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EHC - Adler Mannheim 2:5

Major Tom lässt grüßen

Nach dem von Ineffektivität geprägten Spiel gegen die Red Bulls aus München, galt es für die Grizzlies gegen den anderen Krösus der Liga die zuletzt so überzeugenden Ansätze in Sachen Abschluss wieder aufleben zu lassen. Auch ohne Torjäger Matt Diesel sollte dies zunächst, wie schon vor der D-Cup Pause zu beobachten, gelingen. Zunächst.
Das erste Drittel bot dann auch gleich nahezu alles, weswegen der geneigte Eishockeyfan in die Arenen dieses Sportes pilgert: Hohe Laufbereitschaft, intensiver Körpereinsatz, schnelle Pässe und ein Schuss Eleganz machten das Auftaktdrittel zu einem echten Eishockeyleckerbissen. Schon in der ersten Minute schlug es prompt wechselseitig einmal hinter dem beiden Goalies ein: Nach 35 Sekunden vollendete Norm Milley einen sehenswerten Spielzug, der mit Haskins butterweichem Bandenpass auf Sebastian Furchner eingeleitet worden war. Gerade einmal 18 Sekunden später, die Toransage lief noch, stocherte der Gast in Person von Martin Buchwieser das Spielgerät zum spontanen Ausgleich über die Linie. Da dies im x-ten Anlauf geschah, durfte sich der EHC schon zu diesem frühen Zeitpunkt den ersten groben Patzer auf der Habenseite notieren, Ein Umstand, den man sich gegen ein Klasseteam wie die Adler eigentlich nicht erlauben darf.
Doch die Partie behielt ihr geradezu halsbrecherisches Tempo und Wolfsburgs erneute Führung ließ dann auch nur drei weitere Minuten auf sich warten. Armin Wurms Schuss von der blauen Linie fälschte Mitspieler Gerrit Fauser perfekt in den Winkel des Mannheimer Gehäuses ab – eine Wiederholung der Anfangsminute blieb zum Glück aus. Vielmehr verpasste Christoph Höhenleitner wenig später um Haaresbreite den dritten Treffer für die Hausherren.  So konnten die Grizzlies gegen immer besser ins Spiel kommende Gäste die knappe Führung bis zum ersten Pausentee mehr als nur verteidigen, hatten streckenweise sogar deutlich mehr vom Spiel. Anderthalb Minuten vor der Sirene, Mannheim drängte nun intensiver auf das Tor der Grizzlies, dann doch die Antwort der Adler, die durch Rheault (19.) das 2:2 erzielen konnten. Ein durchaus unglücklicher Zeitpunkt für den zweiten Gegentreffer, letztlich kein bisschen besser als der erste schnelle Konter der 1:0 Führung.
Wenige Sekunden vor der Pause kassierten die Gastgeber sogar fast noch den dritten Treffer als bei eigener Überzahl lediglich Sebastian Vogl noch zwischen Jochen Hecht und eben jenem stand, Zur allgemeinen Erleichterung entschärfte der bestens aufgelegte Goalie der Wolfsburger den Alleingang des Mannheimer Ex-NHL-Routiniers.
Das Mitteldrittel sollte dann ein wenig unhaltungsärmer, wenn auch nicht weniger intensiv ausfallen. Doch auf beiden Seiten scheiterten die wenigen Angriffsbemühungen, die nicht von der gegnerischen Abwehr zunichte gemacht wurden an einem der beiden Torhüter. Die Teams bremsten sich nun eher ein wenig aus, anstatt weiter Hochgeschwindigkeitshockey zu zelebrieren, das Mitteldrittel endete folglich torlos.
Der Auftakt in den Schlussabschnitt misslang aus Grizzlysicht dagegen gründlich: Nicht nur, dass ein weiteres Powerplay in schon bekannter Manier verschwendet wurde, Steven Wagners Knaller direkt nach dem Bullygewinn durch Kink, verpasste den Beteiligten in orange im Anschluss obendrein eine nicht zu unterschätzende kalte Dusche.
Mannheim agierte mit der Führung im Rücken immer souveräner, die Wolfsburger hingegen ließen von Minute zu Minute immer mehr Kreativität und Schwung vermissen, so dass die Führung der Gäste bis zum Ende der Begegnung nur in einigen wenigen Szenen ins Wackeln geriet. Wie eine Rakete, der der Treibstoff ausgegangen ist, sanken Intensität und Durchschlagskraft der Grizzlies dem Nullpunkt entgegen. Hecht mit dem (verdienten) 2:4 und Frank Mauer mit dem Tor zum etwas zu hoch ausgefallenen Endstand von 2:5 besiegelten in den beiden Schlussminuten die Niederlage der Grizzlies.


Teamcheck

Tor
Hier gibt es weiterhin keinen Grund Vogl aus der starting six zu nehmen. Die Leistungen des Wolfsburger Goalies bleiben auf konstant hohem Niveau. Sein Eingreifen verhinderte ein Kippen der Partie zum Ende des ersten Drittels und die schiere Anzahl der Gegentreffe ist eindeutig auf teils naives Abwehrverhalten seiner Vorderleute zurückzuführen.

Verteidigung
Armin Wurm mit einer wirklich guten Partie, dazu der immer noch etwas zu tapsig wirkende Palin, bei dem man nur hoffen kann, dass er die gleiche Entwicklung wie Robbie Bina nach seinem ersten Jahr in der DEL nehmen könnte.
Der Rest mit Licht und Schatten, nicht so konzentriert und aufopferungsvoll wie es vor der Pause zu sehen war.

Sturm
Gerrit Fauser mit einem Sahnetag, fast so aktiv wie Furchner und zusätzlich mit dem wichtigen 2:1. Auch eben jener Furchner wusste neben Rosa und Milley aus der solide arbeitenden Mannschaft herauszustechen. Ob Aubin und Bassen hingegen die geeigneten Mitspieler für den eher als Vorbereiter geltenden Rosa darstellen, darf allerdings weiter bezweifelt werden. Hier fehlt eindeutig, wie auch in der ersten Reihe, der klassische Knipser. Diesmal konnte das Kollektiv, wie schon in München, die Abwesenheit des Wolfsburger Torgaranten nicht auffangen. Sollte das Geld der Grizzlies nicht mehr für einen Torjäger von erforderlicher Güte reichen, so müssen aus dem bestehenden Kader weitere Spieler einen Schritt nach vorne machen und die Verantwortung im Abschluss und – als Voraussetzung zum Abschluss – die harte Arbeit im Slot annehmen. Die kommenden drei Partien werden wohl Aufschluss über die Notwendigkeit einer höheren Investition im Sturm geben. Ob diese Notwendigkeit mit dem Restbudget harmoniert, ist die andere Frage…mb       

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