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EHC - Schwenninger Wild Wings 5:1

Revanche mit Startschwierigkeiten

Nach der 8:1 Demütigung im Hinspiel wollten die Grizzlies dem Liga-Neuzugang vor heimischer Kulisse nun mit gleicher Münze heimzahlen.
Die Rahmenbedingungen waren dann aber zunächst einem rauschenden Eishockeyfest nicht  unbedingt zuträglich: Dank des folgenden VfL-Heimspiels hatten zahlreiche Anhänger erst gar nicht den Weg in die Halle gefunden, der Gast aus Schwenningen ist überdies nicht unbedingt als Publikumsmagnet verschrien und das ungemütliche Wetter setzte der ganzen Misere offenbar die Krone auf.
Gerade einmal 1821 Zuschauer sahen im ersten Spielabschnitt dann auch eine alles andere als überlegene Heimmannschaft, die zwanzig Minuten lang fast immer einen Schritt zu spät kam. Schon nach 73 Sekunden gelang den Gästen zu allem Überfluss durch einen von Nicholas Johnson abgefälschten Distanzschuss das frühe 0:1 – ein verkorkster Abend deutete sich an.
Der Gast lief den wie in slow motion auftretenden Grizzlies nahezu jeden Raum zu und ließ, mit Ausnahme einer schönen Direktabnahme durch Polaczek, fast nichts Nennenswertes auf Seiten des EHC zu.
Erst, als die Partie bereits in die 18.Spielminute ging, gaben die Wild Wings die Spielkontrolle durch zwei überflüssige Fouls zum ersten Mal aus der Hand. Das folgende Powerplay bei doppelter Überzahl ließ den heimischen Fans zwar, wie so oft, die Haare zu Berge stehen, doch Gerrit Fauser gelang es schließlich einen Brocklehurst Schuss ins Schwenninger Netz abzufälschen (20.). Mit diesem äußerst schmeichelhaften Ausgleich zum 1:1 ging es für Wolfsburgs Team dann auch in die erste Pause, die vermutlich eine „interessante“ Kabinenansprache von Trainer Pavel Gross für die EHC-Profis bereithielt.     
Was auch immer in der Kabine der Grizzlies passiert war, es zeigte Wirkung!
Völlig verwandelt kamen die Cracks von der Aller aus den Katakomben, legten nach 19 Sekunden durch Jeff Likens umgehend das 2:1 nach und dominierten den Gast aus Baden- Württemberg über weite Strecken des Mitteldrittels. Schwenningen setzte zwar weiterhin gefährliche Nadelstiche gegen die druckvollen Angriffsbemühungen der Gastgeber, scheiterte aber – wie schon in den ersten zwanzig Minuten – ein ums andere Mal am gut aufgelegten Goalie der Grizzlies.
In der 33. Minute feierte die Kulisse dann nicht nur den wichtigen Treffer zum 3:1, sondern darüber hinaus auch eine erfreuliche Premiere: Föli-Spieler Clarke Breitkreutz verbuchte bereits in seinem dritten Spiel für den EHC im Nachstochern seinen ersten DEL-Treffer und wurde entsprechend von Teamkameraden und Publikum gefeiert.
Der Schwung dieses Drittels blieb, zum Leidwesen aller Beteiligten in orange, leider in den Kabinen. Im Schlussabschnitt zeichnete sich also wiederum das Bild des Auftaktdrittels ab, mit dem Unterschied, dass den Gästen offenbar bereits die Kraft fehlte, um daraus Kapital zu schlagen. So hatten die Grizzlies, trotz erheblich geringerer Laufarbeit, sogar die Mehrzahl der Torchancen auf ihrer Seite, konnten aber zunächst keine dieser Möglichkeiten verwerten.
Erst die Schlussphase sollte den sich nun wegen des folgenden Fußballspiels rasch leerenden Rängen Grund zum Jubeln geben. Zwei Minuten vor dem Ende nahm der Gast seinen Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis…und kassierte prompt den Empty-netter durch Christoph Höhenleitner, der damit eine weitere hervorragende Leistung krönen konnte. Kaum war der Goalie der Wild Wings wieder im Kasten, schenkte Wolfsburgs Bina mit seinem Saisondebüttreffer das 5:1 nach und machte die Revanche auch auf dem Papier vorzeigbar.
Ein durch Wolfsburgs Dshunussow souverän gehaltener Penalty in der Schlussminute rundete diesen doch noch gelungenen Eishockeyabend dann ab, auch wenn die Siegesfeier aus genannten Umständen vor ungewohnt leeren Rängen stattfinden musste…


Teamcheck

Tor
Dshuni liefert die dritte hervorragende Leistung im dritten Sieg hintereinander ab. Wie sein Team begann er leicht ungelenk und bewegte sich teilweise etwas zu zeitig. Nach dem frühen Gegentor steigerte er sich zum schier unüberwindlichen Hindernis für die Gäste, deren verlorenes Momentum nach dem ersten Drittel in erster Linie auf die Kappe unseres Goalies ging.

Verteidigung
Brocklehurst und Bina mit starken Vorstellungen. Während Bina weiterhin ein Vorbild an Konstanz darstellt, kommt der bisher einfach zu unauffällig agierende Brocklehurst immer besser in Fahrt. An der Seite von Jeff Likens, der seine absurden Risikopässe immer noch nicht komplett im Griff hat, machte er jedenfalls eine gute Figur, was gerade in Sachen Vertragsverlängerung ein wichtiges Signal sein könnte.
Brett Palin hingegen benötigt wohl dieses eine Jahr DEL, wie es auch Robbie Bina brauchte. Gemeinsam mit dem ebenfalls nicht immer sattelfesten Wurm fing er sich allerdings bis zum Ende des ersten Drittels. Kilian Keller machte darüber hinaus an Binas Seite eine ausgesprochen gute Partie und strahlt mittlerweile sogar über weite Strecken so etwas wie Ruhe aus. Sehr gut!

Sturm
Während die erste Reihe um den hart arbeitenden Kapitän vor allem Alex Polaczek zum Aufblühen bringt, zeigt Christoph Höhenleitner erneut eine herausragende Leistung. Mittlerweile beschleicht mich der Eindruck, dass dies auch unsere Verantwortlichen erkannt haben und wir dieses Jahr nicht so lange um eine Vertragsverlängerung mit dem dienstältesten Spieler der Grizzlies zittern müssen.
Clarke Breitkreutz bestätigt, nicht nur mit seinem Premierentreffer, seinen ersten Eindruck und dürfte auch für den Rest der Saison eine gute Alternative – nicht nur bei Verletzungen beim Stammpersonal – darstellen.
Womit wir indirekt beim Thema Patrick Pohl wären. Seine drei Vorlagen brachten ihm, durchaus zu Recht, den dritten Stern in der Nachlese der Partie ein. Seine Körpersprache und vor allem sein Körperspiel (Damenhockey!) bleiben für mich aber weiterhin ein absolutes Ärgernis. Weniger Interviews, flotte Sprüche und Drang zur Selbstdarstellung, dafür mehr harte Arbeit – auch in aussichtslosen Situationen – und mehr Aufopferungsbereitschaft ständen dem Wolfsburger Center gut zu Gesicht. Ansonsten wirkt das Ganze mehr wie ein Hobby als wie ein Beruf mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient und damit wäre er bei den Grizzlies definitiv an der falschen Adresse! mb

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