2:1. Doch kaum rückte die erste Pause näher, kassierte der EHC gleich im ersten Unterzahlspiel den, aus Gästesicht etwas schmeichelhaften, Ausgleich. Der erneut glänzend aufgelegte Wolfsburger Schlussmann hatte Meuniers Hammer von der blauen Linie unglücklich unter die Latte abgefälscht…und schon war die Führung wieder dahin.
In den folgenden 40 Minuten fanden beide Teams schließlich zu so etwas wie einer defensiven Ordnung, das Spielgeschehen verdichtete sich auf weitaus weniger kritische Momente vor den beiden Toren der Kontrahenten. Lediglich dem EHC gelang es, wiederum in Überzahl, einen der beiden brillant agierenden Torhüter zu überwinden. Brent Aubin war es, der in der 32.Minute dann die sehenswerte Überzahlkombination völlig freistehend vollenden konnte und somit den spielentscheidenden Treffer markieren konnte.
Straubings Bemühungen hingegen endeten allesamt beim Schlussmann der Grizzlies, oder verloren sich in der nun geordneter auftretenden Defensive der Hausherren. Furchners Schuss ins leere Tor (60.) machte schließlich den Deckel auf eine nur ein Drittel lang wirklich wilde Partie und besiegelte damit den momentan so wichtigen Heimsieg.

Teamcheck

Tor
Vogl untermauert weiterhin seinen Anspruch auf den Stammplatz im Tor der Grizzlies, rettete mit einigen spektakulären Saves den knappen, aber verdienten Vorsprung und verdeckte somit ein wenig die Ineffizienz seiner Angriffsabteilung. Top-Leistung.

Verteidigung
Christoph Höhenleitner spielt auch als Verteidiger weiterhin eine ausgesprochen gute Saison. Nach einer kurzen Anlaufphase, in der er einen Straubinger Stürmer etwas ungeschickt zum Schuss kommen ließ, war er auch auf der defensiven Position eine Stütze des Teams.
Bestes Verteidigerpaar bleiben Brocklehurst und Kohl, die lediglich beim Unterzahlgegentor nicht die glücklichste Figur machten. Palin, Wurm, Keller, Höhenleitner und Likens agierten in verschiedenen Zusammenstellungen während des Spiels, doch nur eine Sache blieb dadurch konstant: Der Chaosfaktor Jeff Likens, der selbst nach seinem Katastrophen-No-Look- Pass nicht auf Nummer Sicher spielen wollte. Gleich dreimal gelang ihm in teils prekären Situationen der Saucerpass nicht, die folgenden Puckverluste gingen nur mit viel Glück ohne weiteren Gegentreffer über die Bühne. Ich wage mal die Behauptung, dass so ziemlich jeder jüngere deutsche Verteidiger in der Liga nach solchen Klöpsen den Rest des Spiels als Beobachter verbracht hätte. Bleibt zu hoffen, dass Likens  - vielleicht nach Studium der Videobilder – irgendwann mal zur Besinnung kommt. Die bekloppten Strafen hat er ja mittlerweile eingestellt…

Sturm
Sebastian Furchner war mit unglaublichen 11 Torschüssen, der absolute Aktivposten der Grizzlies. Mit Milley und Haskins scheint der Wolfsburger Flügelflitzer gut zu Recht zu kommen. Im Powerplay gemeinsam mit Aubin und Milley ebenfalls überzeugend. Ähnlich überzeugen konnte eigentlich nur noch Brent Aubin, der mit seinem Tor zum 3:2 endlich einmal nicht nur während, sondern auch nach dem Spiel jubeln durfte.
Die zweite Reihe mit Polo, Fauser und Danner zeigte eine brauchbare Vorstellung, blieb im Abschluss aber weiter zu harmlos. Danner beginnt nun langsam wieder das Körperspiel anzunehmen, vielleicht ist er nach der D-Cup Pause wieder auf einem vorzeigbaren Level in Sachen Selbstvertrauen bzw,. Vertrauen in den eigenen Körper.
Rosa bleibt leider weiterhin zu blass. Nach seiner Verletzung noch längst nicht nahe dem angedeuteten Niveau aus den ersten Spielen. Den Abschluss hat das Team – Milleys und Bassens One-timer- Fehlversuche als Sinnbild – weiterhin nicht erfunden. Das muss sich schleunigst ändern, wenn man gegen stärkere Mannschaften ebenfalls punkten möchte. Straubing indes präsentierte sich nicht wirklich in allzu starker Form, so dass in Düsseldorf wohl ein weitere Steigerung nötig sein wird, um Punkte mit nach Wolfsburg nehmen zu können. mb
 

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